Drei Punkte in Unterzahl

Im letzten Heimspiel der Hinrunde muss Cheftrainer Mitch Kniat zwei Veränderungen in seinem Kader vornehmen. Sowohl Nassim Boujellab als auch Kaito Mizuta können gegen TSV 1860 München nicht mitwirken. Sie werden von Sam Schreck und Marius Wörl ersetzt. Zudem kann Leandro Putaro heute nicht mitwirken. Er wird von einem grippalen Infekt ausgebremst.
Begleitet von einem zwölfminütigen stillen Protest beider Fanlager ging es entsprechend ruhig in diese Partie. Für den ersten Aufreger nach wenigen Minuten sorgte Manuel Wintzheimer, der einen kurz ausgeführten Freistoß Richtung Tor bringt. Sein Versuch wird aber zur Ecke abgeblockt (3.). Mit dieser Aktion sind die Schwarz-Weiß-Blauen direkt im Spiel und lassen sowohl Ball und Gegner gut laufen. Pünktlich zur zwölften Minute fällt die Führung. Eingeleitet durch Sam Schreck wird Manu Wintzheimer im Sechzehner bedient. Mit einem Haken lässt er seinen Gegenspieler stehen und sieht auf der anderen Seite den völlig freistehenden Merv Biankadi. Überlegt und mit viel Ruhe und Klasse legt er den Ball ins rechte untere Eck an Schlussmann David Richter vorbei (1:0; 12.). Im Anschluss unterbricht Schiedsrichter Daniel Schlager die Begegnung für rund vier Minuten, weil aus dem Gästeblock Rauchtöpfe aufs Spielfeld geworfen werden.
Mit dem Wiederbeginn muss sich Jonas Kersken das erste Mal auszeichnen. Einen Distanzschuss von Albion Vrenezi kann unser Schlussmann nicht festmachen, bietet dann dem einschussbereiten Morris Schröter aus kurzer Distanz keine Fläche und der verzieht klar (20.). Auf der Gegenseite geht’s stattdessen effektiv weiter. Aus der eigenen Hälfte schickt Leon Schneider Fabian Klos auf die Reise. Unsere Nummer 9 profitiert dabei davon, dass Gäste-Kapitän Jesper Verlaat über den Ball haut. Im Eins-gegen-Eins lupft er den Ball über Richter hinweg und legt ihn ins leere Tor (2:0; 24.). Es entwickelt sich eine dominante Partie, in der die Gäste wenige Chancen bekommen. Erst eine Ecke in der 34. Minute durch einen Kopfball von Tim Rieder lässt es gefährlich vor unserem Tor werden. Kurz vor der Halbzeit prüft erneut Wintzheimer den Schlussmann der Sechziger, schafft es aber aus der Distanz nicht, ihn zu überwinden.
Mit ähnlich viel Druck ging auch der zweite Durchgang los. Schnell nahm die Mannschaft den Faden wieder auf und spielte mit viel Dampf in Richtung Südtribüne. Die erste dicke Chance haben allerdings die Gäste. Morris Schröter schließt vom Strafraumeck in die kurze Ecke ab und zwingt Kersken zu einer Glanzparade. Mit den Fingerspitzen lenkt er den Ball am Pfosten vorbei (57.). Wenige Minuten später bringt sich Max Großer in eine unglückliche Situation und verliert den Ball im Duell mit Schröter. Im Eins-gegen-Eins hält er den Angreifer fest und bekommt zurecht die Rote Karte (64.). In Überzahl bekommen die Gäste jetzt deutlich mehr Zugriff und erspielen sich Chancen im Sekundentakt. Oft ist es der omnipräsente Vrenezi, der immer wieder Kersken zu Glanzparaden zwingt.
Vor allem aus der zweiten Reihe werden die Abschlüsse immer gefährlicher, doch im Verbund werden die meisten Gelegenheiten wegverteidigt, während auf der anderen Seite fast die Entscheidung fällt. Über Louis Oppie und Christopher Lannert steht der eingewechselte Henrik Koch auf einmal völlig frei vor Richter. Aber sein Versuch aus sieben Metern wird vom Sechziger-Rückhalt zur Ecke geklärt.
Mit schwindender Zeit auf der Uhr werden auch die Versuche der Gäste immer brenzliger. Insbesondere Julian Guttau nähert sich immer wieder an. Brandgefährlich wird es aus 18 Metern, nachdem er einen perfekt getretenen Freistoß fast in den Winkel legt. Doch die Fingerspitzen von Kersken sowie der Innenpfosten verhindern den Einschlag. Letztlich ist es der kämpferischen Leistung der gesamten Mannschaft und den Paraden von Kersken zu verdanken, dass die Null bis zum Schlusspfiff von Schlager hält.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Oppie, Großer, Schneider, Lannert – Wörl (87. Geerkens), Schreck, Biankadi (87. Yildirim) – Wintzheimer (73. Özkan), Klos (73. Koch), Shipnoski (67. Belkahia)
TSV 1860 München: Richter – Steinhart, Rieder, Verlaat, Lang (46. Ludewig) – Starke (83. Glück), Tarnat (73. Cocic), Vrenezi, Zeinullahu (62. Guttau), Schröter – Lakenmacher
Gelbe Karten: Schreck/Starke, Rieder
Rote Karten: Großer
Tore: Biankadi (1:0; 12.), Klos (2:0; 24.)
Zuschauer: 17.685

