Rochelt köpft Arminia zum Derbysieg
Der DSC Arminia Bielefeld gewinnt das Derby gegen den VfL Osnabrück am 8. Spieltag mit 2:1. Vor 26.750 Zuschauern in der SchücoArena gleicht Maximilian Bauer zunächst den Rückstand aus, ehe der eingewechselte Jannik Rochelt per Kopf den Siegtreffer erzielt.

Cheftrainer Oliver Kirch nahm im Vergleich zum vorherigen Spiel eine Veränderung in der Startelf vor: Benjamin Boakye rückte für Joel Felix in die Anfangsformation. Der DSC startete druckvoll in die Partie und suchte insbesondere über Leon Jensen und Isaiah Young den Weg nach vorne. In der siebten Minute bot sich Osnabrück nach einem zu kurzen Rückpass von Stefano Russo die große Chance zur Führung. Robin Meißner fing den Ball ab und lief allein auf Jonas Kersken zu, setzte seinen Abschluss jedoch rechts am Tor vorbei.
Neun Minuten später machte es der Osnabrücker Angreifer besser. Nach einem Pass von Arne Sicker, der an Maximilian Großer vorbeiging, erlief Meißner den Ball, umkurvte Kersken und schob zur Führung für die Gäste ein (16.). In der 26. Minute folgte die Antwort. Nach einem Foulspiel an der Grundlinie brachte Sicker einen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum. Maximilian Bauer stieg hoch und köpfte den Ball zum 1:1 ins Netz. Ein Distanzschuss von Marius Wörl ging über das Tor, auch Felix Hagmann versuchte es aus der Entfernung, fand jedoch nicht den Weg ins Ziel. So ging es mit einem Unentschieden in die Halbzeitpause. Der DSC hatte in der ersten Halbzeit viel Ballbesitz, klare Torchancen blieben zunächst jedoch aus.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen, ehe der DSC zunehmend das Kommando übernahm. Mit einem Doppelwechsel in der 59. Minute brachte Kirch frische Kräfte: Monju Thaddäus Momuluh und Jannik Rochelt ersetzten Isaiah Young und Benjamin Boakye. Die Wechsel zeigten Wirkung, Arminia erhöhte den Druck und kam zu mehreren guten Möglichkeiten. In der 62. Minute setzte Leon Jensen einen Abschluss aus rund 16 Metern über die Latte. Kurz darauf wurde es durch Jonny Grodowski richtig gefährlich. Der Stürmer verlängerte eine Hereingabe von der rechten Seite per Kopf, doch der Ball prallte an den linken Innenpfosten. Auch Osnabrück kam noch einmal zum Abschluss, Adrian Beck setzte seinen Versuch in der 64. Minute jedoch über das Tor.
Der DSC blieb am Drücker. In der 69. Minute wurde ein Abschluss von Grodowski nach Zuspiel von Marius Wörl noch von der Osnabrücker Defensive abgefälscht. Wenig später setzte sich Jannik Rochelt gegen mehrere Gegenspieler durch und legte quer auf Grodowski, dessen Schuss über das Tor ging. Auch ein weiterer Abschluss des Angreifers stellte VfL-Torhüter Jonas Krumrey nicht vor größere Probleme. Taddel Momuluh versuchte es ebenfalls aus aussichtsreicher Position, sein Schuss verfehlte das linke obere Eck nur knapp.
In der 85. Minute belohnte sich unsere Mannschaft schließlich für ihren Aufwand. Momuluh setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte eine präzise Flanke in den Strafraum. Jannik Rochelt stieg hoch und köpfte den Ball unhaltbar zur umjubelten 2:1-Führung ins Tor. Kurz vor Schluss gab es allerdings noch einen bitteren Moment. Der eingewechselte Vincent Ocansey verletzte sich nach einem Zweikampf am Knie und musste vom Platz getragen werden. Er wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Eine genaue Diagnose stand zunächst noch aus. Der gesamte DSC wünscht Vincent eine schnelle und vollständige Genesung.
Wenig später war Schluss. Unsere Arminia gewinnt das Derby gegen den VfL Osnabrück verdient mit 2:1 und feiert damit den zweiten Dreier in Folge. Nach dem Rückstand bewies die Mannschaft Moral, übernahm in der zweiten Halbzeit zunehmend die Kontrolle und belohnte sich kurz vor dem Ende mit dem entscheidenden Treffer von Rochelt.
DSC Bielefeld Bielefeld: Kersken - Hagmann (81. Koudossou), Bauer, Großer, Sicker - Russo - Jensen (81. Felix), Wörl - Boakye (59. Momuluh), Grodowski (88. Ocansey), Young (59. Rochelt)
VfL Osnabrück: Krumrey - Fabinski, Müller (89. Janotta), Wiemann - Kammerbauer, Flach (83. Raimund), Jacobsen, Gomez (89. Riesselmann) - Badjie (67. Kyereh), Beck (89. Münst) - Meißner
Schiedsrichter: Bacher (Rosenheim)
Zuschauer: 26.750 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Boakye, Großer - Fabinski
Tore: 0:1 Meißner (15.), 1:1 Bauer (26.), 2:1 Rochelt (85.)
„Gemeinsam mit unseren Fans sind wir schwer zu schlagen!“
Nach dem 2:1-Heimsieg gegen den VfL Osnabrück äußern sich Joel Grodowski, Leon Jensen, Jannik Rochelt und Cheftrainer Oliver Kirch vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Joel Grodowski: „Wir haben in den ersten Minuten ein sehr gutes Pressing gespielt und hätten uns eher belohnen müssen. Dann haben wir den Gegner zwei Mal unnötig eingeladen. Da wissen wir selbst, dass das nicht geht. Trotzdem haben wir hinten heraus ein gutes Spiel gemacht und nichts mehr zugelassen. Ich war im ersten Durchgang auch nicht richtig drin, hatte mir für die zweite Hälfte aber vorgenommen, mich über den Kampf reinzuarbeiten. Gerade beim Tor haben wir gesehen, dass wir in der Offensive immer wieder Qualität einwechseln können. Die Kombination war perfekt – auch wenn mir nicht klar war, dass Jannik so gut köpfen kann. “
Jannik Rochelt: „Es war in meiner Karriere erst mein zweites Kopfballtor. Es war aber auch eine super Hereingabe von Taddel. Ich werde vermutlich nicht als Kopfballspieler in die Geschichte eingehen, aber heute hat es ganz gut geklappt. Für uns beide, die beide eingewechselt wurden, ist das natürlich eine gute Geschichte. Aber die Jungs von der Bank, egal wer es ist, bringen immer Schwung rein. Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass es bei uns funktioniert. Wir haben es insgesamt gut geschafft, Osnabrück keine Chancen zu ermöglichen. Für das Selbstvertrauen und für die Stimmung waren diese beiden Siege extrem gewichtig. Mit der Kraft zu Hause, gemeinsam mit unseren Fans, sind wir einfach schwer zu schlagen.“
Leon Jensen: „Wir waren die bessere Mannschaft und deswegen haben wir verdient gewonnen. Wir hatten schon mehr und auch die besseren Chancen. Die Jungs, die von der Bank kommen, egal in welchem Spiel, können immer den Unterschied ausmachen. Das war auch heute so. Es war nicht überraschend, dass durch sie mehr Gefahr ins Spiel kommt. Die Fehler am Anfang des Spiels können passieren, da werde ich keinem einen Vorwurf machen. Der Sieg heute rundet die drei Punkte aus der letzten Woche ab. Das war extrem wichtig für die Stimmung, das Selbstbewusstsein und natürlich für die Fans.“
Cheftrainer Oliver Kirch: „Wir sind relativ gut ins Spiel gekommen, hatten gute Aktionen rund um den Strafraum und direkt vor der Südtribüne. Die zwei Pässe, die wir dem Gegner vorlegen, bringen uns etwas raus, einen davon nutzen sie auch zur Führung. Das war nicht clever und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie sonst zu Chancen gekommen wären. Wir hatten nach dem Gegentor keine Tiefe mehr im Spiel und auch keine Torchancen mehr im Ballbesitz. Das war bis zur Halbzeit nicht gut. Der Standard zum Ausgleich war daher sehr wichtig. Im zweiten Durchgang war es deutlich besser, wir haben das Stadion mitgenommen, viele Torchancen erarbeitet und am Ende auch verdient gewonnen.“
Die Bilder zum Spiel
Nach dem 2:1-Heimerfolg gegen den VfL Osnabrück haben wir Euch die Bilder zum Spiel zusammengestellt.

„Wir haben die Chance einen weiteren Schritt zu machen!"
Am Sonntag, 18. Oktober, empfangen wir um 13:30 Uhr den VfL Osnabrück in der SchücoArena. Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer Oliver Kirch den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Bei uns im Wohnzimmer wird es wieder richtig voll, die Partie ist ausverkauft. Vor dem Duell spricht Cheftrainer Oliver Kirch über…
die aktuelle Lage: „Der Auswärtssieg hat uns allen gutgetan. Es war schön, den Erfolg nach dem Spiel gemeinsam mit den Fans zu feiern. Mit so einem Erlebnis fällt der Start in die neue Woche natürlich leichter. Das Schöne und gleichzeitig Schwierige am Fußball ist aber, dass man kaum Zeit hat, sich über Erfolge zu freuen oder Niederlagen lange zu verarbeiten. Es geht direkt weiter. Mit Osnabrück wartet die nächste Aufgabe auf uns, bei der wir die Chance haben, den nächsten Schritt zu machen. Darauf liegt jetzt unser voller Fokus.“
das Personal: „Taddel Momuluh ist wieder fit, hat heute vollständig mittrainiert und ist für Sonntag einsatzbereit. Am Mittwoch haben noch einige Spieler gefehlt, heute waren wieder 23 Feldspieler auf dem Trainingsplatz. Das ist positiv. Aktuell kann ich deshalb keine definitiven Ausfälle vermelden.“
den Gegner: „Osnabrück ist statistisch gesehen die zweitkonterstärkste Mannschaft der Liga. Sie haben viele Ballgewinne, schalten sehr gut um und bringen viel Geschwindigkeit in der Spitze mit. Da kommt ein ganz anderer Fußball auf uns zu. Gerade auswärts könnten sie vielleicht auch etwas abwartender agieren und uns mehr den Ball überlassen. Dann lauern ihre Stürmer auf unsere Ballverluste. Wir müssen Lösungen finden, um die gegnerischen Reihen auseinanderzuziehen und uns Torchancen zu erspielen, ohne bei Ballverlusten anfällig für Konter zu sein. In den Umschaltmomenten dürfen wir kein Chaos entstehen lassen, müssen die tiefen Laufwege kontrollieren und gut gegenpressen. Das wird die große Herausforderung gegen Osnabrück.“
Unsere Herangehensweise und die Formation: „Der Plan gegen Bochum ist gut aufgegangen. Auch in einem Heimspiel ist es wichtig, defensiv stabil zu stehen. Das haben wir bereits in verschiedenen Formationen gezeigt und auch mit einer Viererkette zu Null gespielt. Insgesamt lassen wir relativ wenig zu. Das letzte Gegentor aus dem Spiel haben wir gegen Nürnberg bekommen, die anderen Gegentreffer sind nach Standards oder einem eigenen Ballverlust gefallen. Osnabrück ist ein anderer Gegner mit einer anderen Spielweise und anderen Stärken. Darauf müssen wir uns einstellen und gleichzeitig unsere eigenen offensiven Impulse setzen.“
Herzlich willkommen, VfL
Am Sonntag reist der VfL Osnabrück in unser Wohnzimmer. Wir haben einen Blick auf unsere Gäste gewagt.

So sieht es aktuell aus: Der VfL ist als Meister der 3. Liga aufgestiegen und mit acht Punkten in die neue Saison gestartet. Mit jeweils zwei Siegen und zwei Unentschieden holten die Lila-Weißen in vier ihrer ersten sieben Ligaspiele etwas Zählbares. Auch die jüngste Bilanz kann sich sehen lassen: Aus den vergangenen fünf Partien ging Osnabrück lediglich gegen Hertha BSC als Verlierer vom Platz. Dabei ist die Offensive breit aufgestellt: Die bisherigen zehn Ligatore verteilen sich auf acht verschiedene Torschützen.
Face to face: Insgesamt standen sich Arminia und der VfL bislang in 37 Pflichtspielen gegenüber. Die Bilanz spricht für den DSC: 16 Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber. Unvergessen bleibt dabei der 12. Dezember 2003. Beim 5:0-Heimsieg gegen Osnabrück schnürte Marco Küntzel einen Viererpack und netzte bereits in der ersten Halbzeit dreimal. Zuletzt trafen beide Teams in der Drittliga-Saison 2024/25 aufeinander. Damals gewann der DSC vor heimischer Kulisse mit 3:1. Im Rückspiel an der Bremer Brücke erzielte Stefano Russo den entscheidenden Treffer zum 1:0-Auswärtssieg.
Kommen und Gehen: Auf beiden Seiten gab es in den vergangenen Jahren reichlich Bewegung. Julian Kania trug in der vergangenen Saison das lila-weiße Trikot und war damit Teil des Osnabrücker Aufstiegskaders. Lukas Kunze wechselte zur Saison 2024/25 vom VfL nach Bielefeld, Leandro Putaro bereits ein Jahr zuvor. Auch Marin Kollenberg, Ansgar Brinkmann, Pascal Testroet und Nils Fischer trugen im Laufe ihrer Karrieren die Trikots beider Vereine.
Zahlen, bitte: Die letzte Zweitliga-Saison des VfL endete 2024 mit dem Abstieg. Nach der kompletten Hinrunde standen damals gerade einmal neun Punkte zu Buche. In der aktuellen Spielzeit hat Osnabrück nach sieben Spieltagen bereits acht Zähler gesammelt.
Auch die Kartenstatistik verspricht eine gewisse Brisanz: In den vergangenen zehn Pflichtspielen zwischen beiden Mannschaften gab es insgesamt sieben Platzverweise – vier gegen den DSC und drei gegen den VfL. In der 2. Bundesliga trafen die beiden Traditionsvereine bislang 24-mal aufeinander. Der einzige Osnabrücker Auswärtssieg in Bielefeld liegt bereits lange zurück: Im November 1986 gewann der VfL mit 3:2. Die damaligen DSC-Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:0 waren Matthias Westerwinter und Martin Kollenberg.
Fun Facts am Rande: 2010, 2019 und zuletzt 2026 sicherte sich der VfL die Meisterschaft in der 3. Liga. Damit ist Osnabrück Rekordmeister dieses Wettbewerbs.
Auch individuell schrieb ein Osnabrücker zuletzt Vereinsgeschichte: Mit seinem Siegtreffer zum 3:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden wurde Robert Tesche im Mai 2026 zum ältesten Torschützen der VfL-Geschichte. Bei seinem 118. Einsatz für die Lila-Weißen war er 38 Jahre, elf Monate und sechs Tage alt. Damit löste er Matthias Billen ab, der seit Mai 1948 den Rekord gehalten hatte. Damals war Billen bei seinem Treffer gegen Werder Bremen 38 Jahre und zwei Monate alt.















































