2:2-Unentschieden in Darmstadt
Nach dem starken Pokalauftritt unter der Woche bei Union Berlin hat unsere Mannschaft am elften Spieltag der zweiten Liga einen weiteren sehr starken Auftritt beim 2:2 (2:1) beim SV Darmstadt 98 hingelegt. Den hoch verdienten Punkt erarbeitete sich der DSC vor allem in der zweiten Halbzeit mit viel Laufbereitschaft und dem unbedingten Willen.

Nach dem Pokalspiel in Berlin hat Cheftrainer Mitch Kniat nur eine Änderung in der Startelf vorgenommen. Für Marius Wörl stand Florian Micheler auf dem Rasen. Die Gastgeber begannen furios, nach nur 22 Sekunden mit dem ersten Abschluss. Doch Hiroki Akiyama schoss deutlich drüber. Und nur drei Minuten später der erste Treffer. Gewusel vorm Bielefelder Tor, unsere Abwehr bekommt nach einer Flanke den Ball nicht geklärt. Fraser Hornby (4.) reagiert schnell und stochert das Leder aus nächster Nähe im zweiten Versuch ins Tor. Zunächst bestimmt Darmstadt das Spiel, ist vor allem bei Standardsituationen gefährlich. Auch weil die Gastgeber reihenweise Spieler um die 1.90 Meter oder größer im Team hat.
Arminia probiert es in der Anfangsphase mit langen Läufen zumeist über die rechte Seite. Doch Flanken von Taddel Momuluh (11.) und Joel Grodowski (13.) finden in dieser Situation keinen Abnehmer. Wie es gehen könnte, zeigen die Darmstädter: Killian Corredor hält aus 20 Metern volley drauf, doch Jonas Kersken kann klären. Die erwähnte Lufthoheit auch bei der nächsten Standardsituation: Freistoß von Lopez und Matej Maglica (19.) köpft zu genau, sodass der Ball gegen die Latte prallt. Die Gastgeber mit 67 Prozent Ballbesitz strahlen eine optische Überlegenheit in dieser Phase aus. Trotzdem gelingt dem DSC der Ausgleich: Ein Einwurf von Jonny Grodowski landet bei Noha Sarenren Bazze (28.). Der 29-Jährige nimmt den Ball runter, dreht sich und drin ist er: So sieht gnadenlose Effektivität vor rund 1.700 mitgereisten Arminen aus!
Das hätte auf der Gegenseite beinahe auch Luca Marseiler geschafft: Perfekte Annahme des Balles an der Strafraumgrenze, doch Benjamin Boakye bereinigt die Gefahr mit einem Tackling. Der Gegentreffer fällt dennoch kurz darauf: Schlussmann Marcel Schuhen mit einem sehr langen Abschlag auf Darmstadts Top-Torjäger Isac Lidberg (33.). Der Schwede zieht von in den Strafraum und lässt unserer Abwehr keine Chance und trifft in den rechten Winkel zur erneuten Führung der Lilien.
Aufregung dann kurz vor der Pause: Momuluh zieht aus 16 Metern ab, Darmstadts Holland wehrt den Ball im Fallen mit der Hand ab. Doch der nach Ansicht der Bilder entscheidet Schiedsrichter Richard Hempelt: Kein strafbares Handspiel! Nur wenig später zirkelt Momuluh knapp vors Darmstädter Tor. Doch bevor Sarenren Bazee nur noch einschieben muss, lenkt Darmstadts Pfeiffer den Ball mit der Fußspitze zur Ecke. Mit einem knappen Rückstand geht’s in die Halbzeit.
Nach 46 Minuten haut Leon Schnieder dann einen raus! Ein Flatterball aus 35 Meter zwingt 98-Torwart Marcel Schuhen zur Schwerstarbeit, mit den Fäusten wehrt er den Ball aber ab. Die erste Phase nach dem Wechsel gehört Arminia. Ein ums andere Mal landet die Kugel im Strafraum, nur ins Tor will sie noch nicht. Darmstadt setzt dafür verstärkt auf die Defensive, bringt zwei Abwehrspieler für zwei offensive Akteure. Hat aber durch Richters Schuss (66.), den Kersken zur Ecke klärt, noch Luft für einzelne Angriffe. Die besseren Szenen hat aber unsere Mannschaft: Momuluh bringt Corboz im Strafraum an der Torauslinie ins Spiel, sein Schuss kann aber gerade noch abgewehrt werden.
Kurz danach der verdiente Ausgleich. Momuluh wartet an der rechten Strafraumgrenze auf den perfekten Moment, legt dann für Maximilian Großer (73.) auf. Und sein Schuss landet noch abgefälscht von Maglica zum Ausgleich im Netz. Und Arminia will mehr und hat das dritte Tor auf dem Fuß. Wieder ist es Momuluh, dessen Pass auf Corboz leitet der Kapitän zu Grodowski (82.), der um Haaresbreite das Tor verfehlt. Aber auch die siebenminütige Nachspielzeit bringt hinten heraus nichts Zählbares mehr. So geht’s mit einem hoch verdienten Punktgewinn zurück nach Bielefeld.
SV Darmstadt: Schuhen – Holland, Maglica, Pfeiffer, Lopez (90.+2 Bader) – Akiyama (59. Papela), Klefisch – Marseiler (63. Will), Corredor – Hornby (63. Bialek), Lidberg (46. Richter)
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker (55. Sicker), Felix, Schneider, Boakye (46. Lannert) – Micheler (55. Wörl), Großer, Corboz – Momuluh – Grodowski (90.+2 Ocansey), Sarenren Bazee (85. Young)
Schiedsrichter: Richard Hempel (Dresden)
Zuschauer: 17.810
Gelbe Karten: Schuhen, Richter, Klefisch, Corredor - Lannert
Tore: 1:0 (4.) Hornby, 1:1 (28.) Sarenren Bazee, 2:1 (33.) Lidberg, 2:2 (73.) Großer
"Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen!"
Nach dem 2:2-Unentschieden beim SV Darmstadt äußern sich Kapitän Mael Corboz, Max Großer, Noah Sarenren Bazee und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Max Großer: „Wir haben uns anfangs sehr schwer getan, ins Spiel reinzukommen. Dann ist es natürlich sehr bitter, dass wir nach einem Standard nach fünf Minuten dem 0:1 hinterherlaufen müssen. Aber wir haben Moral und Charakter gezeigt. Und nach dieser harten Woche am Ende noch den Punkt geholt. Das ist mentale Stärke nach der Niederlage in Berlin. Wir wollten nach der Halbzeit unbedingt noch etwas mitnehmen, deswegen sind wir mit dem Punkt auch sehr zufrieden. Vor allem nach der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.“
Noah Sarenren Bazee: „Ich glaube, heute haben wir einfach wieder Moral gezeigt und das Herz auf dem Platz gelassen. Am Ende ist es sogar ein bisschen enttäuschend, weil man das Spiel dann schon gewinnen wollte. Aber ich glaube, wenn man es Große und Ganzen sieht, sind wir mit dem Punkt sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit war es schon sehr erdrückend, wie Darmstadt gespielt hat. In der ersten halben Stunde mussten wir sehr viel hinterherlaufen. Danach lief es dann deutlich besser. Das war ein Sieg auch für die Fans, die uns wieder extrem gefeiert haben und sehen, mit welcher Leidenschaft wir alles auf dem Platz lassen.“
Kapitän Mael Corboz: „Wir haben einen Punkt gewonnen, obwohl wir sogar noch hätten mehr mitnehmen können. Fußball ist verrückt, das war aber noch drin, weil wir am drücken waren. Wir waren in der Halbzeit froh, dass wir noch im Spiel waren, auch wenn wir mit der richtigen Entscheidung auch noch einen Elfmeter für uns hätten bekommen müssen. Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, gegen eine Mannschaft, die um den Aufstieg mitspielen kann.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir hatten in der ersten Halbzeit viel Glück, hätten auch mit mehreren Toren hinten liegen können. Dann haben wir das System umgestellt, das hat uns aber auch nicht geholfen, weil Darmstadt immer wieder Lösungen gefunden hat. Wir mussten viel hinterherlaufen und haben den Gegner zu Torchancen eingeladen. Dann sind wir Darmstadt mannorientiert angelaufen und haben es deutlich besser gemacht. Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, mit der zweiten dafür umso mehr. Wenn ich dann die Laufleistung sehe, über die wir uns nicht ausschließlich definieren, bin ich extrem stolz auf die Mannschaft. Es ist beeindruckend, was die Jungs da liefern, auch wenn Laufwege mal umsonst sind. Es ist nicht einfach, hier etwas mitzunehmen. Deswegen können wir mit dem Punkt sehr gut leben.“
Die Bilder nach dem Spiel
Nach dem 2:2-Unentschieden gegen SV Darmstadt 98 am 11. Spieltag der 2. Bundesliga haben wir Euch die Bilder des Spiels zusammengestellt.

"Wir müssen wieder leidenschaftlich verteidigen!"
Vor unserem Spiel gegen SV Darmstadt am morgigen Samstag, 1. November (20:30 Uhr), spricht unser Cheftrainer in einer Medienrunde vor den anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Das Merck-Stadion am Böllenfalltor wird am Samstag ausverkauft sein. Somit werden rund 17. 800 Zuschauer vor Ort sein, etwa 1.700 aus Bielefeld.
Das sagt unser Cheftrainer über…
…das vergangene Pokalspiel gegen Union: „Die Jungs haben alles reingehauen. Es ist ihnen egal, gegen wen sie spielen. Ich kann mich auf den Charakter dieser Mannschaft verlassen, weil sie jederzeit den Willen und die Leidenschaft immer auf dem Platz zeigt. Das Ausscheiden tut weh, gerade wenn man sieht, wie wir gegen Union gespielt und gekämpft haben.“
… das Personal: „Marvin Mehlem wird ebenso ausfallen, wie die bereits vorher verletzten Stefano Russo, Roberts Uldrikis und Jeredy Hilterman. Alle anderen sind soweit fit und könnten die Reise nach Darmstadt antreten.“
… die etwas kürzere Vorbereitung: „Wir werden in Darmstadt eine kleine Einheit mit der Mannschaft absolvieren. Wir können in so kurzen Abständen zwischen den Spielen nicht allzu viel machen. Da geht es hauptsächlich um das Ballgefühl für die Jungs. Wichtig ist, dass alle regenerieren und sich auf die Partie am Samstag fokussieren können.“
… den Gegner SV Darmstadt: „Eine sehr gute Mannschaft, die gerade im Pokal gezeigt hat, dass sie extrem gefährlich und sehr gut umschalten kann. Sie haben gute Stürmer, die immer wieder für Torgefahr sorgen, hoch anlaufen und insgesamt viele Passstafetten in ihrem Spiel haben. Da müssen wir wieder genauso leidenschaftlich verteidigen, wie wir es schon in den letzten beiden Spielen gezeigt haben. Darmstadt hat einen sehr guten Lauf, das hat das Spiel gegen Schalke gezeigt. Sie werden uns alles abverlangen.“
Zu Gast bei den "Lilien"
Am Samstag gastiert unsere Mannschaft beim SV Darmstadt. Wir haben einen Ausblick auf unseren Gegner des 11. Sieltags gewagt.

So sieht es aktuell aus: Während wir nach einem großartigen Pokal-Kampf und starken 163 gelaufenen Kilometern in der Verlängerung bei Union Berlin nach dem 1:2 ausgeschieden sind, hat unser nächster Gegner sein Spiel recht souverän mit 4:0 gegen Schalke 04 gewonnen. Darmstadts Top-Torjäger Isac Lidberg, der in der Liga bislang schon acht Mal getroffen hat, feierte dabei sein Comeback und bereite gleich das erste Tor gegen Schalke vor. In der Liga liegen die Lilien nach zwischenzeitlicher Tabellenführung aktuell auf Platz sechs.
Kommen und Gehen: Wir haben in unseren Reihen einen wahren Darmstadt-Experten. Marvin Mehlem spielte zwischen 2017 und 2024 insgesamt 181 Partien für die Hessen. Bruno Labbadia, der zwischen 1998 und 2001 für Arminia spielte begann sogar seine erfolgreiche Karriere 1984 in der Darmstädter Jugend. Norbert Meier, bis 2016 zwei Jahre lang unser Trainer, wechselte dann zu Darmstadt 98, wurde aber schon im Dezember wieder entlassen. Auch Tim Gutberlet hat beide Vereine in seiner Vita und spielte 1993 eine Saison in Bielefeld und danach sowie ein weiters Mal 1999 eine Spielzeit in Darmstadt.
Face to Face: Mal abgesehen von der Mutter aller Relegations-Dramen im Jahr 2014 sieht die Zweitliga-Bilanz gegen Darmstadt 98 sehr passabel aus: Acht Siege, vier Niederlagen. Da kann am Samstag gern Erfolg Nummer neun folgen. Auch der Gesamtvergleich spricht klar für uns: Von den insgesamt 24 Begegnungen haben wir exakt die Hälfte für uns entschieden. Darmstadt nur deren sieben. Also, aufs geht’s. Kräfte mobilisieren, kämpfen und siegen.
Zahlen, bitte: Das Wohnzimmer von Darmstadt 98 am Böllenfalltor heißt seit 2014 Merck-Stadion und hat für 17 810 Zuschauer Platz. Fast die Hälfte davon (9132) sind Stehplätze.
Wer am Samstag die 325 Kilometer nach Darmstadt nicht auf sich nehmen will, kann es sich zur Primetime im schwarz-weiß-blauen Gewand vor dem Fernseher gemütlich machen. NITRO zeigt das Spiel der Woche ab 20.15 Uhr (Anpfiff ist um 20.30 Uhr) im Free-TV.
Noch etwas für die Freunde der Statistik: Darmstadt liegt aktuell mit nur 49,3 Prozent Ballbesitz in den Spielen auf Platz zehn in der Liga. Dafür vergeben sie ligaweit die wenigsten Großchancen (8). Und Achtung bei langen Bällen! Mit durchschnittlich 31 zielgenauen langen Bällen pro Spiel ist Darmstadt die Nummer eins der zweiten Liga.
Fun-Facts am Rande: Der Spitzname „Lilien“ stammt übrigens aus dem Stadtwappen Darmstadts. Dort ist eine blaue Lilie auf einem silbernen Schild zu sehen. Auch das Vereinsmaskottchen hat den Namen übernommen und heißt deshalb „Lilly“.
Passend dazu wird vor jedem Heimspiel die Lilien-Hymne mit dem klangvollen Titel „Die Sonne scheint überm Böllenfalltor“ gespielt.
Der absolut unbeliebteste Gegner der Darmstädter ist der FC Bayern München. In über vier Jahrzehnten gelang den Hessen gegen den deutschen Rekordmeister nur ein einziger Treffer.





















