3:0-Sieg zum Auftakt

Kirch nahm nach der unglücklichen Niederlage beim Karlsruher SC zwei Veränderungen vor. Marvin Mehlem begann für Sam Schreck im Mittelfeld und Arne Sicker übernahm die linke Abwehrseite von Tim Handwerker. Und die SchücoArena hatte sich hübsch gemacht: Zum 20-jährigen Bestehen der Lokal Crew erstreckte sich eine Choreographie vor dem Anpfiff über die Südtribüne. Die Spieler sagten Danke und zeigten von Beginn an vollen Einsatz. Nach gerade 82 Sekunden stockten dem Großteil der 25.304 Zuschauern das erste Mal der Atem. Langer Einwurf von Henri Koudossou auf Stefano Russo an den Fünf-Meterraum, doch dessen Schuss wird im letzten Moment abgeblockt. Arminia in der Anfangsphase hellwach und durch Jonny Grodowski (9.) reaktionsschnell, der Luca Erlein den Ball an der Außenlinie klaut, einen Eckball herausholt, den Maximilian Großer mit dem Kopf knapp neben das Tor setzt. Der DSC weiter gedankenschnell, erlief im Mittelfeld viele Bälle und arbeitete an der Führung.
Auch weil Grodowski (16.) richtig viel Spaß hatte und sich oft die Bälle in der eigenen Hälfte holte, Momuluh bediente, der über rechts allen davonlief, aber den Ball nicht aufs Tor drückte. Wenig später flankte Grodowski von links, doch Marcel Lotka faustete den Ball soeben noch vor Taddel Momuluh aus dem Strafraum. Was auffiel: Arminia über beide Seiten mit gefährlichen Flankenläufen, die nach 20 Minuten beinahe zur Führung geführt hätten: Doch bei einer Hereingabe von Henri Koudossou stand Grodowski eine Schulterlänge im Abseits.
Perfekt stand Jonny dann drei Minuten später! Und wieder war es Koudossou, der den Ball über rechts an der Mittellinie erobert, nach vorne trieb und perfekt querlegte, sodass Grodowski zur hochverdienten Führung nur noch den Fuß hinhalten musste.
Bis zu diesem Zeitpunkt gelang den Gästen aufgrund der intensiven Spielweise des DSC kein gefährlicher Abschluss. Lediglich bei Eckbällen entstand Gefahr. Dass sie Standards können, hat Energie gegen Hannover 96 bewiesen, wo alle drei Tore nach Standards gefallen sind. Doch auch zwei Ecken und ein Freistoß wurden von Arminia weggearbeitet. Der DSC belohnte sich hingegen mit ein wenig Schützenhilfe ein weiteres Mal: Dominik Pelivan verlor als letzter Mann an der Mittellinie den Ball an Grodowski, der aufs Tor zustürmte und aus 17 Metern das Leder über Lotka zum 2:0 (36.) ins Netz hob. Kurz vor dem Wechsel hatte Doppelpacker Grodowski um ein Haar die Chance zum Hattrick, doch nach einem Doppelpass mit Rochelt versuchte Sicker den Ball in die Mitte zu schieben, doch statt bei Grodowski landete die Kugel bei Erlein.
Die Gäste tauschten zweimal durch, brachten Moritz Hannemann und Justin Butler und entfachten in den ersten fünf Minuten mehr Offensiv-Feuer. Vor allem Butler setzte sich auf rechts im letzten Drittel fest. Doch die Chancen hatte weiterhin nur der DSC und weiterhin oft durch Grodowski (49.)! Eine Flanke von Sicker justierte unser Mittelstürmer aus acht Metern nicht ganz richtig, wäre aber wohl auch Abseits gewesen. Weiter ging es nur in eine Richtung: Momuluh über rechts legte den Ball perfekt auf Marius Wörl (54.). Doch der Ball sprang noch einmal kurz auf und wurde so auch aus kurzer Distanz schwierig und flog knapp über das Tor. Arminia klar im Chancenplus und dem dritten Treffer näher. Mehlem scheiterte zunächst mit einem satten Schuss aus 18 Metern, der noch abgefälscht wurde.
Cottbus im zweiten Abschnitt zwar deutlich aktiver, aber noch ohne große Aktionen. So ging ein Kopfball von Butler (69.) nach einer Ecke von Lucas Copado glücklicherweise übers Gehäuse.
Der eingewechselte Benjamin Boakye (72.) kann dann den Deckel drauf machen. Frei aufs gegnerische Tor laufend, gelingt ihm der Abschluss nicht perfekt, sodass der Ball links am Tor vorbeigeht. Für die Entscheidung sorgte dann Jonny Grodowski! Isi Young, für Mehlem eingewechselt, wird im Sechzehner von Tolcay Cigerci (75.) gefoult. Grodowski schnappt sich das Leder und versenkt es im linken Eck zum 3:0. In der Schlussminute hätte es um ein Haar noch zum vierten Tor gereicht. Joel Felix legte für Grodowski ab. Sein Schuss aufs kurze Eck fischte Lotka aber so gerade noch aus dem Eck.
Der Rest war Jubel in der SchücoArena und die Vorfreude auf das nächste Spiel am kommenden Samstag (18 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker (82. Handwerker), Großer, M. Bauer, Koudossou – Russo – Wörl (59. Schreck), Mehlem (69. Young) – Rochelt (82. Felix), Grodowski, Momuluh (59. Boakye)
FC Energie Cottbus: Lotka – Doumbia (55. Borgmann), Erlein, Pelivan, Rorig (75. Malone) – L. Michelbrink (75. Campulka), Bittencourt – Guttau (46. Butler), C. Kinsombi (46. Hannemann), T. Cigerci - Copado
Zuschauer: 25.304
Schiedsrichter: Florian Lechner (Insel Poel)
Tore: 1:0 (26.) Grodowski, 2:0 (36.) Grodowski, 3:0 (76., Foulelfmeter) Grodowski
Gelbe Karten: Boakye, Handwerker - Rorig, Butler

