Arminia Bielefeld
4 : 0
Karlsruher SC
Sa., 08.11.2025 13:00

4:0-Heimsieg gegen Karlsruhe

Was für ein großartiger Nachmittag in der SchücoArena: Mit 4:0 (1:0) gewinnt unsere Arminia am zwölften Spieltag der zweiten Bundesliga gegen den Karlsruher SC. Dabei treffen alle drei Spieler in der Offensive, darunter der wieder einmal in Bestform spielende Thaddäus Momuluh doppelt.

Für unseren Sportdirektor Michael Mutzel war es eine ganz besondere Partie, pflegt er doch eine enge Freundschaft mit KSC-Trainer Christian Eichner. Doch für 90 Minuten müssen Freundschaften manchmal auch ruhen. 90 Minuten, in denen Marius Wörl wieder in der Startelf stand und Florian Micheler auf der Bank Platz nahm. Das waren zu Beginn die einzigen Veränderung von Cheftrainer Mitch Kniat. 

Die erste Chance schon nach zwei Minuten: Taddel Momuluh lässt auf der rechten Seite zwei Karlsruhe stehen, bedient Joel Grodowski. Seine langgezogene Flanke landet bei Tim Handwerker, der jedoch aus vollem Lauf verzieht. Die Anfangsphase gehört der Arminia, die die Karlsruher hoch anläuft und so kaum zur Entfaltung kommen lässt - und immer wieder zu Chancen kommt: Grodowskis Einwurf verlängert Joel Felix mit dm Kopf zu Mael Corboz. Der Kapitän (13.) versucht es ebenfalls mit dem Kopf, aber KSC-Torwart Christian Bernat lenkt die Kugel soeben noch über die Latte. Eine Führung für unsere Arminia wäre nach der ersten Viertelstunde nicht unverdient.

Auch weil unsere Mannschaft nicht nachlässt: Das Turbo-Duo Benjamin Boakye und Momuluh sorgen auf der rechten Seite immer wieder für mächtig Betrieb und stellen die Gäste vor größere Aufgaben, die der KSC bislang aber noch lösen kann. Karlsruhe findet abgesehen von einigen Flankenversuchen keinen Weg in Richtung Jonas Kersken. Dafür setzte Arminia immer wieder Nadelstiche: Auch wenn Wörl (32.) bei seinem Halbvolley-Schuss aus dem Gewühl aus 18 Metern noch die Feinjustierung fehlt. 

Kurz vor der Pause hat das Warten auf einen Treffer ein Ende: Nach einer Ecke wird Maximilian Großer im Strafraum umgerissen: Nach Videobeweis gibt’s Elfmeter und den versenkt Jonny zum 1:0 (45+3). Mit dem Treffer endeten die ersten 45 Minuten, die taktisch sehr diszipliniert und ohne Gegentreffer ausging. 

Und warum nicht so anfangen wie wir aufgehört haben? Zehn Sekunden waren gespielt als sich Momuluh den Ball auf rechts nach dem Anstoß schnappt, den Turbo einschaltet und aus halbrechter Position trocken ins linke Eck vollendet. Was für ein grandioser Beginn der zweiten Hälfte! Der nur vier Minuten später noch besser wird: Taddel in Bestform schnürt den Doppelpack! Zunächst schießt Handwerker Momuluh an. Doch Taddel dreht sich mit einem Haken an Marcel Franke vorbei und hämmert das Leder in den Winkel. Drei Tore in nur sechs Minuten – die meisten der 26 004 Zuschauer lassen die SchücoArena feiern.

Eine Stunde ist vorbei und es klingelt schon wieder: Dieses Mal zaubert unser Kapitän eine ganz feine Flanke in den Strafraum, Noah Sarenren Bazee steigt hoch und nickt aus fünf Metern zum 4:0 ins Netz. Beim vermeintlichen fünften Treffer zappelt das Netz nach einem Schuss von Grodowski (64.) aber nur von außen. Ehre, wem Ehre gebührt: Mit einem ohrenbetäubenden Applaus werden dann nach einer guten Stunde Momuluh und Sarenren Bazee verabschiedet, Isi Young und Sam Schreck kommen für sie auf den Rasen.

Und von einem Sättigungsgefühl bei unserer Arminia weiterhin keine Spur: Vor allem Grodowski arbeitet unermüdlich am fünften DSC-Treffer. Der eingewechselte Vincent Ocansey schickt Wörl, der zwei, drei Karlsruher im Strafraum austanzt und Corboz den Ball überlässt. Doch unser Kapitän (78.) zirkelt den Ball mit reichlich Effet knapp übers Tor. Arminia auch in den Schlussminuten weiter zielstrebig, doch Young (86.), der gleich drei Karlsruher austeigen lässt, bleibt ein Treffer verwehrt. Wenig später war ein sportlich perfekter Nachmittag vorbei. 

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker (75.Sicker), Felix (83. Lannert), Großer, Schneider, Boakye – Wörl, Corboz, Momuluh (66. Young) – Sarenren Bazee (66. Schreck), Grodowski (75. Ocansey)

Karlsruher SC: Bernat – Franke (71. Laghrissi), Rapp, Kobald – Herold (83. Wäschenbach), Burnic, Pinto Pedrosa – Wanitzek, Förster (56. Fukuda) – Opitz (56. Müller), Schleusener (71. Scholl)

Schiedsrichter: Patrick Schwengers (Frankfurt am Main) 

Zuschauer: 26.004

Gelbe Karten: /  - Franke, Herold

Tore: 1:0 (45.+3, Foulelfmeter) Grodowski, 2:0 (46.) Momuluh, 3:0 (50.) Momuluh, 4:0 (60.) Sarenren Bazee

"Wir haben richtig Druck gemacht und einfach nicht nachgelassen"

Nach dem 4:0-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC äußern sich Leon Schneider, Taddel Momuluh, Kapitän Mael Corboz und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Leon Schneider: „Wir sind alle glücklich über den Sieg. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und die Tore sind zu einem sehr guten Zeitpunkt gefallen. Wir hatten uns vorgenommen, gut in die Partie zu kommen. In den letzten Spielen sind wir öfter in Rückstand geraten, das wollten wir unbedingt verhindern und das ist uns gelungen. Das Tor kurz vor der Halbzeit war enorm wichtig für uns. Wir haben richtig Druck gemacht und auch nach dem 2:0 oder 3:0 nicht nachgelassen. Alles in allem haben wir sehr gut verteidigt, obwohl Karlsruhe offensiv eine starke Mannschaft ist.“

Taddel Momuluh: „Wir haben heute nichts anbrennen lassen. Das Tor kurz vor der Pause hilft natürlich und dann mit so einem Treffer direkt nach Wiederanpfiff rauszukommen, ist einfach super. Vor der Süd zu treffen ist etwas ganz Besonderes. Heute ist mir das zum ersten Mal gelungen, und dann gleich doppelt. Nach der Länderspielpause müssen wir an diese gute Leistung anknüpfen. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, aber ohne das Team geht’s nicht. Wenn jeder sein Bestes gibt, sind wir gemeinsam stark und dann funktioniert es.“

Mael Corboz: „Am Ende war es wieder fast ein Fünfzig-Fünfzig-Spiel, und in solchen Spielen muss man alles richtig machen und hoffen, dass sich es dann zu unseren Gunsten entwickelt. Das war heute der Fall. Zwei Aktionen haben zum 2:0 geführt und so kann ein Spiel schnell kippen. In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, wach aus der Kabine zu kommen, und das hat heute sehr gut funktioniert. Wir wissen, wie gut wir sind, aber auch, wo wir noch Defizite haben und uns verbessern müssen. Das, was wir immer können, ist vom Kopf her voll da zu sein und alles zu geben.“

Cheftrainer Mitch Kniat: „Ich fand die erste Halbzeit extrem gut, wir haben nichts zugelassen. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg, weil wir sehr kompakt verteidigt haben und gegen den Ball sehr gierig waren. Keiner hat sich gescheut einen Zweikampf zu führen. Wir waren immer wieder da, auch bei zweiten Bällen. Das Tempo, was wir heute hatten, haben wir einfach sehr gut genutzt. Wir brauchen dafür aber auch immer Spieler, die diese Situationen herbeiführen. Ich war heute sehr zufrieden, vor allem weil wir keine Chance zugelassen haben. Die Tore nach der Pause waren natürlich entscheidend. Dann ist diese Mannschaft mittlerweile erwachsen genug, um diese Führung auch nach Hause zu bringen.“ 

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach dem 4:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC am 12. Spieltag der 2. Bundesliga haben wir Euch die Bilder des Spiels zusammengestellt.

 

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"Das wird ein interessantes Zweitligaspiel"

Vor unserem Heimspiel gegen den Karlsruher SC stellt sich unser Cheftrainer Mitch Kniat bei der Spieltagspressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben seine Aussagen für Euch zusammengefasst.

Die SchücoArena ist heimseitig ausverkauft und wir erwarten rund 1800 Gäste aus Karlsruhe. Anstoß ist um 13 Uhr, die Stadiontore öffnen 90 Minuten vor Stadionbeginn (11:30 Uhr). 

Das sagt unser Cheftrainer über… 

… das Personal: „Stefano Russo, Jeredy Hiltermann und Roberts Uldrikis fallen für das Spiel am Samstag aus. Bei Marvin Mehlem reicht es leider auch noch nicht. Er macht aber jeden Tag Fortschritte und es sieht wieder ziemlich gut aus. Durch die Länderspielpause am nächsten Wochenende hat er ein paar Tage mehr Zeit, um seine Verletzung auszuheilen. Danach schauen wir weiter. Zum Glück ist es nicht so schlimm, wie anfangs gedacht.”

… den Gegner: „Karlsruhe hat den großen Vorteil, dass die Mannschaft schon sehr lange zusammenspielt und nur punktuell Veränderungen vorgenommen wurden. Die Spieler haben viel Erfahrung, und auch der Trainer ist bereits seit fünf Jahren dabei. Der KSC ist eine absolute Top-Mannschaft, die im Kollektiv sehr gut verteidigt, was wichtig ist, um oben mitzuspielen. Sie sind in ihren Abläufen sehr vertraut. Ich sehe kaum Schwächen bei ihnen. Wenn sie so konstant bleiben, können sie am Ende ganz weit oben landen.”

… die Herangehensweise: „Karlsruhe wird uns hoch anlaufen und kompakt verteidigen. Das sind Aufgaben, die wir lösen müssen. Das Gute ist: Wir sind in unserem Spiel mit und gegen den Ball sehr variabel. Gegen Darmstadt haben wir mehrfach umgestellt. Das hat die Mannschaft extrem gut umgesetzt.” 

… das Spiel: „Bei Arminia kann man sich eigentlich immer auf ein ereignisreiches Spiel freuen. Wenn man die letzten Partien sieht, erkennt man, dass wir häufig treffen und verschiedene Torschützen haben. Das zeichnet uns aus und zeigt, dass bei uns jeder Tore schießen kann. Beim KSC ist es ähnlich. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die man sich bestimmt gerne anschaut. Das wird ein interessantes Zweitligaspiel und ist dann auch noch ein Heimspiel. Da freuen wir uns besonders drauf.“

Karlsruher SC zu Gast in der SchücoArena

Am Samstag reist der Karlsruher SC in unsere heimische SchücoArena. Seit 2015 gelang uns kein Heimsieg mehr gegen den KSC. Wir blicken auf unseren kommenden Gegner.

So sieht es aktuell aus: Ganz gut, dass wir am Samstag in unserem Wohnzimmer spielen. Denn der Karlsruher SC ist zuhause zusammen mit Paderborn ligaweit die Nummer eins. Auswärts gabs für den KSC in sechs Spielen dagegen nur einen Erfolg. In der aktuellen Tabelle belegen die Badener Platz fünf und liegen damit nur knapp hinter den Aufstiegsplätzen. Was auch am „Sturm-Trio infernale“ liegen dürfte. Denn Fabian Schleuser (6 Tore), Lilian Egloff (4) und Marvin Wanitzek (4) sind für 14 der bisherigen 19 Saisontreffer verantwortlich. Aus dem  Sturm-Trio wird am Samstag allerdings maximal ein “Duo”, da Egloff die Reise nach Bielefeld verletzungsbedingt nicht antreten kann. 

Kommen und Gehen: Wie bereits in der Vorschau zum Darmstadt-Spiel verdient auch diesmal Marvin Mehlem besondere Erwähnung: Denn Marvin ist ein echter Karlsruher Junge. 1997 in Karlsruhe geboren, durchlief er ab 2006 die Jugendteams des KSC und unterschrieb 2015 seinen ersten Profi-Vertrag – natürlich auch beim Karlsruher SC. Als es ihn 2017 nach Darmstadt zog, war er schon damals ein mehrfacher Jugend-Nationalspieler. In der U16-, U17-, U18- und U19-Auswahl trug er insgesamt 21-mal das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Übrigens standen neun Spieler in ihrer Karriere sowohl für Arminia als auch für den KSC auf dem Feld: Bruno Labbadia, Reiner Maurer, Ioannis Masmanidis, Massimilian Porcello, Dennis Mast, Koen van der Biezen, Thijs Waterink, Valeri Shmarov und eben Marvin.   

Face to Face: Gegen kaum einen Club ist die Bilanz so ausgeglichen wie gegen die Badener: 17 Siege für Arminia, 18 für den KSC, zwölfmal gab es keinen Sieger. Da wir am Wochenende aber in unserem Wohnzimmer spielen, muss ein Blick auf die Heimspiele gegen Karlsruhe drin sein. Und da haben wir von 24 Spielen 13 Partien gewonnen und nur sechs verloren. Deshalb zählt es am Samstag! Seit 2015 gelang Arminia kein Heimsieg gegen die Mannschaft aus dem Süden – am Samstag soll die Serie endlich enden! Also, auf geht’s: Kämpfen und siegen!

Zahlen, bitte: Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Alte Fußballer-Weisheit, die für den Karlsruher SC nur bedingt gilt. Denn: Auch nach Ablauf der regulären 90 Minuten bleibt der KSC brandgefährlich. Gegen Schalke traf Fabian Schleusener in der der dritten Minute der Nachspielzeit. Am Spieltag davor Marvin Wanitzek gegen Fürth nach fast 100 Minuten (90.+7). Aber was Mut macht: Unser Gegner am Samstag ist auch genauso anfällig, wenn es in die Nachspielzeit geht. Gegen Kaiserslautern setzte es durch Marlon Ritter (90.+3) den entscheidenden Treffer zum 2:3. Und in Dresden verschenkte Karlsruhe in der 93. Minute den Sieg und fuhr mit einem 3:3 nach Hause. Also nicht am Wochenende frühzeitig das Stadion verlassen, ihr könntet wichtige Tore verpassen. 

Fun-Fact am Rande: Wer erinnert sich nicht mehr an das „Wunder vom Wildpark“? Vor fast exakt 32 Jahren gewann der KSC am 2. November 1993 das Europapokal-Rückspiel gegen Valencia mit 7:0 und vier Toren von „Euro-Eddy“ Schmitt. Das Hinspiel hatten die Spanier noch mit 3:1 für sich entschieden. 

2024 war das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Karlsruher in der Vereinsgeschichte: Im November wurde stolz ein Umsatz von 45,2 Millionen Euro, eine Verdopplung der Mitgliederzahl und eine Verdreifachung der Dauerkarteninhaber verkündet.

Christian Eichner war früher selbst Spieler des KSC (2005-2009), ehe er 2020 das Amt des Cheftrainers übernahm. Als Außenverteidiger bestritt er 128 Spiele und traf dabei dreimal. Als Coach arbeitete er sich Stück für Stück hoch: Bis 2017 war er Co-Trainer der U17 des KSC, um dann bis 2020 als Co-Trainer der ersten Mannschaft zu arbeiten.

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