Profis

Bayer steht für Hochgeschwindigkeit

Direkt am Rande der Autobahn 3 geht es am Samstag (HALBVIER) für den DSC um Bundesligapunkte. Bayer Leverkusen empfängt die Kramer-Elf in der BayArena. Dort wird der DSC auf Hochgeschwindigkeitsfußball treffen, was zum großen Teil am Kader, aber auch an der Taktik vom neuen Cheftrainer Gerardo Seoane liegt.

 

Seit Juli 2021 ist der gebürtiger Schweizer Cheftrainer der Werkself. Nachdem Peter Bosz nach zwei Jahren als Trainer der Leverkusener den Verein verlassen musste, benötigte der Verein einen Neustart – nachdem Hannes Wolf interimsmäßig für die letzten Spiele der Saison 2020/2021 übernahm, installierte die Werkself zur neuen Saison Seoane auf der Position des Cheftrainers.

Der 43-Jährige war selber als Profi aktiv und schnürte die Fußballschuhe unter anderem für den FC Luzern. Nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde Seoane Trainer seines Heimatvereins und wechselte 2018 zu den Young Boys Bern. Mit ihnen feierte der 43-Jährige dreimal die Meisterschaft, bis er dann 2021 die Werkself übernahm.

Nach Seoanes Eintreffen im Juli 2021 wartete viel Arbeit auf den ehrgeizigen Trainer, da es im Verein einige offene Baustellen gab. Wie würde die Mannschaft den Abgang der Bender-Zwillinge verkraften und wer sollte Topscorer Leon Bailey, der in die Premier League abgewandert war, ersetzen? Schafft der Schweizer gleich in seinem ersten Bundesliga-Jahr den Umbruch im Kader?  

Seoane blieb gelassen und beantwortete alle Fragezeichen mit einem Ausrufezeichen – zusammen mit seinem Trainerteam baute er die Mannschaft um und drehte an der einen oder anderen Stellschraube. Mit Erfolg. Der Saisonstart verlief vielversprechend, denn vier Siege aus den ersten sechs Spielen bedeuteten Tabellenplatz zwei mit drei Punkten Rückstand auf den FC Bayern München. Am siebten Spieltach dieser Saison zogen die Leverkusener mit dem Rekordmeister punktetechnisch gleich, mussten im folgenden Topspiel gegen die Münchener (1:5-Niederlage) dann jedoch vorerst die Verfolgung einstellen. Die Werkself fing sich schnell und spielt bisher eine äußerst überzeugende Saison, derzeit rangiert Leverkusen auf Tabellenplatz drei.

Doch was macht Gerardo Seoane und die Werkself zurzeit so erfolgreich? Leverkusen hat einen taktischen Kniff, um die Schnelligkeit ihrer Spieler komplett auszuschöpfen. Die Leverkusener haben nicht nur zwei Spieler in den Top10 der schnellsten Bundesliga-Spieler, sondern auch fünf Spieler, die schon die 36 km/h-Marke geknackt haben. „Schnell umzuschalten ist Teil unseres Spiels. Deshalb achten wir darauf, schnelle Spieler zu haben – gerade auf den Außenpositionen“, sagte Simon Rolfes der Sport Bild.

Mit Erfolg! Bereits acht Tore erzielte die Werkself nach Kontern, wobei 15 Tore nach Balleroberungen fielen. Seoane hat für die Sprinter innerhalb der Mannschaft eine Art Überfall-Taktik entwickelt, um die Konterangriffe möglichst überraschend zu gestalten. Dafür verschleppt die Mannschaft häufig das Spiel und sorgt mit langen Ballbesitzphasen in der eigenen Hälfte für ein hohes Anlaufen der gegnerischen Mannschaft. Die Arminia sollte vor diesen „Überraschungsangriffen“ also gewarnt sein.

Die Erinnerungen an die BayArena sind in den Bielefelder Köpfen aber noch sehr positiv besetzt: In der vergangenen Saison konnten wir mit 2:1 in Leverkusen gewinnen - die Tore fielen jeweils nach einem schnell ausgespielten Bielefelder Konter. Anschließend gelang erstmals in der Rückrunde der Sprung auf Tabellenplatz 15. Blickt man ein bisschen weiter in die Historie dürfte vielen Arminen auch der Klassenerhalt 2007 mit einem 2:1-Erfolg in Leverkusen positiv in Erinnerung geblieben sein. Damals war Jonas Kamper mit einem fulminanten Distanzschuss der Held des Tages.

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