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Großer Kampf ohne Belohnung

Was für ein großer Kampf – aber leider keine Belohnung! Am 13. Bundesliga-Spieltach musste sich der DSC Arminia Bielefeld beim Deutschen Meister FC Bayern München 0:1 (0:0) geschlagen geben. Ein unhaltbarer Distanzschuss von Nationalspieler Leroy Sané (71.) ließ alle schwarz-blau-weißen Träume auf eine erneute Überraschung platzen.

Im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen Wolfsburg (2:2) hatte Frank Kramer die Startformation nur auf einer Position geändert: für den unter der Woche erkrankten Jacob Barrett Laursen begann Andres Andrade als Linksverteidiger.

Entgegen der „Corona-Chaos beim FCB“-Berichterstattung in den Medien hatten die Hausherren die Crème de la Crème ihres Kaders auf den Rasen bekommen – von all den Superstars hatten „nur“ Serge Gnabry und Jamal Musiala zunächst auf der Bank Platz genommen.

Nach fünf Minuten hatte der DSC mit zwei guten und schnellen Kontern, an dessen Ende aber der letzte Pass in Strafraumnähe leider nicht saß, gezeigt, dass Arminia nicht kampflos die Punkte hergeben wollte.

Die Bayern antworteten mit einer Doppelchance von Thomas Müller (7./8.). Erst klärte Andrade den Kopfball des Nationalspielers auf der Linie, dann kratzte Stefan Ortega Moreno Müllers artistischen Versuch aus dem Eck. Es war schnell Musik drin.

Deutschlands Nationalspieler Leroy Sane versuchte es aus der Distanz – wieder war unsere Nummer 1 zur Stelle und parierte stark (11.). Ebenso wie gegen den in den Strafraum sich durchtankenden Kingsley Coman (16.).

Wenig überraschend hatte das Spiel früh ein deutliches bajuwarisches Übergewicht in fast allen Statistiken. Aber unsere Mannschaft trat mit Einsatz, Leidenschaft, Kampfkraft und einem großen Herz gegen den Bundesliga-Dauermeister an – immer wieder angefeuert von den rund 400 mitgereisten Arminia-Fans, die in der verwaisten Arena klares stimmliches Oberwasser hatten.

Die DSC-Anhänger bejubelten jede Grätsche, jeden gewonnenen Zweikampf und jede Parade – super Unterstützung von den Rängen! So überstand unsere Elf auch Leon Goretzkas Schusschance aus 14 Metern, die zur Ecke abgefälscht wurde (21.) und Müllers Knaller aus elf Metern, der genau in des Bielefelder Torwarts Armen landete (22.).

DSC-Durchatmen nach Robert Lewandowskis Schuss aus acht Metern halblinker Position, der – von Cedric Brunners Knie noch abgefälscht – knapp am Pfosten vorbeistrich (25.).

Ja, es war größtenteils Einbahnstraßen-Fußball der Bayern. Aber es war auch pure ostwestfälische Sturheit, Hartnäckigkeit und Kampfkraft, die unsere Mannschaft dem haushohen Favoriten entgegensetze. Und beinahe 1:0 in Führung gegangen wäre. Steilpass auf Masaya Okugawa, der sich die Kugel einen Tick zu weit vorlegte und freistehend vor Manuel Neuer am Nationaltorhüter scheiterte (28.) – aber es war leider sowieso Abseits!

Arminia suchte immer wieder die Nadelstich-Situationen und hatte durch Patrick Wimmer eine weitere. Doch sein Querpass auf den völlig freistehenden Fabian Klos kam nicht an (30.).

Die Bayern dampften weiter auf Hochtouren und Lewandowski köpfte nach einer Ecke klar über das Tor (32.). Alphonso Davies‘ harter, aber unplatzierter Schuss aus 16 Metern fand in Ortega Moreno erneut seinen Meister (34.).

In der Folge ließ der FCB-Druck einen Tick nach und ermöglichte unserer Elf einen sehr guten Konter. Doch Wimmers Schuss vom Strafraumeck traf ausgerechnet Okugawa (41.) von hinten in die Beine.

So ging es mit einem sensationellen 0:0 in die Pause. Eine Leistung, auf die alle Arminen stolz sein durften.

Nach dem Seitentausch startete Bayern wie der Blitz – Sané legte den Ball an Pieper und Ortega Moreno vorbei, aber auch um Zentimeter am DSC-Tor (46.). Puh, das war knapp. Ebenso bei Lewandowskis Kopfballablage im Arminia-Fünfer auf Müller, die der 2014er-Weltmeister haarscharf verpasste (48.).

München blieb wie in Hälfte eins im Dauervorwärtsgang, Arminia warf Leidenschaft, Laufbereitschaft und Herzblut rein und bot weiterhin Paroli auf hohem Niveau.

Comans Flanke landete bei Sané, doch der setzte das Runde mit viel Risiko freistehend aus wenigen Metern deutlich neben das Eckige (57.).

Weil die Bayern-Defensive nach Alessandro Schöpfs starkem Solo den Schuss des Österreichers von der Strafraumkante blockte, stand es nach einer Stunde immer noch sensationell 0:0.

Dass es nach 66 Minuten immer noch torlos blieb, hätte Fabian Klos ändern können. Doch er verpasste aus elf Metern nach Schöpf-Freistoßflanke im wahrsten Sinne des Wortes um Haaresbreite den Kopfball in nahezu ungedeckter Position.

20 Minuten waren noch zu gehen, als die Bayern aus ihrer Überlegenheit Kapital schlugen. Sané donnerte das Ding unhaltbar aus der Distanz zum 1:0 für die Hausherren in die Maschen (71.).

Fast im Gegenzug tankte sich Sebastian Vasiliadis auf der linken Seite durch, doch er konnte Neuer aus spitzem Winkel nicht überraschen (73.). Auch Okugawas Versuch nach Steilpass unter Bedrägnis brachte nichts ein (77.).

Die Gastgeber versuchten weiter, das Ergebnis zu erhöhen, doch Coman scheiterte an Ortega Moreno (77.) und der eingetauschte Gnabry knallte den Ball an die Latte (78.).

So brachten die Bayern den knappen, aber auf Grund des Chancenplus durchaus verdienten Vorsprung über die Zeit. Unserer Mannschaft blieb trotz der Niederlage die Erkenntnis, als krasser Außenseiter dem deutschen Goliath die Stirn geboten und sich mehr als ehrenhaft aus der Affäre gezogen zu haben.

DSC Arminia: Ortega Moreno – Brunner, Pieper, Nilsson, Andrade (78. de Medina) – Schöpf (90. Schöpf), Prietl, Vasiliadis (78. Fernandes) – Wimmer (64. Hack), Klos (78. Lasme), Okugawa.

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