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„Fabi und ich haben kürzlich gequatscht“

Anderson Lucoqui (24) spielte insgesamt drei Jahre bei uns, gehörte zum Aufstiegskader 2020 und absolvierte im schwarz-weiß-blauen Dress seine ersten Bundesligaminuten. Seit diesem Sommer ist der Linksverteidiger bei Mainz 05 unter Vertrag – trotzdem sind die Verbindungen nach Bielefeld nicht abgebrochen. Mit wem er noch regelmäßig telefoniert, wie er sein erstes Bundesliga-Tor im Mainzer Dress erlebt hat und mit welchem Arminen er sich demnächst evtl. zum Film gucken verabredet – das u.v.m. erzählt uns „Luco“ im Gespräch.

Luco, hast du heute Zeit?
Ja, natürlich (lacht). Wofür denn?

Für ein Gespräch mit uns.
Aber klar doch.

Und das, obwohl eine englische Woche bevorsteht und der Terminkalender eng gestrickt ist. Am Dienstag geht’s gegen Arminia. Spürst du schon eine gewisse Vorfreude?
Ja, ziemlich. Ich freue mich generell auf jedes Spiel, aber es ist immer etwas Besonderes, gegen die alten Kollegen zu spielen.

Hast du denn noch Kontakt zu einigen unserer Jungs?
Die Frage muss ich in zwei Teile teilen – ein paar Jungs, mit denen ich sehr viel zu tun hatte und auch heute noch viel schreibe, sind gegangen. Darunter fallen zum Beispiel Ritsu (Anm. d. Red.: Ritsu Doan) und „Vogi“ (Anm. d. Red.: Andreas Voglsammer) – mit den beiden habe ich mich richtig gut verstanden. Und dann gibt’s natürlich noch Jungs, die auch noch bei Arminia sind.

Wer denn?
Mit Sebastian Hille und Amos Pieper habe ich noch viel Kontakt. Wir schreiben relativ viel und halten uns auf dem Laufenden. Zu beiden pflege ich eine besondere Beziehung. Und mit einem anderen habe ich erst kürzlich telefoniert.

Unter welchem Namen ist die Nummer in deinem Telefonbuch eingespeichert?
„Fabi“ Klos – Fabi und ich telefonieren immer wieder mal und haben erst kürzlich gequatscht. Im Telefonat ging es dann um eine Leidenschaft, die wir beide teilen.

NFL?
Nein, es ging um Marvel. Da haben wir beide ein Faible für. Demnächst kommt der neue Spiderman-Film raus, „No way home“. Über den haben wir uns etwas unterhalten und wir hatten sogar darüber nachgedacht, den zusammen zu gucken. Mal gucken, ob wir das hinkriegen.

Gibt es denn etwas außer den Freunden und Menschen, was dir in Mainz aus Bielefeld fehlt?
Natürlich hatte ich in Bielefeld meine Lieblingsplätze. Abends bin ich gerne hoch auf die Sparrenburg gegangen, um etwas zu entspannen. Dann hatte ich natürlich mein Lieblingsrestaurant, wo wir übrigens auch oft mit der Mannschaft essen waren, und auch ein Lieblingscafé, zu dem ich kürzlich nochmal Kontakt aufgenommen habe.

Wie kam’s dazu?
Ich habe in dem Café immer ein richtig leckeres kaffeeartiges Getränk getrunken, mein absolutes Lieblingsgetränk. Da ich keinen Kaffee trinke, hat mich dieses Getränk immer positiv umgehauen. Ich habe den Besitzer nach dem Rezept gefragt.

Hast du dich in Mainz gut einleben können?
Auf jeden Fall. Zu Beginn habe ich kurze Zeit in einem Hotel gewohnt, aber ich wollte schnell meine eigenen vier Wände haben. Ich hatte an einem Tag sieben Besichtigungen und mich dann für eine entschieden. Mit der Wohnung und der Stadt bin ich glücklich – zudem machen es mir Verein und Mannschaft total leicht, mich zurechtzufinden und zu integrieren. So richtig gut kenne ich die Stadt Mainz noch nicht, aber das ist ja auch kein Wunder, schließlich habe ich zu Beginn den Fokus darauf gelegt, mich schnell im Team zu integrieren.



Kannst du denn schon grob sagen, welche Unterschiede dir zwischen Mainz und Bielefeld einfallen?
In Mainz gibt es den Rhein mit seiner langen Promenade, an der viele Cafés sind und von denen man gut auf den Rhein gucken kann, auf dem sich viel abspielt. Man sieht viele Boote, aber auch kleine Jetskis. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass es etwas grüner und nicht so dicht besiedelt, wie in Bielefeld ist. Dafür ist Frankfurt dann auch nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt und weit in meine Heimat habe ich es auch nicht. Wobei ich zugeben muss, dass ich es bisher noch nicht nach Hause geschafft habe – aber das kommt noch.

Fußballerisch seid ihr sehr gut unterwegs. In sechs von neun Bundesliga-Spielen bist du zum Einsatz gekommen. Bist du zufrieden?
Zum größten Teil schon, aber es ist doch klar, dass es immer besser geht. Zu Beginn der Saison hatten wir noch Probleme mit Corona – in dieser Zeit war auch ich in Quarantäne. Das hat den Start etwas verzögert. Ich versuche, hart an mir zu arbeiten und dort zu spielen, wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann.

Dein erstes Bundesliga-Tor hast du am dritten Spieltach mit dem FSV gegen Fürth geschossen. Was ging dir kurz danach durch den Kopf?
Da muss ich tatsächlich etwas ausholen, denn das war schon eine besondere Geschichte.

Nur zu.
Es war mein erstes Bundesliga-Heimspiel für den FSV und natürlich habe ich mir im Vorfeld still und heimlich ausgemalt, wie toll es wäre, gleich in diesem Spiel ein Tor zu schießen. Dass es dann geklappt hat, war überwältigend. Mit der Corona-Vorgeschichte, mit der unsere Mannschaft zu Beginn der Saison zu tun hatte, war das einfach richtig schön. Dieses Gefühl will ich auf jeden Fall noch das ein oder andere Mal erleben – alleine um das noch einmal erleben zu dürfen, gebe ich jeden Tag mein Bestes. 

Und wenn du die Gefühle nach dem Tor mit einem Lied zum Ausdruck bringen müsstest – welches wäre das?
Puuuh, da muss ich erstmal darüber nachdenken. Vielleicht the moment von KSI, weil ich den direkt nach dem Spiel gehört habe.

Du bist leidenschaftlicher Musiker und hattest in der SchücoArena deinen ersten Auftritt. Hast du in Mainz schon gesungen?
Ja, zum Einstand habe ich ein Luco-Lied gesungen, was noch nicht draußen war. Die Jungs sind bei dem Lied gut mitgegangen und haben am Ende sogar zum größten Teil mitgesungen. Das hat mich sehr gefreut und zeigt, dass wir eine eingeschworene Truppe sind. Mittlerweile bin ich sogar Kabinen-DJ – der Musikgeschmack kann also so schlecht nicht sein.

Welchen Titel hätte ein Song über deine Arminia-Zeit?
Drake, Nonstop. Zu diesem Song haben ein paar Jungs an einem Mannschaftsabend performt. Danach war er bei uns im Team sehr angesagt – wenn der dann mal in der Kabine lief und es zuvor total ruhig war oder so, dann haben sich die Blicke kurz gekreuzt und alle waren am Grinsen. Da ist uns der Abend mit dem Song eben besonders in Erinnerung geblieben.

Und wenn du deine Zeit bei Arminia mit einem Song beschreiben müsstest, welchen Namen würde das Lied dann haben?
Process. Ich hatte beim DSC eine sehr intensive Zeit mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen. Ich habe mich als Spieler und Mensch sehr weiterentwickelt und wäre ohne die gesammelten Erfahrungen jetzt nicht da, wo ich jetzt bin.

Jetzt bist du in Mainz, dort geht am 11.11. die 5. Jahreszeit los: Hast du dir schon ein Kostüm überlegt?
Ja, und ich hatte es auch schon bestellt. Leider ist die Maske zum Kostüm nicht mitgekommen, weswegen ich nun überlegen muss, kopflos herumzurennen oder mir ein neues Kostüm zuzulegen.

Um welches Kostüm handelt es sich denn?
Eins, welches Fabi Klos gefallen würde.

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