1:2-Niederlage gegen Dresden

Großen Jubel gabs bereits kurz vor dem Spiel: Marius Wörl betrat als Neuzugang den Rasen der SchücoArena und wurde von den Fans entsprechend frenetisch gefeiert. Unsere Nummer 38 ist wieder zurück in Bielefeld und wird zukünftig zusammen mit seinen Mannschaftskollegen auflaufen.
Arminia ansonsten mit der erfolgreichen Startelf aus dem Bremen-Spiel, auch der zuletzt angeschlagene Tim Handwerker war von Beginn an dabei. Für den gesperrten Jonas Kersken rückte Leo Oppermann ins Tor, Ersatzkeeper war Philip Hildesheim aus der U21. Offensiver Beginn der Arminia, mit Marvin Mehlem auf der linken Angriffsseite. Doch Dresden zunächst mit mehr Spielanteilen. Doch was es im Strafraum zu bereinigen gab, regelte zunächst vor allem Maximilian Großer souverän.
Die erste kleine Gelegenheit dann nach einer Viertelstunde: Ecke von Handwerker, Kopfball Mehlem, doch kein Problem für Tim Schreiber im Dresdner Tor. Die Gäste aber weiter spielbestimmend und immer wieder gefährlich bei Standardsituationen. Deshalb fiel der Führungstreffer nicht völlig überraschend: Ein Konter der Gäste landet bei Nils Fröhling, der an der Strafraumgrenze Dominik Kother findet und zu Niklas Hauptmann (21.) durchlaufen lässt. Der Kapitän der Dresdner fackelt nicht lange und trifft ins lange Eck. Mit Rückständen hatte unsere Arminia in dieser Saison bislang keine Probleme, machte aus einem 0:1 gegen Düsseldorf noch einen 5:1-Sieg. Gelingt die Wende auch dieses Mal?
Arminia bis dahin offensiv noch nicht gefährlich genug. Auch wenn Mehlem (25.) kurz danach Joel Grodowski im Strafraum bedient, der jedoch im Dresdner Torwart seinen Meister findet. Nach 38 Minuten lassen die Arminen dann den Ball ganz gefällig durch den Gäste-Strafraum laufen, doch weder Mael Corboz noch Mehlem kommen zum Abschluss. Und Arminia legt nach – vorwiegend über die linke Angriffsseite: Mehlems Pass in den Strafraum verpasst Grodowski (40.) um Haaresbreite. Der Ausgleich wäre mittlerweile verdient. Julian Kania und Benjamin Boakye laufen sich warm. Beide kommen nach dem Seitenwechsel. Es folgen hoch dramatische 45 Minuten, in denen unsere Mannschaft voll auf Angriff setzt.
Die erste Phase nach der Pause gehört aber den Gästen: Zunächst verzieht Kother knapp und anschließend lässt Oppermann einen Schuss von Fröling noch vorne abprallen, doch Corboz kann klären. Sascha Risch (51.) schließlich hat aus kurzer Distanz das zweite Tor auf dem Fuß, wird aber noch rechtzeitig gestört.
Doch Arminia unbeeindruckt, schaltet sofort einen Gang hoch: Vor allem Grodowski sorgt mit seinen Flankenläufen für mächtig Alarm. Und belohnt sich wunderschön: Eine langgezogene Flanke von Christopher Lannert vollendet Jonny (57.) volley traumhaft zum Ausgleich. Arminia legt nach: Wiederum Lannert zirkelt den Ball vors Tor, doch Corboz kommt nicht entscheidend an den Ball. Im direkten Gegenzug rettet Leon Schneider gegen den einschussbreiten Kother.
Beide Teams nun mit offenem Visier: Wenig später verfehlt Großer ganz knapp eine Flanke von Handwerker. Chancen auf beiden Seiten im Minutentakt! Die größte vergibt Vinko Sapina (69.), der völlig freistehend aus fünf Metern Oppermann in die Arme köpft.
Aufregung dann nach 75 Minuten: Lannert foult Kutschke nach einem langen Ball vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Tom Bauer entscheidet sofort auf Notbremse und gibt Rot. Auch der anschließende Video-Assistent ändert nichts an der Entscheidung. Arminia die letzte Viertelstunde nun in Unterzahl - und fast in Führung: Einen Konter über Boakye lässt Kania wie zuletzt gegen Bremen durchlaufen, doch Mehlem verzieht knapp. Direkt im Gegenzug trifft zwar Kutschke (83.) für die Dresdner, doch zum Glück für unsere Arminia stand ein weiterer Dresdener s knapp Abseits.
In der elfminütigen Nachspielzeit drängt Dresden dann auf den Sieg. Belagerungszustand im Bielefelder Strafraum: Gemeinschaftliches Verteidigen, jeder schmeißt sich in jeden Schuss, und Oppermann hält mehrfach meisterlich. Doch in der zehnten Minute der Nachspielzeit gelingt den Gästen mit einem Fallrückzieher durch den eingewechselten Luca Herrmann der späte Siegtreffer. Trotz der Niederlage gabs anschließend tröstenden Applaus vom Großteil der 26 075 Zuschauer in der Schüco-Arena.
DSC Arminia Bielefeld: Oppermann – Handwerker, Großer, Schneider (63. Felix), Lannert – Russo – Corboz, Mehlem (90. Kunze), Schreck (46. Kania), Grodowski (79. Hagmann), Sarenren Bazee (46. Boakye)
SG Dynamo Dresden: Schreiber – Risch, Bünning, Boeder, Faber -Sapina – N. Hauptmann (60. Menzel), Amoako (60. Casar) – Kother (71. Oehmichen), Fröling (60. Kutschke), Lemmer (85. Herrmann)
Schiedsrichter: Tom Bauer (Mainz)
Zuschauer: 26 075 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kania, Corboz, Hagmann - Stamm (Dresdens Trainer), Boeder, Bünning, Kutschke
Rote Karte: Lannert (75.)
Tore: 0:1 (21.) Hauptmann, 1:1 (57.) Grodowski, 1:2 (90+10) Herrmann

