Tor in der Nachspielzeit: Nilsson belohnt DSC!

Arminia-Trainer Marco Kostmann nahm in seiner Startformation zunächst vier personelle Änderungen vor: Jacob Barrett Laursen (für George Bello), Fabian Kunze (für Sebastian Vasiliadis), Gonzalo Castro (für den unter der Woche angeschlagenen Alessandro Schöpf) und Startelf-Debütant Burak Ince (für Janni Serra) begannen – einen weiteren kurzfristigen, ungeplanten Wechsel gab es durch die muskulären Probleme von Amos Pieper beim Aufwärmen. So nahm der Innenverteidiger nur auf der Bank Platz, während Nathan de Medina als Rechtsverteidiger aufs Feld ging, Gui Ramos rückte in die Zentrale.
Dort gab es gleich Alarm, als Suat Serdars Kopfball aus kurzer Distanz in den Armen von Stefan Ortega Moreno landete (3.). Ebenfalls nicht im Tor landete ein Freistoß aus mehr als 25 Metern, den Castro über die Latte setzte (6.).
In der Folge hatten die Gäste ein optisches Übergewicht, was in einer gefährlichen Doppelchance mündete: Davie Selke zwang innerhalb von 60 Sekunden Ortega Moreno zweimal zu einer Glanzparade (23./24.). Besonders „Tegos“ Fußparade nach dem Kopfball des Berliners aus wenigen Metern war famos.
Auf dem Weg nach vorne tat sich unsere Mannschaft schwer. Die einzige Gelegenheit: Masaya Okugawa scheiterte nach Zuspiel von Patrick Wimmer am Hertha-Keeper – der Japaner hatte aber im Abseits gestanden, so dass ein Treffer nicht gezählt hätte (38.).
Torlos ging es in die Kabinen, mit viel Schwung und Zielstrebigkeit kamen die „Blauen“ von dort wieder heraus. Castro hätte unsere Farben zweimal in Führung bringen können, doch beide Male traf der Routinier aus aussichtsreicher Position leider nicht (47./51.).
Gerade als es schien, dass Arminia am Drücker war, schlug die „Alte Dame“ zu: nach einer Ecke entwischte Lucas Tousart der DSC-Defensive und nickte aus kurzer Distanz zum 0:1 (55.) ein.
Zwei Minuten später forderten alle Arminen Strafstoß, als Nilsson nach einem Tritt von Pekar Pekrik im Berliner Strafraum zu Boden ging. Doch auch nach VAR-Sichtung blieb Schiedsrichter Deniz Aytekin bei seiner Meinung, keinen Elfmeter zu geben (57.).
Mit der Doppel-Einwechslung (66.) von Janni Serra (für Ince) und Florian Krüger (für Manuel Prietl) blies Marco Kostmann zum Sturm auf das Hertha-Gehäuse. Angetrieben vom lautstarken Arminia-Anhang warf unsere Mannschaft alles nach vorne. Doch trotz aller Anstrengungen fehlte es oft an Präzision oder am letzten Schritt, wie bei Serras verpasste Gelegenheit nach starker Krüger-Hereingabe (75.).
Die Zeit verrann blitzschnell wie bei einer Klassenarbeit, wenn der Lehrer sagte: Nur noch fünf Minuten – aber man hatte noch gar nicht die letzten Aufgabe angefangen. Unsere Mannschaft kämpfte und stemmte sich gegen die Niederlage – und hatte Glück, dass die Hauptstädter den Deckel nicht draufmachten. Eine exzellente Kontersituation vertändelten die Berliner kläglich und verpassten die Vorentscheidung (88.).
Arminia nutzte dieses Geschenk und durfte nach Nilssons 1:1-Ausgleich (90.+1) die Belohnung für eine starke zweite Hälfte einsacken. Der Kampf um den Klassenerhalt geht in die 33. Runde.
DSC: Ortega Moreno – Laursen (72. Laursen), Nilsson, Ramos, de Medina – Prietl (66. Krüger), Kunze – Okugawa, Castro (83. Hack), Wimmer – Ince (66. Serra)
HERTHA: Lotka – Plattenhardt (71. Björkan), Kempf, Boyata, Pekarik – Tousart, Ascacibar – Serdar (85. Mittelstädt), Boateng (71. Stark), Richter (78. Gechter) – Selke (78. Wollschläger)

