1:1-Unentschieden gegen Nürnberg
Am 30. Spieltag der 2. Bundesliga erkämpft sich unsere Mannschaft ein 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg. Nach dem 0:1-Rückstand durch Mohamed Ali Zoma (8.) erzielt Tim Handwerker nach einem Freistoß den verdienten Ausgleich (81.) in der Schlussphase zum Punktgewinn. Hier geht’s zum Spielbericht.

Im Vergleich zum Spiel in Karlsruhe tauschte Cheftrainer Mitch Kniat auf vier Positionen in der Startef. Für die angeschlagenen Arne Sicker (Wadenprellung) und Robin Knoche (Infekt) sowie Taddel Momuluh und Marius Wörl stellte unser Trainer Tim Handwerker, Maximilian Großer, Jannik Rochelt und Bejamin Boakye in die Startelf. Dabei stand erst kurz vor der Partie fest, dass Momuluh (ebenfalls Infekt) und Handwerker (Knöchel) es in den Spieltagskader schaffen.
Schon vor dem Anpfiff war klar: Die 26 750 Zuschauer hatten Lust auf das Spiel, entsprechend gut war die Atmosphäre in der ausverkauften SchücoArena. Was also so richtig Vorfreude auf das Spiel machte, begann nach sieben Minuten mit einem Nackenschlag für unsere Mannschaft. Nach einem guten Beginn des DSC entwischte Nürnbergs Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma (8.) nach einem Abstimmungsfehler unserer Abwehr, steuerte allein auf das Tor von Jonas Kersken zu und schob zur Nürnberger Führung ein. Doch danach spielte vordergründig nur eine Mannschaft. Die 70 Prozent Ballbesitz nach 15 Minuten waren ein Beleg dafür. Doch noch klemmte der Vorwärtsgang etwas. Und wenn es im Strafraum gefährlich wurde, fehlte die letzte Konsequenz oder der Pfiff des Schiedsrichters, der ein Foul an Joel Grodowski (17.) nicht als Strafstoß würdig ahndete. Zudem muss Jonny zuvor auch im Abseist gestanden haben. Nürnberg setzte dafür immer wieder empfindliche Nadelstiche, vor allem durch den Torschützen Zoma, der allerdings nach 25 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste. Gute Besserung an dieser Stelle.
Gegen tief stehende Gäste war es für den DSC immer wieder schwer, gefährlich in Strafraumsituationen zu kommen. Eine der besseren Gelegenheiten hatte Semir Telalovic (30.), der sich gegen drei Nürnberger durchsetzte, dann aber an einem weiteren Abwehrbein der Franken hängen blieb. Der FCN tauchte hingegen immer mal wieder vor dem Tor von Kersken auf, auch wenn ebenso wenig Zählbares dabei herauskam. Zielstrebig dann aber die Arminia über die linke Seite durch Rochelt (34.), dessen Flanke Grodowski nur knapp nicht erreichte und den mittlerweile verdienten Ausgleich verpasste. Auf der anderen Seite war es Becker (38.), der nach einem Zuspiel von Grimaldi freistehend von der Strafraumkante verzog. Kurz vor der Pause dann ein zarter Jubelschrei, doch relativ schnell war klar, dass Boakye (43.) den Ball mit dem Hinterkopf zwar ins Tor geköpft hatte, aber auch deutlich im Abseits stand. Für den letzten Aufreger der ersten Hälfte sorgte Telalovic (45.+1), der mit dem Ball den Fünfmeterraum erreicht hatte, dann aber von Fabio Gruber abgedrängt wurde.
Zur zweiten Halbzeit kam Marius Wörl für Christopher Lannert und Boakye rückte von vorne links auf dem Feld nach hinten rechts. Roberts Uldrikis ersetze Telalovic. Eine etwas offensivere Ausrichtung, die auch gleich für mehr offensive Gefahr sorgte: Ecke von Handwerker (53.) zu Boakye, der am Sechzehner wunderbar quer durch den Strafraum zu Stefano Russo passt. Doch dem springt der Ball etwas zu weit vom Fuß. Kurz darauf hatte Mael Corboz (58.) nach einem Grodowski-Einwurf die nächste Großchance, die FCN-Schlussmann Reichelt parierte. Arminia arbeite weiter sehr intensiv gegen weiterhin tief stehende Gäste am Ausgleich! Was auch die Statistik bestätigt: 80 Prozent Ballbesitz in der zweiten Hälfte nach einer Stunde. Aber auch nach 75 Minuten ein ähnliches Bild: Nürnberg zog sich zurück, ließ Arminia immer wieder anlaufen. Der eingewechselte Momuluh sorgte dann mit einer Offensivaktion indirekt für den Ausgleich. Nach einem Foul an unserem Flügelspieler entschied Schiedsrichter Dr. Robin Braun auf Freistoß an der Strafraumgrenze. Maxi Bauer legte von dort für Handwerker (81.) ab und dieser wuchtete den Ball ins rechte Eck zum Ausgleich. Weil Rafael Lubach für den FCN in der Schlussminute eine Riesenchance nicht verwertete, pfiff Dr. Braun nach einer sechsminütigen Nachspielzeit die Partie ab.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken - Handwerker, Großer, Bauer, Lannert (45. Wörl) - Russo - Rochelt, Corboz (79. Young) - Boakye (60. Hagmann), Telalovic (45. Uldrikis), Grodowski (68. Momuluh)
1FC Nürnberg: Reichelt - Yilmaz, Lochoshvili, Gruber, Koudossou - Markhiev - Becker (70. Porstner), Fernández (70. Nzingoula) - Zoma (25. Lubach), Grimaldi (45. Scobel), Justvan (60. Baack)
Zuschauer: 26 750 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Dr. Robin Braun (Wuppertal)
Tore: 0:1 (8.) Zoma, 1:1 (81.) Handwerker
Gelbe Karten: Bauer, Russo - Fernandez
"Der Wille und die Mentalität sind immer da!"
Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg äußern sich Kapitän Mael Corboz, Jannik Rochelt, Tim Handwerker und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Jannik Rochelt: „Wir haben über die gesamte Spielzeit ein gutes Spiel gemacht, auch wenn wir früh in Rückstand geraten. Das Gegentor müssen wir besser verteidigen, dem laufen wir dann hinterher. Wir hatten zwar keine Riesenchancen, dafür aber viele Situationen, in denen die letzte Entscheidung nicht richtig war. Am Ende war es sehr gut, dass wir das Unentschieden dann noch holen. Fehler passieren, wichtig ist, dass wir dann wieder zurückkommen. Nürnberg hat sich viel auf das Verteidigen konzentriert. Das war nicht einfach. Jeder Punkt ist in unserer Lage wichtig, dieser Punkt kann noch sehr viel Wert sein.“
Tim Handwerker: „Wir sind erleichtert, dass wir den Punkt noch mitgenommen haben, der nicht unverdient war. Am Ende wird jeder Punkt wichtig sein, deswegen Kompliment an die Mannschaft, dass wir wieder einmal zurückgekommen sind. Wir haben diese Freistoß-Situation auch schon ein paar Mal trainiert, heute hat es im Spiel geklappt. Unsere Fans haben uns immer wieder getragen, das habe ich auch heute so empfunden.“
Kapitän Mael Corboz: „Es war ein schweres Spiel, weil wir sehr früh das Gegentor kassieren. In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser drin, hatten gute Lösungen und Chancen. Den Ausgleich hätten wir früher verdient. Wir wollten drei Punkte, aber wenn man spät zum Unentschieden trifft, muss man mit dem Punkt auch zufrieden sein. Nürnberg stand sehr tief, wir merken, dass wir den Gegner weh tun können. Der Wille war da, die Mentalität ist immer da. Das können wir uns nicht vorwerfen. Wir müssen weiter unseren Job machen, weiter punkten und uns für den Aufwand, den wir betreiben, belohnen. Wir haben einen Weg, den wir verfolgen und an den wir glauben.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Der Start ins Spiel war eigentlich gut, dann bekommen wir in der 8. Minute den Gegentreffer nach einem Abstimmungsfehler in der letzten Linie. Danach waren wir insgesamt etwas zu passiv. In der Halbzeit haben wir umgestellt, personell und auch auf mehreren Positionen. In der zweiten Halbzeit war es dann deutlich besser, wir haben das Zepter in die Hand genommen, hatten viel Ballbesitz, auch wenn wir uns noch mehr Torchancen hätten erarbeiten müssen. Nürnberg hat es defensiv aber auch gut gemacht. Wir hatten die Möglichkeiten, den Ausgleich früher zu erzielen, kommen dann über einen Standard zurück ins Spiel. Danach war sogar noch das zweite Tor drin, auf der anderen Seite hatte Nürnberg kurz vor Schluss auch noch eine große Chance. Am Ende steht ein 1:1. Natürlich hätten wir die drei Punkte gerne hier behalten. Jetzt gilt der volle Fokus dem Auswärtsspiel in Münster.“
Die Bilder zum Spiel
Nach dem 1:1-Unentschieden haben wir Euch die besten Bilder zum Spiel zusammengestellt.

„Dieser Zusammenhalt zeichnet uns aus!"
Am 30. Spieltag empfangen wir den 1. FC Nürnberg bei uns in der SchücoArena. Vor der Partie beantwortet unser Cheftrainer Mitch Kniat auf der Pressekonferenz die Fragen der anwesenden Medienvertreter. Bereits beim öffentlichen Training stand er Rede und Antwort. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Unser Wohnzimmer wird wieder richtig voll. Das Heimspiel gegen Nürnberg ist ausverkauft, auch unsere Gäste haben ihr komplettes Ticketkontingent ausgeschöpft. Auf der Spieltagspressekonferenz sowie beim öffentlichen Training spricht unser Cheftrainer Mitch Kniat über…
… das Personal: „Robin Knoche hatte in dieser Woche mit Fieber zu kämpfen. Vielleicht kann er morgen wieder ins Training einsteigen. Stefano Russo und Tim Handwerker waren unter der Woche ebenfalls angeschlagen, haben zuletzt aber wieder mittrainiert und sind für das Wochenende einsatzbereit. Arne Sicker hat einen Schlag auf die Wade bekommen. Da müssen wir in den kommenden Tagen noch schauen, ob es reicht.“
… den Gegner und unsere Herangehensweise: „Nürnberg ist fußballerisch eine sehr starke Mannschaft. Sie haben viele gute Einzelspieler, lösen auf engem Raum viele Situationen und haben durch ihre kurzen Abstände zueinander viele Optionen im Passspiel. Dazu bringen sie viel Tempo mit und strahlen große Torgefahr aus. Wenn wir gute Lösungen finden, können wir ihnen Probleme bereiten. Insgesamt müssen wir wieder an unser Limit kommen, im Heimspiel wieder alles geben und drei Punkte holen. Der Druck ist seit Wochen bei einhundert Prozent. Und mehr als einhundert Prozent geht nicht. Aber das kennen wir bereits, haben es in der Vergangenheit gut gelöst, als es im vergangenen Jahr um den Aufstieg ging und in dem Jahr davor um den Abstieg. Wir können damit umgehen, weil wir uns auf unsere Fähigkeiten verlassen können: Wir müssen fleißig sein, in den Duellen wach sein und von Anfang an Vollgas geben.“
… die Ligasituation: „Die Liga ist auf keinen Fall schwach. Sie ist extrem eng. Vorne spielen einige Teams um den Aufstieg, dahinter stehen nur wenige im Mittelfeld und dann gibt es acht Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen. Für Außenstehende ist das spannend, für uns als Trainer natürlich herausfordernd. Aber wir müssen das Beste daraus machen. Wenn wir in den letzten fünf Spielen voll da sind, können wir noch viel erreichen. Und genau das ist unser Plan. Entscheidend ist am Ende nur, dass wir über dem Strich stehen. Dem ordnen wir aktuell alles unter. Der volle Fokus liegt auf dem Klassenerhalt. Ich spüre bei meinen Jungs die Bereitschaft, den entscheidenden Meter mehr zu gehen und genau das müssen wir am Samstag auf dem Platz zeigen. Dann werden wir auch das Publikum wieder mitnehmen. Denn dieses Zusammenspiel macht uns extrem stark und zeichnet uns seit Jahren aus.“
Am Samstag zu Gast: Der 1. FC Nürnberg
Vor unserem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag, 18. April (13 Uhr), blicken wir auf unseren Gegner aus Bayern. Beim letzten Aufeinandertreffen in Bielefeld gab es ein 2:2-Unentschieden in unserem Wohnzimmer. Damals fiel der entscheidende Gegentreffer per Strafstoß kurz vor dem Schlusspfiff.

So sieht es aktuell aus: Beide Trainer haben zusammen vor einigen Jahren den 67. Trainer-Lehrgang der DFB-Akademie absolviert und sind seitdem sehr wertschätzende Kumpel. Mit dabei waren damals auch Ex-Bundesligaprofis wie Hanno Balitsch, Andreas "Zecke" Neuendorf oder auch Tobias Schweinsteiger. Während wir noch am Klassenerhalt arbeiten, dürften sich die „Glubberer“, in unseren Breiten auch „Clubberer“ gesprochen, auf Platz 9 mit aktuell 37 Zählern aller etwas sicherer fühlen. Hauptaugenmerk unserer Abwehr sollte am Wochenende auch auf Mohamed Ali Zoma liegen. Namentliche Ähnlichkeiten zu unserem früheren Stürmer Sibusiso Zuma sind rein zufällig. Der 22-Jährige mit der spannenden Doppel-Staatsbürgerschaft Italien/Elfenbeinküste traf schon zehnmal. Kopfballtore waren angesichts seiner Körpergröße von 1,74 Meter nur wenige dabei. Perfekter Aufleger und fast ebenso erfolgreicher Vollstrecker ist Julian Justvan mit 14 Scorerpunkten (7 Tore/7Vorlagen).
Face to face: Rückblick auf das Hinspiel: Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte und starken letzten 30 Minuten störten eigentlich nur die elf Minuten nach dem Seitenwechsel und die zwei entscheidenden Gegentreffer zur 0:2-Niederlage. Unsere Heimbilanz gegen den Club liest sich ganz ordentlich, vergessen wir mal die 10er-Jahre als wir zuhause zwischen 2011 und 2016 ein 1:5, ein 0:4 und ein 1:3 kassierten. Denn seit 2016 sind wir in unserem Wohnzimmer gegen den 1. FCN ungeschlagen. Zuletzt gabs 2023 ein 2:2.
Kommen und Gehen: Tim Handwerker hat eine ansehnliche fränkische Vergangenheit. Er spielte viele Jahre für den Club und lief zwischen 2019 und 2024 insgesamt 114-mal für den Zweitligisten auf. Der gebürtige Bergisch-Gladbacher hatte in der Zeit sogar sieben Einsätze für die U21-Nationalmannschaft.
Im Winter holte sich der Club drei internationale Verstärkungen: Rabby Nzingoula aus Strasbourg, vom kroatischen Verein Osijek kam Armenier Styopa Mkrtchyan. Javier Fernandez wechselte zwar vom FC Bayern München ins Frankenland, ist aber gebürtiger Spanier.
Zahlen, bitte: Was Hoffnung auf Bielefelder Tore macht: Nürnberg blieb in den bisherigen 29 Spielen nur dreimal ohne Gegentreffer – Platz 18 in dieser Statistik.
Mit einem Durchschnittsalter von gerade mal 23,4 Jahren ist der Kader der Nürnberger der jüngste der gesamten zweiten Liga.
Fun-Facts:
Meister-Abstieg: 1968 wurde der Club Deutscher Meister – und stieg 1969 mit Trainer Max Merkel als Titelverteidiger direkt wieder ab. Bis heute eine einzigartige Entwicklung.
Rugby-Fußball: Am 4. Mai 1900 trafen sich 18 junge Männer, um Rugby zu spielen. Da man für einen Rugby-Verein aber 30 Leute brauchte, beschlossen sie kurzerhand: „Dann spielen wir halt Fußball.“ Der Club war somit gegründet und gewann schon neun Jahre später seine erste Deutsche Meisterschaft.
Eiskalte Rivalen: In den 1920er Jahren war die Rivalität zwischen dem FCN und SpVgg Fürth so extrem, dass sie sogar die Nationalmannschaft spaltete. Beim Länderspiel 1924 gegen die Niederlande standen ausschließlich Spieler der beiden Clubs auf dem Platz. Die Stimmung war aber so eisig, dass beide Fraktionen in getrennten Eisenbahnwaggons anreisten und sich anschließend im Hotel konsequent ignorierten. Das Spiel ging übrigens 1:0 aus, das Tor erzielte ein Nürnberger.

































