Sag Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen

Die 16 Aktionstage gegen geschlechtsspezifische Gewalt laufen jedes Jahr vom 25. November, dem UN-Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Die Kampagne ruft dazu auf, hinzuschauen, zu handeln und über alle Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen aufzuklären. Seit 1991 steht sie unter dem Motto „Orange the World“. 1999 wurde der 25. November offiziell zum „Orange Day“ erklärt. Die Farbe Orange steht symbolisch für Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit – für ein Thema, das viel zu häufig im Dunkeln bleibt.
Fakten zu Gewalt gegen Frauen:
• Alle zwei Tage tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin; täglich gibt es einen Tötungsversuch. (BKA-Studie Partnerschaftsgewalt)
• Alle vier Minuten erleidet eine Frau Gewalt durch ihren Partner. (BKA-Studie Partnerschaftsgewalt)
• Jede vierte Frau hat im Stadion bereits sexualisierte Gewalt erlebt.
• Während großer Fußballturniere steigt Partnerschaftsgewalt nachweislich an.
Gewalt gegen Frauen gehört weltweit zu den am stärksten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder ökonomisch stattfinden. In den allermeisten Fällen sind die Täter Männer. Häufig Personen aus dem direkten Umfeld der Betroffenen. Partnerschaftsgewalt ist dabei die verbreitetste Form. Sie kann jede Frau treffen – unabhängig von sozialem Hintergrund, Herkunft oder Wohnort.
Wie schon im vergangenen Jahr haben am 25. November Jessica Thamm (ZONTA), DSC-Präsident Rainer Kobusch und Annabel Jäger, Cheftrainerin der DSC-Frauenmannschaft, gemeinsam ein deutliches Zeichen gesetzt und gezeigt: Wir alle können und müssen Verantwortung übernehmen.
Unterstützung im Stadion: Die Sichere Burg
Wenn ihr in der SchücoArena Erfahrungen mit (sexualisierter) Gewalt, Belästigung oder Diskriminierung macht, könnt ihr euch jederzeit an die Sichere Burg wenden. Die geschulten Ehrenamtlichen bieten Schutz und Unterstützung – immer orientiert an den Bedürfnissen und Entscheidungen der betroffenen Personen.
Seit dieser Saison wird die Sichere Burg zusätzlich durch einen neuen Kooperationspartner gestärkt: die Psychologische Frauenberatung Bielefeld e.V., die sich seit vielen Jahren für Frauen in belastenden Situationen einsetzt. Durch die Zusammenarbeit können Vorfälle im Stadion noch besser begleitet und im Bedarfsfall weitervermittelt werden. Zudem ist eine gemeinsame Schulung geplant, die sich mit traumasensibler Kommunikation befasst und die Ehrenamtlichen der Sicheren Burg weiter für den Umgang mit Betroffenen stärkt.
Das sind unsere Partner:
ZONTAverfolgt vorrangig das Ziel, die rechtliche, politische, wirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Stellung der Frauen zu fördern, ihren Bildungsstand zu verbessern und bedürftigen Frauen und Mädchen zu helfen. ZONTA setzt sich ein für die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde und bezieht Position gegen Gewalt und Diskriminierung. ZONTA initiiert und fördert weitgreifende Aktions- und Hilfsprogramme. Weltweit bekämpfen örtliche ZONTA Clubs mit eigenen Projekten gezielt Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Der Verein Psychologische Frauenberatung e.V. in Bielefeld feiert am 6. Dezember sein 40-jähriges Jubiläum. Seit fast vier Jahrzehnten bietet er in der vom Land NRW und der Stadt Bielefeld finanzierten allgemeinen Frauenberatungsstelle in schwierigen Lebenslagen professionelle Unterstützung und Beratung für Frauen ab 18 Jahren an. Ein Schwerpunkt liegt in der psychosozialen Beratung und Begleitung sowie in der rechtlichen Information bei allen akuten und vergangenen Formen von Diskriminierung und interpersonaler Gewalt, insbesondere bei Gewalt in (Ex-)Partnerschaften. Die mehrsprachigen Angebote dienen dazu, Frauen bei der Bewältigung ihrer Situation zu helfen, sie darin zu unterstützen, Sicherheit für ein selbstbestimmtes Leben (wieder) zu gewinnen. Das Engagement des Vereins in der Beratungsstelle, der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und verschiedenen Präventionsprojekten hat vielen Betroffenen geholfen, neue Perspektiven zu gewinnen.

