Christopher Lannert bleibt gesperrt

Zur Urteilsbegründung sagte Dr. Kostja von Keitz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Bundesgerichts und Leiter der Verhandlung: „Auch in der Berufungsverhandlung hat sich der Sachverhalt für das Gericht als Vereitelung einer offenkundigen Torchance dargestellt. Insofern kam für uns eine Anpassung oder Reduzierung der Strafe nicht infrage.“
Christopher Lannert war im Spiel gegen Dynamo Dresden (24. August) in der 74. Minute von Schiedsrichter Tom Bauer mit Rot vom Platz gestellt worden. Das DFB-Sportgericht verhängte daraufhin eine Sperre von zwei Spielen. Gegen dieses Urteil hatte der DSC Berufung eingelegt.
„Nach eingehender Prüfung und juristischer Beratung liegt aus unserer Sicht der Tatbestand einer Notbremse nicht vor, da die dafür relevanten Kriterien nicht gegeben sind. Weder hat Stürmer Kutschke den Ball unter Kontrolle noch ist Christopher Lannert, sondern Maximilian Großer letzter Verteidiger. Zudem lag auch nach objektiver Datenbasis keine Großchance vor. Aufgrund dieser Fakten haben wir gegen das Urteil Berufung eingelegt. Dass trotz dieser Sachverhalte, Argumente und den strafmildernden Aussagen beider Spieler an der Zwei-Spiele-Sperre festgehalten wurde, ist aus unserer Sicht sehr hart und schwer nachvollziehbar, auch wenn wir das Ergebnis des DFB-Bundesgerichtes akzeptieren müssen.“
Um die Einschätzung zur Bewertung der geringen Torwahrscheinlichkeit und somit die Tatsache der nicht vorhandenen Großchance zu untermauern, legte Arminia gemeinsam mit dem Daten- und Analyseanbieter IMPECT Vergleichsdaten zur Bewertung von Großchancen, also klaren Torchancen, vor. Der von IMPECT errechnete und standardisierte xG-Wert der Torchance von Kutschke liegt bei einer Torwahrscheinlichkeit von 0,106 (10,6 Prozent). Eine Großchance wird von verschiedenen Datenanbietern erst ab Werten von 0,25 bis 0,35 (25 bis 35 Prozent) definiert.
Der DSC schlägt vor, zukünftig auch statistische Kennzahlen wie die Expected-Goals-Werte in solche Bewertungen der Strafmaße einzubeziehen, um so weitreichende Entscheidungen transparenter, nachvollziehbarer und für die Spieler gerechter zu machen.

