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Eine Seilbahnfahrt, die ist lustig…

Am Mittwochabend (20:30 Uhr) gastiert der VfB Stuttgart bei der Neuhaus-Elf. Die Stuttgarter reisen mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen an, sind sie auswärts bisher das beste Team der Bundesliga. Apropos anreisen – zweifelsohne ist die Stadt für die Hauptsitze zweier äußerst prominenter Autohersteller bekannt, doch Stuttgart kann auch anders. Der ÖPNV bietet beispielsweise eine kleine Besonderheit.

Seit Oktober 1929 kann hier nämlich die Stuttgarter Standseilbahn genutzt werden, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Eine große Bandbreite hinsichtlich der Stationen sollte dabei allerdings nicht erwartet werden – der "Erbschleicher-Express", wie die Bahn im Volksmund auch genannt wird, stellt ohne Zwischenhalt eine Verbindung zwischen dem Südheimer Platz und dem Waldfriedhof her. Gemeinsam mit einem ähnlichen Modell in Frankreich war das Stuttgarter Exemplar die erste halbautomatische Standseilbahn der Welt, während sie gleichzeitig eine von nur zwei solcher Bahnen in Deutschland darstellt, die noch aktiv sind. Einen vermeintlich touristischen Zweck erfüllen die beiden zusammen gut 19 Meter langen Waggons allerdings nicht – sie werden hauptsächlich als öffentliches Verkehrsmittel genutzt, weshalb eine normale Fahrkarte des Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbunds zur Nutzung völlig ausreicht.

Wer hingegen in der SchücoArena im Rahmen der englischen Woche das Ticket für einen erfolgreichen Abschluss der Hinrunde lösen kann, ist noch offen. Der VfB Stuttgart spielt bis dato eine richtig gute erste Hälfte der Saison und hat während der 16 Spieltage schon für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Wohl kaum einer hätte mit einem Sieg des VfB beim Spitzenteam von Borussia Dortmund am 11. Spieltag gerechnet – wohl noch viel weniger hätten vermutet, dass die von Pellegrino Materazzo trainierte Elf das Spiel beim BVB mit 5:1 gewinnt und dabei noch den einen oder anderen Hochkaräter ungenutzt ließ.

Generell ist der VfB offensiv extrem stark besetzt – so stehen nach 16 Spielen bereits 32 Tore zu Buche. Nur der FC Bayern München hat in dieser Spielzeit öfter getroffen als das junge Team der Stuttgarter. Silas Wamangituka (neun Tore, drei Vorlagen) und Nicolas Gonzalez (sechs Tore, zwei Vorlagen) starten in dieser Saison so richtig durch, werden beim Gastspiel in der SchücoArena aber fehlen. Beide sahen im intensiven und ansehnlichen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) in der Vorwoche ihre jeweils fünfte gelbe Karten und werden dadurch vorerst ausgebremst.

Einen besonders unangenehmen Gegenspieler in der Elf aus dem Schwabenland dürfte der Mittelfeldspieler Wataru Endo darstellen. Der Japaner gewann bisher beachtliche 249 Zweikämpfe und 49 Duelle per Kopf, damit steht er an erster Stelle in der Bundesliga. Ein harter Brocken also, der besser nicht allein gelassen werden sollte.

Dies kann man hinsichtlich der Stuttgarter Standseilbahn nicht behaupten, da sie aufgrund des halbautomatischen Betriebs ohne Bedienungspersonal die insgesamt 85 Meter Höhenunterschied überwinden kann. Im Zeitraum ihrer Fertigstellung waren die Stuttgarter übrigens im Glück, da unmittelbar nach der Inbetriebnahme der Bahn die Weltwirtschaftskrise ausbrach – hätte die Anfertigung nur geringfügig länger angedauert, würde der "Erbschleicher-Express" heute wahrscheinlich nicht mit einer Höchstgeschwindigkeit von elf Kilometern pro Stunde von A nach B fahren.

Mit einem wesentlichen höheren Tempo rollt hingegen Spieltag Nummer 18 im Anschluss an die VfB-Partie an, welcher für den DSC nur drei Tage später stattfindet. Doch alles zu seiner Zeit – jetzt zählt erstmal nur der Abschluss der Hinrunde und das Spiel gegen den VfB.

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