Durchgeboxt

Boxen ist ein gutes Stichwort, wenn es um den KSC geht. Seit dem 7. Dezember 1959 wird beim Karlsruher SC geboxt – in diesen mittlerweile fast 63 Jahren konnte der KSC sogar zwei Goldmedaillen bei Europameisterschaften gewinnen, sicherte sich 27 Deutsche Meistertitel und weit mehr als 150 Badische Meisterschaften. Der Karlsruher SC nahm durch insgesamt fünf Boxer zwischen 1960 und 1996 sogar an mehreren olympischen Spielen teil. Auch wenn es dort nicht für den ganz großen Wurf, nämlich olympische Medaillen reichte, bewies der traditionsreiche Verein aus Nordbaden im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder starke Nehmerqualitäten.
So auch in der noch jungen Saison. Nach nur einem Punkt aus drei Spielen wirkte der Karlsruher SC schon wie ein angeschlagener Boxer, doch mit einem 3:2-Heimsieg über den SV Sandhausen am vierten Spieltach schlug die Elf von Christian Eichner zurück. Der 6:0-Auswärtssieg beim SSV Jahn Regensburg nur eine Woche später ließ die Badener dann so richtig in der Saison ankommen. Es folgte ein weiterer Heimsieg (2:0 über Hansa Rostock) und der damit verbundene dritte Sieg in Folge, ehe die Karlsruher trotz einer sehr guten Leistung am sieben Spieltach in eine 0:1-Niederlage beim aktuellen Tabellenführer vom HSV einwilligen mussten.
Am vergangenen Spieltach besiegte der KSC den 1. FC Nürnberg mit 3:0 und steht nach zehn Spieltagen mit einer ausgeglichenen Bilanz auf dem achten Tabellenplatz. Mit sieben Scorerpunkten (vier Tore, drei Vorlagen) ist Marvin Wanitzek der Dreh- und Angelpunkt der Karlsruher – auch, weil er als klassischer „Zehner“ die Fäden seiner Mannschaften zieht und immer wieder durch seine Spielintelligenz besticht. Seit 2017 steht der 29-Jährige beim KSC unter Vertrag und war in über 200 Spielen an mehr als 90 Toren direkt beteiligt. Eine beeindruckende Quote.
Dass diese am Freitagabend in der SchücoArena nicht ausgebaut wird, ist Wunsch eines jeden Arminen. DSC-Trainer Daniel Scherning gab unter der Woche auf der Pressekonferenz vor dem Spiel einen „Heimsieg als klares Ziel“ aus. Dass dieses Ziel kein einfaches wird, sollte angesichts der aktuellen Situation klar sein – allerdings hat auch unser Verein in der Vergangenheit immer wieder Nehmerqualitäten bewiesen und sich durch viele schwierige Situationen als Einheit durchgeboxt. Warum also auch nicht wieder am Freitagabend?

