"Ich habe die ganze Halbzeit noch Gänsehaut gehabt!"

Der Legendenabend im Spiegelzelt war aufgeteilt in drei Teile. Die Hauptthemen des Abends waren 50 Jahre Frauenfußball beim DSC Arminia Bielefeld. Zudem umrahmten die Protagonistinnen des Abends jeweils ein Abschnitt über die ehemaligen sowie aktuellen Pokalhelden.
So drehte sich der erste Block des Abends um die Arminia-Legenden Fabian Klos, Fatmir Vata, Matthias Hain und Detlev Dammeier, die es in den Jahren 2005, 2006 und 2015 mit ihren jeweiligen Mannschaften bis ins Halbfinale geschafft haben. Die ehemaligen Spieler hatten allerlei Anekdoten aus ihrer Zeit bei Arminia Bielefeld mitgebracht und erzählten von ihren schönsten Erinnerungen. „Das DFB-Pokal Halbfinale gegen Frankfurt 2006 war mit Sicherheit der besonderste Moment, auch wenn wir ausgeschieden sind. In der Nacht ist meine jüngste Tochter geboren und ich hing noch ewig bei der Dopingkontrolle im Stadion fest, während meine Frau in den Wehen lag“, erinnerte sich Matthias Hain. Auch seine ehemaligen Teamkollegen Fatmir Vata („Die beste Zeit meiner Karriere hatte ich bei Arminia Bielefeld“) und Detlev Dammeier („Es war immer sehr aufregend bei Arminia, jede Saison war hoch emotional für mich“) schwelgten in Erinnerungen an ihre Zeit beim DSC. Ehrenspielführer und Rekordspieler Fabian Klos nahm die Zuschauer im Spiegelzelt mit in seine Gefühlslage rund um das Pokalfinale in Berlin: „Ich durfte mit Jogi Löw den Pokal ins Stadion tragen und mit dem Mikrofon vor der Arminia-Kurve stehen. Ich war dermaßen nervös und kann mich gar nicht mehr erinnern, was ich gesagt habe. So angespannt war ich vor keinem einzigen Spiel.“
Im zweiten Teil stand das 50-jährige Jubiläum der Frauenfußball-Abteilung bei Arminia Bielefeld im Fokus. Auf der Bühne nahmen die (ehemaligen) Spielerinnen Sarah Grünheid, Grit Bender, Sandra Hausberger, Lisa Lösch und Jocelyn Hampel sowie Trainerin Annabel Jäger Platz. Komplettiert wurde die Runde vom ehemaligen Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer und DFB-Frauen-Nationaltrainer Christian Wück. Angesprochen auf die Entwicklung des Frauenfußballs bei Arminia Bielefeld lobte Annabel Jäger: „Wir machen deutliche Schritte nach vorne in Richtung Professionalität. Im Hintergrund schaffen wir zurzeit die Strukturen, um oben angreifen zu können. Es ist echt schön zu sehen, wie das Ansehen für die Frauenabteilung gestiegen ist.“ Christian Wück, der von 2000 bis 2002 für den DSC in der 2. Bundesliga auf dem Platz stand und in der Folge als Co-Trainer der Amateurmannschaft fungierte, machte zudem klar: „Wir sind erst in den Anfängen im Frauenfußball. Aber wir können uns auf die Zukunft freuen. Wenn wir in den Schritten wie bisher weitergehen, wird sich der Frauenfußball enorm weiterentwickeln.“ Grit Bender, die im vergangenen Sommer nach zwölf Jahren bei Arminia Bielefeld ihre Karriere beendet hatte, erinnerte an die Zeiten, in denen die Bedingungen bei weitem noch nicht so professionell waren wie heute. „Da wir keinen eigenen Rasenplatz hatten sind wir von Platz zu Platz gewandert. Einmal haben wir auf dem alten Hockeyplatz im Tierpark Olderdissen neben den Bisons und dem Streichelzoo trainiert.“ Seit 2019 ist die EDIMEDIEN-ARENA in der Windflöte die sportliche Heimat der ersten Frauenmannschaft. „Wir freuen uns, wenn in Zukunft noch mehr Zuschauer den Weg an die Postheide finden“, sagte Trainerin Annabel Jäger.
Abgerundet wurde der Abend im dritten Block mit den Pokalhelden Mael Corboz, Jonas Kersken, Marius Wörl und Cheftrainer Mitch Kniat. Sie gaben Einblicke in die unglaubliche Pokalreise der vergangenen Saison und offenbarten ihre persönlichen größten Pokalmomente. Torhüter Jonas Kersken erinnert sich besonders gerne an den gehaltenen Elfmeter gegen Freiburg zurück: „So laut habe ich das Stadion noch nie erlebt. Ich habe die ganze Halbzeit noch Gänsehaut gehabt.“ Marius Wörl beschrieb den Abpfiff im Halbfinale gegen Leverkusen als den schönsten Moment in seinem Leben und auch Mael Corboz denkt noch heute oft an das Wochenende in Berlin: „Das war wie ein Traum und ich werde das niemals vergessen.“ Trainer Mitch Kniat machte den Zuschauern klar: „Vom ersten Tag an war jedem von uns klar, dass wir jeden Gegner schlagen können. Ich bin unfassbar stolz Trainer dieser Mannschaft zu sein.“











