Profis

Altbewährtes in neuem Zuhause

Kaum hat das neue Jahr begonnen, geht es für uns wieder in der Bundesliga auf den Platz. Am kommenden Samstag, um HALBVIER, reisen wir zum SC Freiburg in den Breisgau. Anders als in den letzten Jahren sind wir dieses Jahr allerdings nicht im Dreisam-, sondern im Europa-Park-Stadion zu Gast. Im vergangenen Oktober nahm der Verein einen Umzug vor, der neben Vorfreude auch für Wehmut sorgte.

„Als Stürmer hat man immer Tore, auf die man besonders gern spielt“, erzählte SC-Profi Nils Petersen, der SportBild im vergangenen September. „Zu dem Tor vor der Nordtribüne hatte ich immer eine enge Bindung. Die Tribüne ist krass nah dran, die Sonne strahlt meistens voll rein. Ich kenne kein Stadion, indem die Fans so nah am Rasen waren, wie hier in Freiburg.“ Der 33-jährige Mittelstürmer ist nicht der einzige Protagonist, der –  angesprochen auf das alte Stadion des SC – ins Schwärmen gerät. Dank einiger Besonderheiten hatte das 1954 eröffnete Dreisamstadion seinen ganz speziellen Ruf und Charme in der Bundesliga.

Nahezu kurios mutet dies an, bedenkt man, dass die Breisgauer für fast 70 Jahre ihre Heimspiele auf einem Platz austrugen, der neben einem Gefälle von 98 cm nicht einmal groß genug war. Nur mit einer Sondererlaubnis der DFL durften die Freiburger Aufstiege, Klassenerhalte und Europapokalnächte auf dem laut Regularien fünf Meter zu kurzen Rasen feiern. Dementsprechend war nicht bei allen Freiburgern die Freude groß, als der Umzug in das neugebaute Europa-Park-Stadion feststand.

"Man hat ja oft automatisch Angst vor Veränderung“, berichtete auch Petersen. „Dementsprechend habe ich auch die Sorge gehabt, dass wir unserer Werte verlieren können –  werden wir zu groß?" Doch auch bei Spielern wie dem Bundesliga-Rekordjoker gehört diese Sorge mittlerweile der Vergangenheit an. Mittelfeldspieler Nicolas Höfler befand nach den ersten Spielen im neuen Stadion: "Es ist mega. Wir haben hier eine geile Schüssel, da kommt richtig Stimmung auf. Wir sind alle schon ein Stück weit verliebt."

Eines scheinen die Freiburger beim Umzug besonders gut verpackt zu haben: Trotz des noch ungewohnten Umfelds, rund 12 km vom alten Stadion entfernt, ging der Erfolg nicht verloren. Ein herausragender dritter Platz zu Winterpause unterstreicht erneut den nachhaltig erfolgreichen Weg und den gelungenen Umzug in ein neues Zuhause, welches den Freiburgen auch in den kommenden Jahren ein starker Rückhalt sein soll.

Mit 697 Minuten die meisten Einsätze für Eigengewächse, durch Christian Streich den Cheftrainer mit der längsten Amtszeit aller aktuellen Bundesligisten und mit knapp 20 Millionen das vierthöchste Transferplus aller Bundesligisten in den vergangenen drei Jahren (weitere spannende Daten und Fakten findet ihr hier): Auch in dieser Spielzeit unterstreichen die Breisgauer den Erfolg ihres auf Kontinuität beruhenden Weges.

Nach 17 Spieltagen stehen die Freiburger aktuell verdient auf einem Champions-League-Platz. Mit zwölf Spielen ohne Niederlage blieb man als eine von drei Mannschaften europaweit bis in den Herbst hinein ungeschlagen und konnte u.a. mit dem 6:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach zahlreiche Ausrufezeichen setzen. Nicht nur Sportdirektor Klemens Hartenbach erschien eine Qualifikation für diesen Wettbewerb im positivsten Sinne „wahnsinnig“. Dabei wäre es nur der nächste Schritt mit dem altbewährten Weg in ein neues Umfeld. Das neue Stadion gibt dafür den neuen Weg schon einmal vor: denn bei internationalen Spielen im Europa-Park-Stadion dürfte wohl auch bei Spielern wie Nils Petersen keine Wehmut entstehen.

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