Feierabendfußballer vom Böllenfalltor

Nach diversen Erfolgen in der Hessischen Meisterschaft und im Hessischen Pokal hatte der SV 98 Mitte der 1970er Jahre seine bisher beste Phase. 1973 gewannen sie zunächst die Süddeutsche Meisterschaft, im Jahr darauf qualifizierten sich die Lilien für die neu gegründete 2. Bundesliga. 1978 feierte der SVD mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga den größten Erfolg in der 80-jährigen Vereinsgeschichte. Da die Spieler der Hessen damals „Teilzeit-Profis“ waren und noch anderen Berufen nachgingen, bekamen sie den Spitznamen „die Feierabendfußballer vom Böllenfalltor“.
Nach über 20-jähriger Abstinenz ist der Verein seit 2014 zurück in der 2. Bundesliga und konnte zwischendurch sogar zwei Bundesliga-Jahre einsammeln. Die erste Saison nach dem Abstieg war vor allem eines - nervenaufreibend. In einer Saison mit Höhen und Tiefen war die Lilie erst am letzten Wettkampftag dem Abstieg entkommen. In der Folgesaison verlief es ähnlich: Nach einer weniger erfolgreichen Hinrunde stabilisierte sich der SV Darmstadt 98 und feierte schon drei Spiele vor Saisonende den Klassenerhalt. Der SV 98 hat sich im Profifußball manifestiert.
Mittlerweile blicken die Hessen auf eine starke Serie zurück: Vergangene Spielzeit wurden der Reihe nach die Topteams Nürnberg (2:0), Schalke (4:2) und St. Pauli (4:0) eindrucksvoll bezwungen. Man grüßte zwischenzeitlich sogar von der Tabellenspitze und landete am Ende auf einem beachtlichen vierten Tabellenplatz. Mit den jüngsten Auftritten (unter anderem ein 2:1-Sieg beim HSV) hat Darmstadt erneut ein dickes Ausrufezeichen gesetzt, trat in den Kreis der Aufstiegsaspiranten ein und winkt nicht grundlos vom zweiten Tabellenplatz.
Hättet ihr gewusst, dass der SV Darmstadt 98 über eine Fanmannschaft verfügt? Nach der Auflösung der U23-Mannschaft entschied sich der Verein dazu, ab der Saison 2020/21 eine Fanmannschaft ins Leben zu rufen, die in der D-Liga Darmstadt an den Start ging. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele auf dem Sportgelände von Germania Pfungstadt aus und stieg in diesem Sommer nach einem Relegationsrückspiel vor über 3.000 Zuschauern am Böllenfalltor in die Kreisliga C auf.

