Profis

Als ein richtig großer Traum platzte

Kaum zu glauben, aber wir haben erst vier Spiele gegen den FC Augsburg gehabt. Daher haben wir nicht so viel mit den Augsburgern erlebt und es fiel uns etwas schwerer, eine Geschichte zum Traditionsschnack zu finden. Letztlich haben wir aber doch etwas gefunden – und zwar nicht die Geschichte vom falschen Schuhwerks Marco Küntzel, der in einem Spiel vom DSC-Trainer Uwe Rapolder nach seiner Einwechslung direkt wieder ausgewechselt wurde und Jahre später die Schuhe für den FC Augsburg schnürte. Nein, wir wollen euch die Geschichte vom Südafrikaner Rowen Fernandez erzählen. Der Arminia-Torwart wird sich an eine Partie gegen den FC Augsburg aus dem Jahre 2010 bestimmt noch heute erinnern. Aus einem – zugegebenermaßen – sehr traurigem Grund.

Es gibt im Leben eines jeden Profi-Fußballers wohl nichts Größeres, als eine Heim-Weltmeisterschaft zu spielen. Vor Familie und Freunden aufzulaufen, vor den Landsleuten zu spielen, vor einem Millionen-Publikum sein Land zu vertreten, vor – und vor allen Dingen mit – zigtausenden begeisterten Fans gemeinsam die Nationalhymne singen.

Rowen Fernandez, südafrikanischer Torwart, der von 2007 bis 2010 insgesamt 17 Spiele für Arminia bestritt, hatte genau diese Bilder dicht vor Augen. Er, der in der Saison 2007/2008 einst niemand Geringeres als Mathias Hain als Arminia-Stammtorwart abgelöst hatte, stand vor der WM 2010 im eigenen Land regelmäßig im Kader der Südafrikaner und hatte beste Chancen, für die WM nominiert zu werden. Bis es zu einer Begegnung des DSC mit dem FC Augsburg kam.

In dieser Partie vom 30. Januar 2010 zog sich "The Spider", wie er von Freunden und Kollegen genannt wurde, einen Innen- und Kreuzbandriss im rechten Knie zu und musste nach nicht einmal 20 Minuten unter Schmerzen ausgewechselt werden. Fernandez blieb anschließend im Süden Deutschlands und begab sich nach dem Spiel nach München, um dort untersucht zu werden. Dort erhielt der sympathische Schlussmann die bittere Diagnose – Totalschaden im Knie, mehrere Monat Zwangspause.

Die WM musste Fernandez dann vom Sofa aus verfolgen und zusehen, wie sich sein Team in einer starken Gruppe mit Mexiko, Uruguay und Frankreich mehr als achtbar aus der Affäre zog, mit vier Punkten aber letztlich den Sprung in die K.O-Phase verpasste. Im gleichen Sommer verließ Fernandez den DSC und heuerte in seiner Heimat beim SuperSport United Football Club aus Pretoria an, wo er drei Jahre später seine Karriere beendete.

Dass Fernandez sich von äußeren Einschlägen nicht abhalten ließ und stets positiv blieb, beweist zudem eine Anekdote, die mit seinem Spitznamen zu tun hat. Nach einem Spinnenbiss sah es für den Südafrikaner im Jahr 2003 ganz und gar nicht gut aus – im Garten wurde Fernandez von einer kleinen Spinne gebissen, der laut eigener Aussage nicht größer als ein Fingernagel war. Die Folge? Mehrere Stunden Krankenhaus, Todesangst und rapide Gewichtsabnahme. Der Südafrikaner hat in seinem Leben also viel erlebt. Nur der Einsatz bei der WM ist ihm leider verwehrt geblieben.

Wie es ihm heute geht  und mit welchen ehemaligen DSC-Kollegen er auch heute noch täglich zu tun hat - das u.v.m. erfahrt ihr zeitnah auf unseren Kanälen. Wir haben Rowen nämlich telefonisch in Pietermaritzburg erreicht und u.a. seine ereignisreiche Zeit beim DSC Revue passieren lassen.

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