Zum Start beim Topfavoriten

Es ist das Spiel des Tabellenachten gegen den 39. – wenn man die Ewige Tabelle der 3. Liga zugrunde legt. Der große Abstand in der Tabelle ergibt sich selbstverständlich aus der deutlich längeren Zugehörigkeit von Dynamo Dresden zur Spielklasse. Mit 266 absolvierten Begegnungen in der 3. Liga weisen die Sachsen gegenüber unserer Arminia (mit 114 Begegnungen) mehr als doppelt so viele Spiele auf. Samstag startet alles bei null: Auftakt in die neue Saison 2023/24, 1. Spieltag nach intensiver Sommer-Vorbereitung und unser DSC geht mit einer runderneuerten Mannschaft ins Rennen. „Wir wollen das Maximale rausholen. Die Zeit, die uns in der Vorbereitung gegeben wurde, haben wir optimal genutzt. Wir haben noch ein paar Stellschrauben, an denen wir drehen müssen, aber ich bin Stand jetzt mit der Umsetzung der Jungs echt zufrieden“, erklärte Cheftrainer Mitch Kniat in der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in der SchücoArena. Dort beantwortete er ausführlich und gut gelaunt die vielen Fragen der Medien – übrigens genau 50 Tage nach seiner Vorstellung an derselben Stelle.
Dynamo Dresden hat sich klar zur Favoritenrolle in der Liga bekannt. Für den Verein, der 2022 als Zweitligist die Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern verlor und in der abgelaufenen Spielzeit auf den letzten Metern nur um einen Punkt den Wiederaufstieg verpasste, gibt es nur ein Ziel. „Wir müssen in dieser Saison aufsteigen“, hat Dynamo Sportdirektor Ralf Becker im Verlauf der Vorbereitung unmissverständlich formuliert. Der Druck in Sachsen, so ist die Wahrnehmung aus der Ferne, ist groß. Der große Traditionsverein Dynamo hat seinen Kader entsprechend aufgestellt und nach dem Abgang vom letztjährigen Drittligatorschützenkönig Ahmet Arslan (25 Tore, neun Vorlagen) zum 1. FC Magdeburg u.a. drei Offensivspieler verpflichtet, die in der 3. Liga nachweislich für Torgefahr stehen: Lucas Cueto (Karlsruher SC), Tom Zimmerschied (Hallescher FC) und Robin Meißner (Hamburger SV, war an Viktoria Köln ausgeliehen). Die Mannschaft von Cheftrainer Markus Anfang verfügt zudem über ein bewährtes, belastbares Gerüst. Der ehemalige Bundesliga-Coach vom 1. FC Köln und Werder Bremen muss keine komplett neue Mannschaft formieren.
Für Arminia-Cheftrainer Mitch Kniat gilt das genaue Gegenteil. Nach exakt fünfeinhalb Wochen Vorbereitung wartet das erste Pflichtspiel auf eine Mannschaft, die sich aktuell aus 17 Neuzugängen, fünf Nachwuchsspielern der letztjährigen U17-Meistermannschaft sowie Rekordspieler Fabian Klos, Christopher Schepp und dem nach Leihe zurückgekehrten Vladislav Cherny zusammensetzt. Nahezu alles neu also beim DSC – und mit Dynamo Dresden zum Auftakt direkt ein echtes Schwergewicht in der Liga vor der Brust, wie Mitch Kniat findet: „Sie können in dem Stadion mit 30.000 eine richtige Wucht entwickeln. Sie zählen für mich absolut zum Favoritenkreis, ihr Kader gibt das her. Außerdem haben sie den großen Vorteil, im zweiten Jahr in Folge zusammen zu sein. Es liegt an uns, die richtigen Lösungen zu finden. Daran haben wir im Training gearbeitet, um diese Lösungen umzusetzen und ihnen weh zu tun.“
In Dresden, wo die Arminia von mindestens 1.100 Fans unterstützt wird, muss Kniat auf Tom Geerkens wegen einer Muskelverletzung an der Hüfte verzichten. „Ansonsten stehen uns alle Spieler zur Verfügung. Wir haben also Auswahl, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das erfahren aber meine Spieler zuerst. Und das betrifft auch die Frage, wer am Samstag im Tor stehen wird“, ließ Kniat noch offen, ob Leo Oppermann oder Jonas Kerkens zwischen den Pfosten beginnen wird.
Nach einer guten, intensiven Trainingswoche ist der Fokus komplett auf den Auftakt gerichtet. Mit dem 3:1-Sieg im Testspiel im Rahmen unserer Saisoneröffnung am vergangenen Samstag gegen den Regionalligisten TSV Steinbach Haiger gelang dem DSC ein erfolgreicher Abschluss der Vorbereitung. Im Mittelpunkt stand natürlich die Entwicklung der Mannschaft. Und so weiß auch Mitch Kniat: „Wahrscheinlich sind wir dann beim Auftakt noch nicht bei 100 Prozent, weil wir eben diesen ganz neuen Kader haben. Aber wir entwickeln uns. Alles, was ich von den Jungs sehe, gibt mir Zuversicht. Auch schon für den Samstag bei Dynamo Dresden.“

