Arminia verstetigt Maßnahmen für ein klimafreundlicheres Stadionerlebnis

Ali Haksal, Christoph Wortmann, Dr. Wiebke Esdar und Martin Uekmann (v.l.) freuen sich, dass die Nachhaltigkeitsmaßnahmen, u.a. Mehrwegbecher und das Mitfahrportal, fortgeführt werden.
Weniger Autos auf dem Weg zum Stadion, weniger Einwegabfall und mehr Wissen über Klimaschutz: Aus den gemeinsam mit Fans, Spielern und Partnern entwickelten Ideen sind konkrete Maßnahmen entstanden, die Arminia langfristig weiterführen möchte. Eine davon ist das Arminia Mitfahrportal, das in der vergangenen Saison gemeinsam mit dem Partner RideBee ins Leben gerufen wurde und nun dauerhaft fortgeführt wird. Fans können sich über das Portal zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen und gemeinsam zum Spieltag anreisen.
„Über das Mitfahrportal haben sich in der vergangenen Saison rund 800 Nutzerinnen und Nutzer registriert und etwa 200 Fahrgemeinschaften gebildet. Dadurch konnten rund sechs Tonnen CO₂ eingespart werden“, sagt Ali Haksal, Nachhaltigkeitsmanager beim DSC Arminia Bielefeld.
Zum Heimspiel gegen Energie Cottbus ist die Challenge „Allesfahrer gesucht“ jetzt gestartet und läuft bis zum Ende der Hinrunde am 21. Dezember. Ziel des Gewinnspiels ist es, sich mit möglichst vielen unterschiedlichen Arminia-Fans zusammenzutun: Nicht die Anzahl der Fahrten zählt, sondern die Anzahl der verschiedenen Mitfahrenden. Für jede Fahrt zum Stadion mit neuen Mitfahrenden gibt es Punkte und zu den Gewinnen zählen Heimspieltickets, ein Trikot sowie Gutscheine für den Fanladen des DSC. Informationen zur Registrierung und zu den Teilnahmebedingungen finden Fans über die Seite des Partners RideBee: RideBee | Arminia Bielefeld
Förderung der Stadtwerke Stiftung gab Impuls für nachhaltige Entwicklung
Grundlage für die Maßnahmen im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit war die Workshopreihe „DSC-Fans für eine nachhaltige Zukunft“, die Arminia gemeinsam mit dem Startup elevengreen im Herbst 2024 gestartet hat. Die Stadtwerke Stiftung unterstützte das Projekt mit insgesamt 40.000 Euro.
„Die Stadtwerke-Stiftung fördert Projekte, die Menschen zusammenbringen und nachhaltiges Handeln im Alltag stärken. Genau das ist hier gelungen: Arminia erreicht mit seiner großen Strahlkraft viele Menschen und kann wichtige Impulse für Umwelt- und Klimaschutz setzen. Besonders überzeugt hat uns der Ansatz, Fans aktiv einzubeziehen und gemeinsam konkrete Lösungen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung zu entwickeln. So können Veränderungen entstehen, die langfristig wirken und weit über den Fußball hinausreichen“, sagt Dr. Wiebke Esdar, Vorstandsvorsitzende der Stiftung der Stadtwerke Bielefeld.
In mehreren Workshops entwickelten Fans, Sponsoren, Partner und Vereinsvertreter gemeinsam Ideen, in welchen Bereichen Arminia nachhaltiger werden kann. Besonders deutlich wurde der Wunsch nach besseren Lösungen im Bereich Mobilität, aber auch bei Abfallvermeidung und Bildung.
„Wir freuen uns sehr, dass wir in diesen Bereichen Maßnahmen umsetzen konnten, die nun dauerhaft fortgeführt werden. Sie zahlen auf unsere Doppelte Wesentlichkeitsanalyse ein, mit der wir im vergangenen Jahr die wichtigsten ökonomischen, sozialen und ökologischen Themen identifiziert haben. Ein Schwerpunkt ist dabei der Umweltschutz mit den Themen Ressourcenschonung, erneuerbare Energien und Klimaschutz“, sagt DSC-Geschäftsführer Christoph Wortmann. „Es geht uns nicht um einzelne Aktionen, sondern um einen kontinuierlichen Prozess, mit dem wir den DSC zukunftsfähig aufstellen und unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.“
Mobilität als größter Hebel: Autofreier Spieltag wird fortgeführt
Ein Schwerpunkt der Workshops war die Fanmobilität. Denn gerade die An- und Abreise hat bei Fußballvereinen einen großen Anteil an den entstehenden Emissionen.
Aus den Ergebnissen einer detaillierten Analyse der Fanmobilität entwickelte Arminia ein Mobilitätskonzept mit mehreren Maßnahmen: Neben dem Mitfahrportal wurden Fahrradstellplätze am Stadion ausgebaut und im April erstmals ein „autofreier Spieltach“ durchgeführt. Dabei setzte Arminia gemeinsam mit den Stadtwerken Bielefeld auf verschiedene Angebote: Ein zusätzlicher Bus verband umliegende Orte mit eingeschränkter ÖPNV-Anbindung mit dem Stadion, außerdem standen kostenlos meinSiggi-Leihräder zur Verfügung. Eine gemeinsame Kommunikationskampagne informierte die Fans über alternative Anreisemöglichkeiten und sensibilisierte Fans für eine nachhaltige Anreise.
Die Auswertung des Aktionstags zeigte eine hohe Akzeptanz insbesondere des zusätzlichen Fanbusses: „Wir haben gesehen, dass die Nachfrage nach alternativen Anreiseangeboten vorhanden ist. Deshalb prüfen wir, das Angebot des zusätzlichen Fanbusses künftig auf weitere Orte im Umland auszuweiten“, sagt Haksal.
Insgesamt reisten beim autofreien Spieltag 28 Prozent der Fans mit dem Auto an. Bei einer vorherigen Befragung waren es noch mehr als 40 Prozent. Der autofreie Spieltag soll künftig fester Bestandteil des Saisonkalenders werden. Der DSC plant bereits einen weiteren Aktionstag im kommenden Frühjahr.
Weniger Einweg und Lebensmittelverschwendung
Auch beim Thema Abfallvermeidung wurden Maßnahmen aus der Workshopreihe umgesetzt. Im Stadion wurden Mehrwegbecher für Heißgetränke eingeführt, im VIP-Bereich zusätzlich auch für Kaltgetränke. Allein im Public-Bereich wurden an Spieltagen der Saison 2024/25 insgesamt 8.304 Einwegbecher für Heißgetränke verwendet. Durch die Umstellung auf Mehrweg entfällt dieser Abfall künftig.
Weitere Mehrweglösungen, beispielsweise für Geschirr und Schalen, werden derzeit geprüft. „In diesem Bereich ist die Situation nicht ganz einfach. Die größten Herausforderungen sind die Hygieneanforderungen und die Sicherstellung, dass die Mehrwegbehälter zurückgeführt werden. Wenn Mehrweg im Müll landet, verliert es seinen ökologischen Vorteil, dann kann Einweg im Zweifel sogar die bessere Lösung sein“, sagt Haksal.
Eine weitere Maßnahme zur Abfallvermeidung ist die Rettung und Spende von Lebensmitteln. In Zusammenarbeit mit dem Caterer Infinity Events & Catering und der Nachhaltigkeitsinitiative foodsharing Bielefeld werden seit zwei Jahren übrig gebliebene Speisen aus dem Hospitality-Bereich nach den Heimspielen in der SchücoArena gesammelt und gespendet. Auf diese Weise können Lebensmittel, die sonst entsorgt würden, noch sinnvoll genutzt werden.
Bildung schafft Verständnis und verändert Verhalten
Neben Mobilität und Abfallvermeidung war auch Klimabildung ein wichtiger Wunsch aus den Workshops. Deshalb bot Arminia Klimapuzzle-Workshops für Mitarbeitende sowie gemeinsam mit regionalen Partnern Nachhaltigkeitsworkshops für Auszubildende an. Das Klimapuzzle, ein sogenanntes „Serious Game“, vermittelt spielerisch die Ursachen und Folgen des Klimawandels. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Zusammenhängen der Klimakrise und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze. Um das Wissen langfristig im Verein zu verankern, wurden zudem DSC-Mitarbeitende zu Moderatorinnen und Moderatoren ausgebildet.
Ein weiteres Bildungsangebot wird aktuell getestet: Am 17. September bietet Arminia erstmals eine nachhaltige Stadionführung an. Dabei erhalten die Teilnehmenden Einblicke in das soziale und ökologische Engagement des Vereins: von der Sicheren Burg, barrierefreie Plätze und die Autistenloge über vegetarische und vegane Speiseangebot bis hin zu den Solaranlagen auf dem Stadiondach und dem Arminia-Wald, den man von dort sehen kann.
Dass die Förderung der Stadtwerke Stiftung den Impuls für die einzelnen Projekte gegeben hat, freut Martin Uekmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, besonders.: „Nachhaltigkeit ist für uns Teil unserer Verantwortung als kommunales Unternehmen. Wir gestalten die Zukunft unserer Region mit - durch eine zukunftsfähige Infrastruktur ebenso wie durch gesellschaftliches Engagement. Das Projekt von Arminia zeigt sehr anschaulich, was entstehen kann, wenn Klimaschutz, Bildung und Beteiligung zusammenkommen und Menschen ganz konkret in ihrem Alltag erreichen. Das aus der geförderten Workshopreihe nun dauerhaft Maßnahmen im Verein verankert werden, ist genau die Art von Wirkung, die wir mit unserem Engagement in der Region unterstützen möchten.“

