"Der Fußball eröffnet neue Perspetiven!"

Was bedeutet es, das Trikot eines Traditionsvereins zu tragen? Wann fühlt man sich als Spielerin wirklich zugehörig? Und welche Geschichten bleiben abseits des Spielfelds oft unsichtbar? Beim internationalen Austausch „Beyond the Badge“ haben sich Spielerinnen von Arminia Bielefeld und Kaizer Chiefs Ladies im Rahmen des Frauen-Monats, der in Südafrika im August gefeiert wird, über ihre persönlichen Erfahrungen im Frauenfußball ausgetauscht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen nicht Statistiken, Tabellen oder sportpolitische Themen, sondern die persönlichen Geschichten der Spielerinnen. Sophia Thiemann und Margherita Laura Santamaria vom DSC trafen dabei auf Lumka Qhekeka und Refilwe Maseko aus Johannesburg von den Kaizer Chiefs Ladies und sprachen über die Momente, die ihren Weg im Fußball geprägt haben.

Dabei wurde schnell deutlich, dass die Wege der Spielerinnen unterschiedlich sind und sie dennoch viele Erfahrungen miteinander verbinden. Der Wunsch, Fußball zu spielen, der Umgang mit Erwartungen und der Druck, sich immer wieder beweisen zu müssen, gehören ebenso dazu wie die Bedeutung von Mitspielerinnen und der Rückhalt aus dem Umfeld. Es geht aber auch um Chancen durch den Fußball. „Wenn wir den Fußball als Bühne sehen, dann ergeben sich daraus auch Möglichkeiten. Ich studiere Sportwissenschaften mit einem Schwerpunkt Sportpsychologie. Im Fußball gibt es viele Interessante Wege, die ich durch das Studium bestreiten kann“, erklärt Margherita Laura Santamaria. „Fußball ist für uns alle auch etwas herausfordernd. Wir können noch nicht sagen, dass es eine Karriere ist, aber wir sind auf einem guten Weg. Der Großteil unseres Kaders geht noch zur Schule. Aber wir können den Sport als Bühne nutzen, um uns zu vermarkten. Deswegen ist es sehr wichtig, dass wir uns nebenbei weiterbilden und für ein Leben danach vorbereitet sind“, ergänzt Lumka Qhekeka.

Auch die Vereinswappen auf der Brust spielten eine Rolle. Ein traditionsreicher Name bringt Aufmerksamkeit und Erwartungen mit sich. Gleichzeitig müssen die Spielerinnen ihre eigene Geschichte schreiben und dafür sorgen, dass der Frauenfußball innerhalb eines großen Vereins seine eigene Identität entwickelt. 

Besonders persönlich wurde der Austausch, als die Spielerinnen darüber sprachen, was Fans und Öffentlichkeit vom Fußballalltag häufig nicht sehen. „Viele von uns arbeiten oder studieren nebenbei. Einige gehen sogar noch zur Schule. Wir betreiben diesen Sport semi-professionell und können nicht davon leben. Wir können uns also nicht nur auf Fußball konzentrieren“, fasst Sophia Thiemann zusammen. Hinter einem Spiel auf dem Platz stehen unzählige Stunden Training, persönliche Entscheidungen und die Bereitschaft, immer wieder weiterzumachen. „Wir können auch nicht vom Fußball leben. Aber ich persönlich nutze den Fußball als Netzwerk für meine Zukunft. Es geht auch darum zu überlegen, in welche Richtung ich nach meiner Karriere arbeiten kann. Der Fußball hat mir hier eine neue Perspektive eröffnet und viele Möglichkeiten, in denen ich später meine Zukunft sehe“, beschreibt Refilwe Maseko ihren Karriereweg. 

Der Austausch zwischen Bielefeld und Johannesburg zeigte dabei auch, wie verbindend Fußball über Kontinente hinweg sein kann. Die Rahmenbedingungen mögen unterschiedlich sein, viele der Erfahrungen und Wünsche sind jedoch universell: Anerkennung, Zugehörigkeit, sportliche Entwicklung und die Möglichkeit, den Weg für die nächste Generation von Fußballerinnen ein Stück weiter zu ebnen.

„Beyond the Badge“ brachte damit genau das zusammen, was im Mittelpunkt stehen sollte: vier Spielerinnen, zwei Vereine und unterschiedliche Wege verbunden durch die gemeinsame Leidenschaft für Fußball.

×

Arminia-Adventskalender

24 Türchen, 24 Gewinne: Mach´ mit bei unserem Arminia-Adventskalender und sicher´ Dir tolle Preise!