„Ich freue mich, Teil dieser Entwicklung zu sein“

„Die DNA eines Torhüters lässt sich nicht verändern“
Im Sommer 2023 begann Steffen Süßner seine Arbeit als Torwarttrainer beim DSC. Damals sagte er im Gespräch, dass „die DNA eines Torhüters“ sich nicht verändern lasse. „Daran halte ich auch heute noch fest“, erklärt er. Für ihn ist entscheidend, die Stärken der Spieler zu erkennen und optimal zu nutzen, anstatt sie krampfhaft verändern zu wollen. „Man muss schauen, dass man das Beste aus ihrer Situation herausholt. Die Spieler sind in erster Linie selbst verantwortlich für ihre Entwicklung. Unsere Arbeit ist es, sie dabei zu begleiten.“
Dass sich die Fortschritte von Jonas und Leo unterschiedlich gestalten, liege auch an den Spielzeiten: „Natürlich entwickeln sich Spieler besser, wenn sie regelmäßig Wettkampfpraxis sammeln, begleitet trainieren, die Leistungen auswerten, vorbereiten und nachbesprechen. Auffällig ist trotzdem die Persönlichkeitsentwicklung beider – die sportliche darüber hinaus aber auch.“
Oppermann: Reifung trotz weniger Spielzeit
Leo, der bislang weniger eingesetzt wurde, zeige trotzdem einen guten Reifeprozess: „Sein Trainingsniveau ist sehr hoch, die Ansprüche auch. Er musste sich an die Spielweise anpassen, die wir in den vergangenen Jahren hatten. Und das hat er hervorragend gemacht. Ich sehe eine stetige sportliche und persönliche Entwicklung. Und so etwas geht nicht von einem Tag auf den anderen.“
Die Arbeit mit beiden zeige auch die wichtige Dynamik im Torwartteam: „Die Leistung von Jonas wird durch Leo beeinflusst. Konkurrenzkampf tut gut, auch wenn man selbst wenig spielt. Beide sind jung, geben im Training immer Vollgas, und das motiviert das ganze Team.“
Derzeit wird das Gespann regelmäßig durch unsere Nachwuchstorhüter ergänzt, im Moment überwiegend von Philip Hildesheim aus der U21. „Er komplettiert das Team sinnvoll, schafft eine zusätzliche Komponente. Das ist für alle gut. Aber auch er kennt seine Rolle, ist hauptsächlich für die zweite Mannschaft eingeplant. Dafür braucht es einen klaren Kopf. Und den bringt er mit.“
Technologie trifft auf individuelle Vorbereitung
Süßner, der mit dem Chemnitzer FC und FC Erzgebirge Aue jeweils Erfahrungen aus seiner aktiven Zeit aus der 2. Bundesliga mitbringt, setzt auf eine Vielzahl von Trainingsmethoden, die das Torwartspiel verbessern. Darunter auch unterschiedliche Videooptionen über Drohnenaufnahmen, GoPro-Kameras oder Aufnahmen aus dem Scouting-Feed. Ziel ist es, sowohl einzelne Aktionen als auch gruppentaktische Abläufe optimal vorzubereiten.
„Wir analysieren jede Szene aus mehreren Perspektiven: Fernsehbild, Drohne, Hintertor-Aufnahmen. Für jeden Torhüter gibt es individuelle Anweisungen, gruppentaktische Aspekte und natürlich die Abstimmung mit dem Trainerteam. Etwa 80 bis 90 Prozent meiner Videoanalysen widmen sich direkt dem Torwartspiel.“
Vor den Partien werden unsere Schlussmänner speziell auf den Gegner vorbereitet: Anlaufverhalten, Standards, Eigenheiten der Angreifer. Nichts wird dem Zufall überlassen, denn auch die Trainings-Dummys erhalten bereits Leibchen mit den Farben der bevorstehenden gegnerischen Trikots. „Alle müssen auf die Punkte vorbereitet sein, auf die sie reagieren könnten. Das Training sorgt dafür, dass die Torhüter jederzeit einsatzbereit sind. Unabhängig davon, wer am Spieltag im Tor steht.“
Auch die Einbindung von externen Experten spielt eine entscheidende Rolle. Mit Jörg Möckel, ehemaliger Bundestrainer für Leichtathletik und Kurzsprint, wird an der Athletik, Beweglichkeit und Schnelligkeit gearbeitet. Augentrainerin Verena Remme testet die visuelle Wahrnehmung und hilft, Defizite im Farbsehen zu erkennen. „Sie sind Experten auf ihrem Gebiet, die Zusammenarbeit ist perfekt. Es kann durchaus passieren, dass Spieler durch visuelle Wahrnehmungen beeinträchtigt sind. Dann kann das die Leistung massiv beeinflussen. Wir messen, trainieren und integrieren die Abläufe in den Alltag – oft unbewusst, wie beim Zähneputzen.“
Persönliche Reise und Familie
Die vergangenen Jahre waren auch für den 48-jährigen Süßner intensiv. Aufstieg, Pokalfinale, Alltagsorganisation. Vieles musste parallel gesteuert werden. Ein zentraler Punkt war stets die Familie. „Seit Sommer wohnen wir gemeinsam in Bielefeld. Meine Frau pendelt beruflich zwischen Bielefeld und Chemnitz, die Kinder gehen jetzt hier zur Schule. Durch den Umzug nach Bielefeld haben wir als Familie eine sehr gute Lösung gefunden und wieder mehr Zeit füreinander. Das fühlt sich sehr gut an.“
Fazit: Individualität trifft Team
„Ich freue mich, Teil der Entwicklung unserer Torhüter zu sein. Wir arbeiten alle sehr hart daran, die Jungs ständig weiterzuentwickeln und sie optimal auf die Spiele vorzubereiten. Wir sind auf einem guten Weg, diesen werden wir kontinuierlich weiter gehen.“









