Punkteteilung im Flutlichtspiel
Am vierten Spieltag der zweiten Liga teilen wir uns nach einem 2:2(1:1)-Unentschieden gegen den FC St. Pauli die Punkte. Mit Toren von Jannik Rochelt (13.) und Jonny Grodowski (51.) ging unsere Mannschaft zwei Mal in Führung, letztlich glichen die Gäste jeweils mit Taichi Hara (20.) und Abdoulie Ceesay (65.) aus. Hier geht’s zum Spielbericht.

Im Vergleich zum Spiel in Nürnberg tauschte unser Trainer Oliver Kirch zweimal durch: Arne Sicker und Marius Wörl starteten für Tim Handwerker und Sam Schreck. Unsere beiden Neuzugänge David Min und Leon Jensen nahmen zunächst auf der Ersatzbank Platz.
Und beide sahen, dass ihre neuen Arbeitskollegen von Beginn an richtig gut drauf waren: Nach 89 Sekunden der erste gefährliche Angriff über Taddel Momuluh, der im Zusammenspiel mit Henri Koudossou im Strafraum wieder an den Ball kam. Sein Schuss wurde aber von einem Abwehrbein der Hamburger entschärft. Zur defensiven Absicherung baute unsere Arminia zu Beginn aus der Vierer- eine Fünferkette, Stefano Russo rückte in die Abwehrmitte. Mit Erfolg: Denn auch wenn St. Pauli in der ersten Viertelstunde mehr Spielanteile hatte – so richtig gefährlich wurde es zunächst nicht. Eine erste Torannäherung durch einen Freistoß von Eric Smith (11.) klärte Jonas Kersken souverän zur Ecke. Wie man eine erste Chance nutzt, zeigte im Gegenzug unsere Arminia: Nach einem langen Ball von Kersken in den Strafraum verschätzte sich Paulis David Nemeth, ließ das Leder durchrutschen, Jannik Rochelt setzte perfekt seinen Körper ein und vollendete zur Führung. Und Arminia wollte mehr: Momuluh (18.) stibitzte wiederum Nemeth den Ball im Strafraum, sein Zuspiel fand aber keinen Abnehmer. Etwas aus dem Nichts dann der Ausgleich. Und wieder war Nemeth an der Aktion maßgeblich beteiligt. Seinen Pass nach einer Balleroberung im Mittelfeld erläuft Taichi Hara (20.), der das Leder aus halbrechter Position aus elf Metern ins linke Eck schiebt. Auch danach hatten die Gäste etwas mehr Ballbesitz. Die beste Gelegenheit in dieser Phase hatte aber der DSC: Momuluh (30.) dribbelte sich von der rechten Seite gleich an drei Abwehrspielern vorbei, seinen Abschluss blockte aber ein Paulianer Bein zur Ecke. Für die nächste Halbchance war dann Sicker (39.) verantwortlich, unter dessen Flanke Rochelt aber nicht heran kam. Kurz vor dem Seitenwechsel dann um ein Haar die erneute Bielefelder Führung. Momuluh setzte sich abermals im Strafraum durch, schob den Ball zu Mehlem, der zwar ins Tor traf. Der Treffer zählte aber nicht, weil Momuluh bei seiner Aktion zuvor Marcus Mathisen leicht gefoult hatte.
Die zweite Hälfte nahm erst ab Minute 50 Fahrt auf. Und ähnlich wie im ersten Abschnitt dominierte Arminia zunächst. Und genauso wie im ersten Durchgang traf unsere Mannschaft wieder früh: Eine Ecke von Rochelt fälschte Hara vor die Füße von Grodowski ab, der zum verdienten 2:1 (51.) traf. Im Anschluss setzten sich die Gäste in der Bielefelder Hälfte fest. In einer passiven DSC-Phase schlug Pauli wieder zu und kam zum Ausgleich durch Abdoulie Ceesay (65.), der mit der Hacke die Kugel ins Netz beförderte. Kurz darauf wechselte unser Cheftrainer: David Min und Leon Jensen kamen für Rochelt und Momuluh. Und Min fühlte sich in seinem neuen Umfeld direkt wohl und hätte neun Minuten vor Schluss beinahe das Maximum aus seiner Einwechslung gemacht, verzog aber von der Strafraumkante knapp über das Tor. Auch Till Wegner bekam noch weitere Zweitligaminuten und empfahl sich nachhaltig für mehr: Der 17-Jährige war in den Schlussminuten durchaus ein Faktor, dass wir einen hoch verdienten Punkt in Bielefeld behalten. Nach drei Minuten extra Zeit pfiff Schiedsrichter Felix Prigan die Partie 26.750 Zuschauern ab.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Sicker, Großer, M. Bauer, Koudossou (81. Boakye) – Russo – Wörl (81. Wegener), Mehlem (76. Schreck) – Rochelt (66. Min), Grodowski, Momuluh (66. Jensen)
FC St. Pauli: Voll – Ando, Mathisen, Nemeth – Oppie, Smith, Rasmussen (88. Klein), Pyrka – Hrgota (46. Ceesay) – Hara (76. Niang), Kaars (46. Metcalfe)
Schiedsrichter: Felix Prigan (Deizisau)
Zuschauer: 26 750 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mehlem, Bauer – Ando, Smith, Pyrka
Tore: 1:0 (13.) Rochelt, 1:1 (20.) Hara, 2:1 (51.) Grodowski, 2:2 (65.) Ceesay
„Es war ein sehr intensives Spiel!“
Nach dem 2:2-Unentschieden im Flutlichspiel in der SchücoArena äußern sich die beiden Torschützen Jannik Rochelt und Jonny Grodowski sowie Marvin Mehlem und Cheftrainer Oliver Kirch von den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Marvin Mehlem: „Wir haben es heute gegen eine gute Mannschaft, einen Bundesligaabsteiger, größtenteils gut gemacht. Trotzdem wäre heute auch ein Sieg drin gewesen. Wir haben nicht viele Chancen zugelassen und sind nach der Halbzeit gut rausgekommen. Bisher bekommen wir leider zu viele Gegentore, obwohl wir nicht so viele klare Torchancen zulassen. Nach den Führungen haben wir uns zu stark zurückgezogen und sind schnell zu tief in unserem Block gestanden. Da hätten wir aktiver bleiben und mehr Druck auf den Gegner ausüben müssen. Es ist nicht einfach, gegen eine gute Mannschaft wie St. Pauli zweimal in Führung zu gehen, das haben wir heute geschafft. Mit den Fans im Rücken war die Stimmung wie immer top. Wir sind zuhause eine Heimmacht und tun uns momentan deutlich leichter als auswärts. Daran wollen wir nächste Woche in Darmstadt anknüpfen.“
Jonny Grodowski: „Es war heute ein ausgeglichenes Spiel mit eher wenigen Torchancen. Wir haben dann ein, zwei Mal einfach nicht gut genug verteidigt. Man hat gesehen, dass St. Pauli vor allem mit dem Ball eine hohe Qualität hat. Klar, wenn man zweimal führt, will man auch gewinnen, aber insgesamt war es heute ein gerechtes Unentschieden und wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein. Nach meinem Tor war es natürlich ein schönes Gefühl, vor der Kurve zu stehen. Danach waren wir aber etwas zu passiv und bekommen genau in dieser Phase das 2:2, das war bitter. Heimspiele sind hier immer etwas Besonderes. Trotzdem geben wir auch auswärts Gas und es wird Zeit, dort wieder Punkte zu holen. Das wollen wir direkt nächste Woche umsetzen. Wir sind immer eine Einheit, bei uns gibt es nie Unruhe. Wir vertrauen uns zu einhundert Prozent und haben eine super Truppe zusammen. Wir werden auf jeden Fall weiter dranbleiben.“
Jannik Rochelt: „Das Tor gleich zu Beginn war ein super Start. Der lange Assist von Jonas, Jonny blockt den Gegner und ich komme vor ihm rein und mache das Tor. Es ist immer ein schönes Gefühl, vor der Heimkulisse so früh zu treffen. Danach kam direkt der Ausgleich, das war natürlich unglücklich. Den Schwung der Führung müssen wir dann besser mitnehmen und mehr Gas geben. Nach den Führungen haben wir es nicht geschafft, den Druck weiter auszuüben, wurden im Pressing etwas passiver und haben Pauli wieder rankommen lassen. Nach dem Ausgleich hatte St. Pauli in der zweiten Hälfte eine Druckphase, wir standen aber trotzdem gut und haben nicht viele Torchancen zugelassen. Das ist in so einer Phase auch wichtig. Am Ende war es ein verdientes Unentschieden. Die Liga ist brutal eng, da kommt es auf Kleinigkeiten an und wir müssen immer wachsam sein. Wir wissen, worauf wir achten müssen, was gut läuft und was wir besser machen können. Nach einer Führung müssen wir aktiver und mutiger sein, weil wir das Momentum auf unserer Seite halten wollen.“
Cheftrainer Oliver Kirch: „Wir hatten jeweils nach dem Beginn der Halbzeiten eine gute Phase, haben uns aber nach unseren Toren das Spiel zu leicht aus der Hand nehmen lassen. Es gab einige Phasen, in denen wir zu passiv geworden sind. Das sind die Momente, in denen ich mir wünsche, dass wir stabil bleiben und weiter hoch pressen. Das war etwas zu defensiv. Wir haben uns nach den Toren immer wieder zurückgekämpft und reingeschmissen, es war ein sehr intensives Spiel mit einer unfassbaren guten Stimmung. Grundsätzlich war ich sehr zufrieden, gerade mit der Energie der Jungs. Wir haben gezeigt, dass wir das Spiel gegen Nürnberg weggesteckt haben. Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden.“
Die Bilder zum Spiel
Mit einem 2:2-Unentschieden trennen wir uns am Freitagabend vom FC St. Pauli. Wir haben Euch die besten Bilder zum Spiel zusammengefasst.

„Im Flutlichtspiel wollen wir drei Punkte holen!"
Am Freitag, 4. September, empfangen wir um 18:30 Uhr FC St. Pauli in der SchücoArena. Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer Oliver Kirch den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Unser Wohnzimmer wird richtig voll, die Partie ist vollständig ausverkauft. Vor dem Duell spricht Cheftrainer Oliver Kirch über…
Transferperiode: „Ich finde gut, dass die Phase jetzt abgeschlossen ist und wir wissen, mit welchem Kader wir arbeiten. Auch die Jungs wissen, bei welchem Verein sie spielen und welche Rollen sie haben werden. Wir konnten aus dem aktuellen Kader alle Leistungsträger halten und dementsprechend bin ich auch zufrieden. Mit David Min haben wir auf der Stürmerposition jemanden, der Qualitäten mitbringt, die wir für unser Spiel brauchen. Er bringt Geschwindigkeit, Intensität und Körpergröße mit, was uns auch bei Standards hilft. David ist einfach ein Gesamtpaket. Leon Jensen bringt Erfahrung und fußballerische Qualitäten aus der 2. Liga mit. Im Training hat er seine guten Ballannahmen, seine Technik und seinen Torschuss gezeigt. Beide machen im Training einen guten Eindruck und die fußballerischen Qualitäten hat man bei beiden gesehen."
Personal: „Für Leon Schneider und Felix Hagmann ist es die erste richtige Trainingswoche. Sie sind aber noch nicht zu einhundert Prozent belastungsfähig und können noch nicht jede Einheit vollständig mittrainieren. Wichtig ist, dass sie zunächst keine Beschwerden mehr haben und Teile des Trainings ganz normal absolvieren können. Daniel Richter ist der Einzige, der sich nach wie vor im Aufbauprozess befindet, dabei aber immer weiter Fortschritte macht. Ansonsten sind alle fit und einsatzbereit. Was Fitness und Verletzungen angeht, sind wir aktuell gut unterwegs."
Gegner: „Für uns ist jetzt wichtig, welche Schlüsse Pauli aus den vergangenen Spielen gezogen hat. Insgesamt haben sie einen sehr guten Kader. Die Dinge müssen sich natürlich erst einspielen. Auch sie konnten ihre Leistungsträger halten und einzelne Spieler dazugewinnen. Auf dem Papier ist es eine sehr gute Mannschaft, die in der vergangenen Saison noch in der ersten Liga gespielt hat und ihre Qualitäten durchaus auf den Platz bringt. Gerade im Spiel nach vorne haben sie mit zwei starken Stürmern viel Qualität. Unsere Aufgabe ist es, unser Spiel dementsprechend aufzuziehen, dass wir die drei Punkte holen."
Faktor Heimspiel und Herangehensweise: „Uns erwartet eine sensationelle Stimmung im ausverkauften Stadion. In allen Spielen war sie bisher überragend. Jetzt wollen wir im Flutlichtspiel mit der Mannschaft wieder angreifen und drei Punkte holen. Das Heimspiel wird hundertprozentig wieder ein wichtiger Faktor in dieser Saison sein. Dieser Faktor ist ein riesiges Plus. Wir wollen Punkte sammeln, egal gegen welchen Gegner. Auswärts versuchen wir natürlich genauso zu gewinnen wie zu Hause. Zumal auch dort immer sehr viele Arminen dabei sind, die uns unterstützen und über das ganze Spiel für gute Stimmung sorgen."
Tach, Pauli!
Am Freitagabend ist der FC St. Pauli zu Gast in der SchücoArena. Zum Flutlichtspiel empfängt der DSC die Hamburger um 18:30 Uhr. Vor der Partie werfen wir einen Blick auf den Kiez-Club.

So sieht es aktuell aus: Der FC St. Pauli ist mit zwei Unentschieden und einer 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern in die neue Zweitliga-Saison gestartet. Aktuell stehen die Hamburger damit auf Platz 16.
Ein Spieler, der bereits wieder eine wichtige Rolle beim Kiez-Club einnimmt, ist ein ehemaliger Bielefelder: Louis Oppie spielt seit 2025 für St. Pauli und gehört auch in dieser Saison zum Stammpersonal. Mit 35,88 km/h ist er der zweitschnellste Spieler seines Teams und belegt ligaweit Platz vier. Auch bei der Laufleistung liegt Oppie vorne: In den ersten drei Spielen absolvierte er 34,25 Kilometer und damit mehr als jeder andere St. Pauli-Profi. Die bislang vier Saisontore des FC St. Pauli verteilen sich auf Abdoulie Ceesay, Taichi Hara, Martijn Kaars und Marcus Mathisen, die jeweils einmal erfolgreich waren.
Face to face: Auch unser Trainer Oliver Kirch kennt Duelle mit dem FC St. Pauli noch aus seiner aktiven Zeit. In der Zweitliga-Saison 2009/10 traf er mit dem DSC gleich zweimal auf die Hamburger und gewann beide Partien. Sowohl am 26. September 2009 in Bielefeld als auch am 28. Februar 2010 am Millerntor setzte sich Arminia mit 1:0 durch. Beide Male erzielte Giovanni Federico den entscheidenden Treffer. Auch die Heimbilanz in der 2. Bundesliga kann sich sehen lassen: Sieben Arminia-Siegen stehen zwei Erfolge des FC St. Pauli und neun Unentschieden gegenüber. Zwischen 1999 und 2017 endeten allein fünf von sechs Zweitliga-Duellen in Bielefeld mit einer Punkteteilung.
Kommen und Gehen: Fünf neue Spieler hat der FC St. Pauli im Sommer verpflichtet. Neben Youssoupha Niang vom 1. FC Köln kamen weitere Neuzugänge aus Schottland, Polen, Schweden und Australien. Mit Branimir Hrgota von der SpVgg Greuther Fürth verstärkte sich der Kiez-Club zudem mit einem erfahrenen Offensivspieler. Auf der anderen Seite haben fünf Spieler den Verein verlassen. Hauke Wahl wechselte für zwei Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. Auch auf der Trainerbank gibt es eine Verbindung nach Bielefeld: Co-Trainer Peter Nemec arbeitete beim DSC einst gemeinsam mit Uwe Neuhaus.
Zahlen, bitte: Flanken-Duell: Auch wenn die Saison noch jung ist: Am Freitag spielen die beiden Teams gegeneinander, die bislang die meisten Flanken geschlagen haben: Pauli liegt aktuell bei 45 Hereingaben, unsere Arminia kommt auf 39.
55.340 Mitglieder hat der FC St. Pauli aktuell. Das ist eine beeindruckende Zahl, die weit über Hamburg hinaus reicht.
Weltoffen: St. Pauli hat rund 700 Fan-Clubs weltweit. Neben den „East River Pirates“ aus den USA gibt es auch den Fanclub „Raj Pauli“ aus Indien sowie weitere in Großbritannien, Spanien, Italien, Kanada, Argentinien, Brasilien und zahlreiche natürlich rund um Hamburg.
Fun-Facts am Rande: Der FC St. Pauli hat bereits früh klare Werte in seiner Vereinssatzung verankert. Unter anderem positioniert sich der Club ausdrücklich gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit.
Das Millerntor-Stadion trägt bis heute keinen Namenssponsor. Im deutschen Profifußball ist das mittlerweile eine Seltenheit. 2025 hatte der Verein eine Anzeige auf Kleinanzeigen geschaltet. Der Grund: St. Pauli verkaufte Genossenschaftsanteile am Millerntor. Durch die Aktion konnte der Club über 22 Millionen Euro einnehmen.































