1:1-Unentschieden gegen Nürnberg

Im Vergleich zum Spiel in Karlsruhe tauschte Cheftrainer Mitch Kniat auf vier Positionen in der Startef. Für die angeschlagenen Arne Sicker (Wadenprellung) und Robin Knoche (Infekt) sowie Taddel Momuluh und Marius Wörl stellte unser Trainer Tim Handwerker, Maximilian Großer, Jannik Rochelt und Bejamin Boakye in die Startelf. Dabei stand erst kurz vor der Partie fest, dass Momuluh (ebenfalls Infekt) und Handwerker (Knöchel) es in den Spieltagskader schaffen.
Schon vor dem Anpfiff war klar: Die 26 750 Zuschauer hatten Lust auf das Spiel, entsprechend gut war die Atmosphäre in der ausverkauften SchücoArena. Was also so richtig Vorfreude auf das Spiel machte, begann nach sieben Minuten mit einem Nackenschlag für unsere Mannschaft. Nach einem guten Beginn des DSC entwischte Nürnbergs Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma (8.) nach einem Abstimmungsfehler unserer Abwehr, steuerte allein auf das Tor von Jonas Kersken zu und schob zur Nürnberger Führung ein. Doch danach spielte vordergründig nur eine Mannschaft. Die 70 Prozent Ballbesitz nach 15 Minuten waren ein Beleg dafür. Doch noch klemmte der Vorwärtsgang etwas. Und wenn es im Strafraum gefährlich wurde, fehlte die letzte Konsequenz oder der Pfiff des Schiedsrichters, der ein Foul an Joel Grodowski (17.) nicht als Strafstoß würdig ahndete. Zudem muss Jonny zuvor auch im Abseist gestanden haben. Nürnberg setzte dafür immer wieder empfindliche Nadelstiche, vor allem durch den Torschützen Zoma, der allerdings nach 25 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste. Gute Besserung an dieser Stelle.
Gegen tief stehende Gäste war es für den DSC immer wieder schwer, gefährlich in Strafraumsituationen zu kommen. Eine der besseren Gelegenheiten hatte Semir Telalovic (30.), der sich gegen drei Nürnberger durchsetzte, dann aber an einem weiteren Abwehrbein der Franken hängen blieb. Der FCN tauchte hingegen immer mal wieder vor dem Tor von Kersken auf, auch wenn ebenso wenig Zählbares dabei herauskam. Zielstrebig dann aber die Arminia über die linke Seite durch Rochelt (34.), dessen Flanke Grodowski nur knapp nicht erreichte und den mittlerweile verdienten Ausgleich verpasste. Auf der anderen Seite war es Becker (38.), der nach einem Zuspiel von Grimaldi freistehend von der Strafraumkante verzog. Kurz vor der Pause dann ein zarter Jubelschrei, doch relativ schnell war klar, dass Boakye (43.) den Ball mit dem Hinterkopf zwar ins Tor geköpft hatte, aber auch deutlich im Abseits stand. Für den letzten Aufreger der ersten Hälfte sorgte Telalovic (45.+1), der mit dem Ball den Fünfmeterraum erreicht hatte, dann aber von Fabio Gruber abgedrängt wurde.
Zur zweiten Halbzeit kam Marius Wörl für Christopher Lannert und Boakye rückte von vorne links auf dem Feld nach hinten rechts. Roberts Uldrikis ersetze Telalovic. Eine etwas offensivere Ausrichtung, die auch gleich für mehr offensive Gefahr sorgte: Ecke von Handwerker (53.) zu Boakye, der am Sechzehner wunderbar quer durch den Strafraum zu Stefano Russo passt. Doch dem springt der Ball etwas zu weit vom Fuß. Kurz darauf hatte Mael Corboz (58.) nach einem Grodowski-Einwurf die nächste Großchance, die FCN-Schlussmann Reichelt parierte. Arminia arbeite weiter sehr intensiv gegen weiterhin tief stehende Gäste am Ausgleich! Was auch die Statistik bestätigt: 80 Prozent Ballbesitz in der zweiten Hälfte nach einer Stunde. Aber auch nach 75 Minuten ein ähnliches Bild: Nürnberg zog sich zurück, ließ Arminia immer wieder anlaufen. Der eingewechselte Momuluh sorgte dann mit einer Offensivaktion indirekt für den Ausgleich. Nach einem Foul an unserem Flügelspieler entschied Schiedsrichter Dr. Robin Braun auf Freistoß an der Strafraumgrenze. Maxi Bauer legte von dort für Handwerker (81.) ab und dieser wuchtete den Ball ins rechte Eck zum Ausgleich. Weil Rafael Lubach für den FCN in der Schlussminute eine Riesenchance nicht verwertete, pfiff Dr. Braun nach einer sechsminütigen Nachspielzeit die Partie ab.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken - Handwerker, Großer, Bauer, Lannert (45. Wörl) - Russo - Rochelt, Corboz (79. Young) - Boakye (60. Hagmann), Telalovic (45. Uldrikis), Grodowski (68. Momuluh)
1FC Nürnberg: Reichelt - Yilmaz, Lochoshvili, Gruber, Koudossou - Markhiev - Becker (70. Porstner), Fernández (70. Nzingoula) - Zoma (25. Lubach), Grimaldi (45. Scobel), Justvan (60. Baack)
Zuschauer: 26 750 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Dr. Robin Braun (Wuppertal)
Tore: 0:1 (8.) Zoma, 1:1 (81.) Handwerker
Gelbe Karten: Bauer, Russo - Fernandez

