Arminia Bielefeld
2 : 2
Holstein Kiel
Fr., 23.01.2026 18:30

2:2-Unentschieden gegen Holstein

Am 19. Spieltag der 2. Bundesliga gelingt unserer Mannschaft nach einem 0:2-Halbzeitstand mit einer extremen Energieleistung ein verdientes 2:2-Unentschieden. Jonny Grodowski und Noah Sarenren Bazee erzielen die Tore zum Ausgleich, Kapitän Mael Corboz und Marius Wörl scheitern im zweiten Durchgang denkbar knapp an der Latte. Hier geht’s zum Spielbericht.

Aller guten Dinge sind drei: Mit allen drei Neuzugängen begann Cheftrainer Mitch Kniat die Partie. Jannik Rochelt feierte so sein Startelf-Debüt. Dazu stand Leon Schneider wieder von Beginn an in der Abwehr. Marius Wörl und Maximilian Großer rotierten dafür auf die Ersatzbank. Bei eisigen Temperaturen kam unsere Arminia deutlich schneller auf Betriebstemperatur, lief die Kieler sehr hoch an, was Eindruck gemacht zu haben schien. Denn die Gäste brauchten lange, um sich zu sortieren. Der erste Schuss durch Steven Skrzybski (7.) aus 17 Metern deshalb nicht mehr als eine Annährung. Etwas Vielversprechender wurde es vier Minuten später. Nach einer Flanke von John Tolkin rauschte Phil Harres mit dem gestreckten Bein aber knapp am Ball vorbei. Auch wenn unsere Arminia in dieser Phase optisch mehr vom Spiel hatte, die Aktionen vorm Tor gehörten den Gästen: Doch auch Therkelsen (15.) fand nach feinem Dribbling in Jonas Kersken seinen Meister. Bitter dann für Joe Felix (16.): Unser Abwehrspieler musste nach einer Schulterverletzung frühzeitig durch Großer ersetzt werden. Und der brachte die erste gefährliche Bielefelder Aktion auf den Weg. Mit seinem Zuspiel zog Taddel Momuluh (21.) auf rechts auf und davon, die anschließende Flanke fand aber keinen Abnehmer. Dafür hatte Rochelt (22.) nur Sekunden später die Führung auf dem Fuß: Ein perfektes Zuspiel unserer Neuen im Strafraum, doch nach Pass von Semir Telalovic verzog Rochelt knapp, außerdem stand er ebenso knapp im Abseits. Arminia nun deutlich besser im Spiel und mit der großen Lust auf die Führung. Die allerdings nach einer halben Stunde gründlich verdorben wurde. Eine scharfe Flanke von Therkelsen erwischte Schneider (34.) beim Klärungsversuch gegen Niklas Niehoff maximal unglücklich, so dass das Leder ins eigene Tor rutschte. Die Kieler weiter auf dem Vormarsch, zunächst konnte ein Schlenzer von Niehoff (41.) aus 18 Metern soeben noch von einem Abwehrbein zur Ecke geklärt werden. Nichts zu klären gab es dann mit dem Pausenpfiff: Die Gäste erzielten nach einer Niehoff-Ecke durch Ivan Nekic den 0:2-Halbzeitstand. 

Doch aus der ging es mit frischem Schwung wieder raus: Erste Aktion, erste kleine Chance. Momuluh zielte jedoch nicht genau genug. Doch unsere Arminia nun deutlich schwungvoller, und immer wieder mit Nadelstichen. Lannerts Schuss (49.) aus der Drehung konnten die Kieler im letzten Moment noch blocken. Der Anschlusstreffer lag in der Luft. Momuluh (52.) umspielte gleich zwei Kieler und hatte acht Meter vorm Tor die Großchance, doch Holstein-Torwart Jonas Krumrey fing den Ball, ließ ihn dann aber aus den Armen rutschen. Das Leder ging haarscharf am Kasten vorbei. Kurz danach wieder Momuluh! Taddel ( 54.) eroberte die Kugel und hielt aus 14 Metern drauf. Pech, dass sich Nekic in letzter Sekunde in den Schuss warf. Zählbares in Schwarz-Weiß-Blau mittlerweile überfällig! Kiel mit kleineren Aktionen. Doch sowohl Harres als auch Therkelsen scheiterten an Kersken oder dem Außennetz.

Unsere Belohnung dann nach 68 Minuten! Der eingewechselte Wörl wird von Nekic, der dafür Gelb Rot kassiert, im Strafraum gefoult. Joel Growodski (70.) bringt uns vom Elfmeterpunkt endgültig zurück ins Spiel. Die letzten 20 Minuten in Überzahl, Zeit zumindest für den Ausgleich. Und den hat dann Wörl im Visier. Doch sein Schuss knallt satt gegen die Latte (73.). Anschließend geht Grodowski im Strafraum zu Boden, doch Schiedsrichter Lars Erbst entscheidet auf Schwalbe – Gelb für Grodowski. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung. Das Spiel kennt aber weiter nur eine Richtung, mit bis zu 70 Prozent Ballbesitz für unsere Mannschaft und rund 25.000 Zuschauern im Rücken. Eine Flanke nach der nächsten findet ihren Weg in den Strafraum. Und wie schon im Hinspiel trifft der zuvor eingewechselte Noah Sarenren Bazee (87.) zum hochverdienten Ausgleich nach einer Kopfballvorlage von Roberts Uldrikis! Der Dramatik letzter Akt in der sechsminütigen Nachspielzeit: Ein Lattentreffer von Mael Corboz (90.+5). Am Ende behalten wir nicht nur einen wichtigen Punk in Bielefeld, sondern nehmen aus diesem Spiel auch viel Kraft mit für die nächste Aufgabe am 1. Februar (13.30 Uhr) in Dresden.

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Felix (16. Großer), M. Bauer, L. Schneider (46. Lannert) – Sicker, Corboz, Russo, Momuluh – Rochelt (64. Wörl), Telalovic (64. Uldrikis), Grodowski (86. Sarenren Bazee)

Holstein Kiel: Krumrey – Tolkin, Ivezic (66. Komenda), Zec, Nekic – Meffert – Therkelsen (74. Rosenboom), Tohumcu (58. Davidsen), Skrzybski (67. Kapralik), Niehoff – Harres (74. Schwab)

Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)

Zuschauer: 24 886

Gelbe Karten: Grodowski - Nekic, Ivezic

Gelb Rot: Nekic (69.)

Tore: 0:1 (34., Eigentor) Schneider, 0:2 (45.+2) Nekic, 1:2 (70., Foulelfmeter) Grodowski, 2.2 (87.) Sarenren Bazee

 

 

"Die Jungs sind eine Einheit mit viel Charakter!"

Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Holstein Kiel äußern sich unser Cheftrainer Mitch Kniat, Kapitän Mael Corboz, Sarenren Bazee, Jonny Grodowski und Sportgeschäftsführer Michael Mutzel vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Mael Corboz: „Zu Beginn der ersten Halbzeit waren wir da, wurden aber für jeden Fehler direkt bestraft. Gerade bei Standards müssen wir es besser verteidigen. Das ist die 2. Liga. In der zweiten Halbzeit haben wir dann unsere Power gezeigt und sind mutig aufgetreten. Aus dem Spiel können wir viel Positives mitnehmen. Wir kennen diese Situation, müssen gemeinsam stärker aus dieser Phase herauskommen, weiter an uns glauben und alles reinwerfen. Genau das haben wir heute auch gezeigt.“

Noah Sarenren Bazee: „Wir haben Charakter gezeigt und uns nicht hängen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt. In der ersten Halbzeit lagen wir unglücklich zurück, am Ende haben wir das Beste daraus gemacht. Jetzt heißt es weiter hart arbeiten und wieder anfangen, Spiele zu gewinnen. Die Leichtigkeit und das Selbstvertrauen müssen wir uns erarbeiten.“

Jonny Grodowski: „Die erste Halbzeit war in meinen Augen ausgeglichen, die Gegentore bekommen wir aber viel zu einfach. In der Pause haben wir uns gesagt, dass wir nichts zu verlieren haben und alles investieren müssen. Dafür haben wir uns belohnt. In der zweiten Halbzeit haben wir das Gesicht gezeigt, das man von uns kennt und das wir Woche für Woche auf den Platz bringen wollen.“

Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir haben in der ersten Halbzeit zwei Tore bekommen, die zu einfach fallen. Viele Teams geben sich nach so einem Rückstand zur Halbzeit auf. Aber die Jungs haben gezeigt, dass sie eine Einheit sind und extrem viel Charakter haben. Am Ende hätte es sogar komplett in unsere Richtung kippen können. Ich muss die ganzen 90 Minuten bewerten und dann ist es ein verdienter Punkt. Wir müssen das Positive sehen, wir sind gut zurückgekommen, die Körpersprache war in der zweiten Halbzeit extrem gut, wir haben alles reingehauen und konnten uns auf jeden Einzelnen verlassen. Wir sind verantwortlich für die Stimmung im Stadion. Und wenn man die Leistung bringt, sieht man, dass man sich auf unsere Fans immer verlassen kann.“ 

Michael Mutzel: „Die erste Halbzeit war insgesamt sehr umkämpft und auf Augenhöhe, abgesehen von den zwei entscheidenden Momenten. Umso wichtiger war, dass wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind. Das zeichnet diese Mannschaft aus. Gegen einen wirklich guten Gegner haben wir eine starke Leistung gezeigt und Moral bewiesen. Dieses gute Gefühl aus der Schlussphase nehmen wir mit.“

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach der 2:2-Unentschieden gegen Holstein Kiel am ersten Heimspiel der Rückrunde haben wir die Bilder für Euch zusammengefasst.

 

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"Ich bin überzeugt von meiner Mannschaft!"

Vor unserem Heimspiel am Freitag, 23. Januar (18:30 Uhr), gegen Holstein Kiel stellt sich unser Cheftrainer Mitch Kniat bei der Spieltagspressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben seine Aussagen für Euch zusammengefasst.

Zum Flutlichtspiel am Freitagabend erwarten wir rund 25.000 Zuschauer in der SchücoArena. Der Heim-Auftakt in die Rückrunde wird um 18:30 Uhr angepfiffen, die Stadiontore öffnen bereits um 17 Uhr. 

Das sagt unser Cheftrainer Mitch Kniat während der Spieltagspressekonferenz über… 

… das Personal: „Joel Felix wurde in dieser Woche etwas gesteuert, da er noch Probleme mit der operierten Nase hatte. Jonny Grodowski konnte heute aus persönlichen Gründen nicht am Training teilnehmen. Alle anderen Spieler waren normal im Trainingsbetrieb. Wir können am Freitag aus den Vollen schöpfen. Das ist eine gute Situation, jeder hat Woche für Woche die Möglichkeit, wieder in den Spieltagskader zu rücken. Die Jungs, die vergangene Woche nicht dabei waren, haben eine super Reaktion gezeigt. Genau darauf kommt es an. Dadurch machen sie es mir noch schwerer, für den kommenden Spieltag Entscheidungen zu treffen.“

… Roberts Uldrikis: „Mich freut es sehr, dass er wieder auf dem Platz steht. Er hatte eine lange Leidenszeit, die er sehr gut überwunden hat, um jetzt noch fitter wieder auf dem Rasen zu stehen. Er war immer nah an der Mannschaft, egal zu welchem Zeitpunkt er die Reha absolviert hat. Er ist ein absoluter Musterprofi, er hat nie den Anschluss verloren, hat immer alles gegeben und sehr viel investiert. Dafür muss ich ihm ein großes Lob aussprechen. Er ist für uns natürlich eine gute Option mehr, ein Spielertyp, den wir so in der Hinrunde nicht hatten.“

… den Gegner und unsere Herangehensweise: „Holstein Kiel zeichnet sich durch eine sehr hohe Laufintensität aus und läuft den Gegner konsequent hoch an. Es ist eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen deshalb viele Lösungen finden. In der vergangenen Woche haben wir zu wenig Torchancen herausgespielt. Genau dort liegt unser Fokus. Wir müssen häufiger in die Box kommen, Tore erzwingen und mehr Standardsituationen generieren. Gleichzeitig gilt es, die Stabilität gegen den Ball, die wir in den letzten Wochen gezeigt haben, beizubehalten.“

… die aktuelle Situation:  „Wir haben eine schwierige Phase, sind uns der Lage aber natürlich bewusst. Die 2. Bundesliga ist extrem anspruchsvoll, jeder kann jeden schlagen. Wir mussten uns neu sortieren, Dinge anpassen und umstellen. Wir arbeiten jeden Tag hart und bereiten uns intensiv auf die Gegner vor. Dennoch haben wir Themen, an denen wir arbeiten müssen, um mehr Torchancen zu kreieren. Schlechte Phasen gehören dazu, aber in unseren Spielen gibt es immer auch Sachen, die gut laufen. Ich bin überzeugt von meiner Mannschaft, dass wir diese Situation gemeinsam lösen und das Blatt wenden können. Das werden wir gemeinsam mit unseren Fans schaffen.“

„Störche" zu Gast in der SchücoArena

Am Freitag reist Holstein Kiel in unsere heimische SchücoArena. Die vergangenen sieben Duelle haben wir allesamt für uns entschieden. Wir blicken auf unseren kommenden Gegner.

So sieht es aktuell aus: Holstein Kiel ist mit einem gelungenen Start ins neue Jahr in die Rückrunde gegangen. Beim 2:0-Erfolg gegen den Aufstiegs-Aspiranten SC Paderborn zeigten die Störche eine reife Leistung. Besonders zwei Neuzugänge standen dabei im Fokus: Rückkehrer Jonas Meffert, der vom Hamburger SV an die Förde wechselte, sowie Umut Tohumcu von der TSG Hoffenheim hatten einen wesentlichen Anteil am ersten Dreier im neuen Jahr. Was die Nordlichter schwer ausrechenbar macht: Die bislang 22 Saisontore verteilen sich auf 14 verschiedene Spieler. Erfolgreichster Torschütze ist aktuell David Zec mit vier Treffern. Auch Alexander Bernhardsson gilt es im Blick zu behalten. Der Offensivspieler bereitete bereits sechs Tore vor und sorgt immer wieder für Gefahr. Außerdem könnte es am Freitag robust zugehen. Mit durchschnittlich 14 Fouls pro Partie zählen die Kieler zur Top3 der Spielklasse.

Kommen und Gehen: Mit Arne Sicker haben wir einen Spieler im Kader, der die Kieler besonders gut kennt. Zwischen 2016 und 2019 spielte unser Verteidiger an der Küste. Damit ist er aber bei weitem nicht der Einzige mit einer gemeinsamen Vergangenheit. Auch Janni Serra, Michael Molata, Tim Danneberg, Tim Jerat, Francky Sembolo und Masaya Okugawa trugen bereits beide Trikots. Auch unser Videoanalyst Philipp Heithölter spielte ab 2005 zwei Jahre lang für Holstein.

Face to Face: Ein Blick auf die Statistik macht Mut. Die vergangenen sieben Spiele haben wir allesamt für uns entschieden! Auch in der gemeinsamen Zweitliga-Historie spricht die Bilanz mit neun Siegen aus 13 Spielen für unsere Mannschaft. Zuhause blieb Arminia gegen die Störche bislang sogar ohne Niederlage. 

Zahlen, bitte: Holstein Kiel wurde 1912 Deutscher Meister. Bis zum ersten Bundesliga-Auftritt dauerte es allerdings über ein Jahrhundert. Erst 2024 spielten die Störche erstmals im Oberhaus.

Fun-Fact am Rande: Etwas ganz Besonderes ist die offizielle Partnerschaft der Kieler mit dem US-Club San Francisco Glens SC. Die Amerikaner spielen in der USL League Two. Das Maskottchen der Kieler ist der Storch, ein in Schleswig-Holstein typischer Zugvogel. Er steht für Heimat und die Rückkehr nach Hause.

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