"Die Enttäuschung ist natürlich groß!"

Christopher Lannert: „Aus meiner Sicht war die Situation keine rote Karte. Ich kann nicht abstreiten, dass ich Kutschke berühre und zu Fall bringe. Aber Max ist zwei Meter näher am eigenen Sechzehner als Kutschke und ich. Er wartet darauf, dass ich komme, versucht einen hüpfenden Ball festzumachen und legt sich dabei über den Ball. Ich sprinte zurück, um die Situation zu verteidigen, und laufe ihm dabei rein – das ist ein klares Foul. Die rote Karte kann ich aber nicht nachvollziehen. Und wenn er das Signal bekommt, sich die Szene noch einmal anzuschauen, verstehe ich nicht, wie die Entscheidung nicht zurückgenommen wird. Das Spiel war sicher nicht unser Bestes. Beide Teams haben mit hoher Intensität gespielt. In der zweiten Halbzeit sind wir dann deutlich besser reingekommen. Umso bitterer, dass das Endergebnis jetzt so aussieht.“
Jonny Grodowski: „In der ersten Halbzeit war Dresden einfach besser. Wir haben da nicht das auf den Platz gebracht, was uns in den letzten Wochen stark gemacht hat. In der zweiten Halbzeit war es dann deutlich besser – bis zur roten Karte, die aus meiner Sicht ungerechtfertigt war. Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten uns fest vorgenommen, das Spiel zu gewinnen. Trotzdem können wir mit der zweiten Halbzeit zufrieden sein. Wir hatten sogar noch die Chance aufs 2:1, und dann trifft Dresden mit einem Fallrückzieher, den man wahrscheinlich nur einmal im Leben so macht. Passt irgendwie zu diesem Tag. Jetzt heißt es abhaken und nächste Woche wieder alles geben."
Tim Handwerker: „Die Enttäuschung über die Niederlage ist natürlich groß. Am Ende kassieren wir ein Tor, das so vielleicht nur in ganz wenigen Spielen fällt. Das muss man einfach anerkennen. Das hat Dresden einfach stark gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Das können wir definitiv besser. Aber in der zweiten Hälfte haben wir wieder viel Druck gemacht und bis zum Tor in der Nachspielzeit ordentlich verteidigt.”
Kapitän Mael Corboz: „Wir haben eine schwache erste Halbzeit gespielt. Deshalb war klar, dass wir in der zweiten Halbzeit besser auftreten müssen, um das Spiel noch zu drehen. Meiner Meinung nach hätten wir das auch geschafft, wenn wir zu elft geblieben wären. Der Schiedsrichter hat sich die Szene zwar noch einmal angeschaut, ist aber bei seiner Entscheidung geblieben, die rote Karte für Christopher Lannert zu geben. Wir sind damit nicht einverstanden, müssen sie aber akzeptieren. Die elf Minuten Nachspielzeit waren bitter. Schon die 25 Minuten in Unterzahl waren extrem kräftezehrend. Man muss aber auch anerkennen, dass Dresden eine sehr starke Mannschaft und taktisch immer gut vorbereitet ist. Wir sind schwer in unsere Abläufe gekommen, weil sie, wie wir, ein intensives, aggressives Pressing spielen. Sie geben alles, sind sehr fleißig und haben mit ihrem Trainer jemanden, der taktisch wirklich stark ist."
Zu Marius Wörl: „Wir freuen uns sehr, dass Marius zurück ist. Er war schon in der vergangenen Saison ein extrem wichtiger Spieler für uns, sportlich und menschlich. Es ist schön, dass er sich hier wohlfühlt, und wir sind überzeugt, dass er uns auch in dieser Saison wieder voranbringen wird.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Dresden hat sich den Sieg hat erarbeitet, im Endeffekt ist er vermutlich auch verdient. Wir sind nicht gut in die erste Halbzeit reingekommen, haben zu viele lange Bälle gespielt und haben das Spielfeld oft zu groß gemacht. Dann haben wir viele zweite Bälle verloren, die wir sonst gewinnen und am Ende waren wir auch nicht mutig genug. Wir haben zur zweiten Halbzeit nachjustiert und uns klar gesteigert. Wir haben bis zur letzten Minute alles gegeben, auch wenn wir ein paar gefährliche Situationen überleben mussten. Mit dem 1:1 war ich sehr zufrieden, die rote Karte war dann eine spielentscheidende Szene. Dass wir mit zehn Mann gut verteidigen können, haben wir schon gegen Kiel gezeigt. Wir haben aber das Spiel verloren, weil wir in der ersten Halbzeit nicht gut waren, nicht, weil wir vielleicht eine andere Entscheidung als der Schiedsrichter getroffen hätten.
Zur roten Karte: „Wir machen zuvor schon einen taktischen Fehler, die Kette stand zu flach und wir mussten den langen Ball wählen. Danach entsteht eine Situation, bei der ich glaube, dass wir noch mit zwei Spielern hätten eingreifen können. Für mich ist es keine ganz klare Torchancen, aus der der Stürmer ein Tor schießen kann. Ich war mir sicher, dass nach der Überprüfung die Entscheidung zurückgenommen wird. Aber der Schiedsrichter ist nach der Ansicht der Bilder bei seiner Entscheidung geblieben, da lag ich also falsch.“

