Bayer diesmal zu stark

Von Beginn an hatten die Hausherren den Fuß auf dem Gaspedal und brachten die im Vergleich zum Heimsieg gegen Union Berlin (1:0) nur auf einer Position (Nathan de Median für den erkrankten Cedric Brunner) veränderte Arminia-Defensive gehörig ins Schwitzen.
Super-Talent Florian Wirtz, dessen Marktwert fast dreimal so hoch ist wie der gesamte DSC-Etat, wirbelte und bediente zweimal Paulinho, der jedoch im herausragenden Stefan Ortega Moreno (2./8.) jeweils aus kurzer Distanz seinen Meister fand.
Unsere Mannschaft hielt leidenschaftlich dagegen und verfolgte die Taktik der Nadelstiche – die wäre nach einer gelungenen Kombination über die rechte Seite beinahe aufgegangen. Doch Sebastian Vasiliadis‘ Scherenschlag aus 14 Metern landete zu zentral direkt in des Torhüters Armen (6.).
Bayer blieb am Drücker und spielte immer wieder die eindrucksvolle Schnelligkeit über die Außenbahnen aus. Allerdings zeigten sich die Platzherren auch immer wieder rund um den DSC-Strafraum als sehr verspielt und oft zu verschnörkelt. Lucas Alario köpfte neben den Pfosten (15.) und Paulinho fand erneut keinen Weg an Ortega Moreno vorbei (24.).
So brauchte es schon eine merkwürdige Szene für die Leverkusener Führung. Nach einer Flanke in den Arminia-Strafraum schoss sich Paulinho selbst an die Hand – von dort aus flog der Ball zu Alario, der aus kurzer Distanz einnetzte. 1:0?
Kaum ein Leverkusener jubelte, weil die Hand im Spiel gewesen war. Aber der VAR checkte alles und gab den Treffer. Das Handspiel wurde als unbeabsichtigt gewertet und war somit seit der Regeländerung zu dieser Saison als nicht strafbar anzusehen.
Also 1:0 für die „Werkself“ (30.). Dass der Torschütze niemals an den Ball gekommen wäre, wenn Paulinho die Kugel vorher nicht mit der Hand gespielt hätte – und sich dadurch einen klaren Vorteil verschafft hatte – blieb gegenstandlos. Verstehe das, wer will…
…übrigens: als in der 44. Minute ein Leverkusener Spieler Masaya Okugawa den Ball aus kurzer Distanz den Ball an den herabhängenden Arm geschossen hatte, entschied der Unparteiische Martin Petersen sofort auf Handspiel. Kapiert? Wir auch nicht.
Aber weiter im Text: nach dem Führungstreffer schwang sich unsere Mannschaft auf, Bayer in die Parade zu fahren. Ein herrlicher Arminia-Angriff und ein satter Flachschuss des starken Fabian Kunze – doch der Versuch zischte um Haaresbreite am Tor vorbei (38.). Im Gegenzug klärte Ortega Moreno gegen Wirtz aus spitzem Winkel (39.).
Zu Beginn der zweiten Hälfte musste Arminia-Trainer Frank Kramer mit Vasiliadis und Janni Serra zwei Spieler angeschlagen auswechseln. Stattdessen spielten Bryan Lasme und der Ex-Leverkusener Gonzalo Castro.
Und der französische Angreifer hatte direkt den Ausgleich auf dem Fuß. Nach einem Steilpass lief Lasme seinem Gegenspieler weg, kam mit seinem Flachschuss aus spitzem Winkel aber nicht an Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky vorbei (50.).
Damit hätte der DSC den Favoriten vielleicht nochmal ins Wanken bringen können, doch stattdessen machte die „Werkself“ den Deckel drauf. Nach Doppelpass mit Wunderkind Wirtz schob Moussa Diaby zum 2:0 ein (57.).
Das war die Vorentscheidung, weil unsere Elf an diesem Tag die Kaltschnäuzigkeit bei den wenigen, aber dann guten Chancen fehlte. So wie auch in Minute 67, als Okugawa nach Vorarbeit von Patrick Wimmer freistehend an Hradecky scheiterte und den Anschlusstreffer verpasste.
Bayer schaltete aber zu keinem Zeitpunkt einen Gang runter, sondern blieb tonangebend und am Ende auch der verdiente Sieger. Diaby sorgte mit dem 3:0 (81.) für den Schlusspunkt.
Bayer 04 Leverkusen:
Hradecky - Frimpong (76. Fosu-Mensah), Tah (86. Kossounou), Tapsoba, Bakker (82. Hincapie) - Palacios (76. Demirbay), Aranguiz - Diaby (82. Adli), Wirtz, Paulinho - Alario.
DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno - de Medina, Ramos, Nilsson, Laursen - Kunze, Vasiliadis (46. Castro) - Wimmer (76. Hack), Schöpf (86. Krüger), Okugawa (76. Bello), Serra (46. Lasme).
Tore:
1:0 (30.) Alario, 2:0 (57.) Diaby, 3:0 (81.) Diaby.
Gelbe Karte:
-/Kunze.
Zuschauer:
10.000 (ausverkauft)

