Hertha BSC
1 : 1
Arminia Bielefeld
Fr., 19.12.2025 18:30

1:1-Unentschieden in Berlin

Am letzten Spieltag der Hinrunde holt unsere Mannschaft einen ganz wichtigen und verdienten Auswärtspunkt bei Hertha BSC. Bis weit in die Nachspielzeit sah es im Olympiastadion nach einer Niederlage aus. Doch dann kam Stefano Russo und traf mit einem Traumtor in den Winkel zum verdienten 1:1 (0:1. Toni Leistner hatte bei den Hauptstädtern zuvor Rot gesehen.

Unser Cheftrainer Mitch Kniat tauschte zweimal im Vergleich zum 0:0 gegen Kaiserslautern: Felix Hagmann und der wiedergenesene Leon Schneider (nach Magen-Darm-Infekt) standen in Berlin in der Startelf für Benjamin Boakye und Marvin Mehlem, die zunächst auf der Bank Platz nahmen. Joel Grodowski musste wegen einer Grippe in Bielefeld bleiben, Arne Sicker aus Berlin krankheitsbedingt wieder abreisen.

Auch wenn unser Trainer keinen Vergleich zum Pokalfinale an selber Stelle ziehen wollte, waren die äußeren Bedingungen auf jeden Fall ähnlich stark. Denn rund 45 000 Fans, darunter gut 4.200 Arminen verpassten dem letzten Spiel in diesem Kalenderjahr einen tollen Rahmen. Den ersten Hauch einer Chance hatten die Gastgeber durch Linus Gechter (6.), der das Leder unbedrängt bis zum Strafraum dribbelte. Sein Schuss aus halbrechter Position zischte aber knapp am Pfosten vorbei. Was einen netten Abend versprach, war die tolle akustische Unterstützung unsere Fans, die deutlich im weiten Rund zu hören waren. Und die sahen eine hoch aufgerückte Arminia, die in der Anfangsphase ansonsten wenig zuließ. Sieht man mal von einem Schuss von Fabian Reese (16.) aus halbrechter Position ab. 

Die Arminia näherte sich in den ersten 20 Minuten dreimal mit einem Freistoß aus dem Halbfeld dem Berliner Tor. Richtig nah kam Noah Sarenren Bazee dem Kasten, doch eine Flanke von Mael Corboz in die Box traf er nur mit der Brust. Die stärkste Aktion der Gastgeber nach 28 Minuten: Auf rechts tankte sich Fabian Reese durch und hatte außer viel Grün nichts mehr zwischen sich und Jonas Kersken. Mit seinem Zuspiel konnte Luca Schuler dann aber zum Glück nicht viel anfangen. Die mannorientierte Verteidigung bereitete den Gastgebern durchaus Probleme. Und Arminia hätte beinahe davon profitiert: Nach einem Fehler von Schuler landete der Ball über Momuluh bei Sarenren Bazee. Sein Schuss von der Strafraumkante aus völlig unbedrängter Position hätte die Führung bedeuten können, aber leider fehlte die entsprechende Geschwindigkeit um Hertha-Torwart Tjark Ernst vor ernsthafte Probleme zu stellen. Die hatte auf der Gegenseite dann Kersken, der nach einer Unachtsamkeit in der Innenverteidigung wieder mal Reese (39.) frei vor sich hatte. Doch in Weltklasse-Manier machte sich Kersken groß und entschärfte den Schuss. 

Nach dem Wechsel brachte unser Cheftrainer mit Isi Young eine frische Kraft ins Spiel. Die Folge: Während in der Bielefelder Hälfte zunächst weiter alles problemlos blieb, verschob sich das Spielgeschehen Minute für Minute mehr in die Berliner Hälfte, noch ohne nachhaltigen Erfolg. Nach einer Stunde war Berlin nur gefährlich, wenn Reese gefährlich war. Oder mal Schuler (62.), der nach einem Steckpass von Michal Karbownik frei im Strafraum stand, aber beim Abschluss wegrutschte. 

Oder die Hertha kontert: Marten Winkler treibt den Ball über die rechte Seite, sein Zuspiel in den Rücken der Abwehr schiebt Paul Seguin (67.) aus 16 Metern den Ball ins linkere Eck, allerdings wird der Versuch sogar noch abgefälscht und somit unhaltbar für Jonas Kersken Und was einmal klappt, hätte beinahe noch ein zweites Mal funktioniert. Wieder ein Konter, dieses Mal über Resse (74.), eine scharfe Flanke in die Mitte. Doch Kersken wirft sich stark in die Flanke und klärt vor dem einfliegenden Dawid Kownacki. 

Auf der Gegensete wird ein Solo von Young im letzten Moment durch Toni Leistner gestoppt. Weil der Berliner der letzte Mann war, gabs Rot für den Abwehrspieler. Arminia ging in Überzahl „All in“ für die verbleibenden sieben Minuten, inklusive Nachspielzeit. Mitch Kniat brachte den erst 17-jährigen Eyyüb Arda Yasar, der zu seinem ersten Zweitligaspiel kam. Und der hätte beinahe aus 18 Metern Geschichte geschrieben. Doch seinen Schuss (90.+ 3) kratzte Ernst noch aus dem Winkel. Doch dann belohnte Stefano Russo die Anstrengungen und unbedingten Willen. Kersken war mit nach vorne gerückt und hatte für Russo aufgelegt, der aus zehn Metern das Leder in den Winkel schießt – ein Traumtor! 

Kurze Check durch den Videobeweis und dann aber endloser Jubel über den späten, aber vollkommen verdienten Ausgleich unserer Arminia. Mit diesem einen Punkt unterm Weihnachtsbaum geht’s zurück nach Ostwestfalen in die kurze Winterpause.

Hertha BSC: Ernst – Karbownik, Kolbe (15. Zeefuik), Leistner, Gechter – Seguin, Demme (88. Klemens) – Reese, Cuisance, Winkler – Schuler (64. Kownacki)

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Felix, Schneider (87. Yasar), Großer -Handwerker (64. Lannert), Russo, Hagmann – Wörl (83. Mehlem), Corboz – Sarenren Bazee (46. Young), Momuluh (83. Kania)

Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (Hamburg)

Zuschauer: 45 000                                                           

Gelbe Karten: Demme, Reese, Winkler, Leitl (Hertha-Trainer) – Momuluh, Wörl

Rot: Leistner

Tore:  1:0 (67.) Seguin, 1:1 (90.+6) Russo

 

 

"Das war ein Gänsehaut-Moment!"

Nach dem 1:1-Unentschieden in der Hauptstadt gegen Hertha BSC äußern sich unser Kapitän Mael Corboz, Taddel Momuluh, Torschütze Stefano Russo und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Kapitän Mael Corboz: „Es fühlt sich wie ein gewonnener Punkt an in einer Liga, in der jeder Punkt zählt. Es war ein schwieriges Spiel, in dem es hin und her ging. In der ersten Halbzeit war das Chancenverhältnis gleich, mit der ersten Halbchance macht Berlin dann das Tor. Das tat weh, weil wir das in den letzten Spielen öfter hatten. Trotzdem haben wir uns zurückgekämpft. Wir wollten unbedingt Mentalität zeigen, das haben wir bis zum Schluss gemacht. Wir beenden das Jahr, wie wir es eigentlich die ganze Zeit leben: Wir geben nie auf und kämpfen bis zum Schluss.“

Taddel Momuluh: „Von der Bank hat man genau gesehen, wie dieser Ball reingeflogen ist. Ein unfassbares Tor zu einem unfassbaren Zeitpunkt. Wir haben defensiv ein gutes Spiel gemacht, beim Tor haben wir etwas Pech bei der Vorlage und dann beim Abschluss. Wir haben aber wenig zugelassen, deswegen ist der Ausgleich umso schöner. Nach Vorne hat uns heute wieder etwas gefehlt, aber daran werden wir zur Rückrunde arbeiten. Es ist wichtig, immer bis zum Ende dranzubleiben. Das haben wir heute wieder gemacht und es hat sich ausgezahlt.

Stefano Russo: „Ich freue mich extrem für die Mannschaft. Es waren schwierige Wochen aber wir sind immer bei uns geblieben. Heute haben wir uns den Punkt hart erarbeitet und definitiv verdient. In der ersten Halbzeit gab es auf beiden Seiten wenige Chancen, wenn, dann durch individuelle Fehler. Wir haben unseren Plan gut durchgezogen, das Gegentor spielen sie dann gut aus, die individuelle Klasse haben sie einfach. Trotzdem haben wir auf den Ausgleich gedrückt und uns am Ende auch belohnt. Ich bin unfassbar glücklich über das Tor. Das war ein Gänsehaut-Moment, alle sind von der Bank aufgesprungen und wir sind zu den Fans gelaufen. Davon werde ich in den kommenden Tagen sicher noch träumen.“ 

Cheftrainer Mitch Kniat: „Ich habe ein ausgeglichenes Spiel gesehen. Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir in der ersten Halbzeit umgesetzt. Wir wollten stabil stehen und dann in den richtigen Situationen hochspringen. Da haben wir auch ein paar gute Bälle geklaut und durch Noah eine sehr gute Möglichkeit, um in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht richtig aufgepasst und dann hat es sofort geklingelt. Wir haben dann aber das gezeigt, was wir das ganze Jahr über schon zeigen. Diese Mannschaft gibt nie auf, sie ist extrem viel gelaufen und hat sich mit dem Tor belohnt. Viel mehr als der Punktgewinn überwiegt das absolut gute Gefühl, mit dem wir jetzt in die Winterpause gehen.“ 

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Hertha BSC am letzten Spieltag der Hinrunde haben wir die Bilder für Euch zusammengefasst.

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"Es ist ein komplett anderes Spiel"

Am Freitag, 19. Dezember (18:30), steht unser letztes Spiel in diesem Jahr an. Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer in der Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Rund 4.200 Arminen begleiten unsere Mannschaft am Freitag ins Olympiastadion nach Berlin. Vor dem Auswärtsspiel spricht unser Cheftrainer über…

… das Personal: „Julian Kania hatte Magen-Darm, ist heute aber wieder ins Training eingestiegen, Jonny Grodowski hingegen hat Fieber und wird am Freitag ausfallen. Bei Vincent Ocansey und Benjamin Boakye wird es aufgrund von Problemen am Knöchel beziehungsweise Sprunggelenk eng. Bei beiden müssen wir abwarten. Roberts Uldrikis und Jeredy Hiltermann stehen weiterhin nicht zur Verfügung. Positiv ist, dass Leon Schneider wieder gesund und einsatzbereit ist.“

… den Gegner und unsere Herangehensweise: „Hertha steht defensiv sehr stabil und hat im Umschalten enorme Qualität und Tempo. Wir müssen sofort ins Gegenpressing kommen und eigene Torchancen kreieren. Besonders das Zentrum müssen wir kontrollieren, da sie dort stark sind und schnell in die Tiefe spielen. In unseren Ballbesitzphasen müssen wir gut abgesichert sein, vor allem in der Restverteidigung, um Umschaltsituationen zu verhindern. Wir wollen Stabilität in unser Spiel bringen.“

… die Rückkehr nach Berlin: „Natürlich weckt das Stadion Erinnerungen. Aber es ist ein komplett anderes Spiel. Neuer Gegner, andere Situation. Wir haben keine Rechnung offen. Das Einzige, was gleich ist, ist der Spielort. Alles andere ist nicht vergleichbar.“

… die aktuelle Situation: „Wir müssen weiterhin ans Limit gehen, dann werden wir wieder punkten. Natürlich ist es eine schwierige Phase, aber sie ist normal. Wir sind Aufsteiger, kommen aus der 3. Liga und haben acht Spieler in der Startelf, die noch nie in der 2. Bundesliga gespielt haben. Rückschläge gehören dazu. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten und Woche für Woche ans Limit gehen.“

Die komplette PK könnt Ihr über ClubTV auf YouTube nachschauen: 

Zurück im Olympiastadion

Zum Abschluss der Hinrunde gastiert unsere Mannschaft am Freitag bei Hertha BSC im Olympiastadion. Anstoß ist um 18:30 Uhr. Wir blicken auf unseren Gegner aus der Hauptstadt.

So sieht es aktuell aus: Nach zwei tollen Spielen in Berlin in diesem Jahr, leider mit unglücklichem Ausgang, soll es am Freitag endlich klappen. Nach dem 2:4 im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart und dem 1:2 nach Verlängerung im Pokal bei Union Berlin, gibt’s nun das dritte Duell in Berlin. Am Freitag um 18.30 Uhr hoffen wir im letzten Spiel eines großartigen Jahres auf einen Sieg kurz vor Weihnachten. Was helfen könnte: Hertha ist wahrlich keine Heimmacht. Von ihren 27 Punkten holten die Hauptstädter mit 13 weniger als die Hälfte im Olympiastadion. Achtung aber vor Luca Schuler, der vier seiner fünf Treffer allein im Dezember erzielte. Zuletzt traf er beim 3:3 gegen Greuther Fürth doppelt. Zudem hat die Hertha mit Fabian Reese einen der begehrtesten Spieler der Liga im Kader. Begehrt, weil immer gut. Reese hat sieben der 20 Herthaner Treffer in dieser Saison aufgelegt. 

Kommen und Gehen: In kaum einem Verein waren so viele Spieler aktiv, die auch eine Vergangenheit bei unserem DSC hatten. Aktuell spielt noch der gebürtiger Herforder Diego Demme für Berlin. Der 34-Jährige durchlief sechs Jahre unsere Jugend, spielt von 2010 bis 2012 bei den Profis, ging dann nach Paderborn und Leipzig, wurde mit seinem Jugendtraum, dem SC Neapel, italienischer Pokalsieger (2020) und Meister (2023) und spielt seit 2024 für die Hertha. 2017 kam er unter Jogi löw sogar zu einem Länderspiel gegen San Marino. Weitere Spieler gefällig, die bei beiden Vereinen gespielt haben? Bitte sehr: Artur Wichniarek, der zwischen Bielefeld (1999 – 2003, 2006 -2009) und Berlin (2003 – 2006, 2009-2010) pendelte. Weitere 13 Spieler haben beide Vereine in ihrer Vita: Roberto Pinto (Hertha 2001 – 2004, Arminia 2005 -2006), Thorben Marx (Hertha 2000 – 2006, Arminia 2006 – 2009), Guiseppe Reina (Arminia 1996 – 1999, Hertha 2004 – 2005), Christian Müller (Hertha 2003 – 2008, Arminia 2010 – 2011. 2012 – 2016), Arne Meier (Hertha 2017 -2022, Arminia 2020 -21 als Leihe), Lukas Klünter (Hertha 2018 – 2023, Arminia 2022 – 2023), Peer Kluge (Hertha 1996 – 1980, Arminia 1991); Ali Daei (Arminia 1997 – 1998, Hertha 1999 – 2001), Thomas Helmer (Arminia 1984 -86, Hertha 1999 – 2001), Rob Maas (Hertha 1997 – 2000, Arminia 2000 – 2001), Marcel Ndjeng (Hertha II 2005 – 2007, Arminia 2007 – 2010), Andre Mijatovic (Hertha 2006 – 2007, Arminia 2007 – 2010) und Matthias Westerwinter (Arminia 1978 – 1980, Hertha 1981 – 1982)

Face to Face: Es wäre nicht verwunderlich, wenn es am Freitag Unentschieden ausginge, so wie in bisher 16 der insgesamt 36 Duelle. Arminia verließ neunmal den Platz als Sieger. Der letzte Erfolg in der Hauptstadt liegt schon fast 30 Jahre zurück. Am 21. Oktober 1978 gab es ein 2:1 in Berlin, dank der beiden Torschützen Helmut Schröder und Norbert Eilenfeldt.  

Zahlen, bitte: Hertha stand zwischen 1926 und 1931 sechsmal im Finale um die deutsche Meisterschaft – in der deutschen Fußballgeschichte einmalig - und gewann diese 1930 und 31. 

Auch einmalig: 1993 erreichte die Reserve von Hertha BSC das DFB-Pokalfinale. Dort unterlag sie nur knapp mit 0:1 gegen Bayer Leverkusen unter Trainer Dragoslav Stepanovic. Torschütze war damals Ulf Kirsten. 

Zwischen dem 30. Januar 2011 und dem 10. Januar 2021 gab es zehn Jahre lang vier Spiele der beiden Mannschaften nur in Bielefeld. Der Grund: Neben den beiden Heimspielen in den Spielzeiten 2011 und 2021 trafen beide Teams dazwischen nur noch zweimal im Pokal aufeinander. 2014 siegte Arminia 4:2 nach Verlängerung, 2015 gewann die Hertha mit 2:0.

Fun-Fact am Rande: Hertha BSC heißt Hertha, weil der Vereinsgründer 1892 auf einem Schiff namens Hertha gefahren ist. Und weil der Schornstein blau und weiß war, waren damit auch die Vereinsfarben klar.

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