1:1-Unentschieden gegen Bochum
Am 32. Spieltag der 2. Bundesliga teilt sich unsere Mannschaft nach einer 1:0-Führung die Punkte mit dem VfL Bochum. Jonny Grodowski hatte unsere Arminia mit einem Strafstoß in Führung gebracht, Moritz-Broni Kwarteng elf Minuten vor Schluss ausgeglichen. Hier geht’s zum Spielbericht.

Nach dem 3:2 bei Preußen Münster gab es für Cheftrainer Mitch Kniat keinen Anlass die Startelf zu ändern. Die Kulisse war zu Beginn bereitet für den nächsten Heimerfolg. Zum 100-Jährigen unseres Stadions wurde die Tradition großgeschrieben und für 90 Minuten der gute alte Geist der Bielefelder Alm beschworen. Für alle Infos rund ums Spiel gabs für die 26 750 Fans eine frischgedruckte Ausgabe der „almpost“. Und unser Wohnzimmer erstrahlte über alle vier Tribünenseiten mit einer perfekt abgestimmten Choreo.
Zu Beginn des Spiels ging es vorerst in eine Richtung. Die gelungenen Aktionen von Roberts Uldrikis (3.) und Joel Grodowski (5.) machten Appetit auf mehr. Und den hätte Taddel Momuluh (9.) beinahe gestillt. Ein Solo über die rechte Seite endete mit einem Schuss, den Timo Horn soeben noch entschärfen konnte. Arminia in der ersten Viertelstunde äußerst präsent und Bochums Top-Scorer Philipp Hofmann bei Robin Knoche in guten Händen. 65 Prozent Ballbesitz, 4:0 Ecken in dieser Phase (23.) und bald der erste Treffer für den DSC. Dann eine Flanke von Handwerker, die Knoche knapp verpasste. Doch wurde er dabei von Cajetan Lenz gefoult? Nach Video-Check entschied Schiedsrichter Tobias Stieler auf Elfmeter. Und den verwandelte Grodowski mit Hilfe des Innenpfostens zur verdienten Führung! Knoche (32.) hatte kurz danach sogar den zweiten Treffer auf dem Kopf, doch Horn verhinderte Schlimmeres. Bochum fand bis dahin kaum statt, hatte noch keine einzige Aktion im Bielefelder Strafraum. Die hatte dafür Momuluh (38.) auf der anderen Seite, der nach starkem Antritt aber aus spitzem Winkel scheiterte. Und wenn Bochum doch einmal hoffnungsvoll etwas starten wollte, arbeite die Abwehr des DSC jeden kleinsten Ansatz erfolgreich weg. Erst in der Nachspielzeit entdeckten auch die Gäste den Strafraum für sich. Ohne jedoch dort jedoch nachhaltig in Erinnerung zu bleiben.
Nach 47 Minuten machte der VfL erstmalig auf sich aufmerksam, doch eine Direktabnahme von Gerrit Holtmann landete knapp neben dem Tor. Ein Aufschrei dann fünf Minuten später: Momuluh ging im Strafraum zu Boden, Stieler fand es aber nicht elfmeterwürdig, was der Videobeweis dann offenbar auch bestätigte. Arminia verwaltete danach die knappe Führung, setzte aber immer wieder Nadelstiche wie durch Mael Corboz (60.), der nach einer Flanke von Handwerker aus der Drehung knapp am linken Pfosten verzog. Kurz darauf wurden die Gäste besser. Erst bediente Koji Miyoshi mit einem Pass Callum Marshall, der frei vor Jonas Kersken auftauchte, doch lieber Holtmann bediente, statt abzuschließen. Den Schuss des Bochumers parierte Kersken. Arminia ging dann sehr defensiv und mit einer Fünferkette in der Schlussviertelstunde. Artistisch dann beinahe dennoch das zweite Tor durch zwei eingewechselte Spieler, doch eine Flanke des eingewechselten Marius Wörl traf Benjamin Boakye nicht perfekt.
Besser machten es dann zwei Bochumer: Nur eine Minute nach seiner Einwechslung bekommt Moritz-Broni Kwarteng (79.) nach einem Konter den Ball von Farid Alfa-Ruprecht und schiebt das Leder ins rechte Eck zum Ausgleich. Unglücklich, aber kein Grund, nicht nachzusetzen. Und so landet eine Flanke von Wörl bei Corboz (90.), der das Ding ganz knapp am Gehäuse von Horn vorbei köpft – da war mehr drin. Weil aber mehr nicht mehr passiert, nehmen wir einen Punkt mit und fahren am nächsten Freitag (18.30 Uhr) zum 1. FC Kaiserslautern.
DSC Arminia Bielefeld: Kersken – Handwerker (83. Lannert), Knoche, M. Bauer, Hagmann – Russo (87. Großer) – Rochelt, Corboz – Grodowski (71. Wörl), Uldrikis (83. Sarenren Bazee), Momuluh (71. Boakye)
VfL Bochum: T. Horn – Wittek[TB1] (37. Morgalla), Strompf, Loosli, Olsen – Lenz (46. Marshall), Bero – Holtmann (78. Kwarteng), Onyeka (46. Pannewig), Miyoshi (67. Alfa-Ruprecht) – P. Hofmann
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Sölden/Schwarzwald)
Zuschauer: 26 750 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Russo – Lenz, Marshall
Rot: Kniat
Tore: 1:0 (27., Foulelfmeter) Grodowski, 1:1 (79.) Kwarteng
„Es ist schade, dass es nicht für drei Punkte gereicht hat."
Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den VfL Bochum äußern sich Maxi Bauer, Jonny Grodowski, Kapitän Mael Corboz und Cheftrainer Mitch Kniat vor den Mikrofonen der Medienvertreter. Wir haben die Stimmen für Euch zusammengefasst.

Jonny Grodowski: „Das Gegentor haben wir schlecht verteidigt, das wissen wir. Das ist uns in dieser Saison schon zu oft passiert. Roberts hatte vorher fast das 2:0 gemacht, stattdessen fällt im Gegenzug das 1:1. Das ist extrem bitter. Wir wollten die Führung über die Zeit bringen, haben es aber leider nicht geschafft. Der Punkt ist wichtig, aber in meinen Augen zwei zu wenig. Bei der Elfmetersituation meinte der Schiedsrichter zu mir, dass es eine natürliche Laufbewegung gewesen sei. Fakt ist aber, dass Morgalla Taddel in die Hacken läuft und ihm dabei den Schuh auszieht. Für mich ist das ein klarer Elfmeter. Die Choreo der Fans war heute überragend, genauso wie die Stimmung im Stadion. Das gibt uns enorm viel Kraft.“
Maximilian Bauer: „Der Konter nach unserer eigenen Ecke war extrem bitter. Das war eigentlich die einzige wirklich gefährliche Aktion von Bochum in der zweiten Halbzeit. Natürlich ist es schade, dass es heute nicht zu drei Punkten gereicht hat, aber den einen Punkt nehmen wir trotzdem mit. Die Situation bleibt eng, aber ich bin überzeugt davon, dass wir unser Ziel erreichen werden. In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, in der zweiten Halbzeit ordentlich verteidigt. Das macht Mut für die letzten beiden Spiele.“
Kapitän Mael Corboz: „Wir wollten nach der Halbzeit direkt auf das 2:0 gehen, das hat leider nicht funktioniert. Dann bekommen wir nach unserer eigenen Chance den Konter zum 1:1, das haben wir nicht gut verteidigt. So etwas darf uns nicht passieren. Bei der Szene mit Taddel habe ich auch gedacht, dass es ein klarer Elfmeter ist. Das wäre eine große Chance auf das 2:0 gewesen. Trotzdem nehmen wir heute einen Punkt mit. Jetzt gilt es, das Spiel zu analysieren, abzuhaken und in Kaiserslautern wieder zu punkten. Die Choreo im Stadion war pure Gänsehaut, so etwas habe ich noch nie erlebt. Beim Einlaufen war das ein ganz besonderer Moment.“
Cheftrainer Mitch Kniat: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht und sind auch zurecht in Führung gegangen. Wir wollten es in der zweiten Halbzeit genauso wiederholen, auch wenn Bochum besser reingekommen ist. Ich hatte aber nicht das Gefühlt, dass wir hinterherlaufen mussten. Im ersten Durchgang haben wir nahezu alle Duelle für uns entschieden. Das war in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so. Das gehört zu so einem Spiel auch dazu. Bei der Aktion mit Taddel im Strafraum ist es ein klarer Elfmeter. Das wäre eine sehr gute Chance auf das zweite Tor gewesen. Beim Gegentor verhalten wir uns nicht gut, wir müssen den Konter unterbinden. Der Punkt ist etwas zu wenig, hatten uns mehr erhofft. Wir müssen jetzt damit leben, wollen aber mit derselben Energie in die kommenden beiden Spiele gehen und weiter punkten. Dann bin ich mir sicher, dass wir es schaffen werden.“
Die Bilder zum Spiel
Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den VfL Bochum haben wir Euch die besten Bilder zum Spiel zusammengestellt.

„Wir müssen die gleiche Energie auf den Platz bringen!"
Am 32. Spieltag empfangen wir den VfL Bochum bei uns auf der Alm. Vor der Partie beantwortet unser Cheftrainer Mitch Kniat auf der Pressekonferenz die Fragen der anwesenden Medienvertreter. Wir haben die Aussagen für Euch zusammengefasst.

Unser Wohnzimmer wird wieder richtig voll. Das Heimspiel gegen Bochum ist ausverkauft, auch unsere Gäste haben ihr komplettes Kontingent ausgeschöpft. Auf der Spieltagspressekonferenz spricht unser Cheftrainer Mitch Kniat über…
… das 100-jährige Stadionjubiläum: „Ich finde es eine coole Sache, dass Schüco uns diesen besonderen Moment ermöglicht und wir unser Stadion an diesem Spieltag wieder Alm nennen dürfen. Das ist nicht selbstverständlich. Für viele wird es vermutlich immer die Alm bleiben, trotzdem wissen wir natürlich auch, was wir an Schüco haben. Die ausgetauschten Schilder “Stadion Alm” sorgen für eine besondere Atmosphäre. Es wartet wieder ein Derby auf uns und wir freuen uns sehr auf die Stimmung. Trotzdem bleibt die Aufgabe dieselbe: Wir wollen ein gutes Spiel machen und mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gehen. Dafür müssen wir die gleiche Energie wie in der vergangenen Woche auf den Platz bringen, unabhängig davon, was im Spiel passiert."
… das Personal: „Arne Sicker fällt weiterhin aus. Roberts Uldrikis hat im vergangenen Spiel einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen, heute ging es ihm aber schon deutlich besser. Positiv ist außerdem, dass Joel Felix wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren konnte. Vielleicht gehört er nächste Woche schon wieder zum Kader.“
… den Gegner: „Bochum hat einen Trainer, der seiner Mannschaft alles abverlangt. Sie spielen sehr intensiv und verfügen über einen guten Spielaufbau. Für mich haben sie einen starken Mix aus erfahrenen Spielern und jungen, talentierten Akteuren mit viel Tempo über die Außenbahnen. Dazu kommt ein sehr giftiges Mittelfeld, gegen das wir Lösungen finden müssen. Insgesamt ist Bochum trotz ihrer Höhen und Tiefen eine Mannschaft mit viel Qualität.“
… unsere Herangehensweise: „Wir müssen genauso liefern wie in der vergangenen Woche. Natürlich ist es ein anderes Spiel, aber der Druck ist nicht kleiner geworden. Wir müssen weiter punkten und über dem Strich bleiben. Beide Mannschaften werden viel Intensität auf den Platz bringen. Gerade in den letzten Saisonspielen passieren oft verrückte Dinge. Wenn wir aber weiter so auftreten wie zuletzt, werden wir am Ende auch erfolgreich sein.“
Willkommen auf der Alm, Bochum
Am Samstag, den 2. Mai, empfangen wir den VfL Bochum in der SchücoArena. Gegen die Gäste aus dem Ruhrgebiet wollen wir zuhause wichtige Punkte einfahren. Vor der Partie werfen wir einen Blick auf unseren Gegner.

So sieht es aktuell aus: Der VfL Bochum hat mit dem 2:1-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit 39 Punkten belegen die Bochumer aktuell Rang zehn und liegen drei Spieltage vor Saisonende sechs Punkte vor dem Relegationsplatz. Vor allem auswärts tat sich der VfL bislang allerdings schwer: In 15 Spielen holten die Bochumer lediglich elf Punkte. Doch besonders offensiv verfügt Bochum über Qualität. Allen voran Philip Hofmann, der zuletzt gegen Fürth doppelt traf und bereits im Hinspiel den entscheidenden Treffer gegen uns erzielte.
Kommen und Gehen: Zwischen Arminia und dem VfL Bochum gibt es einige bekannte Verbindungen. Spieler wie Christoph Dabrowski, Robert Tesche, Sebastian Hille, Giovanni Federico, Stefan Pater, Andreas Ridder trugen im Laufe ihrer Karriere die Trikots beider Vereine. Auch Mamadou „Momo“ Diabang lief bereits für beide Vereine auf. Nach erfolgreichen Jahren bei Arminia spielte der Angreifer von 2003 bis 2005 für den VfL Bochum.
Auch Ernst Middendorp hatte ein Bielefelder-Bochumer-Doppelleben: Neben seinen Einsätzen an der schwarz-weiß-blauen Seitenlinie stand er 1999 für drei Monate auch beim VfL in der Trainer-Verantwortung.
Face to Face: Die jüngsten Heimduelle mit Bochum machen Mut: Die letzten sechs Spiele in der SchücoArena konnte Arminia allesamt gewinnen. Insgesamt standen sich beide Teams in Bielefeld bislang 31-mal gegenüber, mit 14 Siegen für den DSC und zehn Erfolgen für den VfL. Die letzte Heimniederlage gegen Bochum liegt inzwischen über zehn Jahre zurück. Im November 2013 unterlag Arminia mit 0:2
Zahlen, bitte: In einer Statistik führt der VfL die Liga an: Mit aktuell 91 Gelben Karten sind die Bochumer das Team mit den meisten Verwarnungen der Spielklasse. Die Karten verteilen sich dabei auf insgesamt 25 Spieler. Selbst die Torhüter Niclas Thiede und Timo Horn blieben nicht verschont.
Mit Farid Alfa-Ruprecht steht zudem der schnellsten Spieler der Liga im Bochumer Kader. Sein Topspeed von 36,42 km/h liegt sogar knapp über dem Wert des ehemaligen Bielefelders Bryan Lasme von Schalke 04.
Fun-Fact am Rande: Bochums ehemaliger Torwart Rein van Duijnhoven hält einen unglaublichen Bundesliga-Rekord: Er blieb in der Saison 2003/04 in Heimspielen sagenhafte 911 Minuten ohne Gegentreffer. Zwischen dem 8. und dem 24. Spieltag kassierte der VfL in keinem Heimspiel ein Gegentor! Darunter war auch ein 1:0 gegen Bayern München. Am 26. Spieltag gab es dann beim 1:2 gegen Schalke 04 nach 77 Minuten wieder den ersten Ball, den van Duijnhoven aus dem Netz holen musste.
Trainer Uwe Rösler steht unabhängig vom Wetter stets in kurzen Hosen an der Seitenlinie. Für ihn ist das ein Zeichen von „Energie und Leidenschaft“, wie er selbst einmal erklärte.
Lange galt der VfL als echter „Fahrstuhlklub“ des deutschen Fußballs: Zwischen 1993 und 2010 stiegen die Bochumer fünfmal aus der Bundesliga ab, schafften aber jedes Mal den direkten Wiederaufstieg.
Kurios: In der Saison 1994/95 stieg Bochum sogar trotz eines Torverhältnisses von +3 ab, was bis heute eine echte Seltenheit ist.











































