SV Darmstadt 98
2 : 1
Arminia Bielefeld
Fr., 11.09.2026 18:30

1:2-Niederlage in Darmstadt

Ein Handelfmeter in den Schlussminuten beschert unserer Mannschaft am fünften Spieltag der 2. Bundesliga eine äußerst unglückliche und letztlich auch unverdiente 1:2 (0:1)-Niederlage beim SV Darmstadt 98. Zuvor hatte Marius Wörl für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (59.).

Unser Trainer Oliver Kirch vertraute exakt der Mannschaft, die auch gegen den FC St. Pauli begonnen hatte. Bei Darmstadt 98 stand Rückkehrer Marco Richter, der unter der Woche vom FSV Mainz 05 kam, gleich in der Startelf. Und tat den Hessen scheinbar gut: Nach 150 Sekunden nutzte Noah Weißhaupt ein Missverständnis in der Bielefelder Abwehr, schnappte sich den Ball auf der rechten Seite. Sein Zuspiel zu Ho-Jae Lee vollendete der Südkoreaner zur frühen Führung der Gastgeber. Kalte Dusche für unsere Arminia, die zuletzt in neun Spielen gegen Darmstadt ungeschlagen blieb. Zumal Maximilian Großer nach einem Zusammenprall an der Außenlinie behandelt werden musste und eine Minute nicht das Feld betreten durfte. Das erste Gegentor gabs also in Unterzahl.

Doch die Arminia nicht geschockt, sondern fast mit der perfekten Antwort: Eine Flanke von Jannik Rochelt verpasste Großer (10.) nur ganz knapp. Auch in der Folgezeit übernahm der DSC die Initiative und kam zu Chancen: Doch Arne Sickers Freistoß (13.) aus 18 Metern fand keinen Abnehmer. Die Gastgeber verlagerten sich aufs Verwalten des Ergebnisses und meldeten sich zwischenzeitlich durch einen Fernschuss von Richter (16.) zurück. Ansonsten bestimmte die Arminia das Geschehen, fast 70 Prozent Ballbesitz in der ersten halben Stunde waren ein eindrucksvoller Beleg dafür. Der DSC hätte durch Rochelt (20.) und Joel Grodowski (21.) durchaus ausgleichen können. Bärenstark dann Taddel Momuluh (28.), der sich auf der Torlinie der Darmstädter durchdribbelte und das Leder perfekt zurücklegte, aber sowohl Grodowski als Marius Wörl nutzten das Momentum nicht. Der DSC in der ersten Hälfte vor 1.400 mitgereisten Fans mit einem deutlichen Chancenplus! Wie auch nach der Flanke wiederum von Sicker (36.), nach der Großer mutterseelenallein aus sieben Meter den Kopfball knapp neben das Tor setzt. Und selbst der Konter von Grodowski (41.), der dann im Strafraum seinen fünften Saisontreffer hätten erzielen können, blieb ohne Treffer. 

Nach Wiederbeginn war es erneut Taddel, der gleich die erste Gelegenheit hatte: Arminia setzte sich im Strafraum fest, der letzte Ball landete bei Momuluh, dessen Schuss gerade noch geblockt wurde. Darmstadt weiter im Rückwärtsgang und unsere Arminia arbeitete am Ausgleich. Die große Frage: Wann belohnt sich unsere Mannschaft? Nach einer Ecke steht Großer bereit, stochert den Ball aber aus kurzer Distanz nicht ins Tor. Bielefeld mittlerweile klar besser! Aber auch Momuluh (56.) verzog anschließend mit einem Schuss aus der Hüfte erneut knapp. 

Als Reaktion auf die verpassten Chancen kam dann David Min (57.) für Marvin Mehlem. Und dann fiel endlich der Ausgleich! Aus 25 Metern schießt Wörl sein zweites Saisontor nach einem Abpraller aus dem Sechzehner. Hochverdient und nach Videobeweis (mögliches Abseits) auch amtlich. Die Gastgeber danach deutlich wacher, Weißhaupts Schuss (68.) aus zehn Metern entschärfte Jonas Kersken aber souverän.

Nach 73 Minuten die Großchance zur Führung! Grodowski bekommt im Strafraum den Ball, lässt Lührs aussteigen, doch Schuhen rettet in letzter Sekunde. Das war die riesige Möglichkeit das Ding zu drehen. Und weiter gings: Tempo-Fußball von Henri Koudossou (78.), der auf rechts den Ball in die Mitte legte, doch Min verpasste knapp.

Strittig dann in der 86. Minute: Yannik Lührs köpft dem eingewechselten Leon Jensen aus kürzester Distanz den Ball an die ausgestreckte Hand, nachdem er vorher lange an seinem Trikot gezogen und sich bei Leon aufgestützt hat. Elfmeter für Darmstadt und das 2:1 durch Milan Smit vom Elfmeterpunkt. Maximal unglücklich für unsere Mannschaft, die in der verbleibenden Zeit alles versuchte, aber auch ein 25-Meter-Hammer von Stefano Russo brachte nicht den Ausgleich, weil Schuhen die Kugel wegfaustete. Mit diesem Ergebnis pfiff Schiedsrichter Eric Weisbach die Partie ab. 

SV Darmstadt 98: Schuhen – Petretta, Lührs, P. Pfeiffer, Lannert (82. Mikelbrencis) – Klefisch, Sickinger (82. El Kadiri), Richter (57. Duijvestijn), Weißhaupt (82. Furukawa) – Lee (74. Verkooijen), Smit

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker, Großer, M. Bauer, Koudossou – Russo – Mehlem (57. Min), Wörl (84. Felix) – Rochelt, Grodowski, Momuluh (74. Jensen)

Schiedsrichter: Eric Weisbach (Halle)

Zuschauer: 17.710

Gelbe Karten: Petretta, Weißhaupt, Klefisch – Momuluh, Koudossou

Tore: 1:0 (3.) Lee, 1:1 (59.) Wörl, 2:1 (86., Handelfmeter) Smit 

"Wir haben nicht verdient, hier zu verlieren"

Nach der 1:2-Niederlage beim SV Darmstadt 98 äußern sich Kapitän Maximilian Bauer, Torschütze Marius Wörl, Cheftrainer Oliver Kirch sowie Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel von den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für euch zusammengefasst.

Maximilian Bauer: “Wir hatten unzählige Chancen und waren meiner Meinung nach klar die bessere Mannschaft. Aber Fußball ist nun mal Ergebnissport, und am Ende stehen wir mit null Punkten da. Das ist extrem bitter. Wir sind nicht gut ins Spiel gestartet, hatten danach aber die ganze Zeit das Spiel unter Kontrolle und es war für mich eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir in Führung gehen, weil wir schon gut gedrückt haben. Dass wir dann kurz vor Schluss noch das 2:1 kassieren, ist natürlich besonders bitter. Trotzdem sieht man bei uns eine klare Entwicklung. Wenn wir weiter so auftreten und an den richtigen Dingen arbeiten, bin ich überzeugt, dass wir uns dafür auch nach und nach mit Ergebnissen belohnen werden.”

Marius Wörl: “Wir kommen durch einen individuellen Ballverlust ganz schlecht ins Spiel. Das darf nicht passieren, da müssen wir den Ball einfach klären und hinten rausschlagen. Gleichzeitig muss man aber auch die neue Regel bei Verletzungsunterbrechungen hinterfragen. Unser Spieler bekommt gleich in der ersten Minute einen heftigen Schlag gegen den Kopf und muss anschließend eine Minute außerhalb des Spielfelds bleiben. Dadurch spielen wir in Unterzahl und kassieren kurz darauf das Gegentor. Auch bei der Frage, ob in dieser Situation eine persönliche Strafe angebracht gewesen wäre, hätte ich mir eine andere Entscheidung gewünscht. Insgesamt machen wir über 90 Minuten ein gutes Spiel. Dass wir hier heute keine Punkte holen, ist sehr deprimierend. Dass dann ein Handelfmeter das Spiel entscheidet, ist für mich schwer nachvollziehbar. Wenn du beim Hochspringen runtergedrückt wirst, ist es völlig normal, dass die Arme mitgehen. Wir müssen aus dem Spiel mitnehmen, mit mehr Spielern in die Box zu kommen und das Ding einfach über die Linie zu drücken.”

Oliver Kirch: „Die Reaktion der Fans nach dem Spiel war ein sehr gutes Zeichen. Sie waren sehr viele Kilometer angereist und fahren ohne Punkte zurück, aber die Reaktion war anerkennend, weil wir alles reingeschmissen haben und es nicht verdient war, hier zu verlieren. Wir arbeiten weiter daran, dass wir die Fans mit Punkten nach Hause schicken können. Die Leistung dafür stimmt mich auf jeden Fall hoffnungsvoll.“

Michael Mutzel: “Wir hatten über weite Strecken die Kontrolle und waren klar die bessere Mannschaft. Uns hat heute einfach die letzte Durchschlagskraft gefehlt. Vor allem der Handelfmeter ist für mich sehr hart. Wenn ein 1,90 Meter großer Spieler auf deinem Rücken liegt, ist es eine natürliche Bewegung, dass die Arme mitgehen. Ich sehe die Situation anders als der Schiedsrichter. Umso bitterer, dass wir dadurch das 2:1 bekommen. Die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht, die Leistung hat gestimmt, nur das Ergebnis nicht. Gerade weil wir die bessere Mannschaft waren, tut die Niederlage weh. Trotzdem schauen wir jetzt nach vorne, wollen es zu Hause besser machen und die nächsten drei Punkte holen.”

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach der 1:2-Niederlage beim SV Darmstadt haben wir Euch die Bilder des Spiels in der Galerie zusammengefasst.

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"Wir müssen auf alles eine Antwort haben!"

Am Freitag, 9. September, gastiert unsere Mannschaft um 18:30 Uhr in Darmstadt im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer Oliver Kirch den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

 

Rund 1.400 Arminen reisen am Freitag mit nach Darmstadt. Vor Ort wird es keine Tageskasse geben. Auf der heutigen Pressekonferenz spricht unser Cheftrainer Oliver Kirch über…

das Personal: „Am Montag sind alle fit in die Woche gestartet und konnten am Mannschaftstraining teilnehmen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, das ist natürlich gut. Logischerweise gibt es immer Spieler, die bei einzelnen Übungen gesteuert werden müssen. Grundsätzlich sind aber die allermeisten Spieler, wenn ich Daniel Richter mal ausnehme, für das Spiel am Freitag einsatzfähig.“

den Gegner: „Wir können das Spiel am Freitag gut einordnen. Darmstadt hatte im Kader einen großen Umbruch und hat gerade offensiv im Sommer an Qualität verloren. Jetzt müssen sie andere Lösungen finden, um in diese Räume zu kommen und sie zu nutzen. Gleichzeitig hatten sie ein anspruchsvolles Startprogramm, wobei jedes Spiel eng war. Die Mannschaft muss sich mit den Neuzugängen noch finden. Ich bin mir aber sicher, dass sie sich im Laufe der Saison steigern werden. Sie haben eine gute Mannschaft auf dem Platz und mit Florian Kohfeldt eine klare fußballerische Idee. Auch im Stadion ist eine Wucht drin, das weiß ich aus eigener Erfahrung.“

unsere Herangehensweise: „Wir wissen nicht, was die bisherige Saisonphase mit dem nächsten Heimspiel der Darmstädter macht, sowohl personell als auch in der Herangehensweise. Das ist schwer vorherzusagen. Deshalb müssen wir uns auf verschiedene Szenarien vorbereiten. Wir wollen nicht davon abhängig sein, in welcher Formation der Gegner auftritt, sondern müssen auf alles eine Antwort haben. Dabei wollen wir keine passiven Phasen haben, egal ob nach einem Gegentor oder nach einem eigenen Tor. Für kurze Zeit kann man mal tiefer stehen, aber man muss immer eine Idee haben, wie man wieder aktiv nach vorne kommt. Für eine konstant gute Saisonleistung müssen wir weniger Tore bekommen. Gleichzeitig wollen wir auch im Auswärtsstadion dafür sorgen, dass bei den Mitgereisten eine Euphorie entsteht.“

Die gesamte Pressekonferenz könnt ihr über ArminiaClubTV nachschauen. 

Zu Gast am Böllenfalltor

Am Freitagabend geht es für den DSC nach Hessen. Um 18:30 Uhr gastiert Arminia beim SV Darmstadt 98. Vor der Partie werfen wir einen Blick auf die Lilien.

So sieht es aktuell aus: In der vergangenen Saison gehörten Isac Lidberg (17 Tore), Fraser Hornby (11), Matej Maglica (6) und Killian Corredor (5) zu den erfolgreichsten Torschützen des SV Darmstadt 98. Gemeinsam erzielten sie 39 der insgesamt 57 Lilien-Tore. Inzwischen tragen alle vier nicht mehr das Trikot der Darmstädter. Mit Noah Weißhaupt, Ibrahim El Kadiri und Lars Kehl stehen nun andere Offensivspieler im Fokus. Zwei Treffer gelangen dem SV Darmstadt 98 an den ersten Spieltagen. Aktuell belegen die Hessen damit auf Platz 18.

Unser ehemaliger Rechtsverteidiger Christopher Lannert wechselte im Sommer nach Darmstadt und trifft erstmals auf seinen Ex-Club. Verzichten müssen die Lilien auf Aleksandar Vukotic. Der Innenverteidiger erzielte eines der beiden Saisontore, sah zuletzt gegen Hannover 96 allerdings die Rote Karte. 

Face to face: Die Gesamtbilanz gegen den SV Darmstadt 98 spricht für unseren DSC: 13 Siege stehen sieben Niederlagen und sechs Unentschieden gegenüber. Seit September 2017 ist Arminia zudem in drei Spielen am Böllenfalltor ungeschlagen. In der vergangenen Saison lieferten sich beide Mannschaften dort ein intensives Duell, das mit einem 2:2 endete. Am Freitagabend soll die Serie natürlich weitergehen.

Kommen und Gehen: Neben Christopher Lannert gibt es mit Marvin Mehlem einen weiteren Arminen mit besonderer Verbindung zu Darmstadt. Unser Mittelfeldspieler gehörte von 2017 bis 2024 sieben Jahre lang zum Kader der Lilien. Und auch ein persönlicher Grund macht die Partie für Marvin besonders: Am Freitag feiert er seinen 29. Geburtstag. Drei Punkte wären da natürlich das passende Geschenk.

Auch Bruno Labbadia kennt beide Vereine. Der ehemalige Arminia-Spieler begann seine Fußballkarriere in der Jugend des SV Darmstadt 98, ehe ihn sein Weg unter anderem nach Bielefeld führte. Norbert Meier war zunächst zwei Jahre Trainer des DSC und wechselte 2016 nach Darmstadt. Dort endete seine Amtszeit bereits im Dezember desselben Jahres. Tim Gutberlet trug ebenfalls beide Trikots. 1993 spielte er eine Saison für Arminia, später war er zweimal für die Lilien aktiv.

Zahlen, bitte:

17.810 Zuschauer finden im Merck-Stadion am Böllenfalltor Platz. Rund 9.100 davon können die Partie von den Stehplätzen aus verfolgen. Die Partie am Freitag wird ausverkauft sein.

325 Kilometer liegen zwischen Bielefeld und Darmstadt. Eine ordentliche Strecke für einen Freitagabend, die aber auch diesmal wieder zahlreiche Arminen auf sich nehmen werden, um den DSC vor Ort zu unterstützen. Rund 1.400 Arminen werden die Partie live verfolgen. 

33,56 km/h schnell war Christopher Lannert in dieser Saison bislang. Damit ist er der zweitschnellste Spieler im Darmstädter Kader. Nur Patrick Pfeiffer war mit 35,26 km/h noch schneller.

Fun-Facts am Rande:

Als der Verein am 22. Mai 1898 unter dem Namen FK Olympia von einem Professor und seinen fünf Söhnen gegründet wurde, hatte Fußball in Deutschland noch längst nicht den heutigen Stellenwert. Die Darmstädter Schulen untersagten ihren Schülern das Kicken 1901 sogar offiziell per Dekret. Erst zwei Jahre später wurde das Verbot nach anhaltendem Widerstand wieder gekippt – der Grundstein für den organisierten Fußball in der Stadt war gerettet.

Im März 2008 stand der SV Darmstadt 98 vor einer existenziellen Herausforderung. Der Verein war überschuldet und zahlungsunfähig, ein Insolvenzverfahren wurde beantragt. Unter dem Motto „Die Lilien bleiben DA“ starteten Fans, Sponsoren und Verein eine große Rettungsaktion. Spenden, der Verkauf von Solidaritäts-Shirts und zahlreiche weitere Unterstützer machten schließlich die Rettung des Clubs möglich.

Der Spitzname „Lilien“ stammt übrigens aus dem Stadtwappen Darmstadts. Dort ist eine blaue Lilie auf einem silbernen Schild zu sehen. Auch das Vereinsmaskottchen hat den Namen übernommen und heißt deshalb „Lilly“. Passend dazu wird vor jedem Heimspiel die Lilien-Hymne mit dem klangvollen Titel „Die Sonne scheint überm Böllenfalltor“ gespielt. 

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