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Schüco
DSC Arminia Bielefeld
Der DSC

Ein Kapitel, welches auch dazugehört

Mit dem FC Schalke 04 verbindet uns so einiges. Nicht nur, dass wir aus demselben Bundesland kommen oder Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurden – nein, da wären noch einige andere gemeinsame Nenner. Der Bundesligaskandal aus dem Jahre 1971 zum Beispiel, der den deutschen Fußball komplett erschütterte, gehört auch dazu - der Traditionsschnack.

Wir waren ebenso involviert wie der FC Schalke 04. Am 17. April 1971 – also vor fast auf den Tag genau 50 Jahren (!) – treten wir in Gelsenkirchen an und gewinnen durch ein Tor von Gerd Roggensack in der 82. Minute mit 1:0. Es sind drei ganz wichtige Punkte im Rennen um den Klassenerhalt. Es sind aber auch leider drei „erkaufte“ Punkte, denn das Spiel ist geschoben. Wir schauen zurück auf das „Skandalspiel“ – auf das Spiel, welches ein dunkles Kapitel in unserer Vereinsgeschichte darstellt. Ein Kapitel, auf welches wir nicht stolz sind, welches aber trotzdem dazugehört.

Wir schreiben das Jahr 1971, die Saison 1970/1971 ist voll im Gange und biegt in diesem Frühling so langsam aber sicher auf die Zielgerade ein. Es rumort allerdings in der Bundesliga. Und das schon länger – seit März ploppen immer wieder Berichte und Gerüchte auf, dass Vereine Spieler bestechen würden, um im Gegenzug wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu bekommen. Von dubiosen Geldübergaben auf Autobahn-Raststätten ist die Rede, private Wohnungen sollen ebenso Schauplätze von Geldtransfers sein wie Stadien. Vieles kann nie wirklich bewiesen werden, vieles verläuft im Sande, doch klar ist, dass wir mitten drin sind.

Am 28. Spieltag treten wir auswärts beim FC Schalke an. 15.000 Zuschauer pilgern in die Glückauf-Kampfbahn, dem Vorgänger des Parkstadions, und erwarten von ihrer Mannschaft gegen uns (enorm abstiegsgefährdet) nichts anderes als einen Heimsieg. Die Stadionzeitung der Schalker untermauert dies und schreibt, dass der DSC „klarer Außenseiter“ in das Spiel ginge.

Davon ist ab Minute eins jedoch nichts zu sehen. Wir spielen zur Überraschung (fast) aller gut mit und stellen lethargisch und merkwürdig abwesend anmutende Schalker vor eine schwere Aufgabe. Einzig dem Schalker Keeper Dieter Burdenski ist es zu verdanken, dass die Hausherren überhaupt so lange im Spiel bleiben.

Durch das Tor und den daraus resultierenden Sieg machen wir einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt, doch das Spiel fliegt uns einige Zeit später mal so richtig um die Ohren. Es kommt heraus, dass das Spiel manipuliert war und wir 40.000 Mark an Schalke gezahlt haben. Nur Burdenski, der als Torwart gegen uns ein extrem gutes Spiel macht, wusste im Vorfeld nichts von der Manipulation, weswegen es nicht verwundert, dass er als einziger Schalker Spieler „normal“ spielt.

Es ist aber nur die Art Spitze vom Eisberg. Schnell kommt heraus, dass die Partie eine von vielen ist, die zum „Bundesliga-Skandal“ zählen. Viele verschobene Spielausgänge werden in der gesamten Liga ausgelöst – ideal sind dabei Vereine, für die es zu diesem Zeitpunkt der Saison bereits um nicht mehr so viel geht. Die Schalker gehören als im Mittelfeld stehender Verein dazu.

Am Ende des Bundesliga-Skandals werden 53 Spieler, zwei Trainer und sechs Funktionäre aus verschiedenen Vereinen verurteilt. Wir schieben vier Spiele (Schalke, Duisburg, Stuttgart und Hertha) und halten die Klasse. Wir dürfen die Saison 71/72 zwar noch eine Saison Bundesliga spielen, dabei werden jedoch alle Spiele für die Gegner gewertet – im Sommer 1972 wird bei einer Berufungsverhandlung das eigentliche Urteil (Lizenzentzug) glücklicherweise abgeschwächt. Wir müssen runter in die Regionalliga und kriegen zudem zehn Punkte abgezogen.

Dass wir nicht vollends von der Landkarte verschwinden, haben wir nicht nur zwei Transfers – wie es das Schicksal so will, verkaufen wir Gerd Roggensack und Dieter Burdenski (ja, jener Burdenski, der damals im Schalker Tor war und im Sommer darauf zu uns wechselte) und verhindern dadurch einen finanziellen Kollaps. Viel mehr können wir uns aber in dieser so schwierigen Zeit auf unsere Fans verlassen. Manche Dinge ändern sich zum Glück nie.

Schon gewusst?
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg, Ende der 1940er Jahre, zieht der FC Schalke 04 mit seiner Mannschaft „übers Land“ und spielt hier und da immer mal wieder gegen verschiedene Vereine. Der Lohn für den Gewinner? Naturalien wie beispielsweise Kartoffeln oder Rüben. U.a. treffen die Schalker auch auf uns – mehrere Tausend Zuschauer sind Zeuge der Partie. Dass der FC Schalke gleichzeitig auch noch gegen zwei andere ostwestfälische Vereine spielt, stellt uns bis heute vor die Frage, ob wir damals eigentlich gegen die Schalker A-, B- oder sogar C-Elf spielten.

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