"Es ist uns eine Herzensangelegenheit"

Pauls Augen strahlen, als im Patientenzimmer die Tür aufgeht. Lange hat der 11-Jährige auf diesen Moment gewartet. Und jetzt stehen vier Arminia-Profis und ihr Cheftrainer Mitch Kniat bei ihm im Zimmer. Unter ihnen ist Stürmer Joel Grodowski. Dass sein Lieblingsspieler zu ihm kommt, hat sich Paul gewünscht. Sonst sieht er sein Idol nur aus der Ferne oder auf dem Bildschirm. Jetzt sitzt er direkt neben ihm und Papa Dirk auf dem Patientenbett und nimmt sich Zeit. „Das ist total aufregend“, findet Paul.
In seinem Verein spielt Paul als Linksaußen und würde das auch am liebsten wieder tun, doch seine Erkrankung hält ihn zurzeit davon ab. Vier Chemotherapien benötigt Paul, drei hat er schon hinter sich, doch jetzt hat ein Infekt dafür gesorgt, dass er spontan wieder stationär aufgenommen werden musste. Wenn er seine Fußballschuhe wieder schnüren kann, werden diese ganz besondere sein: Denn Paul hat die Arminen während des Besuchs darauf unterschreiben lassen. Sein Idol Joel Grodowski, der in dieser Saison bereits sieben Treffer erzielt hat, verspricht, das nächste Tor für Paul zu schießen, am liebsten schon am Freitag gegen Hertha BSC Berlin. Und ein echtes Trikot des Stürmers mit Autogramm gibt’s oben drauf. Es sind viele Wünsche, die heute in Erfüllung gehen. Und der Wichtigste: Wenn jetzt alles nach Plan läuft, kann Paul Weihnachten zu Hause verbringen.
Jedes Jahr freuen sich junge Patientinnen und Patienten über den Besuch unserer Mannschaft. Auch viele Eltern und Mitarbeitende sind längst Fans dieser besonderen Tradition. Denn wertvoll ist gerade die Ablenkung vom Alltag und der medizinischen Behandlung. Und auch in diesem Jahr wurde auf den Stationen gelacht, gestaunt, unterschrieben und fotografiert. Kleine Fans hielten stolz Autogrammkarten fest, große Fans machten begeistert Selfies. Und natürlich durfte auch das Maskottchen-Duo nicht fehlen: Unser Stier Lohmann und Sammy der Tiger des Kinderzentrums sorgten für noch breitere Kinderlächeln.
Arminias Sportgeschäftsführer Michael Mutzel betont, wie besonders der Austausch für den Verein ist: „Der Besuch des Kinderzentrums ist für uns alle beim DSC eine Herzensangelegenheit und jedes Jahr fest eingeplant. Wir freuen uns sehr, dass unsere Kooperationspartner Bethel uns das ermöglicht, den vielen Kindern und deren Familien eine Freude zu bereiten.“
Kapitän Mael Corboz: „Es ist schön zu sehen, dass wir vielen Menschen mit unserem Besuch ein Lächeln ins Gesicht zaubern uns sie kurz aus ihrem Alltag befreien können. Wir führen als Fußballer ein sehr privilegiertes Leben und hier sehen wir aus einer anderen Perspektive, dass es Menschen gibt, denen es in einer bestimmten Lebensphase gerade nicht gut geht. Das erdet einen auf eine Weise und insbesondere für junge Spieler ist es eine wertvolle Erfahrung."
Auch Bethel freut sich sehr über unsen Besuch: „Dass Sie unsere Patientinnen und Patienten schon so lange jedes Jahr an Weihnachten besuchen, ist eine super Sache“, begrüßte Christoph Nolting, neuer Aufsichtsratsvorsitzender des EvKB und Mitglied des Bethel-Vorstands, gemeinsam mit EvKB-Geschäftsführer Dr. Matthias Ernst, Phoebe Koch, Pflegerische Leitung im Kinderzentrum, Univ.-Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Ärztlicher Direktor des Kinderzentrums und Univ.-Prof. Dr. Stefanie Horndasch, Direktorin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Viele glückliche Kinder, bewegte Spieler: Die schwarz-weiß-blau Bescherung kann Herzen höher schlagen lassen – nicht nur in der SchücoArena.

































