Arminia verkündet kleinen Überschuss auf JHV

Gesamterlösen in Höhe von 52,07 Millionen Euro stand ein Gesamtaufwand von 52,01 Millionen Euro gegenüber. Wesentliche Ertragspositionen waren TV-Gelder (21,2 Millionen Euro), Werbung/Sponsoring (10,2 Millionen Euro), Transfers (7,2 Millionen Euro) sowie Eintrittskarten (6,2 Millionen Euro) und Merchandising (1,8 Millionen Euro). Insbesondere die beiden letzten Positionen dokumentieren die besondere Beziehung der Arminia-Fans zu ihrem Club. Die Einnahmen aus Fanartikeln u.ä. bewegten sich auf ähnlichem Niveau wie in der Aufstiegssaison 2019/20. Mit 21.738 Zuschauern in Schnitt war der Zuspruch der DSC-Anhänger so hoch wie nie zuvor in der 2. Bundesliga.
Vize-Präsident und Schatzmeister Dr. Maurice Eschweiler konnte für den e.V. bemerkenswerte Zahlen vorstellen. Mit 15.147 Mitgliedern hat der DSC Arminia Bielefeld im November 2023 so viele Mitglieder wie niemals zuvor. In der 3. Liga haben nur Dynamo Dresden und der TSV 1860 München mehr Mitglieder. Mit rund 770 Tausend Euro (bei rund 3,5 Millionen Euro Umsatz) erwirtschaftete der e.V. im Geschäftsjahr 2022/23 ein positives Ergebnis. Dr. Eschweiler stellte fest, „dass die 3. Liga den e.V. vor bedeutende Herausforderungen stellt.“ Daran arbeitet der DSC unentwegt. Zu den erfreulichen Kennzahlen für den e.V. gehören zudem: Die Eigenkapital-Quote beträgt 41 % (nach 12% in 2021 und 28% in 2022). Der e.V. hat die internen Verbindlichkeiten bei der KGaA um weitere 660 Tausend Euro auf 2, Millionen Euro reduziert. Es bestehen keine Darlehens-Verbindlichkeiten gegenüber fremden Dritten mehr.

Für den DSC Arminia Bielefeld war letztlich die Erteilung der Lizenz durch den DFB für die 3. Liga allerdings ein Kraftakt. Ein dezidierter Maßnahmenkatalog war dafür notwendig. Die Realisierung von Transfererlösen, das Vorziehen von Sponsoringerlösen, die erhebliche Kostenreduzierung und auch die Unterstützung der regionalen Wirtschaft sicherten Arminia Bielefeld nach dem Abstieg die Lizenz für die 3. Liga. „Wir haben gemeinsam erfolgreich an dieser Aufgabe gearbeitet. Wir haben die Latte überquert, aber: Die Latte hat gewackelt“, erklärte Geschäftsführer Christoph Wortmann. Sein Dank gilt unseren Mitgliedern, Fans, Sponsoren und Partnern, dem Bündnis Ostwestfalen, den Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle und nicht zuletzt allen Mitgliedern unserer Gremien.
Und auch in der neuen Saison 2023/24 stehen die Menschen in Bielefeld und in der Region zum Sportclub der Ostwestfalen: 10.911 verkaufte Dauerkarten sind für Arminia Rekord in der 3. Liga. Der aktuelle Zuschauerschnitt beträgt 17.295 pro Begegnung in unserer SchücoArena. Allerdings erhält der DSC in der 3. Liga nur noch ein TV-Geld in Höhe von 1,3 Millionen Euro (gegenüber 21,2 Millionen Euro in der 2. Bundesliga). Wirtschaftlich zeichnen sich in der laufenden Spielzeit dennoch positive Tendenzen ab: Bis zum 15. November 2023 lagen die Erlöse aus dem Merchandising mit 724 Tausend Euro 23% über dem Niveau des Vorjahreszeitraums der 2. Bundesliga. Im Sponsoring hat der DSC bislang rund acht Millionen Euro erlöst und damit den Wert aus der Aufstiegssaison 2019/20 in der 2. Bundesliga (7,8 Mio´s) schon übertroffen.
„Wir müssen aus uns selbst heraus wachsen und unsere Erlöse steigern. Dafür arbeiten wir intern an einem Wachstumsplan, um zum Beispiel in den Bereichen Eintrittskarten, Fanartikel, Sponsoring, Nachhaltigkeit und Drittveranstaltungen Potenziale zu erschließen. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Geschäftsfeldern“, erläutert Wortmann. „Das Wichtigste war für uns aber vom ersten Tag an, dass die Menschen wieder stolz auf ihren Verein sind, dass sie mit Stolz das Arminia-Trikot tragen und sich mit dem identifizieren, was auf und außerhalb des Platzes passiert und gerne in die SchücoArena kommen.“ Die Mitgliederforen, die Krombacher Fanabende, die Kabinengespräche, Live-Podcast, das Fanfest im Trainingslager in Kiens/Südtirol, unsere Anrufe bei Mitgliedern und Dauerkartenkunden durch Spieler, Trainer und die Geschäftsführung sowie der konstruktive Austausch mit dem Fanbeirat bilden für uns dabei die Basis für eine regelmäßigen Austausch. Beeindruckend war am vergangenen Samstag auch der Weihnachtsmarkt unter der Südtribüne – eine Veranstaltung von Fans für Fans“, so Wortmann.

Auf der Tagesordnung stand am Montagabend auch die turnusmäßige Neuwahl des Wirtschaftsrates. In das Gremien wählen die Mitglieder laut Satzung jeweils drei Personen, die aus dem Kreis der Mitglieder vorgeschlagen werden. Drei weitere Mitglieder für den Wirtschaftsrat werden auf Vorschlag des Präsidiums gewählt. Von den fünf Kandidaten der Mitgliederliste setzten sich der bisherige Wirtschaftsrat Olaf Klötzer (273 Stimmen), Timo Tarrach (220) und Matthias Warmuth (198) mit Stimmenmehrheit gegenüber Marek Lehmann (172) und Dr. Ilkin Karakaya (87) durch. Mit satter Mehrheit von 85,1 Prozent votierte die Versammlung per Blockwahl für das Trio Dr. Maurice Eschweiler (bisher Vize-Präsident und Schatzmeister), Oliver Flaskämper und Thomas Schlesing, die als Kandidaten der Präsidiumsliste ihren Sitz im Wirtschaftsrat erhalten. Für das Präsidium des DSC Arminia Bielefeld e.V. musste eine Nachwahl erfolgen. Das dreiköpfige Gremium haben Dr. Maurice Eschweiler (künftig im Wirtschaftsrat) und Dr. Olaf Köster (scheidet auf eigenen Wunsch aus) verlassen. Rainer Schütte bleibt als bis 2024 gewählter Präsident im Gremium. Die Mitglieder wählten mit Rainer Kobusch (Schatzmeister) und Hans-Wilhelm Beckmann (neues Präsidiumsmitglied für die Abteilungen, zuvor im Wirtschaftsrat) mit dem herausragenden Votum von fast 91 Prozent.

Die Mitgliederversammlung verabschiedete am Montagabend folgende bisherige Gremienmitglieder und dankte ihnen für intensive, engagierte und langjährige Mitarbeit für den DSC Arminia in unterschiedlichen Funktionen: Dr. Olaf Köster (Präsidium und Aufsichtsrat) sowie Hartmut Ostrowski, Hans-Hermann Soll, Klaus Meller und Thomas Lauritzen (jeweils Wirtschaftsrat und Aufsichtsrat).

„Trotz des sportlichen Misserfolges der vergangenen Jahre möchte ich mich bei allen Arminen für ihre Treue bedanken. Der Zusammenhalt ist auch nach dem Abstieg geblieben“, blickt Präsident Rainer Schütte in seinem Bericht auf die Entwicklung des Clubs im vergangenen Jahr zurück. Dabei betont Schütte allerdings auch: „Das, was in Wiesbaden auf den Rängen und auf dem Platz geschehen ist, darf sich niemals wiederholen.“ Die Entwicklung, die er seit Sommer beobachte und mitgestalte, stimme ihn allerdings positiv: „Hier entsteht gerade etwas Neues. Eine Symbiose zwischen Fans, Mannschaft und Verein. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unser Verein in den kommenden Jahren so weiterentwickeln kann, dass er stabiler und zukunftsfähiger sein wird als jemals zuvor. Hierfür brauchen wir aber auch etwas Geduld.“

Den sportlichen Aus- und Rückblick richtete Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel an die anwesenden Vereinsmitglieder: „Mein Start bei der Arminia war sicher kein leichter. Wir mussten im Sommer alles neu aufbauen: Trainerteam, Mannschaft, Funktionsteam, Management. Das war eine große Herausforderung, der wir uns aber mit klarer Überzeugung gestellt haben.“ Dabei sei die Verpflichtung von Cheftrainer Mitch Kniat der wichtigste Baustein gewesen. „Mit Mitch haben wir einen Trainer gefunden, der jeden Tag die Bereitschaft zeigt, mehr zu machen, als er eigentlich muss. Das ist in unserem Job nicht selbstverständlich.“ Mit ihm zusammen ging es primär darum, schnell eine schlagfertige Mannschaft zusammenzustellen. Kein einfaches Unterfangen, mit Blick auf das überschaubare zur Verfügung stehende Budget. Aber: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nur Spieler holen, die wirklich Bock auf Arminia haben. Heute können wir sagen: das ist uns gelungen. Das zeigen die Spieler jeden Tag auf dem Platz. Und das macht mich auch etwas stolz.“ Klar sei, dass ein kompletter Neuanfang auch immer etwas Zeit und vor allem Geduld benötige. Dabei lobte Mutzel aber ausdrücklich die Grundstimmung im Umfeld. „Diese Power unserer Fans ist außergewöhnlich, sensationell und nicht selbstverständlich. Das wird bis zum Ende der Saison unser Faustpfand bleiben und uns sicher noch ein paar Punkte sichern.“
Einen emotionalen Rückblick auf die vergangene Saison konnte auch AKADEMINIA-Leiter Finn Holsing geben. Denn mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft der U17 habe der Vereine „Historisches“ geleistet. „Diesen Titel zu gewinnen war sensationell und zeigt die gute Arbeit, die wir hier leisten.“























