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1:2-Niederlage in Darmstadt

Ein Handelfmeter in den Schlussminuten beschert unserer Mannschaft am fünften Spieltag der 2. Bundesliga eine äußerst unglückliche und letztlich auch unverdiente 1:2 (0:1)-Niederlage beim SV Darmstadt 98. Zuvor hatte Marius Wörl für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (59.).

Unser Trainer Oliver Kirch vertraute exakt der Mannschaft, die auch gegen den FC St. Pauli begonnen hatte. Bei Darmstadt 98 stand Rückkehrer Marco Richter, der unter der Woche vom FSV Mainz 05 kam, gleich in der Startelf. Und tat den Hessen scheinbar gut: Nach 150 Sekunden nutzte Noah Weißhaupt ein Missverständnis in der Bielefelder Abwehr, schnappte sich den Ball auf der rechten Seite. Sein Zuspiel zu Ho-Jae Lee vollendete der Südkoreaner zur frühen Führung der Gastgeber. Kalte Dusche für unsere Arminia, die zuletzt in neun Spielen gegen Darmstadt ungeschlagen blieb. Zumal Maximilian Großer nach einem Zusammenprall an der Außenlinie behandelt werden musste und eine Minute nicht das Feld betreten durfte. Das erste Gegentor gabs also in Unterzahl.

Doch die Arminia nicht geschockt, sondern fast mit der perfekten Antwort: Eine Flanke von Jannik Rochelt verpasste Großer (10.) nur ganz knapp. Auch in der Folgezeit übernahm der DSC die Initiative und kam zu Chancen: Doch Arne Sickers Freistoß (13.) aus 18 Metern fand keinen Abnehmer. Die Gastgeber verlagerten sich aufs Verwalten des Ergebnisses und meldeten sich zwischenzeitlich durch einen Fernschuss von Richter (16.) zurück. Ansonsten bestimmte die Arminia das Geschehen, fast 70 Prozent Ballbesitz in der ersten halben Stunde waren ein eindrucksvoller Beleg dafür. Der DSC hätte durch Rochelt (20.) und Joel Grodowski (21.) durchaus ausgleichen können. Bärenstark dann Taddel Momuluh (28.), der sich auf der Torlinie der Darmstädter durchdribbelte und das Leder perfekt zurücklegte, aber sowohl Grodowski als Marius Wörl nutzten das Momentum nicht. Der DSC in der ersten Hälfte vor 1.400 mitgereisten Fans mit einem deutlichen Chancenplus! Wie auch nach der Flanke wiederum von Sicker (36.), nach der Großer mutterseelenallein aus sieben Meter den Kopfball knapp neben das Tor setzt. Und selbst der Konter von Grodowski (41.), der dann im Strafraum seinen fünften Saisontreffer hätten erzielen können, blieb ohne Treffer. 

Nach Wiederbeginn war es erneut Taddel, der gleich die erste Gelegenheit hatte: Arminia setzte sich im Strafraum fest, der letzte Ball landete bei Momuluh, dessen Schuss gerade noch geblockt wurde. Darmstadt weiter im Rückwärtsgang und unsere Arminia arbeitete am Ausgleich. Die große Frage: Wann belohnt sich unsere Mannschaft? Nach einer Ecke steht Großer bereit, stochert den Ball aber aus kurzer Distanz nicht ins Tor. Bielefeld mittlerweile klar besser! Aber auch Momuluh (56.) verzog anschließend mit einem Schuss aus der Hüfte erneut knapp. 

Als Reaktion auf die verpassten Chancen kam dann David Min (57.) für Marvin Mehlem. Und dann fiel endlich der Ausgleich! Aus 25 Metern schießt Wörl sein zweites Saisontor nach einem Abpraller aus dem Sechzehner. Hochverdient und nach Videobeweis (mögliches Abseits) auch amtlich. Die Gastgeber danach deutlich wacher, Weißhaupts Schuss (68.) aus zehn Metern entschärfte Jonas Kersken aber souverän.

Nach 73 Minuten die Großchance zur Führung! Grodowski bekommt im Strafraum den Ball, lässt Lührs aussteigen, doch Schuhen rettet in letzter Sekunde. Das war die riesige Möglichkeit das Ding zu drehen. Und weiter gings: Tempo-Fußball von Henri Koudossou (78.), der auf rechts den Ball in die Mitte legte, doch Min verpasste knapp.

Strittig dann in der 86. Minute: Yannik Lührs köpft dem eingewechselten Leon Jensen aus kürzester Distanz den Ball an die ausgestreckte Hand, nachdem er vorher lange an seinem Trikot gezogen und sich bei Leon aufgestützt hat. Elfmeter für Darmstadt und das 2:1 durch Milan Smit vom Elfmeterpunkt. Maximal unglücklich für unsere Mannschaft, die in der verbleibenden Zeit alles versuchte, aber auch ein 25-Meter-Hammer von Stefano Russo brachte nicht den Ausgleich, weil Schuhen die Kugel wegfaustete. Mit diesem Ergebnis pfiff Schiedsrichter Eric Weisbach die Partie ab. 

SV Darmstadt 98: Schuhen – Petretta, Lührs, P. Pfeiffer, Lannert (82. Mikelbrencis) – Klefisch, Sickinger (82. El Kadiri), Richter (57. Duijvestijn), Weißhaupt (82. Furukawa) – Lee (74. Verkooijen), Smit

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker, Großer, M. Bauer, Koudossou – Russo – Mehlem (57. Min), Wörl (84. Felix) – Rochelt, Grodowski, Momuluh (74. Jensen)

Schiedsrichter: Eric Weisbach (Halle)

Zuschauer: 17.710

Gelbe Karten: Petretta, Weißhaupt, Klefisch – Momuluh, Koudossou

Tore: 1:0 (3.) Lee, 1:1 (59.) Wörl, 2:1 (86., Handelfmeter) Smit 

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