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"Wir wollen den Verein ganzheitlich weiterentwickeln!"

Saisonauftakt mit Partnern und Sponsoren im neuen Krombacher Biergarten: Rund 400 Gäste haben gestern den Saisonauftakt im neuen Krombacher Biergarten auf dem Julius-Hesse-Platz erlebt. Bei sommerlichen Temperaturen, einem Grillbuffet, kühlen Getränken und einem Bilderbuch-Sonnenuntergang standen neben Austausch und Networking Einblicke in die aktuellen Entwicklungen im Verein auf dem Programm. Im Mittelpunkt des Events stand eine Talkrunde mit den beiden DSC-Geschäftsführern Christoph Wortmann und Michael Mutzel sowie Cheftrainer Oliver Kirch, Kapitän Maximilain Bauer und Marius Wörl. Moderiert von Christian Roselius ging es dabei um die sportliche Entwicklung, die laufende Transferperiode, Investitionen in die Infrastruktur und den weiteren Weg der Arminia.

Der neue Krombacher Biergarten bildete dabei nicht nur den Rahmen des Abends, sondern war auch eines der zentralen Gesprächsthemen. Christoph Wortmann erläuterte, warum sich der DSC bewusst für weitere Investitionen in die Infrastruktur entschieden hat. Ausschlaggebend seien unter anderem die Erfahrungen aus der vergangenen Saison gewesen.

„Der entscheidende Anstoß war letztendlich, dass wir im vergangenen Jahr jedes Spiel ausverkauft waren. Wir wollten einen weiteren Weg finden, die Situation im Stadion aufzubessern und die Infrastruktur aufzuwerten“, erklärte Wortmann. Ziel sei es gewesen, eine Fläche zu schaffen, die unabhängig vom Spielbetrieb und möglichst ganzjährig genutzt werden könne. „Wir wollten eine Fläche schaffen, die im Sommer wie auch im Winter nutzbar ist, eine Aufenthaltsfläche.“

Gleichzeitig ordnete Wortmann die Maßnahme in die langfristige Entwicklung des Vereins ein: „Wir wollen den Verein ganzheitlich weiterentwickeln, in unterschiedliche Themenbereiche und in Infrastrukturmaßnahmen investieren. Mit dem Krombacher Biergarten ist uns das gelungen, das wird den Verein einen Schritt weiter nach vorne bringen.“ 

Auch Michael Mutzel machte deutlich, warum Investitionen in die Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Kaders aus seiner Sicht kein Widerspruch sind. „Wenn wir uns jetzt nur auf Transfererlöse, auf Spielertransfers oder auf sportliche Entwicklung verlassen, dann ist das auch ein bisschen riskant“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Deswegen ist es zwingend notwendig, auch andere Erlössäulen zu schaffen.“ 

Transfermarkt: Sportliche und wirtschaftliche Entwicklung gehören zusammen

Natürlich spielte auch die aktuelle Transferphase eine wichtige Rolle. Mutzel verwies darauf, dass der DSC mit seinen bisherigen Verpflichtungen bereits bewusst investiert habe, gleichzeitig aber weiterhin wirtschaftlich verantwortungsvoll handeln müsse.

„Wir stehen Ligavergleich und in der TV-Tabelle im unteren Drittel unter den Mitbewerbern. Das heißt aber auch, dass wir beim Spielverpflichtungen auch nicht immer der erste Sieger sind“, ordnete Mutzel die Ausgangslage in der 2. Bundesliga ein. Dennoch sei es gelungen, gestandene Zweitligaspieler für den DSC zu gewinnen. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass der Doppelabstieg und die zwei Drittligajahre Spuren hinterlassen habe. „Wir sind in der 2. Liga nicht der große Player. Wir wollen uns langsam nach oben arbeiten, aber das erfordert die nötige Zeit und Geduld.“  

Mit Blick auf mögliche weitere Bewegungen auf dem Transfermarkt betonte Mutzel, dass Einnahmen und Investitionen unmittelbar miteinander zusammenhängen: „Wenn wir auf der einen Seite ein bisschen mehr einnehmen, können wir auf der anderen Seite auch wieder ein bisschen mehr ausgeben. Was wir aber nicht können, ist einfach ins Risiko gehen und sagen: Jetzt holen wir eine handvoll Spieler. Denn wenn wir keine Transfererlöse generieren, steht am Ende ein dickes Minus unter dem Strich.“ 

Bei möglichen Abgängen würden daher verschiedene Aspekte berücksichtigt. Neben wirtschaftlichen und sportlichen Faktoren spiele auch die persönliche Perspektive eines Spielers eine Rolle. „Und deswegen wird letztlich immer alles abgewogen. Da gehen wir sehr achtsam mit um und warten lieber noch mal ein, zwei Tage länger, bis wir dann sagen: ‚Okay, das passt jetzt so!‘“

Der DSC setzt nicht nur auf externe Verstärkungen, sondern bewusst auf die Entwicklung eigener Talente. Mehrere Akademinia-Spieler trainieren bereits regelmäßig im Profibereich. Investitionen in das Leistungsnachwuchszentrum und die Trainingsinfrastruktur – unter anderem in den neuen Kunstrasenplatz am Trainingsgelände – sind deshalb ein wichtiger Teil der Vereinsstrategie. „Nur in den Profisport zu investieren, ist wie Roulette. Unser Weg ist eine nachhaltige Entwicklung, dazu gehören neben dem Nachwuchs auch Investitionen in die Trainingsbedingungen“, so Christoph Wortmann.

Pokal-Dämpfer richtig einordnen – Fokus auf Konstanz

Cheftrainer Oliver Kirch blickte zunächst auf das zurückliegende Pokalspiel und die ersten Pflichtspiele der neuen Saison. Dabei analysierte er: „Wir haben es richtig eingeordnet, wir waren sehr kritisch mit den Jungs, das Team war aber auch sehr kritisch mit sich. Und wir wissen: Wenn wir unsere Hausaufgaben, das heißt unsere Leistungen auf dem Platz gebracht hätten, dann wären wir auch eine Runde weitergekommen“, sagte Kirch. 

Der Blick richte sich nun auf die kommenden Aufgaben und auf die weitere Entwicklung der Mannschaft. Das klare Ziel bleibt dabei der Klassenerhalt. „Alles andere, als dieses Ziel auszugeben, wäre auch vermessen“, erklärte Kirch. „Ich sehe aber viel Potenzial, sowohl in der Mannschaft als auch in dem Verein, dass wir perspektivisch nach oben kommen können. Aber jetzt von größeren Zielen zu sprechen, ist, finde ich, Unsinn.“ Dabei machte der Cheftrainer deutlich, dass die Entwicklung über die gesamte Saison hinweg ein Prozess sein werde. Entscheidend sei es, kontinuierlich zu arbeiten, die vorhandenen Spieler weiterzuentwickeln und „immer von Woche zu Woche ein Stück draufzupacken“. 

Als einen der wichtigsten Entwicklungsschritte sieht Kirch dabei die Konstanz. Sein Fazit: „Was uns noch fehlt, und das ist aber auch das Schwierigste im Fußball, ist Konstanz zu haben: über 90 Minuten und von Spieltag zu Spieltag.“ 

Auch die Spieler blickten nach dem Pokalaus bereits wieder nach vorne. Marius Wörl betonte, dass die Mannschaft insbesondere an die Leistung aus dem 3:0 gegen Energie Cottbus anknüpfen müsse. „Daran möchten wir uns messen lassen. Und natürlich wäre es auch mal gut, wenn wir auswärts ein paar Punkte mitnehmen. Das muss auch ein Ansatz sein, dass wir auswärts mehr Punkte holen als in der vergangenen Saison.“ 

Kapitän Maximilian Bauer richtete den Blick ebenfalls unmittelbar auf die anstehende Aufgabe beim 1. FC Nürnberg. Trotz des enttäuschenden Pokalabends sei die Vorfreude auf das Flutlichtspiel groß: „Wir haben Bock auf das Spiel. Wir spielen am Samstagabend um 20:30 Uhr vor vielen Zuschauern in Nürnberg und gegen einen super Gegner. Deswegen freuen wir uns, dass wir dieses Abendspiel bekommen haben. Wir wollen es jetzt besser machen als am Samstag und auf jeden Fall eine Reaktion zeigen.“

Anschließend blieb viel Zeit für Austausch und Networking. Sonnenuntergang, gute Gespräche, entspanntes Ambiente und natürlich das ein oder andere Bier: So ließ sich der Saisonauftakt bestens ausklingen.

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