0:1-Niederlage in Bochum
Am 15. Spieltag gelingt bleibt unsere Mannschaft ohne Punkte an der „Castroper Straße“: Ein Kopfball von Philipp Hofmann (70.) reichte dem VfL Bochum in einer umkämpften Partie für den Sieg.

Gegen den VfL starteten Marvin Mehlem und Tim Handwerker für Marius Wörl und Leon Schneider. Joel Grodowski wurde nach seiner gegen Münster erlittenen Verletzung rechtzeitig fit für das Spiel. Erste gute Aktion im Vonovia Ruhstadion nach zwei Minuten: Einen Freistoß von Handwerker aus 30 Metern bekam Christoph Lannert auf den Fuß, verzog aber knapp. Bochum immer mal wieder bei Kontern stark wie in der elften Minute: Kjiell Wätjen tauchte halblinks im Strafraum auf, seinen Schuss konnte Jonas Kersken aber wegfangen.
Im direkten Gegenzug dann Alarm vorm Bochumer Tor. Handwerker und Taddel Momuluh sorgen für mächtig Unruhe, holen einen Eckball heraus. Der landet bei Stefano Russo (12.) am Fünfmeterraum, doch unsere Nummer sechs kommt nicht richtig an den Ball. Da war sie, unsere erste große Chance. Beim VfL wurde es in dieser Phase vor allem gefährlich, wenn sich Wätjen mit ins Angriffsspiel einschaltete. Der 19-Jährige sorgte über die linke Seite für viel Tempo, eine Qualität, die auch unsere Arminia im Angebot hat. Und den Faktor hätte unsere Mannschaft beinahe nach 23 Minuten genutzt: Einen perfekten Pass von Boakye in die Schnittstelle zu Momuluh nimmt Taddel mit, verzieht dann aber aus vollem Lauf knapp über das Tor. Auch weil Timo Horn herausgeeilt war und den Winkel zu klein gemacht hatte. Einen scharfen Schuss von Wätjen aus 18 Metern zischte anschließend knapp am Tor vorbei. Weil es mittlerweile ein offener Schlagabtausch war, die nächste Chance im direkten Gegenzug. Lannerts Schuss wird im letzten Moment zur Ecke abgeblockt. Mit dieser bedient Handwerker am anderen Ende des Strafraums Corboz. Sein Volleyschuss rauschte aber drüber. Und weiter kaum Zeit zum Luftholen: Wätjen (33.) erläuft einen Abschlag und sprintet im Alleingang davon. Sein Schuss aus zwölf Metern kratzt Kersken mit einem starken Reflex gerade noch aus dem Toreck heraus.
Im Anschluss hat Maximilian Großer die nächste Chance zur Führung (43.). Nach einer Flanke von Corboz taucht er zwischen zwei Bochumern durch und trifft den Ball nur mit der Fußsohle. Klares Chancenplus zum Ende der ersten Halbzeit für unsere Arminia! Die letzte jedoch hat der VfL mit einem Freistoß aus 18 Metern, zentrale Position: Maxi Wittek (45.) zirkelt das Ding aber knapp neben den Kasten und beendet damit eine sehenswerte erste Halbzeit.
Nach dem Wechsel ist es erneut Momuluh (53.), der erst an Philipp Strompf vorbeigeht, am gut aufgelegten Horn jedoch scheitert. Die erste Chance in Abschnitt zwei dann für Joel Felix (64.). Nach einer langen Flanke von Russo kann Horn seinen Kopfball soeben noch zur Seite klären.
Nichts zu klären gabs dann nach 70 Minuten: Auf der rechten Seite setzt sich der eingewechselte Moritz-Broni Kwarteng Arminias gegen Lannert durch, flankt auf Hofmann, der aus vier Metern die Kugel zur Führung einköpft. Und beinahe hätte Hofmann (81.) nachgelegt, nachdem er Leon Schneider den Ball stibitzte, steuerte der VfL-Stürmer allein auf Kersken zu. Doch Schneider verhinderte im Vollsprint und dem wichtigen Tackling den zweiten Bochumer Treffer! Als Reaktion darauf belagert Arminia für einige Minuten den Bochumer Strafraum, aber auch ein Freistoß von Handwerker findet das Ziel nicht. Bochum verteidigt den Vorsprung über die letzten Minuten, sodass wir ohne Zählbares die Heimreise antreten.
Weiter geht’s am Samstag (13 Uhr) zuhause gegen den 1. FC Kaiserslautern.
VfL Bochum: Horn – Wittek (87. Koscierski), Strompf, Loosli, Morgalla (63. Passlack) – Lenz, Pannewig (80. Sissoko) – Wätjen (63. Kwarteng), Onyeka, Alfa-Ruprecht (63. Bero) - Hofmann
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Felix, Großer, Lannert – Russo (76. Schneider) - Corboz, Mehlem (85. Young) – Boakye (59. Wörl), Grodowski (59. Kania), Momuluh (76. Sarenren Bazee)
Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)
Zuschauer: 25 000
Gelbe Karten: Alfa-Ruprecht, Wätjen, Lenz, Strompf, Hofmann – Momuluh, Wörl
Rot: Zoller (Funktionär beim VfL Bochum, 90+1)
Tore: 1:0 (70.) Hofmann
"Es fühlt sich bitter an!"
Nach der Partie beim VfL Bochum äußern sich nach der 0:1-Niederlage unser Cheftrainer Mitch Kniat, Kapitän Mael Corboz und Jonas Kersken vor den Mirkofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Kapitän Mael Corboz: „Wir haben zu wenig klare Torchancen kreiert. Es sind dann in der Summe zu wenige, um das Spiel zu gewinnen. Bochum hat die Qualität, aus wenig sehr viel zu machen. Das Gegentor killt uns dann etwas. Wir waren zu unsauber und zu ungenau, da müssen wir besser werden. Jeder von uns muss jetzt noch einen Schritt nach vorne machen, ich bin mir sicher, dass wir das hinbekommen. Kein Spiel in dieser Liga ist einfach, aber wir müssen Lösungen finden, auch wenn ich direkt nach dem Spiel noch nicht die passende habe. Wir dürfen uns nach 15 Spieltagen nicht zu verrückt machen. Jeder arbeitet daran, dass es besser wird.“
Jonas Kersken: „Es war ein ausgeglichenes Spiel, wir hatten auch in der ersten Halbzeit gute Chancen. In der zweiten Hälfte war es ein 50:50-Spiel, bei dem die Mannschaft gewinnt, die das erste Tor erzielt. Wir haben nach dem Gegentor alles probiert, aber es hat am Ende nicht gereicht. Wir haben in der Vergangenheit schon sehr viel zusammen erreicht, deswegen bin ich überzeugt, dass wir auch aus dieser Phase kommen. Jetzt gerade fühlt es sich aber sehr bitter an, auch der Weg zu den Fans, nach zwei Derby-Niederlagen hintereinander.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir haben zwei ausgeglichene Halbzeiten gesehen. Erst hatten wir eine hundertprozentige Chance in der ersten Hälfte, dann Bochum. Beide wurden nicht genutzt. Wir wollten es danach dominanter gestalten, es hat sich dann ein Spiel entwickelt, bei dem ein Treffer entscheiden würde. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass es wiederholt ein Spiel ist, in dem ein paar Prozente gefehlt haben. Wir müssen uns jetzt sammeln und kommende Woche im Heimspiel den Dreier einfahren.“
Die Bilder zum Spiel
Nach der 0:1-Niederlage beim VFL Bochum am 15. Spieltag der 2. Bundesliga haben wir Euch die Bilder des Spiels zusammengestellt.

"Wir wollen Bochum stressen!"
Vor unserem Spiel gegen den VfL Bochum am Samstag, 6. Dezember (13 Uhr), stellt sich unser Cheftrainer in der Pressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Rund 2.700 Arminen werden die Reise mit unserer Mannschaft nach Bochum antreten. Die Partie im Vonovia Ruhrstadion wird ausverkauft sein. Vor dem Duell mit dem letztjährigen Bundesligisten spricht unser Cheftrainer über…
… das Personal: „Roberts Uldrikis wird weiterhin ausfallen. Vincent Ocansey wird am Samstag auch nicht spielen, da er vergangene Woche im Spiel der U21 umgeknickt ist. Bei Jonny Grodowski ist zum Glück nichts gebrochen und es hängt jetzt die nächsten Tage davon ab, wie der Heilungsverlauf und wie groß der Schmerz ist. Da müssen wir schauen, wann er wieder fit ist und ob es für Samstag reicht. Alle anderen haben gut trainiert und stehen für den Kader bereit.“
… den Gegner und unsere Herangehensweise: „Bochum ist extrem willig, fleißig und vor allem können sie nach einem Ballverlust sehr kompakt verteidigen. Die erste Elf ist extrem jung und vor allem über die Außenbahnen haben sie hohes Tempo und sie können über die Achter tief gehen. Sie machen es sehr clever und wissen, wo ihre Stärken liegen - und die nutzen sie auch. Wir müssen Ballverluste unterbinden, indem wir selbst möglichst viel Ballbesitz haben. Dabei muss die Restverteidigung dementsprechend wachsam und gut sein. Wir brauchen insgesamt viele gute Lösungen im, um Bochum zu stressen und zu Fehlern zu zwingen.“
… die Doppelbelastung durch den Pokal: „Ich kann nicht einschätzen, ob es für Bochum wirklich ein Problem ist. Wer unsere Pokalsaison verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass es für uns eher kein Nachteil war. Trotzdem ist man natürlich glücklicher, wenn man lieber vier bis fünf Tage frei hat als wenn es weniger sind.“
Die komplette PK könnt Ihr über ClubTV auf YouTube nachschauen:
Zu Gast "Anne Castroper"
Am Samstag reist unsere Mannschaft zum VfL Bochum 1848. Anstoß ist um 13 Uhr, gespielt wird im Vonovia Ruhrstadion, rund zwei Stunden von Bielefeld entfernt. Wir werfen einen Blick auf unseren Gastgeber im Ruhrgebiet.“

So sieht es aktuell aus: Bochum machte am vergangenen Wochenende kurzen Prozess mit Greuther Fürth. Nach drei Toren in nur 17 Minuten war das Spiel früh entschieden. Also Vorsicht vor einem VfL, der von Beginn an hohes Tempo gehen kann. Tief im Westen folgte am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale allerdings ein 0:2 gegen Pokalfinalgegner VfB Stuttgart. Die Partie findet „Anne Castroper“ statt - Ruhrpott-Slang für das Vonovia Ruhrstadion, weil es ganz einfach an der Castroper Straße liegt.
Face to Face: Wenn es gegen unsere Arminia geht, wird es zwischen beiden Teams oft spät spannend. Das letzte Aufeinandertreffen gab es 2023 in der ersten Runde des DFB-Pokals: Bochum glich in der Nachspielzeit zum 2:2 aus, doch im Elfmeterschießen setzte sich Arminia souverän mit 4:1 durch. Drei Jahre zuvor gewann Bielefeld mit 2:0 gegen den VfL durch ein Tor von Fabian Klos in der dritten Minute der Nachspielzeit. Wer einen langen Atem hat, wurde auch 2019 belohnt. Beim 3:3 in Bochum gelang uns der Ausgleich durch ein Eigentor von Losilla in der 90.+1. Nicht immer fiel das späte Tor allerdings für uns: 2022 entschied ein unglückliches Eigentor von George Bello in letzter Sekunde die Partie zugunsten des VfL.
Insgesamt gewann Arminia in der gemeinsamen Zweitliga-Zeit sieben Spiele, Bochum hingegen fünf.
Kommen und Gehen: Zwischen Bochum und Bielefeld gab es über die Jahre einen regen Austausch. Zahlreiche Spieler trugen erst das VfL-Trikot und später unsere Farben – oder umgekehrt. Darunter Namen wie Christoph Dabrowski, Robert Tesche, Sebastian Hille, Giovanni Federico, Stefan Pater, Andreas Ridder und nicht zuletzt Mamadou „Momo“ Diabang. Er spielte von 2000 bis 2003 erfolgreich für unsere Arminia und anschließend zwei Jahre für den VfL.
Auch Ernst Middendorp hatte ein Bielefelder-Bochumer-Doppelleben: Neben seinen drei Auftritten an der schwarz-weiß-blauen Seitenlinie stand er 1999 auch beim VfL in der Trainer-Verantwortung, wenn auch nur für drei Monate.
Zahlen, bitte: Bochum galt lange als „unabsteigbar“. Obwohl es den VfL irgendwann doch erwischte, beeindruckt seine Bilanz: Zwischen 1993 und 2010 stieg Bochum fünfmal ab und schaffte jedes Mal den direkten Wiederaufstieg. Eine Konstanz im Fahrstuhlmodus, die ihresgleichen sucht.
Kurios ist auch: In der Saison 1994/95 stieg Bochum sogar trotz eines Torverhältnisses von +3 ab, was bis heute absolute Seltenheit ist.
Fun-Fact am Rande: Das Ruhrstadion gilt immer noch als eine der lautesten Arenen im Land. Die geschlossene, steile Betonbauweise sorgt für eine akustische Verstärkung. Musiker nannten es scherzhaft einmal „Deutschlands größte Bassdrum“.
Die bundesweit bekannte Stadionhymne „Bochum“ von Herbert Grönemeyer, die vor jedem Spiel aus den Lautsprechern schallt, war für den Sänger der Beginn seiner großartigen Karriere. Bevor das Lied 1984 herauskam, war Grönemeyer kurz davor seinen Sängerjob aufzugeben. Zu erfolgslos waren zuvor seine musikalischen Versuche. Durch seine Liebeserklärung an seine Stadt gings für ihn aber steil bergauf und der VfL hatte endlich ein wohlklingendes Liedchen vor jedem Heimspiel.















