Profis Der DSC

Fünfmal ist Bielefelder Recht

Fünf Tore in einem Auswärts-Bundesligaspiel schießen wir in unserer bewegten Vereinsgeschichte zweimal. Beide Male heißt der Gegner 1. FC Köln. Am 16. Spieltag der Saison 1997/1998 treten wir auswärts beim „Effzeh“ an. Es ist ein Spiel aus der untersten Tabellenregion – wir stehen vor dem Spiel auf Rang 17, die Kölner haben einen Punkt mehr auf dem Konto und empfangen uns als Tabellen-16. Der Traditionsschnack.

Gerade in unserer Offensive drückt zu diesem Zeitpunkt der Saison etwas der Schuh. In den vergangenen vier Spielen gelingt der Elf von Trainer Ernst Middendorp gerade mal ein mickriger Treffer – dass dieser in Person von Michael Sternkopf auch noch vom Punkt erzielt wurde, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Dann allerdings folgt unser anfangs erwähntes Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. Früh gehen wir durch Tore von Jörg Reeb (7.) und Stefan Kuntz (10.) mit 2:0 in Führung, doch die Gastgeber schlagen einigermaßen schnell zurück und kommen durch Tore von René Tretschok (13.) und Karsten Baumann (20.) zum 2:2-Ausgleich. Danach beruhigt sich die Partie vor 18.000 Zuschauern ein wenig, sodass es mit dem Unentschieden in die Pause geht.

In den zweiten Abschnitt startet Arminia ähnlich furios wie in die ersten 45 Minuten – keine zwei Minuten braucht Kapitän Kuntz nach Wiederanpfiff für die erneute Führung. Nach einer Freistoßflanke von Matthias Breitkreutz kann FC-Keeper Andreas Menger den Ball nicht gut genug abwehren. Kuntz steht goldrichtig (47.) und trifft zur abermaligen Führung. Der FC kommt zwar in Person von Holger Geißmayer zum Ausgleich (63.), doch der DSC beweist an diesem Tag nicht nur Moral, sondern auch ungeahnte Offensivqualitäten:

Giuseppe „Billy“ Reina (83.) und Kuntz mit seinem dritten Treffer des Tages (90.) sorgen für den 5:3-Endstand. Es ist nach sieben Niederlagen in der Fremde am Stück der so lang ersehnte erste Dreier. „Ich habe schlecht gespielt, die Mannschaft hat Moral bewiesen und das Ding für mich umgebogen – da muss man den Hut vor ziehen“, so ein mitgenommener DSC-Keeper Georg Koch nach dem Spiel.

Etwas nüchterner betrachtet Middendorp den Erfolg beim Konkurrenten: „Die Reporter in Bielefeld entscheiden darüber, ob das Spiel schlecht oder gut war. Ich bin damit einverstanden, dass wir hier heute drei Punkte geholt haben“, so Middendorp auf der Pressekonferenz nach der Partie, die nicht unbedingt dazu beiträgt, den Nebenkriegsschauplatz zwischen Arminias Trainer und den lokalen Journalisten zu beenden.


1. FC Köln:
Menger – Baumann, Fensch (77. Emilio), Schmidt – Schuster, Thiam, Munteanu, Tretschok, Vucevic (14. Scherr) – Polster, Rösele (60. Geißmayer).

DSC Arminia Bielefeld:
Koch – Schäfer, Stratos, Gerber – Breitkreutz (77. Bode), Maas, Meißner, Sternkopf (46. Bagheri) – Kuntz, Reina (89. Bremke).

Tore:
0:1 (7.) Reeb, 0:2 (10.) Kuntz, 1:2 (13.) Tretschok, 2:2 (20.) Baumann, 2:3 (47.) Kuntz, 3:3 (63.) Geißmayer, 3:4 (82.) Reina, 3:5 (90.) Kuntz.

Gelbe Karten:
Polster/Koch.

Zuschauer:
18.000

 


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