Verflixt und zugenäht!

Nein, das Spielglück sollte es an diesem Mittwochabend nicht wirklich gut mit Arminia meinen. Eine zweifelhafte rote Karte, ein nicht gegebener Elfmeter, ein unglückliches Eigentor sowie die eine oder andere vergebene Großchance. Es kam vieles zusammen, doch trotz der 0:2-Niederlage müssen die Köpfe oben bleiben – zumal eigentlich alles stimmte: Laufeinsatz, Spielfreude, hohes Anpressen, Intensität in den Zweikämpfen und das Erspielen von Chancen. Was fehlte, waren die Tore. Und eben genanntes Spielglück – doch der Reihe nach.
Die erste große Gelegenheit auf Seiten der Bielefelder ergab sich für Amos Pieper, der in der siebten Minute nach einem Eckball von Marcel Hartel das Tor der Hanseaten per Kopf nur knapp verfehlte. Knapp war es auch in Spielminute 29, in welcher Ritsu Doan aus wenigen Metern direkt vor dem Bremer Tor an den Ball kam und ohne lang zu Fackeln abzog. Ömer Toprak konnte sich jedoch so gerade noch dazwischenwerfen und die Kugel ins Aus lenken. Das, was der DSC jedoch gerade im ersten Abschnitt anbot, war stark. Immer wieder störte die Kramer-Elf die Bremer im Spielaufbau und konnte sich so immer wieder schnell vor den gegnerischen Kasten kombinieren.
In der 42. Minute kam Andreas Voglsammer im Strafraum der Bremer zu Fall, doch Schiedsrichter Markus Schmidt ließ die Szene weiterlaufen. Unglücklich, denn ein Kontakt war da – nicht das erste Mal in dieser Saison, dass eine Szene nicht unbedingt zu Gunsten Arminias entschieden wurde. Der VAR griff auf jeden Fall nicht ein. Kurz darauf pfiff Schmidt dann doch – zur Halbzeit. Mit dem 0:0 ging es in die Katakomben.
Im zweiten Abschnitt waren keine zwei Minuten gespielt, als der Gast wie aus dem Nichts zur Führung kam. Einen langen und tiefen Ball auf die linke Bremer Seite konnte Rashica behaupten und in Richtung Mitte ziehen. Kurz vor dem Tor legte der Kosovare quer auf Josh Sargent, der jedoch von der Arminia-Defensive gut gedeckt war. Leider prallte die Kugel an den Körper Piepers, von wo aus er ins Tor trudelte (47.).
Arminia versuchte es weiter, ließ sich nicht beirren, musste aber in der 65. Minute den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Was war passiert? Der für den angeschlagenen Jacob Laursen kurz nach der Halbzeit eingewechselte Nathan de Medina ging im Mittelfeld rustikal gegen Niclas Füllkrug zu Werke und sah vollkommen zurecht die gelbe Karte. Daraufhin meldete sich allerdings der Kölner Keller und bat Schiedsrichter Schmidt, sich die Szene noch einmal anzugucken. Lag hier eine „krasse Fehlentscheidung“ vor? Eigentlich nicht, doch nach kurzem „Review“ zückte Schmidt zur Verwunderung aller die rote Karte – der erste Platzverweis für die Arminen in dieser Saison.
Nun kam es knüppeldick – obwohl Bremen nicht viel anbot und sich kaum vorne zeigte, kamen sie eine Viertelstunde vor Schluss zur 2:0-Führung. Einen feinen Doppelpass von Rashica und Maxi Eggestein verwertete der eingewechselte Kevin Möhwald frei vor Ortega Moreno zum 2:0. Wenn Bremen an diesem Tag eines war, dann effizient.
Auch in Unterzahl versuchten die Bielefelder gegen Ende des Spiels alles, um den Anschlusstreffer zu erzielen und kamen dem Bremer Kasten oft gefährlich nahe, scheiterten in letzter Instanz jedoch ein ums andere Mal (Klos 78./80./83. & Doan 82./88.) an Schlussmann Jiri Pavlenka oder verfehlten den Kasten knapp.
So blieb es beim schmeichelhaften 2:0 für die Gäste. Nun gilt es, den Blick schnell wieder nach vorne zu richten – beim Gastspiel in Leverkusen (Sonntag, 13:30 Uhr) besteht die nächste Chance auf Punkte.
DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno (C) - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen (52. de Medina) - Prietl, Kunze (76. Schipplock), Hartel (62. Vlap), Maier (76. Gebauer) - Doan, Voglsammer (62. Klos).
SV Werder Bremen:
Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Gebre Selassie (C), M. Eggestein, Schmid (85. Groß), Agu (46. Augustinsson) - Bittencourt (64. Möhwald), Rashica (83. Selke) - Sargent (64. Füllkrug).
Tore:
0:1 (47./Eigentor) Pieper, 0:2 (75.) Möhwald.
Gelbe Karten:
Pieper/Friedl, M. Eggestein
Rote Karte:
de Medina (72. grobes Foulspiel, nach VAR)

