Zu Gast bei Hannover 96

So sieht es aktuell aus: Die Rundum-Sanierung bei Hannover 96 hat sich bislang ausgezahlt. Vier Siege in den ersten vier Zweitliga-Spielen. Danach gabs trotz durchaus sichtbarer Überlegenheit und 15:0 Ecken zuhause ein 0:3 gegen die Hertha aus Berlin. Und vor einer Woche ein 2:2 bei Dynamo Dresden, wobei die Gastgeber mehr als 40 Minuten mit einem Spieler weniger auskommen mussten. Der Dresdner Vinko Sapina hatte Rot gesehen. Fehlen wird 96 am Sonntag Benedikt Pichler mit einer Bänderverletzung im Knie. Wieder im Training ist dagegen Mustapha Bundu, der zuletzt mit Adduktorenproblemen pausieren musste.
Face to face: Bei allem Respekt vor Hannover 96: Die Statistik spricht dafür, dass wir am Sonntag durchaus mit zumindest einem Punkt im Gepäck nach Hause fahren könnten. Abgesehen vom 0:2 im Jahr 2022 gabs es davor 22 Jahre keine Niederlage mehr bei den Niedersachsen! Diese letzte Pleite (2:4) datiert aus dem Jahr 2000. Also, auf geht’s: Punkte sammeln in der Nähe des Maschsees. Die Gesamtbilanz ist aber relativ ausgeglichen: 15 Siege für 96, zehn Remis und 17 Siege für unsere Arminia
Kommen und Gehen: Selten hat diese Rubrik ihren Namen so sehr verdient wie in diesem Fall. Nach ihren Leihen zur Arminia kehrten sowohl Marius Wörl als auch Taddel Momuluh zurück zu ihrem Stammverein, ehe sie zu Saisonbeginn endgültig nach Bielefeld wechselten. Für die 17 Neuzugänge der Niedersachsen verließen ebenso viele den Verein. Darunter auch Ex-Nationalspieler Marcel Halstenberg, der mittlerweile in der Kreisliga für Germania Grasdorf seine erfolgreiche Karriere ausklingen lässt. Die Neuzugänge bilden dabei einen guten Querschnitt durch Europa ab: Es kamen Spieler aus Österreich, Belgien, Schottland, England, Polen und Frankreich nach Hannover. Zu ihnen gesellte sich mit Ime Okon noch ein weiterer aus Südafrika.
Zahlen, bitte: Hannovers Wohnzimmer, das ehemalige Niedersachsenstadion heißt heute Heinz-von-Heiden-Arena, fasst 49 000 Zuschauer. Und seit zwei Wochen sind alle Karten für das Spiel am Sonntag verkauft.
Was 96 schwer ausrechenbar macht: Die zehn bisherigen Saisontreffer verteilen sich auf sieben verschiedene Spieler! Am erfolgreichsten ist bislang der Finne Benjamin Källmann mit drei Toren.
1992 war für Hannover 96 ein denkwürdiges Jahr und erfolgreiches Jahr: Als Zweitligist in den Wettbewerb gestartet, holten sich die Niedersachsen durch ein 4:3 im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach den DFB-Pokal.
Fun-Fact am Rande:
Auch wenn die Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Grün sind, sind die 96er „die Roten“. Der Grund dafür ist ganz einfach: Weil Hannover seit jeher fast immer in roten Trikots spielt.
Das ursprüngliche Niedersachsenstadion wurde nach dem zweiten Weltkrieg unter anderem mit Trümmerschutt aus der zerstörten Stadt gebaut.
1938 schaffte es Hannover 96, die damals fast unbesiegbaren Schalker im Meisterschaftsfinale zu schlagen. Im Wiederholungs-Endspiel siegte 96 gegen den haushohen Favorit Schalke 04 mit 4:3 nach Verlängerung. 1954 holte 96 die zweite und bis heute letzte Deutsche Meisterschaft durch ein 5:1 im Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.

