„Im Herzen von Europa“

In den vergangenen Jahren erlebte unser Gast aus der hessischen Großstadt einen ordentlichen Auftrieb. Da wäre zum einen der DFB-Pokalsieg aus dem Jahre 2018, als man in einem spektakulären Finale den FC Bayern München mit 3:1 bezwingen konnte. Ante Rebic erzielte dabei zwei Treffer, Mijat Gacinovic sprintete kurz vor Schluss legendär über das ganze Feld, um den Deckel mit seinem 3:1 drauf zu machen, Frankfurt jubelte. Pokaltrainer Niko Kovac verließ die SGE im Sommer danach und machte Platz für den Schweizer Adi Hütter, der nicht lange brauchte, um sich in Frankfurt zu akklimatisieren.
So führte er die Frankfurter – womit wir wieder beim Auftrieb wären – in der darauffolgenden Saison gleich bis ins Halbfinale der UEFA Europa League, wo man sich im Mai 2019 dem späteren Sieger FC Chelsea in einem dramatischen Elfmeterschießen an der altehrwürdigen Londoner Stamford Bridge geschlagen geben musste.
Während der wundersamen Reise durch Europa bestimmten auch die Eintracht-Fans durch tolle Choreografien und bedingungslose Unterstützung die nationalen wie internationalen Schlagzeilen. „Im Herzen von Europa“, die Frankfurter Stadionhymne, deren Melodie aus dem Jahre 1959 stammt, schallte gerade bei den internationalen Spielen immer wieder durch den Eintracht-Fanblock.
Und wo wir schon mal die Brücke zum „Herzen von Europa“ geschlagen hätten. Im Januar diesen Jahres wurde auf einer Sitzung des zuständigen Ortsbeirats über die neue Adresse von Eintracht Frankfurt abgestimmt– die Entscheidung fiel recht schnell: Die SGE ist seither unter der Adresse „Im Herzen von Europa 1“ anzutreffen. In dieser Adresse vereinen sich die Vergangenheit des Traditionsclubs sowie die Gegenwart – Eintrachts Vorstandssprecher Axel Hellmann nannte bei der Einweihung der neuen Adresse die drei Attribute „Verbundenheit, Sehnsucht und Weltoffenheit“, die sich die Eintracht auf die Fahne schreibt und mit der neuen Adresse zum Ausdruck bringen möchte.
Über die Autobahn 3 nur acht Minuten entfernt befindet sich ein weiteres Herz Europas: der Frankfurter Flughafen. Er ist der größte des Landes und gehört europaweit zu den Top 5 – kein Wunder bei jährlich mehr als 60 Millionen Passagieren, knapp 500.000 abgefertigten Flügen und mehr als 2 Millionen Tonnen Fracht.
Auch die Frankfurter Eintracht gehört in dieser Spielzeit wieder zu den Passagieren des Frankfurter Flughafens, schließlich hat sich das Team durch den fünften Tabellenplatz in der vergangenen Saison für die Europa League qualifiziert. Damals allerdings noch mit Hütter als Trainer und dem portugiesischen Nationalspieler André Silva (28 Bundesligatore in der abgelaufenen Saison). Hütter ist mittlerweile bei Borussia Mönchengladbach, Silva in Leipzig gelandet.
Neuer Cheftrainer der Eintracht ist seit Sommer Oliver Glasner, den die SGE vom VfL Wolfsburg loseisen konnte. Als Silva-Ersatz wurden u.a. die Offensivspieler Rafael Borré, Jens Petter Hauge oder auch Jesper Lindström verpflichtet. Der Saisonstart lief mit einem Punkt aus zwei Bundesliga-Spielen sowie dem überraschenden Aus in Runde Eins des DFB-Pokal beim Drittligisten SV Waldhof Mannheim einigermaßen ernüchternd.
Trotz des mäßigen Starts darf es nach den Eintracht-Verantwortlichen auch in dieser Spielzeit gerne wieder in Richtung der europäischen Plätze gehen. Am Freitag stand die Auslosung der Europa-League-Gruppenphase für diese Spielzeit an. Auch wenn die Spielvorbereitung für das Spiel bei uns sicherlich an erster Stelle steht, wird die Eintracht auch ein Auge nach Istanbul geworfen haben, denn Europa spielt in Frankfurt irgendwie immer eine Rolle. Ob am Flughafen, an der Geschäftsstelle samt Adresse oder eben im – sich seit Jahren im Auftrieb befindenden – Verein der Frankfurter Eintracht.

