Profis

„Nur so geht's“

Die Stimmen nach unserem 2:0-Heimsieg über den FC St. Pauli mit Oliver Hüsing, Bastian Oczipka, Janni Serra, Fabian Klos und den beiden Cheftrainern.

Oliver Hüsing:
"Ich bin extrem erleichtert, dass wir heute gewonnen haben. Es war eine sehr harte Woche, vor allem auch mit dem Spiel in Stuttgart. Das war uns peinlich und wir haben uns geschämt. Umso mehr Respekt habe ich sowohl vor der Mannschaft als auch dem gesamten Stadion, dass wir hier heute diese Reaktion zeigen konnten. Die Zuschauer haben uns über 90 Minuten getragen. Wenn wir auf dem Platz alles reinhauen – kämpfen, beißen, kratzen, spucken – und auch von der Bank aus die Energie spüren, sieht man, was hier geht. Nur so geht's.

Das darf heute jedoch keine Eintagsfliege gewesen sein, sondern darauf müssen wir aufbauen. Wir haben uns heute in das Spiel reingebissen, über gewonnene Zweikämpfe Selbstvertrauen gesammelt und dann kommt das Spielerische Stück für Stück dazu. Es war nicht alles rosig, aber wir haben St. Pauli immer wieder vor Probleme stellen können und aus einer guten Kompaktheit die Tore gemacht. Die Energie, die dann entsteht, merkst Du natürlich auch auf dem Platz. Das ist richtig geil. Genau so geht es, keinen Millimeter weniger kämpfen und keinen Millimeter laufen – nur gemeinsam, alle zusammen. Wir können erfolgreich sein, wenn wir alle zusammenstehen und gemeinsam kämpfen. Das ist der Schlüssel und das haben wir heute endlich gezeigt."

Bastian Oczipka:
"Das war heute richtig gut von uns, wie wir uns ins Spiel reingearbeitet haben. Das hat richtig Bock gemacht. Die Dinge von heute müssen wir festigen, das ist brutal wichtig für die Mannschaft. Dass da frische Kräfte reinkommen, die Initialzündungen sind, sich nochmal richtig reinwerfen und auch treffen – das sind Sachen, die eine Fußballmannschaft braucht. Ich bin schon lange im Fußballgeschäft dabei, aber heute war die Stimmung einfach besonders. Das muss ich echt sagen. In erster Linie wollten wir uns selbst beweisen, dass wir die Grundtugenden auf den Platz bringen."

Janni Serra:
"Ich habe mich in meinem Fußballerleben noch nie so geschämt wie nach dem Spiel am Mittwoch. Und anscheinend ging es Einigen aus der Mannschaft so. Wir haben als Mannschaft alles reingehauen, die die reingekommen sind, haben es gut gemacht - das war einfach eine tolle Teamleistung! Die Fans waren trotz des Debakels auf unserer Seite, das ist auch nicht selbstverständlich. Aber: Wir müssen so weitermachen, wir haben erst elf Punkte. Das heute ist der Maßstab, das kann erst der Anfang sein. Wir müssen jetzt schon direkt in den nächsten Spielen wieder liefern, sonst ist das heute nichts wert."

Fabian Klos:
"Wir haben von der ersten Minute über einfachen Fußball versucht, uns in Partie reinzukämpfen. In der zweiten Halbzeit kam das Spielerische hinzu. Es war nicht einfach so eine Reaktion zu zeigen, wenn man unter der Woche so auf den Sack bekommt. Für mich war es nach sieben Wochen Pause anstrengend, aber ich habe von Anfang an versucht, meinen Teil beizutragen. Ich freue mich sehr für Janni, weil ich ihn nicht nur sehr schätze, sondern auch weiß, wie sehr er jeden Tag arbeitet und diesen Verein liebt. Beim Jubel hat man auch gesehen, was ihm die Tore bedeuten."

Daniel Scherning:
"Es war ein schwieriges Spiel. In der ersten Halbzeit war St. Pauli im eigenen Ballbesitz schon extrem gut, hat uns immer wieder rausgezogen mit den Außenverteidigern, weil sie sehr viele Positionswechsel hatten. Wir haben uns gewehrt und hereingearbeitet, wollten noch in der zweiten Halbzeit etwas aktiver und mutiger sein, weil beim Gegner nach 120 Pokalminuten womöglich auch die Kraft eine Rolle spielte.

Unsere zweiten 45 Minuten waren sehr intensiv und gut, wir konnten in vielen Aktionen Selbstvertrauen gewinnen. Die Tore waren toll. Es war ein brutal schweres Spiel, weil wir gegen einen richtig guten Gegener gespielt haben und wir nach Mittwoch, wo wir auf die Fresse bekommen haben, gut etwas aushalten mussten.

Normalerweise hebe ich keinen Spieler hervor, aber an dieser Stelle möchte ich einmal Andrés Andrade nennen. Gestern hat er mit Fieber flachgelegen, nur um uns heute Morgen zu sagen, dass er spielen will. Das zeigt die Bereitschaft der Jungs. Das zeigt, dass sie sich der Situation stellen. Heute haben wir es als Team sehr gut gemacht, aber trotzdem haben wir erst elf Punkte. Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen. Die Leistung heute soll und muss der Maßstab für die kommenden Spiele sein. Dann bin ich mir sicher, dass wir bis Winter auch noch ein paar Punkte holen werden."

FCSP-Trainer Timo Schulz:
"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, haben sehr wenig zugelassen und Bielefeld immer wieder dazu gezwungen, lange Bälle zu spielen. Wir konnten den Zielspieler Fabian Klos gut kontrollieren. Im Gegensatz zur zweiten Halbzeit konnten wir uns einige Chancen herausspielen, die wir leider nicht genutzt haben. In der zweiten Halbzeit hatte man das Gefühl, dass Bielefeld mit jedem Einwurf, jedem Zweikampf mehr ins Spiel reingefunden hat. Sie haben uns den Schneid abgekauft. Nach dem 0:1 hatten wir nicht mehr die Power und Energie, zurückzukommen."

FCSP-Akteur und Ex-Armine Marcel Hartel:
"Den Ball hätte ich dem Torwart durch die Beine schieben müssen. Dann wären wir definitiv noch besser im Spiel gewesen, Bielefeld vielleicht auch etwas verunsichert. In diesem Stadion mit ihren Fans wird es schwer. Wir müssen wieder kaltschnäuziger vor dem Tor werden und unsere Möglichkeiten nutzen, um Spiele zu gewinnen."

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