Die Geschichte des Leverkusener Elefanten

In der Havensteinstraße steht er: Der Elefantenbrunnen von Leverkusen. Auf einer Säule aus Sandstein thront die bronzene Statue – zwischen der Kolonie III und der Doktorsburg. Schon im Jahr 1916 wurde der Berliner Künstler August Gaul mit der Anfertigung beauftragt, aufgrund der Materialienknappheit im ersten Weltkrieg sollte es allerdings noch fünf weitere Jahre dauern, bis der besondere Brunnen eingeweiht werden konnte. Der Kopf des Elefanten war dabei zur Kolonie III gerichtet, sein Hinterteil zeigte zur gegenüberliegenden Straßenseite, wo sich die Doktorsburg befand. In eben jene zogen im Jahr 1935 Nationalsozialisten ein, die sich vom Anblick des Allerwertesten des Elefanten angegriffen und gestört fühlten. Folglich wurde die Statue um 180 Grad gedreht.
Apropos 180 Grad. Die „Werkself“ startete richtig gut in die Saison und stand nach dem elften und zwölften Spieltag dieser Spielzeit an der Tabellenspitze. Dann kam der Motor der Leverkusener allerdings ein wenig ins Stottern und man rutschte etwas ab. Mittlerweile steht die vom Niederländer Peter Bosz trainierte Elf auf Platz fünf und würde sich damit für die Europa-League qualifizieren. Aus eben jenem Wettbewerb schieden die Leverkusener zuletzt gegen Young Boys Bern aus. Einer spektakulären 3:4-Niederlage bei den Schweizern, folgte eine bittere und unerwartete 0:2-Heimniederlage, was den K.O. nach sich zog.
Die Leverkusener werden zudem momentan von Verletzungssorgen geplagt: Ganze acht Spieler der „Werkself“ sind derzeit verletzt oder erkrankt, das Trainerteam um Bosz muss im Moment also viel basteln, schrauben und umstellen.
Letzteres wurde in Leverkusen auch bezüglich des Elefantenbrunnens getan. Im Jahr 2006 beschloss der Vorstand der Kolonie II. und III., die Statue wieder zurückzudrehen und sie so zu hinzustellen, wie sie einst in Auftrag gegeben wurde. Ein Jahr später war es dann so weit: Im Beisein vieler Leverkusener Einwohner wurde der bronzene Elefant feierlich in seiner ursprünglichen Position zum erneuten Mal eingeweiht. Noch heute erinnert eine Tafel vor dem Brunnen an seine bewegte Geschichte.
Eine solche kann der DSC auch am kommenden Sonntag (14.03., 13:30 Uhr) in Leverkusen schreiben. Es ist das erste Mal seit knapp zwölf Jahren, dass Arminia wieder bei Bayer gastiert. Immerhin konnte der Sportclub der Ostwestfalen fünf Punkte aus den vergangenen vier Bundesliga-Gastspielen bei Bayer holen (ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage). Eine Statistik, die Mut macht.

