1. FC Nürnberg
4 : 1
Arminia Bielefeld
Sa., 29.08.2026 20:30

1:4-Niederlage in Nürnberg

Im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg verliert unsere Mannschaft am 3. Spieltag mit 1:4. Die extrem effektiven Gastgeber führen zur Halbzeit mit 0:3 und treffen dabei mit jedem einzelnen Versuch auf das Tor. In einer Partie, die ausgeglichener war als das Ergebnis es hergab, trifft Marius Wörl aus 45 Metern zum 1:4-Endstand.

Cheftrainer Oliver Kirch nahm vor dem Anpfiff drei Änderungen im Vergleich zum Pokalspiel in Großaspach vor: Für Joel Felix, Arne Sicker und Isi Young spielten Maximilian Großer, Tim Handwerker und Sam Schreck von Beginn an. 

Beide Mannschaften kamen schwungvoll in die Partie. Aber trotz längeren Ballbesitzphasen der Gastgeber ließ die Arminia in der Anfangsphase den Club kaum vors eigene Tor kommen. Jedenfalls bis zur elften Minute: Da startete Mohamed Ali Zoma von der Mittelinie über die linke Seite bis in den Sechzehner und schob schließlich auch noch an Jonas Kersken vorbei, der vergeblich versuchte den Winkel zu verkürzen. Kalte Dusche, die beinahe im Gegenzug schon korrigiert worden wäre. Nach einer Ecke kamen gleich drei Bielefelder nacheinander an den Ball, doch immer war noch ein Nürnberger Abwehrbein dazwischen. Wenn dann sorgte der DSC über die die Außen für gefährliche Momente, doch Zählbares verhinderten die Abwehr der Franken oder Schlussmann Jan Reichert. 

Nürnberg dafür nach 20 Minuten maximal effektiv: Ein weiterer Torschuss, ein weiterer Treffer. Nach einer Flanke von Finn Ole Becker steht Tim Janisch (22.) völlig frei im Strafraum, nimmt die Hereingabe direkt und schiebt links unten ins Tor. Als Gegenmittel presste Arminia deutlich höher und ließ sich vom Rückstand nicht beirren. Doch die DSC-Angriffe stellen Reichert noch nicht vor unlösbare Probleme. Auf der anderen Seite dann der dritte Treffer: Adam Markhiev fasst sich aus 20 Metern ein Herz, hält drauf, Stefano Russo fälscht mit dem Kopf unhaltbar für Kersken ab: 3:0 nach 38 Minuten. Doch auch davon ließ sich der DSC wie schon nach dem ersten Gegentreffer nicht beeindrucken: Marvin Mehlem dribbelt sich im direkten Gegenzug links in den Strafraum, legt für Schreck auf, der freistehend aus zehn Metern erneut an Nürnbergs Torwart Reichert scheitert, der sehr gut hält. Bielefeld hatte in dieser ersten Hälfte nicht weniger Chancen, Nürnberg war einfach nur gnadenlos effektiv.

Wie es gehen könnte, sahen die 1.800 mitgereisten Arminen vor den 36.269 Zuschern direkt nach Wiederanpfiff. Koudossou nahm Tempo auf, sein Zuspiel zu Momuluh konnte der Bielefelder mitnehmen, scheiterte aber erneut an Reichert. Und nur eine Minute später dribbelte sich Momuluh (48.) an der Strafraumkante in hohem Tempo in die Mitte, schoss aber knapp drüber. Zwei gute Chancen in zwei Minuten, die zeigten, dass unsere Mannschaft immer noch im Spiel war. Auch im weiteren Verlauf sollte es ein ausgeglichenes Verhältnis bleiben, doch die erarbeiteten Chancen kamen nicht zwingend vors Nürnberger-Tor. Anders gestalteten es die Gastgeber: Aus 18 Metern schloss erneut Markhiev ab und ließ Kersken keine Abwehrchance (67.). 

Nach den Einwechslungen von Roberts Uldrikis und Till Wegener, der zu seinem Zweitligadebüt kam, fiel der Anschlusstreffer durch Marius Wörl. Ein abgefangenes Zuspiel brachte Wörl mit seinem Linken direkt aufs Tor. Sein 45-Meter-Versuch senkte sich über Reichert ins Nürnberger Tor. Es sollten bis zum Abpfiff von Schiedsrichter Patrick Schwengers allerdings keine weiteren Treffer fallen. 

1.FC Nürnberg: Reichert – Porstner, Mandic, Kalogeropoulus, Janisch (70. Masouras) – Fernandez, Markhiev – Becker (83. Soldic) – Zoma (83. Ghrieb), Scobel (70. Haugen), Justvan (63. Lubach)

DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker, Großer, M. Bauer, Koudossou – Schreck (46. Wörl), Russo, Mehlem (71. Wegener) – Rochelt (71. Uldrikis), Grodowski (57. Boakye), Momuluh (83. Young)

Schiedsrichter: Patrick Schwengers (Frankfurt am Main)

Zuschauer: 36.269

Gelbe Karten: Zoma, Mandic

Tore: 1:0 (11.) Zoma, 2:0 (22.) Janisch, 3:0 (38.) Markhiev, 4:0 (67.) Markhiev, 4:1 (76.) Wörl

„Es fühlt sich nicht richtig an!“

Nach der Partie in Nürnberg äußern sich Kapitän Maximilian Bauer, Henri Koudossou, Jonas Kersken und Cheftrainer Oliver Kirch. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Kapitän Maximilian Bauer: „Die Niederlage ist sehr bitter. Wir waren in der ersten Halbzeit nicht drei Tore schlechter, haben vorne gute Gelegenheiten, waren aber insgesamt vorne und hinten unsauber. Es hat sich nicht richtig angefühlt. Nürnberg war da einfach viel effektiver. Wir haben es nicht geschafft, den Anschlusstreffer zu erzielen, bekommen stattdessen sogar das vierte Gegentor. Das passte ein wenig ins Bild. Es hört sich nicht blöd an, aber wir haben spielerisch vieles richtig gemacht, das 1:4 spielgelt das nicht wieder. Wir dürfen den Gegner nicht so einfach zu Toren kommen lassen und müssen selbst viel effektiver werden.“

Henri Koudossou: „Es ist ein Top-Spiel am Samstagabend, wir haben uns natürlich viel vorgenommen. Wir haben es auch nicht schlecht gemacht, aber Nürnberg hat es sehr eiskalt umgestzt und dann kommt man da auch nicht mehr ran. Bei den Gegentoren müssen wir näher dran sein, das dürfen wir so nicht zulassen. Wir werden weiter hart arbeiten und weiter Vollgas geben. Wir spielen direkt am Freitag wieder und haben ein Heimspiel, da haben wir die Chance es besser zu machen.“ 

Jonas Kersken: „Ich habe die erste Halbzeit nicht so schlecht gesehen, wie das Ergebnis es hergab. Drei Schüsse und drei Tore sind für einen Torwart nie schön, aber wir haben es nicht geschafft, selbst welche zu machen. Wir waren insgesamt gut im Spiel, die Art und Weise mit dem Ball waren gut, da haben wir Schritte nach vorne gemacht. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Chancen, die wir zulassen, nicht direkt in Gegentoren enden.“ 

Cheftrainer Oliver Kirch: „Das fühlt sich nicht gut an, das Ergebnis ist deutlich zu hoch, auch zur Halbzeit schon. Insgesamt hatten wir viele Torchancen, Ecken und Hereingaben. Da können wir auswärts schon nicht mehr viel machen, vor allem in Nürnberg nicht. Letztlich hat es Nürnberg aber in den entscheidenden Situationen einfach besser gemacht, waren effektiver und haben auch verdient gewonnen.“ 

Torschüsse
Ballbesitz
Eckbälle
Freistöße
Passquote
Zweikampfquote
Fouls
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Abseits
Laufdistanz (km)

Die Bilder zum Spiel

Nach der 1:4-Niederlage beim 1. FC Nürnberg haben wir Euch die besten Bilder zum Spiel zusammengefasst.

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„Der Fokus liegt komplett auf Nürnberg!"

Am Samstag gastiert unsere Mannschaft zum Topspiel beim 1. FC Nürnberg (20:30 Uhr). Vor der Partie stellt sich unser Cheftrainer Oliver Kirch den Fragen der anwesenden Journalisten. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Rund 1.800 Arminen werden die Mannschaft ins Max-Morlock-Stadion begleiten. Vor Ort wird es zudem eine Tageskasse geben, die um 19 Uhr öffnet. Auf der heutigen Pressekonferenz spricht unser Cheftrainer Oliver Kirch über…

…das Personal: „Leon Schneider und Felix Hagmann befinden sich nach wie vor im Reha-Setting. Leon hat heute zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft trainiert, für das Wochenende kommt das aber noch zu früh. Bei Daniel und Eyyüb Yasar ist es ähnlich. Daniel hat bereits einige Mannschaftseinheiten mitgemacht, wird zwischendurch aber weiterhin individuell gesteuert. Eyyüb hingegen hat bereits ein Spiel mit der U21 absolviert und ist wieder einsatzfähig."

…den Gegner: „Nürnberg hat eine sehr mutige Spielweise und sie gehen gerade zuhause auch im Pressing mutig vor. Sie hatten einen guten Saisonstart und die ersten beiden Spiele gewonnen, im Pokal hatten sie ähnliche Probleme wie wir, haben sich aber am Ende durchgesetzt. Es ist einfach eine richtig gute Fußballmannschaft, bei der über die vergangenen zwei Jahre eine positive Entwicklung zu sehen ist. Nürnberg hat vor einiger Zeit den Weg eingeschlagen, junge Spieler zu verpflichten und diese ins Spiel einzubauen. Die Abläufe sind mittlerweile gut eingespielt und auch die Neuen fügen sich schnell ein. Sie haben viele ballsichere Spieler im Zentrum, die sich aufdrehen und den letzten Ball spielen können. Dazu haben sie mit Scobel einen Zentrumspieler, der richtig gute Bewegungen in der Box hat. Auch Zuma und Justvan bringen enorme Qualität mit. Insgesamt ist es eine geschlossene und gute Mannschaft, bei der man auch die Handschrift von Miroslav Klose über die vergangenen zwei Jahre erkennt.“

…unsere Form und Herangehensweise: „Wir haben in unseren Spielen immer wieder richtig gute Phasen, schaffen es aber noch nicht, diese Konstanz über die kompletten 90 Minuten oder über mehrere Spiele zu zeigen. Der Pokal ist dabei nochmal eine besondere Situation, das ist auch Kopfsache. Inhaltlich waren viele Dinge in dem Spiel nicht gut, das haben wir analysiert. Trotzdem müssen wir die Partie abhaken und dürfen sie nicht mit in eine neue Trainingswoche nehmen. Der Fokus liegt jetzt auf einem neuen Gegner und einer komplett anderen Aufgabe. Am Samstag müssen wir mental stabil sein und wissen, dass wir die Leistung auf den Platz bringen können. Das haben wir bereits gesehen. Wir wollen wieder an die Spiele gegen Cottbus und teilweise auch Karlsruhe anknüpfen und mehr Konstanz in unser Spiel bringen. Für uns geht es darum, den Gegner trotz seines Ballbesitzes möglichst weit von unserem Tor fernzuhalten und selbst Umschaltphasen zu kreieren, die wir zielstrebig zum Abschluss bringen. Dominanz und Spielkontrolle haben für mich nicht immer etwas mit Ballbesitz zu tun. Wenn wir den Ball haben, wollen wir gute Lösungen finden.“

Die gesamte Pressekonferenz könnt ihr über ArminiaClubTV nachschauen. 

Zu Gast im Max-Morlock-Stadion

Am Samstag gastieren wir zum Flutlichtspiel beim 1. FC Nürnberg. Anstoß im Max-Morlock-Stadion ist um 20:30 Uhr. Vor der Partie werfen wir einen Blick auf die Franken.

So sieht es aktuell aus:
Der 1. FC Nürnberg ist nahezu perfekt in die neue Saison gestartet. Auf das 3:0 gegen Dynamo Dresden folgte ein 4:2 im Frankenderby bei der SpVgg Greuther Fürth. Drei der bislang sieben Nürnberger Treffer gingen dabei auf das Konto von Mohamed Ali Zoma. Der Angreifer traf bereits in der vergangenen Saison beim 1:1 in der SchücoArena zur frühen Führung, ehe Tim Handwerker in der 81. Minute noch ausglich. In insgesamt 32 Spielen für den Club war Zoma bereits 17-mal erfolgreich. Julian Justvan und Piet Scobel steuerten jeweils zwei Treffer zum Saisonstart bei. Auf die Standards der Franken sollten wir dabei besonders achten: Drei der bislang sieben Nürnberger Saisontore fielen nach ruhenden Bällen.

Auch im DFB-Pokal waren die Nürnberger am vergangenen Wochenende erfolgreich. Nach einem umkämpften Spiel gegen Drittligist Viktoria Köln setzte sich der Club im Elfmeterschießen durch und zog in die nächste Runde ein.

Face to face:
Die Gesamtbilanz zwischen beiden Mannschaften ist nahezu ausgeglichen: Von 42 Begegnungen gewann der 1. FC Nürnberg 17, Arminia 15. Zehnmal kam es zu einem Unentschieden.

Einige Partien bei den Franken sind uns da besonders positiv in Erinnerung geblieben. Allen voran das 5:1 im November 2019, als bereits nach 15 Minuten eine 3:0-Führung auf der Anzeigetafel stand. Oder das 3:2 im Oktober 2005: Bis zur 88. Minute lag der DSC mit 1:2 zurück, ehe Diego Leon den Ausgleich erzielte. In der 90. Minute versetzte dann Subisiso Zuma Radio-Bielefeld-Reporter Ulrich Zwetz mit seinem Siegtor in Ekstase. Zuletzt gab es allerdings zwei Niederlagen in Folge in Nürnberg.

Kommen und Gehen:
Vor dem Saisonstart hat der Club gleich mehrere internationale Neuzugänge verpflichtet. Andrea Ceresoli kam von Atalanta Bergamo (Italien), Mikayil Faye von Stade Rennes (Frankreich), Giannis Masouras aus Zypern von Omonia Nicosia und Alexios Kalogeropolous von Olympiakos Piräus aus Griechenland. 

Darüber hinaus verstärkten unter anderem Xaver Kiefersauer und Sigurd Haugen vom Drittliga-Absteiger 1860 München sowie Fynn Otto vom SC Verl den Nürnberger Kader.

Tim Handwerker trug bereits das Trikot beider Vereine. Der Linksverteidiger spielte von 2019 bis 2024 für den Club und absolvierte in dieser Zeit 114 Pflichtspiele für Nürnberg. Der gebürtige Bergisch Gladbacher kam in der Zeit zudem siebenmal für die deutsche U21-Nationalmannschaft zum Einsatz.

Zahlen, bitte:
Um 20:30 Uhr am Samstagabend sind es beste Voraussetzungen für einen Fußballabend. Wer nicht mit nach Franken reisen kann, kann die Partie sogar frei empfangbar bei RTL NITRO verfolgen.

Das Nürnberger Wohnzimmer fasst 44 308 Zuschauer und wurde anlässlich der WM 2006 für 56 Millionen Euro umgebaut. Besonders markant ist seine Form: Von oben betrachtet bildet das Stadion ein Oktagon.

Fun-Facts am Rande:
Teile des Nürnberger Stadions sind im Bauhaus-Stil errichtet und stehen deshalb unter Denkmalschutz. Außerdem war die Arena bereits 2006 das erste europäische Stadion, das mit einem Umweltzertifikat ausgezeichnet wurde.

1968 wurde der Club Deutscher Meister und stieg 1969 mit Trainer Max Merkel als Titelverteidiger direkt wieder ab.

Weiteres Kuriosum: Am Samstag treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die am häufigsten in die Bundesliga aufgestiegen sind (jeweils achtmal) und auch am häufigsten wieder abgestiegen sind (Nürnberg neunmal, Arminia achtmal).

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