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Schüco
DSC Arminia Bielefeld

„Alle hatten den absoluten Glauben"

Bevor unser Cheftrainer Frank Kramer in den wohlverdienten, aber doch recht kurzen Urlaub geht, gab er uns im Rahmen einer kleinen Medienrunde u.a. noch ein paar Einschätzungen über die abgelaufene Saison, die Stimmung während der Feierlichkeiten und die Ausrichtung für die kommende Spielzeit.

Über die Verlängerung von Manuel Prietl:
„Wir sind sehr glücklich. Manuel ist ein wichtiger Spieler – auf und neben dem Platz. Er geht immer mit totaler Hingabe vorweg, auch wenn er eher ein ruhiger Zeitgenosse ist. Im Zentrum ist er ein Stabilisator und passt mit seiner Art hervorragend zu Arminia Bielefeld – wir sind sehr froh, dass er sich entschieden hat, den Weg mit uns zu gehen. „Prieti“ war mit der Kopf und das Herzstück im Zentrum.“

Über den Abgang Anderson Lucoquis:
„Wenn Verträge auslaufen, werden andere Vereine hellhörig. Wenn die Mannschaft erfolgreich ist, werden Spieler sexy. Das ist eine alte Regel. Dass andere Vereine fragen, ist normal – wir sehen es als Kompliment und Anerkennung für Spieler, Mannschaft und Trainerteam und Verein. Dass er sich für einen anderen Verein entscheidet, ist schade – wir hätten ihn gerne gehalten, aber das sind die Regeln und es gehört zum Geschäft. Wir wissen alle, dass wir auf der Linksverteidigerposition nun noch Ersatz suchen, das ist doch klar.“

Über die ausschlaggebenden Faktoren für den Klassenerhalt:
„Über allem steht die Geschlossenheit. Einerseits innerhalb der Mannschaft, aber auch im Verein. Das finde ich schon bemerkenswert. Jeder Einzelne weiß, dass man sich hier aufeinander verlassen kann und in eine Richtung geht – das hat dann alles gleich auch mehr Wucht. Der zweite Punkt, der sehr wichtig ist: Mut, sich auf Dinge einzulassen. Und zwar über die ganze Saison hinweg. Mut, die Bundesliga anzunehmen und die Überzeugung zu haben, das Ziel zu erreichen. Wir haben unglaublich intensiv gearbeitet. Das war schon bemerkenswert, mit welchem Aufwand und mit welcher Schärfe/Intensität – Gladbach einmal ausgeklammert – die Mannschaft die Aufgaben auch fußballerisch angegangen ist. Das hat man auch in der ganzen Saison gesehen Alle hatten den absoluten Glauben! Das ist mir noch wichtig zu erwähnen: Wir haben eine intakte Mannschaft vorgefunden, die richtig gut in Schuss war. Das kann man als Kompliment an Uwe Neuhaus und Peter Nemeth weitergeben. Ich werde mich auf jeden Fall noch bei Uwe melden.“

Über den Moment des Erfolgs:
„Ich war genauso froh und erleichtert, wie alle anderen. Ich ticke aber auch einfach ein bisschen anders und sehe mich als Teil des Ganzen. Ich habe mich für die Jungs, den Verein, die Stadt und allen voran die Fans gefreut. Sie durften den Aufstieg schon nicht bejubeln und auch diese Saison kaum dabei sein. Jetzt, mit Licht am Ende des Corona-Tunnels, gibt es langsam Hoffnung. Natürlich freue ich mich, Teil des Ganzen zu sein und meinen Teil zum Erfolg beigetragen zu haben. Wenn man erfolgreich ist, profitiert jeder Einzelne – ich also auch. Das ist doch keine Frage, ich gucke aber täglich in den Spiegel und sehe nichts anderes als vorher auch.“

Über die Feierlichkeiten am Wochenende und den Empfang bei der Familie in Franken:
„Gefeiert wurde am Samstag, genossen wurde am Sonntag. Am Sonntag haben wir die Jungs, die uns verlassen, verabschiedet und allen anderen Spielern die Pläne für die Pause mitgegeben. Man muss immer bedenken, dass es in dieser Saison eigentlich kaum Pausen gab und zudem natürlich noch die Quarantäne am Ende kam – wir sind dementsprechend glücklich, aber eben auch müde.“

„Zuhause haben wir es als Familie noch ein bisschen genießen dürfen. Der Empfang war herzlich – alle haben sich mitgefreut. Jeder weiß, was wir zusammen im Trainerteam an Zeit und Energie investieren. Es ist alles sehr fröhlich und ausgelassen abgelaufen. Es kommt jedem zugute, jetzt mal abzuschalten und Zeit mit der Familie zu verbringen.“

Über den Akku:
„Wenn es weitergegangen wäre, hätten wir weiter die Energie reingeschossen. Es waren äußerst intensive zweieinhalb Monate – die Jungs hatten natürlich nochmal ein ganz anderes Pensum, aber trotzdem fällt auch von mir und dem Trainerteam viel Anspannung ab. Die Spieler hatten nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Belastung. Ich hatte nur die mentale – von daher ist es eine andere Belastung. Ich merke es natürlich trotzdem. Man macht sich viele Gedanken, sucht immer nach Lösungen, stellt Überlegungen an, was am besten funktioniert, ist angespannt und nicht ganz so ruhig. Jetzt geht es zeitnah erstmal in den Urlaub und da kommt das Handy dann in einen Safe – diesen werde ich zweimal am Tag öffnen, um weiterhin alle Antennen ausgefahren zu haben. Wenn man einen guten Spieler bekommen kann, gibt’s keinen Urlaub.“

Über einen möglichen Trainingsfokus der kommenden Vorbereitung:
„Wir werden uns weiterentwickeln und verbessern müssen. Ich denke, dass wir das Spiel gegen den Ball schon gut gemacht haben. Da haben wir sehr gut und intensiv gearbeitet. Das Spiel mit Ball wird natürlich Thema in der Vorbereitung sein. Die Intensität zu halten und die Überzeugung zu haben, die Wege zu gehen, daran werden wir weiter arbeiten. Jeder Gegner wird es gegen uns anders angehen, von daher gilt es, immer flexibel zu sein. Die Qualität des Ballbesitzes ist ausschlaggebend und damit auch die der Torabschlüsse. Dass wir uns mehr und klarere Situationen verschaffen müssen, steht außer Frage. Aber nur mal als Beispiel, dass Zahlen nicht immer das Allesentscheidende sind – gegen Bremen hatten wir 26:5 Torschüsse und haben trotzdem 0:2 verloren. Beim 2:0-Auswärtssieg in Stuttgart hatten wir zehn Torschüsse, zwei weniger als der VfB und haben 2:0 gewonnen – es geht also auch immer um die Qualität.“

Über seine Gefühle zum Amtsantritt und seine Art, Dinge anzupacken:
„Ich habe immer nur die Chance gesehen und keine Angst gehabt. Die Überzeugung, den Glauben und die Kraft, die muss man haben und spüren – das kann man nicht spielen. Die Mannschaft spürt es, wenn da keine Überzeugung ist. Wir standen zusammen von Anfang an zu 100% dahinter – es gab keine Angst vor Misserfolg.“

„Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch, seit 31 Jahren mit meiner Frau zusammen, habe einen normalen Job gelernt, den ich irgendwann wegen des Fußballs zurückgelassen habe. Wir haben eine gute Mannschaft, ein gutes Umfeld und einen richtig guten Teamgeist. Mir war klar, dass wir das hinbekommen. Dieses „Anpacken“ – das habe ich vielleicht in die Wiege gelegt bekommen. Das mag ein Stück weit Genetik sein, aber auch ein gutes Stück Mentalität. Mein Vater war einer, der sich nicht zu schade war, vorweg zu gehen und im Zweifel die erste blutige Nase zu kassieren. Ich habe mir auch früher schon vieles selber erarbeitet. Da habe ich gesehen, wenn man die Ärmel hochkrempelt und durchzieht, dann ist vieles möglich. Meine Familie hat das komplett mitgelebt und mich dabei immer unterstützt. Ohne diese Unterstützung kann man nicht erfolgreich sein.“

Über eine mögliche Zielsetzung für kommende Saison:
„Man kann erst eine Prognose abgeben, wenn man ein Gefühl für den Markt, die anderen Teams und alle weiteren Faktoren hat – wird auch nicht mit Beginn der Vorbereitung möglich sein, sondern wahrscheinlich erst grob zu Beginn der Saison. Platz 15 wäre wieder eine Bestätigung des Erreichten. Erfolgreich sein, ist vielleicht etwas einfacher, aber erfolgreich zu bleiben, wäre eine Weiterentwicklung. Kontinuität auf hohem Niveau reinzubringen, das wäre für mich ein Erfolg. Wir wollen uns verbessern und weiterentwickeln. Wir sind selbstbewusst und ambitioniert, machen uns nicht klein, da gibt es auch keinen Grund zu. Gleichzeitig sollten wir uns aber auch nicht größer gegenüber anderen machen, die ähnliche Voraussetzungen haben.“

Über das „Nachwuchs-Denken“:
„Die vorhandenen jungen Spieler wollen wir weiterentwickeln und dahinführen, dass sie einen entsprechenden Platz einnehmen. Arminia will jungen Spielern die Plattform bieten, in der Bundesliga zu bestehen und sich zu zeigen – das haben in der vergangenen Saison junge Spieler wie Ritsu Doan, Arne Maier, Amos Pieper oder Anderson Lucoqui doch auch wunderbar gemacht. Die Verbindungsstruktur zur Jugend ist wichtig, um Türen zu öffnen und aufzustoßen. Für uns geht es auch darum, durch Trainingsbeobachtungen noch mehr über unsere U-Mannschaften zu erfahren – wer spielt wo, was kann welcher Spieler etc.? Bei Verpflichtungen müssen wir als Verein auch immer an die Perspektive denken. Die jungen Spieler bringen einen gewissen Hunger mit und sehen Arminia als „geile Bühne“. Wir wollen ihren Handwerkskasten durch individuelles und Gruppentraining erweitern – all das sind Puzzleteile, die gefördert und gelebt werden müssen.“

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