Arminia Bielefeld
2 : 0
Elversberg
Sa., 25.10.2025 13:00

2:0-Heimsieg gegen Elversberg

Am 10. Spieltag der 2. Bundesliga gelingt unserer Mannschaft ein sehr souveräner und letztlich hoch verdienter 2:0-Heimsieg gegen den bisherigen Tabellenführer SV Elversberg. Joel Grodowski (17.) und ein Eigentor von Florian Le Joncour (28.) sichern die drei Punkte in der SchücoArena. Hier geht’s zum Spielbericht.

Für Christopher Lannert, Sam Schreck und Marvin Mehlem (Achillessehnenprobleme) hatte unser Cheftrainer Mitch Kniat Joel Felix, Benjamin Boakye und Noel Sarenren Bazee aufs Feld geschickt. Stimmungsvoller Beginn schon vor dem Spiel: Nach dem Aufwärmen wurden unsere Spieler mit einem warmen Applaus in die Kabine geschickt. Und auf der Südtribüne war in großen Buchstaben unmissverständlich zu lesen: „Avanti Arminia“. 

Die ersten Akzente setzten aber die Gäste. Doch viel mehr als ein Schuss von Tom Zimmerschied (3.), den Jonas Kersken entschärfte, sprang aus der anfänglichen Sturm- und Drangphase des Spitzenreiters zunächst nicht heraus. „Avanti, avanti“ dafür unsere Arminia nach zwölf Minuten: Nach einem Freistoß von Leon Schneider dribbelte sich Boakye in den Strafraum, konnte aber kurz vor dem Fünf-Meter-Raum gerade noch gestört werden. Arminia in dieser Phase mit einer Fünferkette in der Abwehr zur Vorbeugung gegen den Elversberger Sturm, der so häufig in dieser Saison traf wie kein anderer. 

Doch für Tore war an diesem Nachmittag nur unsere Arminia zuständig. Und zwar im Eiltempo: Über rechts treibt Taddel Momuluh das Leder nach vorn. Sein Zuckerpass landet in der Mitte bei Joel Grodowski. Und unser Jonny macht Grodowski-Sachen! Mit dem linken Fuß und aus 20 Metern zimmert er den Ball zur Führung ins Netz (17.). 

Arminia weiter mit Vollgas-Fußball auf der rechten Seite: Boakye sprintet bärenstark die Außenbahn entlang, flankt so scharf in die Mitte, dass der Elversberger Florian Le Joncour (28.) beim Klärungsversuch die Kugel ins eigene Tor befördert – 2:0 nach einer knappen halben Stunde. Die 24 856 Fans in der heimseitig ausverkauften SchücoArena feiern sehr zufrieden und lautstark unsere Mannschaft und honorieren die extreme Kompaktheit, die sich unser Cheftrainer im Vorfeld gewünscht hatte. Dabei liegt sogar das dritte Tor in der Luft: Momuluh (39.) probiert es nach einer Ecke aus kurzer Distanz und aus der Drehung, aber Schlussmann Kristof verhindert in letzter Sekunde den Einschlag. Kurz vor dem Pausenpfiff verpasst Maximilian Großer mit seinem Kopfball ganz knapp das Tor und das 3:0. 

Ähnlich wie im ersten Abschnitt bemühten sich die Gäste nach dem Seitenwechsel um deutlich mehr Spielanteile, ähnlich wie in Hälfte eins sprang dabei außer ein paar Flanken in den Strafraum kaum etwas Gefährliches dabei heraus. Gefährlich dafür unsere Arminia nach Kontern: Grodowski läuft über rechts mit dem Ball dem Elversberger Le Conjour ohne Ball davon, seinen Schuss (59.) kann Torwart Nicolas Kristof aber entschärfen. Die erste Chance der Gäste nach der Pause erspielte sich dann Younes Ebnoutalib (61.), der eine Flanke auf den zweiten Pfosten perfekt erwischte, aber zum Glück an den Pfosten köpfte.  Unsere Mannschaft setzte danach weiterhin auf verstärkte Defensive, brachte für Grodowski mit Felix Hagmann einen weiteren Verteidiger und machte die Räume im Spiel gegen den Ball eng.

Und während die Gäste zunehmend die Flucht nach vorne ergriffen und weitere Offensivspieler einwechselten, setzte unsere Arminia Nadelstiche. So tankte sich der eingewechselte Isi Young (78.) in den Strafraum durch, dribbelte an der Torauslinie zwei Elversberger aus und holte einen Eckball heraus, der zwar nichts einbrachte, aber wertvolle Zeit von der Uhr nahm. 

Auch wenn uns der dritte Treffer nach einem perfekten Konter durch Julian Kania (90+2) wegen einer Abseitsstellung verwehrt blieb, feierte kurz danach der Großteil im Stadion einen hochverdienten 2:0-Erfolg gegen Elversberg.  

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Felix (84. Sicker), Großer, L. Schneider – Wörl, Corboz, Boakye (84. Schreck) – Sarenren Bazee (86. Kania), Grodowski (66. Hagmann), Momuluh (66. Young)

SV Elversberg: Kristof – L. Günther (59. Mickelson), Le Joncour, Rohr, Keidel – Poreba, Conde (59. Malanga), Zimmerscheid (72. Ceka), Schmahl, L. Petkov (72. Stange) – Ebnoutalib (79. Schnellbacher)

Schiedsrichter: Felix Prigan (Deizisau)

Zuschauer: 24.856

Gelbe Karten: Boakye, Felix – Schmahl, Rohr 

Tore: 1:0 (17.) Grodowski, 2:0 (28., Eigentor) Le Joncour

"Unsere Fans haben uns die größte Kraft gegeben!"

Nach dem souveränen 2:0-Heimsieg gegen SV 07 Elversberg äußern sich Marius Wörl, Kapitän Mael Corboz, Joel Grodowski und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Marius Wörl: „Wir wussten, dass wir mit Elversberg einen starken Gegner haben, der mit Ball sehr gut ist und über 90 Minuten konsequente Verteidigung von uns verlangt. Das haben wir heute umgesetzt. Wir standen kompakt und haben sehr gut verteidigt. Es war eine konsequente Teamleistung. Jeder hat ein gutes Spiel gemacht und einhundert Prozent gegeben. Wir haben die Zwischenräume zugemacht und Umschaltmomente genutzt. Das muss uns Selbstvertrauen für die kommende englische Woche geben. Heute war ein richtig guter Start.“

Joel Grodowski: „Man hat heute gesehen, dass wir kompakt stehen wollten und das ist uns gelungen. Wir waren sehr effektiv, haben alle gut gegen den Ball gearbeitet und uns mit dem Tor belohnt. Uns war wichtig, keine Gegentore zu kassieren, nachdem wir in den letzten Spielen zu viele bekommen hatten. Heute haben wir das stark gemacht und uns mit dem 2:0 belohnt. Nach meinem Treffer bin ich zu meiner Frau und meiner Tochter gelaufen. Sie war heute das erste Mal im Stadion. Das war ein ganz besonderer Moment für mich.“

Kapitän Mael Corboz: „Wir sind das Spiel wie ein Pokalspiel angegangen. Elversberg hat viel Qualität und ist eine sehr gute Mannschaft, deshalb mussten wir unsere Spielweise anpassen. Das Defensivverhalten haben wir in dieser Woche stark thematisiert und heute gut umgesetzt. Die gesamte Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt. Keiner ist nervös geworden, wir haben schnell umgeschaltet und die Zweikämpfe angenommen. Man hat gesehen, dass wir wieder in diesen Rhythmus zurückgefunden haben.“

Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir haben ein gutes Spiel von uns gesehen und wir haben es genauso umgesetzt, wie wir es auch geplant haben. Wir wollten kompakt verteidigen und die Umschaltmomente finden, die Tiefe finden und diese bespielen. In Summe ist uns das sehr gut gelungen. Nach einer guten Anfangsphase haben wir insgesamt wenig zugelassen. Bei der Intensität mussten wir auch viel leiden, die Jungs sind extrem viel gelaufen. Wir haben uns sehr viel vorgenommen, haben zu Null gespielt und haben uns mit der Spielweise sehr wohl gefühlt. Das war ein sehr souveräner Sieg, den wir uns hart erarbeitet haben. Die Mannschaft zeichnet einfach aus, dass sie taktische Veränderungen sehr gut aufnimmt. Wir hatten unter der Woche noch einen anderen Plan. Den haben wir verworfen weil die Mannschaft sich damit nicht gut gefühlt hat. Innerhalb kürzester Zeit haben die Jungs die Umsetellung umgesetzt. Das zeigt, wie gut sie arbeiten. Uns tat es sehr gut, dass alle im Umfeld ruhig geblieben sind. Das hat uns die größte Kraft gegeben, damit wir unseren Plan heute so gut umsetzen konnten.“

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach dem 2:0-Erfolg gegen SV 07 Elversberg am 10. Spieltag der 2. Bundesliga haben wir Euch die Bilder des Spiels zusammengestellt.

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"Wir sind als Verein eine Einheit"

Vor unserem Heimspiel gegen den Tabellenführer SV 07 Elversberg stellt sich unser Cheftrainer Mitch Kniat bei der Spieltagspressekonferenz den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben seine Aussagen für Euch zusammengefasst.

Die SchücoArena ist heimseitig ausverkauft, wir erwarten rund 600 Gäste aus Elversberg. Anstoß ist um 13 Uhr, die Stadiontore öffnen 90 Minuten vor Stadionbeginn (11:30 Uhr). 

Das sagt unser Cheftrainer über… 

… das Personal: „Jeredy Hiltermann, Stefano Russo und Roberts Uldrikis werden am Samstag ausfallen. Bei Marvin Mehlem und Joel Felix werden wir erst kurzfristig Entscheidungen treffen können. Das könnte eine Punktlandung werden. Marvin hat noch Probleme an der Achillessehne, Joel weiterhin am Oberschenkel.“ 

… den Gegner SV 07 Elversberg: „Elversberg ist eine sehr gute Mannschaft mit sehr guten Ansätzen. Sie stellen jeden Gegner vor schwere Aufgaben und finden mit dem Ball immer wieder Lösungen. Wenn man ihnen Räume in die Tiefe gibt, nutzen sie das konsequent. Zudem besetzen sie den Rückraum stark und verteidigen mit Leidenschaft. Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen, defensiv stabiler auftreten als in den letzten Wochen und dürfen ihnen nicht zu viele Möglichkeiten geben. Wenn wir an unsere Grenze gehen und das Gesicht zeigen, das uns in der vergangenen Saison und zu Saisonbeginn ausgezeichnet hat, kann es ein richtig gutes Spiel werden.“

… die Herangehensweise: „Wir haben ein Heimspiel und wollen dominant auftreten, weniger Torchancen zulassen und defensiv als Kollektiv kompakter stehen, denn das ist der Schlüssel zum Erfolg. Gleichzeitig müssen wir unsere eigenen Chancen besser nutzen und zu alter Stärke zurückfinden."

… die aktuelle Situation: „Die Fans und das Umfeld reagieren gerade optimal auf die schwierige Phase. Wir haben Spiele verloren, aber alle wissen, dass wir als Verein eine Einheit sind – Mannschaft, Fans und alle drumherum. Genau das gibt uns momentan die größte Kraft.“

SVE erstmalig zu Gast in Bielefeld

Am Samstag begrüßen wir zum ersten Mal die SV Elversberg in der SchücoArena. Um 13 Uhr rollt der Ball gegen die Saarländer. Wir blicken auf unseren kommenden Gegner, der nach neun Spieltagen als Tabellenführer nach Bielefeld reist.

So sieht es aktuell aus: Der Überraschungs-Dritte der letzten Saison rast schon wieder mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit durch die Liga. Und ist verdientermaßen Spitzenreiter! Im Schnitt schießt SV Elversberg in dieser Saison 2,4 Tore pro Spiele – absoluter Bestwert in der zweiten Liga. Zuletzt wurde gegen Greuther Fürth mit 6:0 gewonnen. Was vor allem auch an einem Spieler liegt, den wir in der nächsten Kategorie ausführlich würdigen…

Kommen und Gehen: Hier hat der SV Elversberg seit Jahren ein äußerst glückliches und erfolgreiches Händchen. Weil die Saarländer Jahr für Jahr immer erfolgreicher werden, schaut die Konkurrenz beeindruckt zu und kauft am Saisonende jeweils die besten Spieler oder auch mal den Trainer der Elversberger. Doch egal, wer da so den Verein verlässt: Sportvorstand Nils-Ole Book, olt einfach neue Spieler und dieses Mal auch einen neuen Trainer, die alle auf bestechende Art und Weise gleich liefern. Coach Vincent Wagner kam für Horst Steffen von Hoffenheims Reserve nach Elversberg. Der Kader wurde zu Saisonbeginn unter anderem mit Lukasz Poreba, Luis Seifert und zuletzt U-19-Nationalspieler Otto Stange (alle vom Hamburger SV) qualitativ aufgewertet. Dazu kamen noch Jan Gyamerah aus Kaiserslautern sowie Jarzinho Malanga und Luca Pfeiffer vom VfB Stuttgart. 

Der echte Glücksgriff war jedoch bislang Younes Ebnoutalib. Der 22-Jährige war 2024 sieben Monate vereinslos, ging dann in die fünftklassige Hessenliga zum FC Gießen und wechselte am 1. Januar 2025 für 100 000 Euro nach Elversberg. Aktuell ist er mit neun Toren aus neun Spielen der Top-Torjäger der zweiten Liga. Und erzielte zuletzt gegen Fürth (6:0) einen lupenreinen Hattrick. 

Face to Face: Hier können wir es kurz machen: Das Spiel am Samstag (13 Uhr) in der Schüco-Arena ist tatsächlich das allererste Pflichtspiel der beiden Mannschaften. Was auch daran liegen könnte, dass beide Teams in den vergangenen Jahren häufiger mal die Ligen gewechselt haben. 

Zahlen, bitte: SV Elversberg ist ein Verein, bei dem es seit 2017 tabellarisch stetig nur aufwärts geht! Vor acht Jahren war der SVE am Saisonende Fünfter in der Regionalliga, in den Folgejahren Vierter, zweimal Zweiter und 2022 Erster und Aufsteiger in die dritte Liga. Dort hielt man sich aber nicht lange auf, wurde auch dort sofort Meister. In der zweiten Liga belegten die Elversberger nach Platz 11 in 2024 in der vergangenen Saison Rang drei und grüßen nun aktuell von der Tabellenspitze. 

In dieser Saison schießen sie bislang nicht nur 2,4 Tore pro Spiel, sondern holen auch exakt 2,4 Punkte pro Partie. Das sind Werte eines Aufsteigers!

Knapp ein Drittel der bisher 22 Saisontreffer wurden durch Standardsituationen (7 Treffer) erzielt. Also Vorsicht am Samstag bei Ecken und Freistößen!

Fun-Fact am Rande: Was haben Versmold und Elversberg gemeinsam? Okay, auf den ersten Blick nicht viel. Aber: Beide Orte haben annähernd dieselbe Einwohnerzahl! Versmold (13 000) ist sogar noch einen Hauch größer als der Gast vom Samstag (12 500). Das erwähnen wir hier nur, um zu zeigen, welch kleiner Ort aktuell und auch schon in der letzten Saison die zweite Liga aufmischt.

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