2:0-Auswärtssieg in Magdeburg
Nach 189 Tagen gab es am 22. Spieltag der zweiten Bundesliga mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Magdeburg wieder einen Auswärtssieg. Und dieser war hart erarbeitet und unterm Strich auch absolut verdienten für unsere Arminia! Damit bleibt unsere Mannschaft seit vier Spielen unbesiegt!

Eigentlich gab es wenige Argumente, die siegreiche Elf aus dem Spiel gegen Braunschweig zu ändern. Deshalb schickte Cheftrainer Mitch Kniat exakt dieselben elf Spieler zu Beginn gegen Magdeburg auf den Rasen, die gegen die Eintracht vor einer Woche 3:2 gewannen. Und fast noch eine Parallele: Gegen Braunschweig fiel der erste Treffer nach nur 31 Sekunden, gegen den 1. FCM hätte es um ein Haar nach 180 Sekunden geklingelt. Magdeburg klärte einen Einwurf genau auf den Fuß von Stefano Russo, der einfach mal draufhielt und das linke Lattenkreuz traf! Erste Großchance schon nach wenigen Minuten. Arminia auch in der Folgezeit am Drücker und sichtlich bemüht, dem Dreier gegen Braunschweig einen weiteren folgen zu lassen. Doch sowohl Jannik Rochelt (6.) als auch Christopher Lannert (9.) scheiterten aus aussichtreicher Position. Nach zehn Minuten waren dann auch die Gastgeber im Spiel und hatte über die Achse ihrer beiden erfolgreichsten Scorer die erste Gelegenheit: Über Baris Atik landete der Ball bei Magdeburgs Tot-Torschützen Mateusz Zukowski (10.), der das rechte Toreck nur knapp verfehlte.
Gefahr bei Arminia oft, wenn Taddel Momuluh im Spiel war. Im Zusammenspiel mit Roberts Uldrikis klauen sie den Magdeburgern den Ball an der Strafraumgrenze, der Ball landet bei Marius Wörl (28.). Doch der macht eine Schleife zu viel, sodass ein Magdeburger sich in den Weg stellen kann. Doch der DSC legt nach und mit der nächsten Chance zur Führung! Ein langer Einwurf von Tim Handwerker landet bei Mael Corboz (29.), der frei zum Schuss kommt. Doch Reimann im Magdeburger Tor kann das Leder mit einer Glanzparade gerade noch entschärfen. Doch aller guten Chancen sind drei! Eine wie so oft perfekt geschlagenen Ecke von Handwerker landet auf dem Kopf von Maximilian Bauer. Und der Abwehrchef wuchtet das Ding unhaltbar zur Führung ins Netz! Zu diesem Zeitpunkt hochverdient!
Doch Arminia will mehr und hätte um ein Haar einen Elfmeter bekommen. Momuluh (33.) wird am Fünfmeterraum von Jean Hugenot am Arm gehalten und zu Boden gezerrt. Für Schiedsrichter Marc Philip Eckermann aber zu wenig für einen Strafstoß. Das zweite Tor für uns nur eine Frage der Zeit? Doch Magdeburg hat etwas dagegen, kontert und kommt durch Rayan Ghrieb (38.) und Zukowski (39.) zu gefährlichen Abschlüssen, aber ohne nachhaltigen Erfolg. Und dennoch entfachen die Sachsen zum Ende der ersten Hälfte eine Energie, die bis dahin noch keinen Schaden angerichtet hat. Die beste Gelegenheit vergibt mit dem Pausenpfiff Atik, der einen Freistoß aus 18 Metern knapp über den Querbalken zirkelt.
Gleich zu Beginn von Hälfte zwei eine tolle Aktion unsere Arminia: Uldrikis` Pass zu Corboz landet bei Momuluh (46.). Doch Taddel bekommt den Ball im Strafraum nicht ganz unter Kontrolle – das hätte gefährlich werden können! Glück dann nach einer Stunde: Russo holt sich nach einem Foul seine vierte gelbe Karte ab. Und den Freistoß schnappt sich wieder Atik, der pustet einmal durch und trifft die Querlatte - Magdeburg nähert sich an! Und probiert aus mit voller Wucht: Der eingewechselte Tachie (67.) hält aus 16 Metern drauf, Jonas Kerksen ist zur Stelle und pariert glänzend. Magdeburg arbeitet am Ausgleich! Doch Arminia sorgt für Entlastung: Doch ein Schuss Uldrikis (71.) wird soeben noch zur Ecke geklärt, die wiederum Bauer per Kopf knapp neben das Tor setzt. Arminia mittlerweile mit einer Fünfer-Abwehrkette um den Sieg nach Hause zu bringen. Die eingewechselten Joel Grodowski und Noah Sarenren Bazee sollen in den Schlussminuten für Entlastung sorgen. Und Jonny macht gleich ordentlich Tempo über links, über Rochelt kommt das Leder gefährlich zu Sarenren Bazee (84.), der vor dem Tor aber zu spät an den Ball kommt. Besser macht es Benjamin Boakye! Einen wunderbaren Konter wieder über Grodowski und Sarenren Bazee vollendet der 20-Jährige (88.) mit seinem ersten Saisontreffer zum 2:0. Der Deckel ist drauf! Weiter geht’s am Freitag (18.30 Uhr) zum Tabellenschlusslicht Greuther Fürth.
1. FC Magdeburg: Reimann – Nollenberger, T. Müller, Hugonet, Musonda (89. Hercher) – Ulrich (80. Michel), Mathisen, Stalmach (79. Hercher) – Atik, Zukowski (89. Breunig), Ghrieb (64. Tachie)
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Knoche, M. Bauer, Lannert (71. Boakye) – Wörl (71. Mehlem), Russo, Corboz (90+1 Yasar) – Rochelt, Uldrikis (79. Sarenren Bazee), Momuluh (80. Grodowski)
Schiedsrichter: Marc Philip Eckermann (Winnenden)
Zuschauer: 22 800
Gelbe Karten: Ghrieb, Mathisen – Lannert (4), Russo (4)
Tore: 0:1 (32.) Bauer, 0:2 (88.) Boakye
„Die Unterstützung fühlt sich unglaublich gut an!"
Nach dem 2:0-Auswärtssieg stellen sich Maximilian Bauer, Stefano Russo, Jonas Kersken und Cheftrainer Mitch Kniat den Fragen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Stefano Russo: „Es war ein wichtiger Sieg heute. Wir haben uns viel vorgenommen, alles reingehauen und jeder war vor allem defensiv zu einhundert Prozent voll da. Es war wichtig für uns in Führung zu gehen. Wir haben Standards und die Ecken trainiert. Bauer steigt perfekt hoch und wir gehen in Führung. Uns war klar, dass Magdeburg auch mal zu Chancen kommen würde. Auch der Ballbesitz für sie war abzusehen, es wurde aber nicht allzu gefährlich. Die Einwechselspieler machen es super und ich freue mich besonders für Benny und seinen Treffer.“
Maximilian Bauer: „Es war ein Arbeitssieg, aber wir haben sehr gut verteidigt und uns den Sieg auf jeden Fall verdient. Ich freue mich natürlich über das Tor, den Treffer bekomme ich auch perfekt serviert. Der Sieg war sehr wichtig, aber wir wissen, wie eng es ist. Wir müssen weiter punkten und das ist jedem auch bewusst. Wir verfallen jetzt nicht in Euphorie. Es ist eine kurze Woche und dann geht’s direkt wieder weiter in Fürth. Ich wurde hier sehr gut aufgenommen, mit den Siegen steigt natürlich auch das Selbstbewusstsein der Mannschaft.“
Jonas Kersken: „Wir haben in den vergangenen Wochen immer ein Tor bekommen, da tut es auch mal gut, zu Null zu spielen. Zusammen mit einem Sieg gibt es für einen Torwart nichts Schöneres. Es war ein sehr erwachsenes Spiel von uns, in dem wir ein frühes Tor erzielen und den Gegner dann ein wenig kommen lassen. Dann haben wir versucht Nadelstiche zu setzen und legen das Zweite nach. Die Unterstützung fühlt sich unglaublich gut an. Sie reisen überall mit hin, wir stehen eng zusammen, deswegen ist es ein sehr gutes Gefühl mit ihnen diesen Sieg zu feiern.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Ich habe eine sehr gute Partie gesehen, in die wir gut reingekommen sind. Das Tor vor der Halbzeit war extrem wichtig. Uns war klar, dass der Gegner uns im zweiten Durchgang auch einmal reindrücken würde. Deswegen war auch klar, dass die Stürmer sehr viel mitarbeiten müssen. Keiner war sich zu schade, diese extra Meter zu machen. Hinten heraus haben uns die eingewechselten Spieler die nötige Entlastung gebracht und so fällt dann auch das Zweite. Wichtig war, dass wir auch zu null spielen. Wenn wir das gesamte Spiel sehen, haben wir verdient gewonnen.“
Die Bilder zum Spiel
Nach dem 2:0-Erfolg beim 1. FC Magdeburg haben wir die besten Bilder des Spiels für Euch zusammengefasst.

"Wir müssen gallig und hungrig sein"
Vor unserem Auswärtsspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Sonntag, 15. Februar (13:30 Uhr), stellt sich unser Cheftrainer in der Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Mit großer Unterstützung reisen wir am Sonntag nach Magdeburg. Rund 2.600 Fans werden uns begleiten. Es wird auch eine Tageskasse vor Ort geben. Vor dem Duell spricht unser Cheftrainer Mitch Kniat über…
…das Personal: „Bis auf Joel Felix sind alle Spieler einsatzbereit. Taddel Momuluh und Noah Sarenren Bazee wurden unter der Woche noch etwas gesteuert, nachdem sie nach einem Pressschlag Probleme am Fuß hatten. Beide sind wieder fit und für Sonntag auch einsatzbereit. Einzelne Spieler werden zudem in der 2. Mannschaft eingesetzt, um im Rhythmus zu bleiben und Spielzeit zu sammeln. Das ist wichtig, wir brauchen jeden Einzelnen auch für die zukünftigen Aufgaben."
…den Gegner und unsere Herangehensweise: „Magdeburg spielt einen sehr guten Fußball und ist aktuell im Flow. Sie haben viel Ballbesitz und arbeiten mit vielen Positionswechseln. Da sind wir gegen den Ball extrem gefordert und müssen an unsere Grenzen gehen. Nach dem Sieg in der vergangenen Woche arbeiten wir genauso hart weiter. Die drei Punkte haben uns gutgetan, dürfen aber nichts an unserer Trainingsintensität ändern. Da müssen wir dranbleiben und nachlegen. Wir müssen gallig und hungrig sein und die Zweikämpfe suchen. Entscheidend ist es, von der ersten Minute an da zu sein, idealerweise wieder früh in Führung zu gehen und über 90 Minuten konzentriert zu bleiben. Dann bin ich überzeugt, dass wir erneut punkten können. Wichtig ist, dass wir als geschlossenes Kollektiv auftreten.”
..den Rückhalt der Fans: „Die Unterstützung unserer Fans tut uns aktuell enorm gut. Am vergangenen Wochenende ist der Funke von der Tribüne auf den Rasen übergesprungen. Mit diesem Rückenwind wollen wir jetzt nach Magdeburg und Fürth fahren. Es ist beeindruckend, wie viele uns auch auswärts begleiten.”
Die vollständige Pressekonferenz könnt Ihr über ArminiaClubTV nachschauen:
Zu Gast in der Avnet-Arena
Am Sonntag, 15. Februar, gastieren unsere Profis beim 1. FC Magdeburg. Anstoß in der Avnet-Arena ist um 13:30 Uhr. Wir werfen einen Blick auf unseren Gegner aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts.

So sieht’s aktuell aus: Wer aktuell besonders im Fokus steht, ist Mateusz Zukowski. Der Offensivspieler erzielte beim spektakulären 5:4 gegen Greuther Fürth innerhalb von nur 18 Minuten einen Dreierpack. 5:1 stand es nach nur 33 Minuten. Insgesamt stehen beim 24-Jährigen schon neun Treffer in dieser Saison in der Statistik. In der Saison 2021/22 hatte Zukowski bereits einen sehr beachtlichen Erfolg: Mit den Glasgow Rangers wurde er schottischer Pokalsieger. Im Sommer wechselte der gebürtige Pole von Slask Wroclaw nach Magdeburg. Ebenfalls sehr beachtenswert ist die Bilanz von Baris Atik, der in dieser Spielzeit bereits acht Treffer für Magdeburg auflegte.
Face-to-face: Die Bilanz der direkten Duelle ist noch überschaubar: Sechs Pflichtspiele gab es zwischen den beiden Mannschaften. Drei Siege für unsere Arminia, zwei für Magdeburg. Bei den drei Partien in Magdeburg gab es 2005 ein 2:0 im DFB-Pokal, ein 0:0 im September 2018 und ein folgenschweres 0:4 am 28. Mai 2023, das uns am Saisonende den Relegationsplatz einbrachte. Am Sonntag bietet sich die perfekte Gelegenheit, diese Niederlage wieder gutzumachen. Auf geht’s Arminia, kämpfen und siegen!
Kommen und Gehen: Nach einer äußerst aktiven Transferphase im Sommer 2025 mit zehn Neuzugängen hielt sich der FCM im Winter zurück. Einziger Zugang: Stürmer Richmond Tachie vom 1. FC Kaiserslautern.
Verbindungen zwischen beiden Clubs gibt es ebenfalls: Besonders hervorzuheben ist Marcus Wuckel, der bei beiden Vereinen sehr erfolgreich gespielt hat. In Magdeburg spielte er von 1985 bis 1991 beim FCM und erzielte 47 Tore in 116 Spielen. Anschließend wechselte er zu unserer Arminia und legte zwischen 1993 und 1995 eine ähnlich beeindruckende Bilanz hin: In 50 Spielen traf er 25 Mal.
Stefan Krämer war ebenfalls bei beiden Teams tätig. Zwischen 2011 und 2014 gelang ihm als Trainer der Zweitliga-Aufstieg mit dem DSC. Legendär ist noch immer sein Arminia-Tattoo, das er sich nach einer verlorenen Wette auf seine Brust stechen ließ. 2019 stand er für ein halbes Jahr in Magdeburg an der Seitenlinie.
Zahlen, bitte: Was Mut macht für das Spiel am Sonntag: Magdeburg ist wahrlich keine Heimmacht. Von ihren 23 Zählern holte der 1. FCM nur sieben im eigenen Stadion. Den bislang letzten seiner beiden Heimsiege feierte der FCM im November mit einem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg.
In einer Statistik sind die Magdeburger an der Spitze der 2. Liga. Bei der Anzahl der zielgenauen langen Bälle liegen sie mit rund 34 pro Spiel weit vor dem Rest der Liga.
Fun Facts (dieses Mal aus der Geschichte des Vereins): Der 1. FC Magdeburg ist ein noch relativ junger Verein. Am 22. Dezember 1965 wurde er durch die Ausgliederung aus dem SC Magdeburg gegründet. Dafür gelang den Sachsen schon neun Jahre später der bis heute größte sportliche Erfolg: 1974 gewann der 1. FCM das Finale im Europapokal der Pokalsieger gegen den AC Mailand mit 2:0.
Das Wohnzimmer der Magdeburger hieß in grauer Vorzeit noch Ernst-Grube-Stadion und bot Platz für 40 000 Fans. Kleiner Exkurs in die Geschichte: Ernst Grube war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und starb am 14. April 1945 im KZ Bergen-Belsen. Anfang der 2000er Jahre folgte dann der Abriss und Neubau sowie die Eröffnung 2006. Aktuell fasst das Stadion 27 000 Zuschauer und wurde nach einem regionalen Telekommunikationsunternehmen auf den Namen „MDCC-Arena“ getauft. Der Tradition halber bekam das Stadion 2018 zusätzlich den Ehrennamen „Heinz-Krügel-Stadion“ – zu Ehren des legendären Meistertrainers aus den 70er Jahren. Am 1. Juli 2024 wurde die Anlage zur Avnet Arena unbenannt.































