2:2 gegen Heidenheim
Dank einer starken zweiten Halbzeit sichern wir uns am sechsten Spieltag der zweiten Bundesliga ein 2:2 (1:2) gegen den 1. FC Heidenheim. Jonny Grodowski (13.) und Felix Hagmann (55.) treffen für den DSC. Hier geht’s zum Spielbericht.

Cheftrainer Oliver Kirch bringt im Heimspiel am Arminis-Spieltag zwei Neue in die Startelf. Unser Neuzugang David Min stand zum ersten Mal von Beginn an auf dem Rasen. Für ihn rutschte Jannik Rochelt ins Mittelfeld und Marvin Mehlem auf die Ersatzbank. Tim Handwerker begann für Arne Sicker auf der linken Abwehrseite. Und unsere Fans? Auf dem Rasen präsentierten die Arminis eine selbstgestaltete Choreo und auf der Süd gab es analog ebenfalls ein Fahnenmeer und eine beeindruckende Stimmung gleich zum Start der Partie. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!
Beeindruckend auch das Tempo, mit dem beide Teams ins Spiel gingen. Für die Heidenheimer wars dann nach sieben Minuten fast zu schnell: Ein Ballgewinn von Rochelt, der auf Jonny Grodowski ablegte. Seinen Lupfer auf Taddel Momuluh konnte unsere Nummer 14 aber nicht vollenden. Tief durchatmen dann eine Minute später: Doch der Schuss von Heidenheims Paul Hennrich strich hauchzart am rechten Torpfosten vorbei.
Knallhart in den Winkel flog dann kurz danach das Leder: Die Ecke von Handwerker faustete Torwart Thomas Dähne vor die Füße von Grodowski und der zirkelte die Kugel unter die Latte zur frühen Führung! Schon Saisontor Nummer fünf, die Jonny alle in unserem Wohnzimmer erzielte. Allerdings zeigte sich die Gäste recht unbeeindruckt und hatten anschließend gleich dreimal den Ausgleich auf dem Fuß: Zunächst vergab Michael Heule (16.) freistehend aus zwölf Metern, dann rutschte Alessandro Vogt (17.) knapp an einem Zuspiel von Christian Conteh vorbei und schließlich rettete Jonas Kersken gegen Budu Zivzivadze (19.), der es aus zehn Metern mit einem Drehschuss probierte. Turbulente drei Minuten, in denen die Gäste recht eindrucksvoll am Ausgleich arbeiteten.
Und der fiel dann nach 28 Minuten. Maximilian Bauer hatte Zivzivadze nach einer Grätsche im Strafraum erwischt. Den Strafstoß versenkte der Gefoulte zum 1:1. Arminia danach bemüht, die Heidenheimer weit vom eigenen Strafraum fernzuhalten, was bis zur 38. Minute auch ganz gut funktionierte. Dann legte wiederum Conteh, mit dem die Abwehr so ihre Mühe hatte, für Hennrich auf, der aus sechs Metern den Ball aber am Tor vorbei schob. Praktisch mit dem Pausenpfiff bekam Hennrich nach einer eigentlich geklärten Ecke eine zweite Chance, lief mit dem Leder von rechts an drei Arminen vorbei in die Mitte und drückte die Kugel in den linken Winkel zur bis hier hin verdienten Gäste-Führung.
Auch nach dem Wechsel gehörte die erste Szene dem Bundesliga-Absteiger. Eine Unachtsamkeit im Aufbauspiel nutzte Alessandro Vogt (47.), der jedoch aus kurzer Distanz an Kersken scheiterte. Für den nächsten Treffer sorgte dann aber unsere Arminia! Felix Hagmann, der zur Pause für Henri Koudossou kam, versuchte es einfach mal aus 25 Metern. Sein Schuss wurde von Julian Niehues unhaltbar für Dähne im Heidenheimer Tor abgefälscht. Mutig, von dort überhaupt zu schießen. Aber das war auch die Devise im zweiten Durchgang. Im direkten Gegenzug hielt Kersken dann den Punkt fest, indem er einen Schuss von Busch (58.) reflexartig mit einer Hand über den Querbalken lenkte.
Die Partie wurde etwas wilder, aber keineswegs unattraktiver. Der DSC bewies Mut und sorgte für ein ausgeglichenes Spiel, weil Arminia in dieser Phase deutlich besser wurde. Denn unsere Mannschaft setzte sich zeitweise im letzten Drittel der Heidenheimer fest, was auch an Isi Young und Benjamin Boaye lag, die nach ihrer Einwechslung für mächtig Betrieb sorgten. Was aber nicht verhindert, dass die Gäste einem Freistoß durch Niehues beinahe aus sechs Metern mit dem Kopf zur erneuten Führung genutzt hätten.
Die größte Chance in der Schlussphase hatte dann aber unsere Arminia - durch Young und Boakye. Doch rutschte Boakye (87.) ganz knapp am Pass durch den Fünfmeterraum vorbei. So nehmen wir letztlich einen wichtigen Punkt mit, der dank einer starken zweiten Halbzeit auch hoch verdient ist!
Weiter geht’s nach der XXL-Länderspielpause am Sonntag, 11. Oktober (13.30 Uhr), beim VfL Bochum.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Großer, M. Bauer, Koudossou (46. Hagmann) – Russo – Rochelt (46. Jensen), Wörl – Grodwoski, Min (64. Young), Momuluh (64. Boakye)
1.FC Heidenheim: Dähne – Föhrenbach, Mainka, Busch – Heule, Schöppner, Niehues (85. Kerber), C. Conteh (70. Honsak) – Hennrich (77. Wagner) – Zivzivadze (85. Mhamdi), Vogt (70. Kaufmann)
Schiedsrichter: Felix Wagner (Glött)
Zuschauer: 25 567
Gelbe Karten: Grodowski, Großer - Hennrich, Mainka, Schöppner, Kerber
Tore: 1:0 (13.) Growdowski, 1:1 (30., Foulelfmeter) Zivzivadze, 1:2 (45.+3) Hennrich, 2:2 (55.) Hagmann
„Den Punkt haben wir uns in der zweiten Halbzeit erkämpft"
Nach dem 2:2-Unentschieden äußern sich Joel Grodowski, Leon Jensen, Felix Hagmann sowie unser Cheftrainer Oliver Kirch und Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Jonny Grodowski: „In der ersten Halbzeit war es bis zum 1:0 relativ ausgeglichen, danach haben wir aber zu viele Chancen zugelassen. Heidenheim hätte zur Pause auch höher führen können. Wir haben zu viele Fehler gemacht und hinten nicht gut abgesichert. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen und in der zweiten Hälfte ein anderes Gesicht gezeigt. Den Punkt nehmen wir mit, den haben wir uns in der zweiten Halbzeit erkämpft und auch verdient. Wir wissen aber, woran wir weiterarbeiten müssen. Man hat heute auch die Qualität von Heidenheim gesehen. Sie sind Bundesligaabsteiger und haben kaum Spieler abgegeben. Für uns ist jetzt wichtig, auch auswärts zu punkten. Das wollen wir nach der Länderspielpause in Angriff nehmen.“
Leon Jensen: „Die erste Halbzeit muss man nicht dramatischer sehen, als sie war. Wir spielen gegen Heidenheim, einen Bundesligaabsteiger. Sie gehören zu den offensivstärksten Mannschaften der Liga, da kann man auch mal zurückliegen. Sie waren zur Pause verdient in Führung. Die erste Halbzeit war nicht gut, dafür haben wir in der zweiten Hälfte umso besser gespielt. Das war ein klarer und wichtiger Punktgewinn für uns. Ich bin auch mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Nach längerer Zeit habe ich wieder eine komplette Halbzeit gespielt. Wir müssen unsere bisherige Saisonleistung realistisch einschätzen. Als Mannschaft, die nach dem Aufstieg jetzt im zweiten Jahr in der 2. Liga spielt, müssen wir bis zum Schluss kämpfen und mit Demut an die Sache herangehen. Positiv ist auch, dass wir jetzt zum zweiten Mal in Folge gegen einen Bundesligaabsteiger gepunktet haben, vor zwei Wochen schon gegen St. Pauli. Wir sind dran und werden weiter alles geben.“
Felix Hagmann: „Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann aber etwas den Faden verloren. In der Halbzeit haben wir angesprochen, dass wir mutiger sein müssen. Mit der Umstellung auf eine Fünferkette wollten wir im Mann-gegen-Mann mehr Zugriff bekommen. Das ist gut aufgegangen. Wir haben uns wieder herausgekämpft, eigene Chancen herausgespielt und nicht mehr so viel zugelassen. Über mein Tor freue ich mich natürlich. Wenn man es nicht probiert, kann der Ball auch nicht reingehen. Der Schuss hatte genug Power, dann kam noch das nötige Glück dazu und er ist reingegangen. Am Ende ist es deshalb auch verdient, dass wir den Ausgleich gemacht haben. Unser Einsatz, der Teamgeist und der Zusammenhalt machen uns stark. Wenn wir jetzt noch die Ballverluste abstellen und in der Restverteidigung sauberer verteidigen, können wir auch in Bochum erfolgreich sein.“
Cheftrainer Oliver Kirch: „Nach einer guten Anfangsphase haben wir uns von der Qualität des Gegners beeindrucken lassen. Wir haben dann zwei, drei Umschaltsituationen zugelassen, die dann sehr gefährlich geworden sind. Das wollten wir eigentlich verhindern. Durch die Torchancen, die zum Glückvergeben wurden, haben wir uns den Mut nehmen lassen. Das sollte uns eigentlich nicht passieren, aber man muss auch anerkennen, dass sie es gut gemacht haben. Heidenheim hat uns aber im ersten Durchgang leben lassen. Wir haben zur Halbzeit taktisch und personell umgestellt, das hat auch gut funktioniert. Wir haben das Spiel dann nicht dominiert, hatten auch nicht allzu viele Torchancen. Aber es hat sich so entwickelt, dass wir uns den Punkt erkämpft haben. Heute ist es ein glücklicher Punkt, den wir uns durch die zweite Halbzeit verdient haben.“
Sport-Geschäftsführer Michael: „Wir hatten heute etwas Glück, das hatten wir vergangene Woche gegen Darmstadt nicht. Ein paar Punkte wären zu diesem Zeitpunkt schön gewesen, aber wir nehmen das heute mit und schauen, dass wir die Pause nutzen, um weitere Punkte zu holen. Wir hatten auch auswärts Spiele, in denen die Spielleistung nicht zu den Ergebnissen passte. Wir haben es gegen Heidenheim gut gemacht, sie haben uns am Leben gelassen und wir haben es mit der Leistung in der zweiten Halbzeit verdient, weil die Mannschaft nicht aufgegeben hat.“
„Wir wollen die Punkte in Bielefeld behalten!"
Am Sonntag, 20. September, empfangen wir um 13:30 Uhr den 1. FC Heidenheim in der SchücoArena. Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer Oliver Kirch den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Vor dem Duell spricht Cheftrainer Oliver Kirch über…
… das Personal: "Wir konnten einzelne Spieler, die zu Beginn der Woche noch mit kleineren Problemen zu kämpfen hatten, wieder ins Training integrieren. Heute konnten wir mit der kompletten Mannschaft auf dem Trainingsplatz stehen. Damit sind alle Spieler fit für Sonntag. Auch die Neuzugänge sind vollständig integriert und ich sehe bei ihnen bereits gute Fortschritte."
… den Gegner: “Heidenheim ist ein Gegner, der sehr intensiv und körperlich spielt, viele Tore nach Standards erzielt und im Umschaltspiel stark ist. Zu Beginn hatten sie mit der Niederlage gegen Hertha und dem Pokalaus eine etwas schwierige Phase, haben dann aber das Spiel gegen Dresden noch gedreht. Das war so ein Knackpunkt. Seitdem wirken sie sehr stabil und haben alles gewonnen. Die Mannschaft ist in großen Teilen zusammengeblieben, viele Spieler haben bereits viel Bundesligaerfahrung. Sie sind als Kollektiv sehr stark und haben eine klare Spielidee.”
… unsere Herangehensweise: „Bei jeder defensiven Aktion geht es für mich darum, Torschüsse des Gegners zu verhindern. Gegen Heidenheim müssen wir vor allem die Standardsituationen verhindern, denn darin sind sie extrem stark. Sie haben bereits sechs Tore nach Standards erzielt. Dazu sind sie körperlich robust und schalten nach Ballgewinnen sehr schnell um, oft direkt in die Tiefe. Deshalb müssen wir unsere eigenen Ballgewinne auch konsequent nutzen und in Tore verwandeln. Wir wollen insgesamt noch weniger zulassen und die Abschlüsse des Gegners so gering wie möglich halten. Ganz verhindern kann man nicht alles, dann kommt es auch auf die Effektivität an. Zuletzt war fast jeder erste Schuss des Gegners ein Treffer, das sollte so nicht noch einmal passieren. Wir haben einen guten Plan gegen Heidenheim und wollen die Punkte in Bielefeld behalten.“
Da das Heidenheim-Spiel am Sonntag anlässlich des Weltkindertags ganz im Zeichen der Arminis steht, haben heute zwei Arminis an der Pressekonferenz teilgenommen und unserem Cheftrainer ihre Fragen gestellt. Auf die Fragen der jungen Fans hat Kirch Folgendes geantwortet:
„Ich habe früher selbst viel mit meinem Vater und meinem Bruder Fußball gespielt. Wir sind bei jedem Wetter mit dem Ball nach draußen gegangen, hatten einen Bolzplatz in der Nähe und haben dort einfach Fußball gespielt. Mit fünf Jahren bin ich dann zu meinem ersten Verein gegangen. Deshalb finde ich es schön, heute auch die Fragen der Arminis zu beantworten. Fußball sollte bei aller Ernsthaftigkeit immer Spaß machen. Man sollte im Training auch mal lachen und sich einen Spaß erlauben können, solange man weiß, wann es genug ist. Und wenn es zu meiner Zeit ein Angebot wie die Arminis gegeben hätte, wäre ich auf jeden Fall dabei gewesen.“
Willkommen, Heidenheim!
Am Sonntag wartet in der SchücoArena das Duell mit dem 1. FC Heidenheim. Die Heidenheimer kommen mit einem 1:0-Erfolg gegen Holstein Kiel im Gepäck nach Bielefeld und stehen aktuell auf Platz drei. Vor der Partie werfen wir einen Blick auf unseren Gegner.

So sieht es aktuell aus: Nach dem FC St. Pauli ist mit dem 1. FC Heidenheim am Sonntag der zweite Erstliga-Absteiger in dieser Saison zu Gast in der SchücoArena. Die Heidenheimer kommen mit einem 1:0-Erfolg gegen die Kieler nach Bielefeld und stehen aktuell auf Platz drei. Zwölf eigene Treffer stehen bislang zehn Gegentoren gegenüber.
Eine wichtige Rolle im Team des FCH übernimmt dabei Kapitän und Abwehrchef Patrick Mainka. Der 31-Jährige ist gebürtiger Gütersloher und durchlief bis 2012 die Jugendmannschaften unserer Arminia. Über die zweiten Mannschaften von Werder Bremen und Borussia Dortmund führte ihn sein Weg 2018 nach Heidenheim. Dort schätzt er nach eigener Aussage besonders die Lage des Vereins und die personelle Kontinuität. Für diese sorgen unter anderem Trainer Frank Schmidt und Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald. Schmidt steht seit dem 17. September 2007 an der Seitenlinie der Heidenheimer, Sanwald ist bereits seit 1995 im Verein tätig.
Face to face: Ein Blick auf die bisherigen Duelle verspricht am Sonntag eine enge Angelegenheit. Denn von den bisherigen zwölf Zweitliga-Duellen endeten sieben mit einer Punkteteilung. Außerdem gewannen dreimal die Heidenheimer, zweimal unsere Arminia. Den letzten Erfolg gabs am 28. Juni 2020. Beim 3:0 trafen in unserer Aufstiegssaison Fabian Klos, Andreas Voglsammer und Jonathan Clauss.
Kommen und Gehen: Für die neue Saison hat sich der 1. FC Heidenheim unter anderem mit zwei Spielern aus Hoffenheim verstärkt. Paul Hennrich unterschrieb einen Vertrag bis 2030, Alessandro Vogt kam zunächst auf Leihbasis bis zum Saisonende. Mit Qualid Mhamdi wechselte zudem ein Spieler vom SC Verl nach Heidenheim. Der Königstransfer für rund 2,75 Millionen Euro ist Michael Heule, der aus dem Schweizer FC Thun kam.
Zahlen, bitte:
6.944 Tage steht Frank Schmidt inzwischen als Trainer des 1. FC Heidenheim an der Seitenlinie. Seit dem 17. September 2007 ist der heute 52-Jährige im Amt und hat in dieser Zeit 682 Spiele betreut. 289 davon endeten mit einem Heidenheimer Sieg.
12 Tore hat der FCH in dieser Saison bereits erzielt, also durchschnittlich zwei Treffer pro Partie. Dazu kommen 13 Großchancen, die bislang ungenutzt blieben. Ligaweit liegt Heidenheim damit auf Platz zwei und strahlt eine große Torgefahr aus.
Achtung bei den Heidenheimer Standards! Von den bisherigen zwölf Saisontreffern sind sieben nach einer Standardsituation gefallen.
Fun-Facts am Rande:
Unkaputtbar: Unter diesem Titel hat Frank Schmidt seine Biografie veröffentlicht. In „Unkaputtbar: Mein Leben, mein Fußball, mein Verein“ blickt der langjährige Heidenheim-Trainer auf seinen persönlichen und sportlichen Weg zurück, der ihn 2007 erstmals auf die Trainerbank des FCH führte.
Die Voith-Arena liegt auf dem Schlossberg auf rund 555 Metern Höhe und ist damit das höchstgelegene Stadion eines deutschen Profivereins.
Walking Football: Auch beim Walking Football ist der 1. FC Heidenheim aktiv. Vereinfachte Regeln und Fairness stehen in einer eigens dafür gegründeten Abteilung der Heidenheimer dabei im Vordergrund.

