Raus mit jeder Menge Applaus

Was wäre wohl passiert, hätte Sarah Grünheid in der sechsten Minute den Ball, der in ihren Lauf gechippt worden war, etwas besser kontrollieren können? Zumindest hätte Arminias Torjägerin vom Dienst eine große Chance zur Führung gehabt, doch die VfL-Abwehr passte auf und konnte die Situation bereinigen. Und da das Leben nicht im Konjunktiv verläuft, holte den DSC Arminia Bielefeld schnell die Gegenwart ein.
Hatte die starken Wolfsburgerinnen in der 11. Minute noch den Pfosten getroffen, gingen sie in der 14. Minute in Führung. Kapitänin Penilla Harder ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen und netzte sicher ein – 1:0. Bis zur 30. Minute sollte es dann ein Spiel der Vfl-Offensive gegen Arminias Torfrau Joyce Braun werden. In den Duellen blieb Braun aber mehrmals überragend Siegerin und brachte den Bundesliga-Tabellenführer fast zur Verzweiflung.
In der 36. Minute war Braun dann aber chancenlos. Pia-Sophie Wolter wurde am Strafraum angespielt, drehte sich geschickt um ihre Gegenspielerin und ließ der Torhüterin mit ihrem Schuss ins kurze Eck keine Chance. Kurz darauf war Halbzeit.
Die zweite Halbzeit startete ähnlich, wie die erste aufgehört hatte – so dauerte es keine sechs Minuten bis der VfL auf 3:0 erhöhen konnte (51.). Wolfsburgs 15 zog vom Strafraum ab, da der Ball von einer Bielefelderin noch abgefälscht wurde, blieb Braun nichts anders übrig, als die Kugel aus dem Netz zu holen. Der DSC steckte allerdings nicht auf und wurde von Trainer Markus Wuckel, der an der Außenlinie permanent positive Kommandos und Anfeuerungsrufe reinrief.
Die ganze spielerische Klasse der Gäste zeigte sich beim 4:0 in der 80. Minute. 24 startete durchs Mittelfeld und steckte auf der halblinken Position auf die perfekt eingelaufene Minde. Die brachte den Ball vor das Tor, wo Braun den ersten Einschlag noch verhindern konnte, gegen den Nachschuss von Neto aus wenigen Metern war aber kein Kraut gewachsen – 0:4. Den Schlusspunkt unter eine letztlich einseitige Partie setzte die eingewechselte Gunnarsdottir in der 88. Minute. Kurz darauf pfiff Schiedsrichterin ab und der DSC verlor zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren ein DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg. Doch wie auch schon 2015 gab es für die unterlegene Mannschaft jede Menge Beifall – oder anders ausgedrückt: Raus mit jeder Menge Applaus.

