Profis Der DSC

1:0-Heimsieg über Union!

Dank einer tollen und geschlossenen Mannschaftsleistung gewinnt der DSC Arminia Bielefeld sein Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin mit 1:0 (0:0). Masaya Okugawa erzielt nach feiner Vorarbeit von Patrick Wimmer vor 10.000 Fans den entscheidenden Treffer.

Ein Tor auf der richtigen Seite, zweiter Heimsieg der Saison, drei ganz wichtige Punkte, viertes zu Null-Spiel in der SchücoArena in der laufenden Spielzeit, fünfter Sieg der Saison, sechs Punkte Vorsprung auf Platz 17, siebte weiße Weste für unsere Jungs in der laufenden Saison, achtes Saisontor für Masaya Okugawa und ein ganz besonderer Sieg für unsere Nummer Neun - das Ganze umrandet von zehntausend Bielefelder Fans, die ihren Spaß und ihre Freude am 1:0-Heimsieg, vor allen aber auch am leidenschaftlichen Auftritt ihrer Mannschaft im Spiel gegen die Eisernen aus Berlin haben sollten.

DSC-Trainer Frank Kramer änderte seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche (0:2-Niederlage in Hoffenheim) auf drei Positionen. Patrick Wimmer, Fabian Kunze und Guilherme Ramos starteten für Florian Krüger, Gonzalo Castro und Amos Pieper. Fabian Klos, der unter der Woche seinen bevorstehenden Abschied beim DSC verkündete, nahm zunächst auf der Bank Platz.

Arminia startete sehr gut ins Spiel und hatte nach fünf Minuten die erste Möglichkeit – Fabian Kunze, der eine starke Leistung auf der „Sechs“ bot, chippte den Ball von halblinks in den Strafraum. Dort kam Janni Serra mit dem Rücken zum Tor zum Kopfball. Die Kugel wurde länger und länger, stellte Union-Keeper Andreas Luthe aber vor keine großen Probleme.

Es ging weiter nur in eine Richtung, doch der DSC verpasste es, sich für die starken ersten 15 Minuten zu belohnen. Die beste Möglichkeit hatte der agile Patrick Wimmer, der aus 20 Metern ansatzlos abzog und den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß an den Pfosten setzte (12.).  

Das Spiel blieb intensiv und nach 15 Minuten meldeten sich auch die Gäste offensiv an – und wie! Taiwo Awoniyi setzte sich im Eins gegen Eins durch und verschaffte sich damit eine glänzende Schussposition. Frei vor Stefan Ortega Moreno hatte der nigerianische Nationalspieler aber das Nachsehen, denn „Tego“ parierte den Ball bockstark.

Die Gäste kamen nun besser ins Spiel, doch wenn es gefährlich wurde, dann meist vor dem Gäste-Tor – in der 21. Minute konnte Kunze tief in der Berliner Hälfte den Ball erobern und mit der zweiten Aktion direkt auf Alessandro Schöpf weiterleiten. Der hatte rechts viel Platz vor sich, drang bis zur Grundlinie vor und flankte dann scharf in die Mitte. Die Gäste konnten die Flanke so eben noch klären, schade!

Aufpassen musste der DSC immer wieder bei den gefährlichen Gegenstößen der konterstarken Gäste – in der 36. Minute zündete Sheraldo Becker auf der rechten Seite den Turbo und gab das Spielgerät kurz vor der Grundlinie in den Sechzehner. Dort blockte Joakim Nilsson mit tollem Einsatz den Schuss von Awoniyi, den zweiten Ball setzte Rani Khedira aus guter Position weit über das Tor. Glück für die Kramer-Elf.

Nur sechs Minuten später beinahe der identische Spielzug – nach einer DSC-Ecke konnten die „Eisernen“ schnell kontern. Kapitän Grischa Prömel schickte abermals Becker auf die rechte Seite, den unsere Defensive in diesen Situationen nicht zu packen bekam. Der Niederländer flankte auf den ersten Pfosten, wo Sven Michel hochstieg und per Kopfball den Ball denkbar knapp am zweiten Pfosten vorbei neben das Tor setzte. Mit dem 0:0 ging es in die Kabine.

Ohne personelle Wechsel ging es in die zweiten 45 Minuten. Die erste Chance des zweiten Abschnitts gehörte den Gästen – Michel zog aus spitzem Winkel volley artistisch ab, doch der Schuss des ehemaligen Paderborners ging knapp neben das Tor.

Und dann kam die 53. Minute! Wimmer wurde vor dem Strafraum freigespielt, behauptete die Kugel auf engstem Raum und steckte im richtigen Moment durch auf den startenden Masaya Okugawa. Der nahm den Ball an und setzte ihn aus spitzem Winkel mit einem Flachschuss ins lange Eck in die Maschen, 1:0, DSC! "Als ich mich löste, hatte ich gehofft 'bitte spiel ihn rein!'  Glücklicherweise hat 'Wimmsi' mich gesehen und einen klasse Ball reingespielt. Ich denke, meine Annahme war gut und dann musste ich ihn nur noch reinmachen." So bescheiden die Beschreibung, so schön das Tor! Die Weichen für den zweiten Heimsieg der Saison, den Fans und Spieler unbedingt wollten, waren gelegt. Wie sehr die Spieler diesen zweiten Heimsieg wollten, verriet uns der Torschütze zum 1:0 nach dem Spiel:

"Wir als Spieler tun alles dafür, dass wir vor eigenem Publikum gewinnen. Besonders zur Zeit sind es erschwerte Bedingungen, dazu ist es kalt. Wir sind für jeden Einzelnen, der hier herkommt und uns unterstützt dankbar. Die sind der Grund, warum wir die Spiele gewinnen wollen und sind letztlich unsere Energie. Dementsprechend ist es schön, dass wir unseren Fans heute etwas zurückgeben konnten."



Zurück zum Spiel. Dies sollte vor allen Dingen in der 63. Minute extrem emotional werden: Fabian Klos kam für Serra in die Partie und die ganze SchücoArena erhob sich. Genannter Serra hatte Sekunden zuvor sogar die große Möglichkeit auf das 2:0: Nach einem feinen Spielzug über Okugawa und Cedric Brunner kam unsere Nummer 23 zum Abschluss, setzte das Leder aber knapp neben das Tor.

In der 66. Minute stockte dem Großteil der anwesenden Fans in der SchücoArena dann nochmal kurz der Atem. Der eingewechselte Ex-Armine Andreas Voglsammer legte den Ball mit der Brust schlau in den Lauf von Awoniyi, der dadurch frei vor Ortega Moreno auftauchte. „Tego“ blieb mit seiner typischen Fußabwehr im Eins gegen Eins allerdings Sieger und wurde danach von den Rängen zurecht gefeiert.

Apropos feiern: Das tat die SchücoArena auch in der 77. Minute. Sebastian Vasiliadis blockte mit einer starken Willensleistung einen Schuss von Voglsammer, den Abpraller nahm das Bielefelder Mittelfeld auf und schaltete schnell um. Schöpf verlagerte das Spiel gekonnt auf links zu Okugawa, der seinen Körper geschickt einsetzte und von Ryerson nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Diese Situation zeigte, wie sehr der DSC dieses Spiel gewinnen wollte.

Es blieb ein intensives Duell, in dem der DSC auch zum Ende hin die besseren Chancen hatte. Der eingewechselte Florian Krüger wurde zehn Minuten vor Schluss von Kunze auf der rechten Seite geschickt und ließ seinen Berliner Gegenspieler mit einer Finte stehen. Die Hereingabe konnte Union zunächst klären, doch der zweite Ball landete bei Schöpf. Der österreichische Nationalspieler nahm die Kugel stark an und zog aus 16 Metern ab – Luthe im Berliner Tor nutzte jeden seiner 197 Zentimeter, um den Ball mit einer starken Parade neben das Tor zu fausten.

Die letzte Szene sollte wieder dem DSC gehören: Nach einem Ballgewinn tief in der Berliner Hälfte, lief Florian Krüger aus halbrechter Position auf das Union-Tor zu, setzte den Ball mit einem Schuss aber knapp über den Kasten (90.), sei’s drum. Kurz darauf war Schluss und der Jubel war groß!

Durch den Sieg über Union rückt der DSC auf den 14. Platz vor. Der einmal mehr starke Ortega Moreno sagte nach dem Spiel bei SKY: "Jetzt genieße ich erstmal den Abend, mache mir ein kaltes Bier auf und esse eine Pizza. Und morgen lauf ich mich ganz entspannt aus." Verdient, "Tego". Und guten Durst bzw. Appetit. Drei Punkte schmecken einfach!


DSC Arminia Bielefeld:
Ortega Moreno – Brunner, Ramos, Nilsson, Laursen (63. de Medina) – Kunze, Vasiliadis – Wimmer (80. Krüger), Schöpf, Okugawa (84. Castro) – Serra (63. Klos).

1. FC Union Berlin:
Luthe – Jaeckel, Baumgartl, Heintz (57. Voglsammer) – Ryerson, Khedira (75. Möhwald), Oczipka (84. Gießelmann) – Becker, Prömel – Awoniyi (75. Endo), Michel (84. Behrens).

Tor:
1:0 (53.) Okugawa.

Gelbe Karten:
-/Jaeckel, Ryerson.

Zuschauer:
10.000 (ausverkauft)

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